Montag, 29. August 2011

Spätsommerfest

Und am Sonntag präsentierte sich der Spätsommer von seiner schönsten Seite und schenkte uns einen prächtigen, sonnigen Tag mit wolkenlosem blauem Postkartenhimmel und milden Temperaturen. Die meisten Gäste konnten umdisponieren und so verbrachten wir ein unbeschwertes, fröhliches Gartenfest mit Freunden und Verwandten und die Kinder tobten nach Lust und Laune durch Haus und Garten. Einfach schön.

Und das Haus war aufgeräumt, der Garten... naja. Aber Rosalie ist damit ohnehin nie zufrieden. Und die einen Gäste sind beeindruckt, weil sie wissen, wieviel Arbeit dahintersteckt und die andern...  finden ihn einfach schön - und können Unkraut ohnehin nicht von Gartenstauden unterscheiden ;-)

Ach ja - und die Goldfische sehen auch wieder klar!





Impressionen

Rosalie liebt Hortensien...

gefüllte Kissenastern
Stilleben mit Cyklamen

Ich könnte noch viele hübsche Stilleben posten...
aber es dauert extrem lange, die Bilder hochzuladen, obwohl sie bloss 2 MB gross sind.

Sturmböen

Vorwarnung vor Gewitter, Warnstufe Rot erwartet
gültig bis: Samstag, 27. August 2011, 05:00 Uhr
gültig für: alle Höhenstufen
Ab Freitag Mittag und Nachmittag sind in Zusammenhang mit einer Kaltfront aus West kräftige Regenschauer und Gewitter möglich. Dabei besteht die Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Samstag Nacht lassen die Gewitter nach.

Soviel zu den Wetterprognosen. Freitag Mittag haben wir entschieden, das Gartenfest auf Sonntag zu veschieben. Eine kluge Entscheidung.

Das Unwetter hat Rosalies Wohngegend gnädigerweise verschont aber der Temperatursturz vom Samstag und wiederholte kurze Regenschauer hätten keine Sommerfestambiance aufkommen lassen. Das Wetter war aber ideal, um den Garten ein wenig präsentabler herzurichten und noch ein paar saisonale Blumen zu besorgen und ums Haus herum zu arrangieren. Mit saisonalen Blumen sind natürlich Stauden gemeint. Mehrjährige Pflanzen, die im Garten ausgepflanzt werden können, wenn sie im Topf nicht mehr so präsentabel sind.

Freitag, 26. August 2011

Alltagslawine

Rosalie kämpft gerade mit einer Lawine, die sie zu überrollen droht. Morgen findet unser grosses traditionelles Gartenfest statt. Jedes Jahr ein Highlight. 22 Erwachsene und 14 Kinder! Freunde und Familie. Wetterprognosen sind leider nicht so toll. Markante Abkühlung. Ev. sogar ein bisschen Regen. Aber es gibt dieses Jahr keinen Ausweichtermin und die Kinder wären untröstlich, wenn wir absagen müssten. Die Kinderschar der Gäste auch. Also werden wir es durchziehen. Jeder bringt was mit. Salate, Desserts. Trotzdem gibt es viel zu tun. Ich sorge für die Dekoration auf den Tischen, einen properen Garten und ein aufgeräumtes Haus. Ratet mal, welches die grösste Herausforderung ist...

Eine chaotische Leidensgenossin hat mir kürzlich mit empathischem Blick ein paar Ritalinpillen ausgehändigt. Das wäre wohl jetzt der Moment, sie auszuprobieren, um etwas effizienter und strukturierter die vielen Aufgaben zu bewältigen. Wo soll ich bloss beginnen? Zuerst das obere Stockwerk aufräumen? Badezimmer putzen? Oder die Betten im Schlafzimmer neu beziehen? Oder doch zuerst die Küche im Parterre machen? Oder das Aquarium putzen? Mist... Hoffentlich finde ich die Pillen noch... ;-)

Der Begriff Alltagslawine stammt übrigens nicht von mir. Den hat ein Freund kürzlich aufs Tapet gebracht. Eine neue Bekanntschaft mit viel Potential... Und nicht nur virtuell - nein auch in der realen Welt. Ich nenne ihn Platon, weil er so klug ist und ganz toll schreiben kann. Und er hat einen trockenen Humor. Gefällt mir sehr. Und er lebt so ganz anders als ich - und tickt doch irgendwie ähnlich. Sehr spannend.

Und nun werde ich ganz schnell dieses Post aufschalten, das Notebook zuklappen und die Pillen suchen!

Wünscht mir Glück, dass ich alles, was ich mir vorgenommen habe, bis morgen noch irgendwie hinkriege! Und vor allem Wetterglück!

Donnerstag, 18. August 2011

Erkenntnisse

Vielen herzlichen Dank für Eure lieben Kommentare! Ich habe mich sehr darüber gefreut!

Südfrankreich war wie immer eine Reise wert. Unser Urlaub war kurz aber intensiv.

