Donnerstag, 26. Dezember 2013

Glücklich getrennt …

… lasse ich das alte Jahr ausklingen! 

"Schon verrückt, wie sich Dinge innerhalb von nur einem Jahr ändern können!" sagte meine Schwägerin an Heilig Abend zu mir. "Ja! Unglaublich, nicht wahr?!" antwortete ich.  

Letztes Jahr waren wir noch eine  so genannt "normale" Familie und heuer erzählt mein Mann am Weihnachtsabend seinem Bruder und der Schwägerin von seiner tollen neuen Freundin und man fragt mich nach meinem Freund aus Berlin! Und trotzdem feiern wir wie in den vergangenen zehn Jahren Weihnachten in der Wohnung meiner Schwiegereltern, essen Fondue Chinoise, singen Lieder im Kerzenschein des Weihnachtsbaums und der 87jährige Schwiegervater fragt die vegetarisch lebende Schwägerin einmal mehr, ob Sie denn das feine Fleisch vom besten Metzger im Bezirk wirklich nicht probieren wolle! Und die Tischrunde rollt mit den Augen und alle sagen leicht enerviert  "Vaaaaater!! …" und insgeheim fragt sich jeder, ob das nun schon die sich langsam bemerkbar machende Altersdemenz ist oder ob er nicht doch schon immer so gewesen ist…

Same procedure as every year. Alles in allem ein netter Heilig Abend. Das  bestimmende Auftreten meines Ehegatten lässt mich zwar noch immer nicht kalt, aber deutlich kühler als auch schon. Und als er gegen halb elf auf dem Sofa einnickt, fühle ich mich seltsam unbeteiligt und ich bin so dankbar, dass ich gegen Mitternacht mit den Kindern in MEINE Wohnung fahren kann! Alles ist gut!

Ich liebe meine Wohnung! Am 25. Dezember haben wir zum ersten Mal bei mir gefeiert! Ich habe mit meiner Tochter den Weihnachtsbaum geschmückt und wir haben den Tisch für elf Personen gedeckt. Mein Mann hat sich dann später um das Raclette gekümmert.  Es war ein gemütlicher Abend im Kreise meiner Familie. Nur zwei Menschen haben gefehlt. Der eine hat uns vielleicht von oben zugeschaut, der andere hat 1000 km entfernt ein Glas Wein getrunken und war in Gedanken ganz nah bei mir.



Nun bin ich alleine. Mama ist heute Mittag nach Hause gefahren und meine Kinder mit ihrem Vater in die  Ferienwohnung! Das geräumige Auto war mal wieder voll bis unters Dach. Ich habe ihm geholfen, die ganze Ware einzuladen, die es braucht, um eine Woche in einer Ferienwohnung zu verbringen, die erst spärlich eingerichtet ist! Küchenartikel, Lebensmittel, Skibekleidung, Spiele, eine Tasche mit Monster High Puppen,  elektronische Geräte, … und ich habe die Kleider für die Kinder eingepackt! Meinen Kindern zu Liebe.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Es gibt wieder eine Ferienwohnung. Neun Monate, nachdem wir die letzte aufgelöst haben. 

Vor ein paar Tagen meinte mein Mann zu  mir: "Nach dieser Trennungsvereinbarung kann ich nur noch Cervelats essen!" … Worauf ich mit einem Lächeln konterte:  "Solange Du sie in einer 5-Zimmer-Ferienwohnung im Berner Oberland essen kannst, geht es ja noch… !"  ;-)

Am Freitag, den 13. haben wir sie unterschrieben, unsere  Trennungsvereinbarung!!!! Endlich! Und ich bin hart geblieben! Habe nicht mit mir feilschen lassen! Ich bin stolz auf mich. Dass er zwei Wochen vorher einen Mietvertrag für eine Ferienwohnung in den Bergen unterzeichnet hat, machte es mir einfacher! Für einmal habe ich nicht aus Gutmütigkeit zurückgesteckt und eingelenkt. Er hat sich damit abgefunden. Das Ganze hat sich angefühlt wie ein Geschäftstermin. Als er gemerkt hat, dass ich nicht mit mir feilschen lasse, hat er rasch eingelenkt und eine Viertelstunde später haben wir die druckfrische Trennungsvereinbarung unterschrieben!! Es blieb keine Zeit für einen Kaffee danach. Er musste gleich weiter zum nächsten Termin.

