Donnerstag, 29. August 2013

Selbst ist die Frau!

Meine Tierliebe endet hier



Während ich in solchen Situationen gerne auf beherztes Eingreifen eines männlichen Mitbewohners zurückgreife und ein solcher aus bekannten Gründen nicht verfügbar ist, beschliesse ich, mich von meiner Arachnophobie nicht verrückt machen zu lassen. Ich wohne in einem alten Haus auf dem Land und ich schlafe gerne mit offenem Fenster. Da ich zu bequem bin, alle Fenster mit Mückenschutz auszustatten, muss ich wohl damit leben, dass solcherlei Getier sich in meine vier Wände einschleicht. Ist ja schliesslich auch warm, trocken und cozy bei mir - wer sollte es ihnen verdenken.

Nun ja, es ist nicht so, dass ich beim Anblick einer grossen Winkelspinne gleich in Panik verfalle wie mein Bekannter aus dem Nachbardorf. Der pflegt dann jeweils unbeachtet der jeweiligen Tages- oder Nachtzeit seine ungeliebte Ex-Gattin anzurufen, die sich dann right away ins Auto setzen und zu des Ex-Gatten Wohnung fahren muss, um  das Ungeheuer aus seiner Wohnung zu entfernen, damit sein Puls wieder in gesunde Frequenzbereiche  fallen kann. Sie ist wahrlich eine gutmütige Person, den er bezahlt noch nicht mal Alimente für die Kinder und lässt auch keine Gelegenheit aus, seine Ex zu kritisieren. 

Nein, zur Beseitigung eines Spinnentiers den Noch-Gatten zu bemühen, das liesse mein Stolz nie zu. Selbst ist die Frau! 

Das erste Exemplar habe ich lebend ins Freie befördert! Beim Zweiten (innert Tagen) war mir das Risiko, dass es hinter dem Kleiderschrank verschwindet und des nachts unkontrolliert durch mein  Schlafgemach wandern und sich womöglich auf meine Bettdecke verirren könnte, dann doch zu hoch. Aber jeder kriegt ne zweite Chance! Bin ja kein Unmensch! 



Keine Ahnung, ob mein ungebetener Gast den Höllenritt durch das Staubsaugerrohr überlebt hat. Falls er oder sie dazu bestimmt ist, für den Fortbestand der Gattung zu sorgen,  wird das Viech es überlebt haben und klug genug sein, nach dem Herauskrabbeln aus dem Staubsaugersack schleunigst das Weite zu suchen! :-)





Sonntag, 25. August 2013

Schön war's!

Und so erholsam! So sehr ich meine Kinder liebe und obwohl ich in den Ferien oft gedacht habe, wie ihnen dies oder jenes wohl gefallen hätte - so sehr habe ich es genossen, nur für mich denken zu müssen und einfach in den Tag hinein zu leben. Ausschlafen und unter freiem Himmel gemütlich frühstücken ohne auf die Uhr zu blicken, lange Strandspaziergänge Hand in Hand, Steine sammeln, den Schwalben zuschauen, die an den Steilwänden der Küste nisten 

und über die vielen stolzen riesengrossen Möwen staunen, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. 

Und last but not least die wenigen Strandläden mit Souvenirs abklappern mit einem geduldigen Mann an der Seite, der weder hetzt noch dreinredet und einfach spontan beschliessen zu können, was man unternehmen möchte und genauso spontan wieder umzudisponieren, wenn einem der Sinn danach steht. 

Essen, wenn sich der Hunger meldet, egal was die Uhr anzeigt und so vieles mehr. Es ist genial, einen Partner an der Seite zu haben, der das selbe Temperament hat! Wenn man zusammen die Seele baumeln lassen kann und auch mal gemeinsam schweigen kann, ohne dass es peinlich oder langweilig wäre! Weil man sich auch ohne Worte versteht und die selben Bedürfnisse hat! Was für ein Glück!


Es ist mir bewusst geworden, wie sehr ich mich während meiner Ehe ständig an ein Tempo angepasst habe, das dem meinen so gar nicht entsprochen hat.  


Was ich von der Ostsee gesehen habe, hat mir extrem gut gefallen und ich möchte gerne mal in den Wintermonaten hinfahren. 



Ich liebe Strandspaziergänge und könnte stundenlang die Spülsäume der Meeresbrandung nach schönen Steinen und interessantem Schwemmgut absuchen. 




Das habe ich schon als Kind an den Stränden des Mittelmeers mit Leidenschaft getan und die Begeisterung dafür ist mir bis heute nicht abhanden gekommen. 


Nach der Rückkehr habe ich meinen Kindern die schönen Strandgerölle gezeigt und ihnen aus einem interessanten Büchlein vorgelesen und Junior war fasziniert von den Feuersteinen, die ich mitgebracht hatte. Und die vielfältigen gelben Kiesel haben wie erwartet den Schwimmtest im konzentrierten Salzwasser nicht bestanden - aber ich hatte in weiser Voraussicht zwei "Schummelsteine" besorgt und mein Sohn war ganz begeistert, als sie den Feuertest bestanden haben! Bernstein ist bekanntlich brennbar (Nomen est Omen) und der Geruch, der entsteht, wenn ein Flämmchen die Oberfläche versengt, verrät seine Herkunft: es riecht nach Harz! 