Meine Highlights:
Das ofenfrische, warme Olivenbrot zum Frühstück.  Die atemberaubende Aussicht aufs Meer, das mit dem Horizont verschmilzt. Der Duft nach Piniennadeln. Das wunderschöne Haus und die herrliche Ruhe, die es umgibt. Die vorzüglichen Weine, die uns der Gastgeber serviert hat. 2 Std für mich allein frühmorgens auf dem Wochenmarkt in Bandol. Zeit zum Lesen. Abendessen im wunderschön gelegenen Golfhotel. Aufregende Mails und SMS aus der Heimat.

Meine Lowlights:
Kinder, die jeden Tag viele Stunden vor ihren iP*d touches, iPäds und DS sitzen. Zu Hause, im Auto, im Restaurant... Erkenntnis, dass mein Ehemann mir immer fremder wird.  Kleine "Tyrannen", die vor gar nichts Respekt haben und komplett überforderte Eltern (Gastgeber).

Amazing:
Schmatzende Holzwürmer im Bettrahmen im Kinderzimmer. Und die Erkenntnis, dass finanzieller Reichtum das Leben nicht a priori einfacher macht...




Freitag, 5. August 2011

Room with a view

Es ist soweit. Koffer sind gepackt. Endlich. Rosalie kann sich schlecht entscheiden und packt deshalb immer viel zu viel ein. Für sich und die Kinder. Drei volle Koffer. Und das Badezeug. Und noch ein paar Taschen. Dem Gatten reicht eine Tasche. Was solls. Das Auto ist ja geräumig. Endlich Ferien. Nur eine Woche zwar - aber besser als nichts.  In wenigen Stunden fahren wir los. Rosalie freut sich auf die Sonne und das Meer, laue Sommerabende, frisches Olivenbrot, Pastis, Sand zwischen den Zehen, Zimmer mit Aussicht, nette Gesellschaft, guten Wein, französische Küche, Shopping in Marseille und (hoffentlich!) Zeit zum Lesen.



Liebe Grüsse und bis bald! Eure Rosalie

Eine schicksalshafte Reise (6)

Rosalie begann eine SMS zu schreiben. Seine Handynummer stand ja in den Reiseunterlagen.


"Bist Du noch wach? Wohl kaum... Muss immer bzw.  zuviel an Dich denken. Ist mir schon sehr lange nicht mehr passiert. Sehr aufregend und sehr beängstigend... "
Sie  starrte auf das Display und überlegte lange hin und her. Es war 01.30 Uhr. Die Taste "senden" blinkte verlockend. Es wäre so einfach gewesen... Bloss ein kleiner Fingertipp... Herzklopfen...

Sollte sie oder sollte sie nicht... Vielleicht möchte er ja - aber traut sich nicht?  Sollte sie ihm nicht einen kleinen Hinweis geben? Nach dem Motto: Hallo? Nein, Du hast nicht geträumt und Du bildest Dir nichts ein. Sie mag Dich wirklich und sie möchte  mehr von Dir...

Erinnerungen kamen hoch. Wehmütige Erinnerungen an eine unglückliche Liebe. Gefühlte 30 Jahre her. Er hat es nie erfahren, weil Rosalie sich nicht getraut hat, es ihm zu sagen. Dachte, er müsse es selber merken und auf sie zukommen. Vermutlich wusste er es schon, aber er traute sich nicht. Rosalies erste grosse, traurige Jugendliebe. Aber das ist lange her... Tempi passati. Aber vergessen hat sie ihn nie.

Rosalie war hin- und hergerissen. Sie begehrte diesen Mann und sie wollte, dass er es wusste... Aber hatte er es nicht selbst gespürt?  Vielleicht traute er sich nicht, weil er ja wusste, dass sie verheiratet ist? Weil sie nicht der Typ Frau ist, der man zutraut, ihren Ehegatten zu hintergehen. Und vielleicht weil er selbst verheiratet ist. Oder weil sie gebildeter ist als er, ihm intellektuell überlegen scheint. In einer anderen Liga spielt - zumindest was die finanziellen Verhältnisse angeht. Oder vielleicht war er ja einfach nur nett zu ihr gewesen - aus Höflichkeit! Und sie hatte seine Aufmerksamkeit falsch verstanden? Wie auch immer. Sie wollte es einfach wissen.

Schliesslich tat Rosalie, was sie tun musste. Hätte sie es nicht getan, würde sie sich bis heute fragen, ob es anders herausgekommen wäre, wenn sie es getan hätte. Rosalie drückte auf "senden"...

Erwartungsgemäss kam keine Antwort (der gute Mann schlief ja schon...) und Rosalie fiel dann irgendwann ebenfalls in den Schlaf.  Am nächsten Morgen kam ihr mit Schrecken in den Sinn, was sie getan hatte...  Oh my Goddess! Aber da musste sie durch. Es war ja nicht mehr zu ändern. Und das Handydisplay war sowas von leer...