Der Anwalt hat uns viel Glück gewünscht und uns ermuntert, diesen anständigen Umgang miteinander beizubehalten. Nun ja, … mein Gatte konnte sich eine abfällige Bemerkung in Richtung "haushälterische Qualitäten" meinerseits nicht verkneifen und er hat mich damit so getroffen, dass ich den ganzen Tag wie neben mir gestanden bin und nach einem Einkaufsmarathon in verschiedenen Möbelhäusern auf der Rückfahrt im Auto nur noch geheult habe. Vielleicht war es auch die Erkenntnis, dass mein Mann unsere Ehe eben wie ein "Business" geführt hat, wie ein Freund von mir einmal treffend bemerkt hat. 

Mein Anwalt hatte die unpassende Bemerkung galant mit  "Die Wahrnehmungen gehen hier offensichtlich sehr auseinander, aber das ist ja auch der Grund, weshalb Sie hier sind." quittiert. Ja, er hat es auf den Punkt gebracht.  Es hat mir einmal mehr bestätigt, dass meine Entscheidung richtig gewesen ist. Im Nachhinein frage ich mich, weshalb ich so lange damit gezögert habe.

Nein, mein Gatte wird keine Cervelats essen müssen. Es reicht immer noch für ein Lammfilet einmal die Woche und er wird auf seine älteren Tage auch nicht damit beginnen, billigen Wein zu trinken. Und ich bin auch zufrieden. Win-Win!

Nun sitze ich ganz relaxed in meiner Wohnung und geniesse den freien Abend! Wäre ich noch mit ihm zusammen, würde ich jetzt stundenlang Schränke einräumen, Betten beziehen, nach dem Essen die Küche machen, während er mit einem Glas Wein in der Hand mit den Kindern eine DVD schaut und morgens um sieben Uhr "contre coeur"  aufstehen, um rechtzeitig an der Talstation der Gondelbahn zu sein,  bevor die ganzen Tagestouristen aus dem Flachland anreisen.

Statt dessen kann ich jetzt in aller Ruhe dieses Post schreiben, längst überfällige Mails beantworten, ein wenig haushalten, ohne dass jemand ständig etwas von mir will, meinen Koffer packen und online einchecken! Morgen Abend fliege ich nämlich nach Berlin!! :-)

Ach ja, … -  mein Liebster hat inzwischen meinen Mann kennengelernt! Sie haben sich ganz gut unterhalten! Jedenfalls so lange bis mein Mann ein SMS erhalten hat und wieder in seinen gewohnt gehetzten Modus verfallen ist und überstürzt  ein Haus weiter musste. 

Und mein Schatz hat mich darauf aufmerksam gemacht, wie sehr ich mich von der Hektik meines Nochgatten anstecken lasse! Ich habe ihm nämlich für die  Einrichtung seiner neuen Ferienwohnung ein paar Möbel überlassen, die ich aus der letzten Ferienwohnung übernommen hatte und für die ich keine Verwendung mehr habe. Vor allem mein grosses Eisenbett, das zwar wunderschön ist, mich jedoch aus unerfindlichen Gründen keine Nacht durchschlafen lässt. Ich habe mir nun mein Traumbett geleistet, das allerdings erst Ende Januar geliefert wird. Bis dahin werde ich - gutmütig wie ich bin -  mit dem  Bettsofa vorlieb nehmen. Das Eisenbett zügelt im übrigen zum dritten Mal innert fünf Jahren in besagtes Bergdorf!

Schon crazy! Ich habe mit meinem Mann in den letzten sechs Jahren dreimal eine Ferienwohnung eingerichtet und wieder aufgelöst! Nun reicht's! Er braucht den Stress offensichtlich und ich bin so froh, dass ich diesen Zirkus nicht mehr mitmachen muss! 

Als mein Mann durch meine Wohnung gewirbelt ist und Kommandos verteilt hat ("KINDER!!!" - "Zieht Eure Schuhe an und helft beim Tragen!" - "ROSALIE!!!" - Du kannst schon mal dieses und jenes zum Transporter tragen …" etc. ), war ich ständig in erhöhter "Alarmbereitschaft". Mein Mann verbreitet Hektik und Unruhe ohne Ende. Nachdem ich die Wohnungstür hinter ihm geschlossen hatte, konnte ich endlich durchatmen und der Adrenalinspiegel näherte sich wieder einem gesunden Niveau. Ich habe meinen Liebsten umarmt, wir haben uns geküsst und gelacht. Es war ein Gefühl wie die Ruhe nach dem Sturm! Wie habe ich das bloss all die Jahre mit diesem Mann ausgehalten? Er ist sowas von anstrengend! 

