Dienstag, 24. September 2013

Bügeln oder bloggen?

Ich habe mich fürs Bloggen entschieden an diesem freundlichen Sonntagmorgen, obwohl der Wäscheberg langsam bedrohliche Ausmasse annimmt...

Und bevor ich mein Post fertig geschrieben hatte, kam Mama zu Besuch. Etwas früher als geplant. Und ist geblieben bis gestern Abend. 

Inzwischen ist es Dienstagmorgen. Der erste Nebel seit langem! Hatte mich doch schon so sehr an die rosaroten Sonnenaufgänge gewöhnt! :-(


Mein letztes Post ist schon wieder zwei Wochen alt und es gäbe so vieles zu erzählen, wenn ich bloss die Zeit hätte, regelmässig darüber zu berichten. Aber es gibt da ein paar Dinge, die ich unbedingt noch erledigen muss und wenn ich das abgehakt habe, mache ich ein Kreuz an die Decke und werde endlich wieder mehr Zeit zum Schreiben haben.

Ich habe lange darauf gewartet, dass der Counterstand  - ich spreche von den Anzahl Klicks...  ;-) -  die 100'000er Schranke erreicht und dann habe ich den magischen Moment doch glatt verpasst! Aber ich habe mit Genugtuung festgestellt, dass ich keine Leser mehr verloren habe. Es trifft mich immer etwas, wenn die Zahl der Abonnenten sich rückwärts entwickelt... Ein unangenehmes Gefühl.

Ein kurzer Rückblick auf die letzten vierzehn Tage:

Ich habe mich im Viererbüro gut eingelebt, sofern man das nach drei Arbeitstagen schon sagen kann... Den Vierten habe ich extern verbracht. An einem sogenannten Teambildungsevent. Glücklicherweise blieben uns Teambildungsaktivitäten à la "wir kraxeln gemeinsam in luftiger Höhe über wackelige Hängebrücken" erspart. Aus dem Alter sind wir raus! Ich bin nämlich die Zweitjüngste im Team und bekanntlich auch kein junges Häschen mehr.  Es war ganz nett.  Nicht mehr aber auch nicht weniger. Soviel zum Job!

Und endlich konnte ich etwas von meiner To-Do-Liste streichen, das ich seit Monaten vor mich hingeschoben habe: Das Update von meinem Iphone auf iOS6! Ja, genau 6. Dass nur Tage später die Version 7 auf den Markt kam, ist Ironie des Schicksals. Ich bin schon froh, dass meine Apps wieder laufen und von iOS7 will ich noch nichts wissen. Mein geliebtes iPhone mit seinen ca. 250 Apps von iOS 4 auf 6 upzudaten, war eine tagesfüllende Aufgabe! Nichts ist reibungslos gelaufen und es hat unglaublich viel Zeit in Anspruch genommen. Zuerst hat mir mein Laptop nach Stunden kurz vor Ende des Backups mitgeteilt,  dass er nicht mehr genügend freie Kapazität habe (!), so dass ich ein paar Tausend Fotos auf eine externe HD schaufeln musste. Das Reservebackup auf dem kleinen Mac verlief hingegen dermassen schnell, dass Zweifel an der Vollständigkeit aufkamen, die sich nachträglich bestätigt haben. Die Apps und deren Inhalt hat er nämlich ignoriert. Ein Mysterium. Hätte ich nicht mein privates Helpdesk an meiner Seite gehabt, hätte ich das nervlich nicht durchgestanden. Zu tief steckt mir mein Erlebnis vom Weihnachtstag 2010 noch in den Knochen! Damals habe ich beim Update auf iOS2 (oder 3 oder 4?) viele Daten verloren, bloss weil ich Backup und Update in einem Arbeitsgang erledigen wollte und nach vielen Stunden das blöde weisse Kabel zwischen meinem Laptop und dem Handy ZU  FRÜH  entfernt habe. Die Daten sind unwiederbringlich im Nirwana verschwunden und das letzte Backup war sieben Monate alt... Ich war regelrecht gelähmt vor Entsetzen und der Weihnachtstag war ruiniert.