Das war ein rundum gelungener Urlaub. Und ja - die Ostsee hat jetzt einen neuen Fan!  Und irgendwann werde ich vielleicht die Kinder mitnehmen und wir werden alle zusammen die Strände nach dem gelben Gold der Ostsee absuchen, die salzige Luft einatmen, die Seele baumeln lassen und Fischbrötchen essen... :-) 











Mittwoch, 14. August 2013

Ferienreif


Ich bin gerührt, dass so viele Leser/innen jeden Tag unermüdlich bei mir vorbeischauen und nachsehen, ob es nicht doch endlich etwas Neues von Rosalie gibt. Mein Blog ist etwas verwaist, ich weiss...

Die Lust am Schreiben ist mir keineswegs abhanden gekommen und es gäbe vieles zu berichten… 

Im Moment fehlen mir einfach die Zeit und die notwendige Musse zum Schreiben. Und leider bin ich keine Schnellschreiberin und ich neige dazu, meine Texte immer wieder zu überarbeiten bzw. umzuschreiben, bis ich wirklich damit zufrieden bin. Nein, eigentlich bin ich nie damit zufrieden und kaum habe ich etwas gepostet, kommt mir mein blöder Perfektionismus in die Quere und ich habe Selbstzweifel...

Ist es wirklich gut geschrieben? Komme ich so rüber, wie ich bin oder ist es ein Jammerpost?  Ist es zu persönlich oder aber zu belanglos? Oh man! Manchmal stehe ich mir wirklich selber im Weg! 


Ein Blick in meine Blogstatistik  zeigt, dass ich in den letzten zweieinhalb Jahren 335 Posts geschrieben habe.  268 davon habe ich veröffentlicht. 67 sind als Entwurf gespeichert, darunter etwa ein Dutzend Posts, die ich nach der Veröffentlichung und nach regem Kommentarwechsel wieder vom Netz genommen habe, weil sie zu persönlich sind und ich nicht möchte, dass irgendjemand zufällig darüber stolpert, obwohl ich die Google-Suche deaktiviert habe. Die Übrigen haben es gar nie an die Öffentlichkeit geschafft oder sind nie fertig geworden. Das hat verschiedene Gründe. Oft  beginne ich spontan aus einem Bedürfnis heraus über etwas zu schreiben und bevor ich damit fertig werde, kommt mir der Alltag dazwischen. Irgendwann ist es nicht mehr aktuell oder ich bin nicht mehr im richtigen „Mood“, um ein Post zu Ende zu schreiben bzw. das Thema aufzugreifen. Es ist so, als hätte es sich durch das Niederschreiben bereits erledigt. Therapeutisches Schreiben nennt man das wohl.

Oft ist es aber auch so, dass ich das Gefühl habe, zu viel von mir preiszugeben. Es gibt Dinge, die mich beschäftigen und über die ich eigentlich gerne schreiben würde, mich aber nicht getraue, weil ich gewisse Kommentare fürchte, denen ich mich nicht stellen mag. Manchmal denke ich auch, dass ich im Vergleich zu andern Frauen in derselben Situation wirklich privilegiert bin und auf sehr hohem Niveau „jammere“… Es ist eh eine Gratwanderung, wenn man aus seinem Leben berichtet  und Selbstzweifel gehören wohl dazu.  

Zudem gibt es unbeantwortete Mails und ich sollte zuerst meine To-Do-Liste abarbeiten bzw. die Pflicht erfüllen, bevor ich mich wieder aus vollem Herzen der Kür (Blog!) zuwenden kann.

Ich habe irgendwie tausend Dinge zu erledigen und das Gefühl, am Limit zu laufen. Und ich bin müde. Ferienreif. Die "Frau für alle Fälle" meinte, es sei "nur" eine Anämie. Das würde auch den Schwindel erklären, der mich immer mal wieder heimsucht. Nun ja, die durchschnittlich knapp sechs Stunden Nachtschlaf sind meiner Gesundheit auch nicht gerade zuträglich. Ich wache wieder regelmässig nach dreieinhalb, vier  Stunden Schlaf auf und liege dann wach bzw. ruiniere mir die Augen, indem ich auf dem iPhone im dunkeln Blogs lese, bis ich wieder einschlafen kann. Und dann klingelt meistens schon bald der Wecker...  Es herrscht Handlungsbedarf. 

Die gute Nachricht: Es gibt einen Lichtstreifen am Horizont und der Horizont ist zum Greifen nahe!  Morgen Abend um 22.00 Uhr werde ich aus einem  Flieger steigen, alle Sorgen und To-Do-Listen hinter mir lassen bzw. ausblenden und dann wird alles gut! Eine ganze Woche lang Zeit zum Erholen, Geniessen, anständig Essen, Kraft tanken! Spaziergänge an der frischen Luft, die Seele baumeln lassen und ganz viel Zweisamkeit und Liebe. Ich bin sehr entschlossen, jede Minute mit ihm zu geniessen und kein schlechtes Gewissen zu haben. Die Kinder sind gut versorgt und ich bin getrennt. Basta.  Wir zählen schon so lange die Stunden und morgen Abend hat die Sehnsucht endlich ein Ende! 

Ich brauche diese Auszeit, denn die nächsten Wochen werden mir viel abverlangen.

Ach ja.... mein Mann weiss nun, wohin ich verreise und dass es da jemanden in Berlin gibt. Aber keine Details... 

Und falls dieses Post etwas wirr ist, könnte es daran liegen, dass ich  ferienreif bin. Und nun gehe ich Koffer packen! 

Wir lesen uns! Bis bald! 

Wenn ich morgens die Augen öffne und dieses Bild sehe,
weiss ich,  dass ich das Richtige getan habe!