Mit meinem Liebsten kann ich zur Ruhe kommen. Ich geniesse das so sehr. Ich bin glücklich! :-)

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch und   ganz viel Glück, gute Gesundheit und dass sich Eure geheimen Wünsche und Sehnsüchte im 2014 erfüllen mögen! 

Eure Rosalie



Freitag, 6. Dezember 2013

Ausser Spesen nüscht jewesen!


Gestern Nachmittag waren wir noch guter Dinge… 

Ich habe mich in Zweckoptimismus geübt, obwohl mir meine Freundin D. schon am frühen Morgen laufend ihre äusserst pessimistische Einschätzung der Lage in Bezug auf die weitere Entwicklung des Sturmtiefs Xaver aufs Handy geschickt hat. Inkl. Grafik-Updates und Links zu den Medienberichten! Sie sprach schon am Morgen davon, dass es obsolet sei, zum Flughafen zu fahren, da der Abendflug nach Berlin sicher nicht stattfinden würde.

Wir wollten es nicht wahrhaben. Wir hatten uns so sehr auf meinen Berlinbesuch gefreut. Zusammen über die Weihnachtsmärkte schlendern, Glühwein trinken, kuscheln, …

Alles hatte so perfekt gepasst, als wir Ende Oktober ein Zeitfenster gefunden und die Flüge gebucht hatten. Nein, das wollten wir uns von einem dämlichen Sturmtief nicht verderben lassen. Noch bestand Hoffnung: 






Als ich um 17.16 h den Zug nach Genf bestieg, hatte ich schon ein mulmiges Gefühl… Aber meine German-Wings-App meinte, dass der Flug planmässig stattfinden würde und mein Schatz war sehr zuversichtlich! 

Und dann das:




Sooooo schade! Wir hatten uns so auf die zwei gemeinsamen Tage in Berlin gefreut. :-(

Ein Donnerstag zum Abschreiben. Mal abgesehen vom Lunch mit meiner Freundin M. Ich hatte in der Nacht zuvor nur wenig geschlafen, am Morgen gab's ein Gespräch mit dem Chef, am Nachmittag eine bemühende Ausbildungsveranstaltung, die ich früher verlassen musste, um nach Hause zu fahren, die Schotten dicht zu machen und rechtzeitig am Bahnhof zu sein, um noch ein Zugticket zu lösen. 

Und um 22.00 Uhr bin ich müde und enttäuscht wieder nach Hause gekommen,  anstatt in Berlin aus dem Flieger zu steigen und meinen Schatz in die Arme zu schliessen. 63 Franken für die Zugfahrt und die Parkgebühr zum Fenster rausgeworfen und die Kosten für den Rückflug mit Easyjet kann ich auch abschreiben. Und nun müssen wir uns weitere zwei (!!) Wochen gedulden. Eine lange Zeit, wenn man Sehnsucht hat. :-( 

Manchmal sind 1000 km Entfernung schlicht nicht zu überbrücken. Die nächste Möglichkeit, um nach Berlin zu fliegen, wäre am Donnerstag Abend. Sagt meine Agenda. Aber weit und breit kein günstiges Angebot.  440 Franken für anderthalb Tage Zweisamkeit sind leider ein zu hoher Preis.  Und so müssen wir uns in Geduld üben und sehnen den 19. Dezember herbei.






Montag, 2. Dezember 2013

Happy Patchwork (2)

"Ziemlich schräg! Wirklich crazy! Aber warum nicht?" quittierte mein zwölfjähriger Sohn meine Frage, was er denn von einem gemeinsamen Sylvester in Patchwork-Formation halten würde.

Ich entgegnete, dass er im Himmel bei der Elternverteilung  ein ziemlich spezielles Paar abgekriegt hätte… Wir haben beide herzhaft darüber gelacht. Überhaupt lachen wir viel in letzter Zeit. :-)

Piccolina findet es cool: "Weisst Du, Mama… -  Papas Freundin  ist eine Nette und Dein Herr B. ist auch ein Lieber. Also - wo ist das Problem?!" zog Schultern und Augenbrauen hoch, machte eine theatralische Geste und verschwand in ihrem Zimmer, um neue Möbel für ihre Monster High Girls zu basteln. Seit den Herbstferien ihre absolute Lieblingsbeschäftigung.