Ich muss nämlich gestehen, dass ich ein "Junkie" bin. Mein iPhone ist mein erweitertes Gedächtnis und es hütet die Geheimnisse meines Lebens. Ich trage es immer bei mir und wenn ich es verlege, steigt mein Adrenalinpegel schlagartig in die Höhe.  Ich lese damit Blogs, News, Mails und speichere "Geheimes" in einer verschlüsselten App namens "Notebook" ab. Ich bin eigentlich immer am kommunizieren. Mehr als 15'000 WhatsApp Nachrichten habe ich in den letzten Jahren geschrieben und noch mehr gekriegt. Dazu geschätzte 4000 SMS. Dank dem schicken Lederetui  hat mein iPhone schon einige Stürze unbeschadet überstanden. Das Etui beherbergt unter anderem auch meinen Zutrittsbadge zum Büro, das Halbtax-Abo und meine ID-Karte und einen Not-Zwanziger. Weil ich daran hänge und es  behalten wollte, habe ich mir vor Monaten schon ein iPhone4S besorgt. Aus zweiter Hand, weil die 64er Modelle in den Shops schon ausverkauft waren. Das iPhone5 ist ja bekanntlich etwas grösser. Die Etuihersteller wollen ja auch gelebt haben...  Seit einer Woche ist das Neue nun in Betrieb! Nun kann ich endlich wieder Fotos machen! Mein iPhone4 war mit seinen 32GB nämlich am Anschlag!  Ok, 6500 Fotos sind viel... Ein Panoptikum der letzten beiden Jahre. Screenshots von speziellen Nachrichten, Fotos von Dingen, die mir gefallen oder an die ich mich erinnern wollte, Ferienfotos, Gartenfotos, Kinderfotos  und viele andere Fotos von Ereignissen, die mein Leben bereichert oder erschüttert haben. Unter anderem Fotos von meinem toten Vater... Ich musste sie  mir in gewissen Momenten anschauen, um das Unfassbare zu begreifen... Jedes Foto ist mit Erinnerungen und Gefühlen verbunden. Inzwischen habe ich sie extern  gesichert und vom Gerät gelöscht. Allein das Löschen hat eine Stunde gedauert!

Und dann ist da noch die Sache mit der Cloud... OMG!   Hab meine Cloud vorsorglich gleich wieder deaktiviert, nachdem ich meine Kontakte, sämtliche Kalendereinträge und die neusten Fotos von meinem Liebsten im Fotostream auf dem iPad meines Sohnes gefunden habe, das leider noch über meine AppleID läuft. Ursprünglich war es nämlich mal MEIN Geburtstagsgeschenk und auf der Rückseite ist sogar mein Name eingraviert. Er hat es längst annektiert und die gutmütige Mama hat es "abgeschrieben". Es pendelt jetzt zwischen unseren beiden Haushalten hin und her, da er es stets im Gepäck mit dabei hat. Ich werde mir wohl zu Weihnachten ein süsses mini iPädchen kaufen, damit ich mir nicht länger in schlaflosen Nächten im Bett beim Bloglesen auf dem iPhone meine Augen verderben muss. 

Es ist mir übrigens nicht auf Anhieb gelungen, die Cloud-ID, die mit meiner Apple-ID identisch ist, von Sohnemanns iPad zu löschen bzw. sie zu ändern. Man müsste dazu wohl den Account löschen und es ist nicht ganz klar, welche Daten alle mitgelöscht werden. Ich muss zuerst ein Backup machen, bevor ich damit experimentiere. Das Gerät ist inzwischen drei Jahre alt und mein Sohn würde die Krise kriegen, wenn seine Minecraft, Eden und ??-Daten plötzlich in einer gelöschten Cloud verpuffen würden... Irgendwie war das Leben früher doch einfacher, n'est-ce pas?! 