Sie machte sich parat fürs Frühstück und ging in den Speisesaal. Mit Müesli und frischen Früchten vom Buffet suchte sie sich einen freien Platz. Sie hatte ihn schon gesehen. Aus den Augenwinkeln.... und sie liess sich Zeit am Buffet... viel Zeit. Aber er sass noch immer dort, alleine an einem Tisch...

Rosalie hätte in eine andere Ecke des Raumes gehen können und sich alleine an einen andern Tisch setzen können... aber das wäre etwas seltsam gewesen. Also nahm sie ihr Herz in die Hand und setzte sich zu ihm. Sie sahen sich in die Augen und schmunzelten. Keiner sagte etwas zu dem nächtlichen SMS. Man sprach übers Frühstück und die Fortsetzung der Reise.

Nach dem Frühstück, das er vor ihr beendet hatte, um die Weiterreise vorzubereiten, ging sie zurück ins Zimmer und packte die Koffer. Keine Nachricht von ihm. Sie nahm ihr Handy und beschloss, dem Spuk ein Ende zu bereiten und einen Rückzieher zu machen, ohne seine Antwort abzuwarten. Geduld war noch nie eine ihrer Tugenden gewesen. Leider.

Um 08.15 h schrieb sie ihm ein zweites SMS:

"Bitte entschuldige mein törichtes nächtliches SMS! Bitte löschen und vergessen. Man nennt das wohl midlife crisis..."

Voilà. Das wars. Damit hatte sich die Sache wohl erledigt. Sie war viel zu ungeduldig und zu wenig selbstbewusst, um seine Antwort abzuwarten und die Ungewissheit auszuhalten.

Die Reise ging weiter und sie besuchten eine weitere Sehenswürdigkeit. Er liess die Reisegruppe aussteigen und fuhr weiter, um einen Parkplatz zu suchen. Eine halbe Stunde später tippte er seine Antwort ins Handy: "Brauchst Dich nicht zu entschuldigen. Bist eine anständige, interessante hübsche Frau."

Das sass!  Eine anständige Frau... (die weiss, was sich gehört und was nicht...).  Eine anständige, einsame Frau... dachte sie sich. Irgendwie fühlte sich diese Antwort nicht gut an. Und später schrieb sie ihm dann zurück:

"Danke! Und Du bist ein anständiger, interessanter Mann und hast die schönsten Augen, die ich je gesehen habe."

Wenn schon, dann schon. Was sollte sie noch verlieren. Ihren Stolz? So what! Sie hatte keine Lust, aus ihrem Herz eine Mördergrube zu machen. Und sie war immer noch in einem Zustand verminderter Zurechnungsfähigkeit. Anders war das nicht zu erklären...

(Fortsetzung folgt)

Mittwoch, 3. August 2011

Heikle Frage...



Ich hätte da mal eine heikle Frage an alle, die selbst einen Blog unterhalten...

Es würde mich interessieren, wie Ihr es so mit der Diskretion haltet, was Euren eigenen Blog angeht.  Wissen Eure Freunde (aus dem realen Leben), dass Ihr schreibt oder behaltet Ihr das Geheimnis für Euch? Ich bin da ein wenig im Zwiespalt. Ein paar ganz enge Freundinnen und Freunde und eine Handvoll Menschen, auf deren Diskretion ich zählen kann, wissen von meinem Blog und lesen mit.

Da ich hier sehr offen über gewisse Dinge schreibe und Einblick in mein Seelenleben gewähre, habe ich manchmal das Bedürfnis, gewisse Menschen einzuweihen, weil ich denke, dass sie mich dann mit andern Augen sehen würden oder weil ich Ihnen gerne unsere interessante Bloggemeinschaft zeigen möchte.  Vielleicht steckt auch einfach ein Bedürfnis nach Anerkennung dahinter. Aber gleichzeitig habe ich da so eine warnende Stimme im Hinterkopf, die sich bemerkbar macht und meint "Lass es sein!". Wenn zuviele Leser Rosalies echte Identität kennen, kann sie nicht mehr offen schreiben. Oder doch? Hmm... das ist wirklich ein Dilemma.

Was meint Ihr? Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?  Bin gespannt auf Euer Feedback.
(aus Diskretionsgründen gerne auch anonym ;-))

Dienstag, 2. August 2011

Fête Nationale

Ungezwungenes Miteinander am Seeufer. Fröhliche  Kinder, die mit ihren Kameraden Feuerwerkskörper entzünden und sich freuen, wenn es so richtig knallt. Bekannte, die freundlich grüssen. Lecture du Pacte de 1291 (Vorlesen des Bundesbriefs) und gemeinsames Singen des Cantique Suisse (Schweizer Nationalhymne). Le verre d'amitié (das Glas Weisswein, das die Gemeinde spendiert), sich mit andern Eltern und Bekannten austauschen, nach dem Eindunkeln gespannt auf das grosse Feuerwerk am andern Ufer des Sees warten, verstohlen auf sein Handydisplay schauen und sich darüber freuen, dass Leo aus seinem Ferienhaus ein nettes SMS geschickt hat.

Das war mein Schweizer Nationalfeiertagsabend.