Ich hoffe, Ihr seht es mir nach, dass ich mich hier etwas rar gemacht habe. Es läuft gerade so vieles parallel, dass ich manchmal nicht mehr weiss, wo mir der Kopf steht und die Zeit zerrinnt mir zwischen den Fingern.
Der 1. April rückt mit Riesenschritten näher! Bis dahin wollte bzw. sollte ich meine persönlichen Dinge in die Wohnung transportiert haben. Der Umzug gestaltet sich schwieriger als erwartet. Es ist gar nicht so einfach, eine neue Wohnung einzurichten und es braucht Zeit, bis man weiss, welche Möbel man benötigt und wenn man das Meiste neu kaufen muss und ganz bestimmte Vorstellungen in Bezug auf die Optik hat, macht das die Sache nicht unbedingt einfacher. Schon nur die passenden Schränke zu finden, ist eine Herausforderung, wenn die Wände zwischen den Fenstern nicht IKEA-taugliche Masse haben und man Stauraum benötigt und den Raum möglichst optimal ausnutzen möchte. Das heisst, man klappert Möbelhäuser ab - online und per pedes - und vergleicht verschiedene Schranksysteme und Anbieter und das braucht alles Zeit. Ich müsste mich mal zwei Wochen aus dem Alltag ausklinken und mich nur auf den Umzug konzentrieren können. Aber das ist Wunschdenken. Der Familienalltag läuft weiter wie bisher, die Ferienwohnung muss noch geräumt werden und ich habe dieses Jahr schon so viele Urlaubstage bezogen, dass ich Überstunden werde machen müssen, um überhaupt noch ein paar Tage Sommerferien mit den Kindern verbringen zu können. Im Büro wachsen mir die Pendenzen langsam aber sicher über den Kopf. Wenn ich nicht dort bin, bleibt alles liegen und zuhause bzw. abends im Bett fällt mir ein, was unters Eis geraten ist und wem ich noch hätte Bescheid geben sollen... Inzwischen ist eigentlich alles dringend. Es ist ein anspruchsvoller Job und ich verbringe schon jede Woche zwei Tage à 9-10 Stunden im Büro und mein Gatte ist der Ansicht, dass ich das Arbeitspensum erhöhen sollte, damit er weniger Unterhalt bezahlen muss. Mein Einwand, dass dies nicht nur den Stressfaktor, sondern auch den Budget-Freibetrag in die Höhe treibt und dieser ja eigentlich 50/50 aufgeteilt werden sollte, wird irgendwie nicht verstanden. Der Freibetrag ist das, was übrig bleibt, wenn man vom Einkommen alle Ausgaben abzieht. Er ist in unserem Fall hoch genug, um auch mit zwei Haushalten weiterhin einen durchaus komfortablen Lebensstandard halten zu können. Das führt mich zur nächsten Baustelle: die Trennungsvereinbarung ist noch immer nicht unter Dach und Fach und eine einvernehmliche Einigung scheint letztlich zu bedeuten, dass ich mich mit weniger zufrieden gebe, als mir ein Richter zusprechen würde. Was das in Bezug auf eine spätere Scheidung bedeutet, ist auch noch zu klären. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob meine Anwältin meine Interessen wirklich optimal vertritt oder ob sie sich von meinem Mann zu sehr hat vereinnahmen lassen. Ich spiele mit dem Gedanken, eine Zweitmeinung einzuholen und anscheinend bleibt mir nun doch nichts anderes übrig, als die Trennungskonvention selber aufzusetzen bzw. zu überarbeiten (!) und mich mit der sachdienlichen Rechtsprechung (Bundesgerichtsurteile) vertraut zu machen. Ich hatte gehofft, dies der Anwältin delegieren zu können aber mein Bauchgefühl stimmt nicht mehr und der erste Entwurf ist eigentlich eher eine Scheidungskonvention denn eine Trennungskonvention und ich lasse mich jetzt nicht in eine schnelle Scheidung drängen. Zu vieles ist noch unklar.
Ich hatte mir so schön ausgemalt, dass ich meine umfangreichen Habseligkeiten im Haus würde ordnen bzw. aussortieren können, um dann nur noch die "Essenz" bzw. das, was ich wirklich behalten will, in die neue Wohnung zu transportieren. Das war etwas blauäugig. Es fehlt mir schlicht die Zeit dafür und leider gibt es am neuen Domizil nur einen winzigen Keller. Ich werde also wohl oder übel eine "Ecke" mit Kisten und Kartons "einrichten" müssen, die ich nach und nach durcharbeiten bzw. sichten werde. Ich spreche von ganz viel Papier und zehntausenden Fotos, nicht zu vergessen jede Menge Dekosachen (allein mit der Weihnachts- und Osterdeko könnte ich einen Schrank füllen...) und auch Kleider und Schuhe werde ich radikal dezimieren müssen. Es wird eine Reise durch die Vergangenheit werden und ich muss mich von viel Ballast befreien. Da ich eine Sammelnatur bin, fällt mir dies nicht leicht. Es ist eine echte Herausforderung!
Meine To-Do-Liste ist gefühlte 100 Meter lang ... aber in dem ganzen "Chaos" leuchtet ein Stern, der mich trotz der hohen Belastung immer wieder zum Lächeln bringt und mit seinem Zuspruch dafür sorgt, dass ich den Mut nicht verliere. Und den Galgenhumor. ;-)