Und da war da noch ein spontaner Besuch in meinem ehemaligen Haus... Ich wollte mit der Tochter nur rasch etwas Vergessenes aus dem Kinderzimmer holen und als wir die Türe öffneten (selbstverständlich nach vorgängigem Klingeln meinerseits...), sahen wir uns mit Damenbesuch konfrontiert. Zum Glück war ich vorbereitet oder besser gesagt nicht gänzlich unvorbereitet, obwohl vor dem Haus kein fremdes Auto stand. Die Kinder haben die "Kollegin" von meinem Mann nämlich Tage vorher  schon kennengelernt und hatten mir von ihre Besuch erzählt.  Natürlich habe ich sie NICHT ausgefragt... "Hüstel". Höchstens ganz subtil.  Die spärlichen Infos die ich von Piccolina gekriegt habe, (Vorname, Haustiere, Hobby) haben ausgereicht, damit Miss Rosalie Marple mit Hilfe von Mr Stringer ähm Google nach wenigen Klicks informiert war, wie die Dame aussieht, wo sie wohnt, was und wo sie arbeitet und in welchen Vereinen sie aktiv ist. Bloss das Alter und die Schuhgrösse habe ich nicht herausgefunden... ;-)  Ich war also nicht über die Massen überrascht bzw. entsprechend "gefasst" und habe mich cool freundlich mit dem Vornamen vorgestellt, ihre Hand gedrückt und ihren Hund gekrault. Mein Mann hat auch ganz cool reagiert. Als ob das die selbstverständlichste Sache der Welt wäre. Er war am Kochen und sie trank an der Bar ein Bier. Hätte nur noch gefehlt, dass er mir ein Glas Wein angeboten hätte! War schon irgendwie seltsam...

Sie war übrigens nicht unsympathisch, wenn auch ein bisschen reserviert. Ich gehe mal davon aus, dass er inskünftig den Schlüssel von innen im Türschloss stecken lässt, wenn er nicht gestört werden will... ;-)  

Eh voila! Nun seid Ihr wieder ein bisschen upper to date. Inzwischen gibt es auch schon wieder neue Erkenntnisse zum Damenbesuch. Stay tuned. Werde bald mehr darüber schreiben.  Und nun gehe ich mal bügeln... ähm kochen. Bügeln muss warten.









Dienstag, 10. September 2013

Büroumzug

Büroumzug ist angesagt. Der Vierte innert dreier Jahre.  Der Fünfte in den letzten 15 Jahren. Seit unser "Laden"  ohne Ende reorganisiert und restrukturiert wird, fühle ich mich dort nicht mehr "zuhause". Inzwischen geht es gar nicht mehr darum, die Effizienz zu steigern. Man wäre schon zufrieden, wenn der "Laden" wieder so effizient laufen würde wie vor der vorletzten Reorganisation. Bittere Erkenntnis nachdem Millionen in den Sand gesetzt wurden, mehrere hundert Mitarbeiter umgezogen sind und externe Berater hunderte Seiten Papier produziert haben, die vermutlich in irgendwelchen Schubladen verschwunden sind. Zahlreiche  langjährige Mitarbeiter haben das sinkende Schiff inzwischen verlassen oder sind wegen Burnout und ähnlichen Leiden krank geschrieben. Erstaunlicherweise sind es nie die unfähigen Leute, die einer Reo zum Opfer fallen und noch erstaunlicher ist es, dass die Führungspositionen nach einer Reo stets exakt wieder  mit denjenigen Personen besetzt werden, die sich schon seit Jahren durch fehlende Sozialkompetenz und teilweise sogar durch mangelnde Sachkompetenz (dis)qualifiziert haben und dafür verantwortlich sind, dass etliche der wirklich guten Leute abgewandert sind. 

Aber ich darf mich nicht beklagen.  Die Chance, anderswo einen 40%-Job zu ergattern, der ähnlich gut bezahlt ist, ist gleich Null. Also muss ich Klappe halten und das Beste daraus machen. Schliesslich bin ich privilegiert. Heute würden keine Anstellungsverträge mehr für ein Arbeitspensum von 40 %  ausgestellt. 50 % ist das Minimum, lieber noch 60 %. Alles darunter ist angeblich ineffizient.

Also füge ich mich tapfer lächelnd in mein Schicksal und stelle mich darauf ein, zum ersten Mal in dreiundzwanzig Berufsjahren ein Viererbüro zu beziehen und ich versuche, meine aktuelle Bürokollegin zu trösten, die total demoralisiert ist,  mehrmals täglich mit den Tränen kämpft und nachts nicht mehr schlafen kann. 


Die letzten beiden Kartons vom letzten Büroumzug stehen seit einem Jahr verschlossen unter meinem Pult. Ich habe sie gar nie ausgepackt und auch nichts daraus vermisst. Trotzdem werde ich den Inhalt noch durchgehen, bevor ich ihn entsorge.  Ich geniesse die letzten Tage in meinem Zweierbüro mit Tageslicht und Fernsicht. Ab nächster Woche ist es vorbei mit Privatsphäre,  Aussicht und ausreichend Tageslicht am Arbeitsplatz.


 * * * * * * * * * 

Inzwischen habe ich ausgemistet und ungefähr 20 kg Papier entsorgt. Ich bin stolz auf mich. Ausmisten ist nicht gerade einer meiner Stärken. In diesem Fall ist es mir erstaunlich leicht gefallen.  Wenn es im privaten Bereich nur auch so wäre...

Die alten Organigramme habe ich behalten. Wer weiss, wozu die noch gut sein werden. Es ist immer gut, die alten Seilschaften zu kennen... Ich habe den Eindruck, dass es  in keine gute Richtung geht und es ist erstaunlich, wie die gleichen Fehler und Fehleinschätzungen wiederholt werden. Von Leuten, die es eigentlich besser wissen müssten! Man kann sich nur verwundert die Augen reiben... 

Wir werden zu wenig Leute im Team haben, um die anfallende Arbeit innert nützlicher Frist erledigen zu können. Das ist jetzt schon klar. Und meine Bürokollegin wird das nervlich nicht durchstehen. Und ich werde als unerschütterliche Optimistin das Beste daraus machen und mit Sarkasmus und Ironie in der Pause den einen oder andern Schmunzler provozieren. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass in drei Jahren wieder alles ändern wird. 

So werde ich nun diese Woche an meinem neuen Arbeitsplatz in einem neuen Gebäude mit neuen Bürokollegen in einem neuen Team von Einzelkämpfern meine Arbeit erledigen und  das Beste daraus machen. Die Arbeit selbst hat sich nicht gross verändert. Neu ist nur, dass der neue Chef gewisse Aufgabengebiete noch nicht kennt und teilweise weniger gut Bescheid weiss als seine Sachbearbeiter. Mit der Privatsphäre ist es vorerst vorbei. Nur mein Schubladenelement mit der Hängeregistratur trennt mein Pult von dem meiner neuen Büronachbarin. Sie  sitzt am Fenster und wird nun x-mal täglich hinter meinem Rücken vorbeigehen und auf meinen Bildschirm schauen. Daran werde ich mich erst gewöhnen müssen. Vis-à-vis sitzen zwei weitere Mitarbeiter und ich hoffe sehr, dass die Telefone nicht ständig klingeln. Sonst wird das nichts mit konzentriertem Arbeiten. 

Ich werde in den nächsten Tagen Zimmerpflanzen kaufen und sie links und rechts von meinem Pult aufstellen. Am besten solche, die weder Licht noch Wasser brauchen und ganz und gar anspruchslos sind... So ähnlich wie diese hier. Oder hat jemand eine bessere Idee?


Pflanzenregal? Why not....