Okay! Grünes Licht von Seiten der Kinder. Sieht sehr nach einem gemeinsamen Sylvester im erweiterten Kreis aus!

Zur Vorgeschichte:

Mein Mann hat sich anlässlich der "Kinderübergabe" vor zwei Wochen nach meinem Liebsten erkundigt und wollte wissen, ob denn "mit Berlin" noch alles in Ordnung sei. Ich konnte die Frage bejahen, was er wohlwollend zur Kenntnis nahm. Dann verkündete er mir die frohe Botschaft, dass er jetzt auch eine Freundin habe! 

Er machte ein paar Andeutungen und platzte dann mit dem ersten "Highlight" heraus: "Weisst Du, es ist ein wenig speziell… Nun ja. Es ist wirklich speziell! Du glaubst es nicht, aber… -  sie heisst gleich wie Du!!" 

Ich prustete los: "Ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?" 

Die Sache ist nämlich die: mein Schatz trägt den gleichen Vornamen wie mein Mann!!  ...
Wir haben es also beide fertig gebracht, einen neuen Partner bzw. eine neue Partnerin zu finden, der/die  den selben Vornamen trägt wie sein Vorgänger bzw. seine Vorgängerin!! Doch damit nicht genug: Seine Freundin hat eine Tochter. Das Mädchen ist 15 und hat den selben Vornamen wie unser Sohn!  Schreibt sich nicht genau gleich, klingt akustisch aber identisch! 

Was sich das Universum wohl dabei gedacht hat?! 

Als er mir Anfang November erstmals von ihr erzählt hatte, erwähnte er, dass sie ihn und die Kinder am 21. Dezember zu sich zum Essen eingeladen hat. "Ziemlich nah an Weihnachten…"  hab ich mir gedacht. Dann erzählte er mir, dass sie ebenfalls in Trennung lebe und sich mit ihrem Mann gut verstehe. Er werde ihn bald kennenlernen. Und sie möchte mich auch gerne kennenlernen. Happy Patchwork all over the place! 

Meine Vision von gemeinsamen Ausflügen mit dem Segelschiff zusammen mit unseren neuen Partnern und unseren Kindern scheint sich ja vielversprechend zu entwickeln! 

Eine Woche später, als ich die Kinder am Sonntag bei ihm abholte, habe ich vorsichtig nachgefragt, ob mit der neuen Liebe noch alles in Ordnung sei… Er bejahte und liess verlauten, dass er sie vor zwei Tagen mitsamt Teenie-Tochter zum Abendessen eingeladen hätte! Um sie unseren Kindern vorzustellen: als seine neue Freundin!! Und dann zeigte er mir auf dem iPad flugs die Fotos der drei Kinder, wie sie Blondschopf an Blondschopf  auf dem Sofa sassen. Piccolina hatte ganz rote Wangen vor Aufregung. 

Unser Sohn hat sich dann am nächsten Tag erkundigt, ob sie (Papa und Kinder) denn jetzt zu ihr ziehen müssten oder ob sie (die neue Freundin und deren Tochter) zu ihnen ins Haus kämen… Die Dame scheint ja einen ziemlichen Eindruck hinterlassen zu haben! Papa hat gesagt, dass das noch kein Thema sei. Sie wohnt selber in einem Haus. Gott sei Dank.

Eine Woche später: Einladung beim Patenonkel unserer Tochter. En Familie!  Ich erzählte ein wenig von Berlin und von meinem Liebsten und mein Mann plauderte aus dem Nähkästchen. Er konnte es gar nicht erwarten, mir auf seinem iPhone Fotos von seiner Neuen zu zeigen! 

Bild Nr. 1: Madame im Abendkleid vor einem Cheminéefeuer. Eine grosse Frau mit sportlicher Figur, attraktiven Gesichtszügen und langen Haaren. 

"Attraktiv! Empfängt sie Dich immer in Abendrobe, wenn Du sie besuchst?" Ich konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen... ;-)

Er erklärte mir dann, dass sie sich ein festliches Kleid für einen bestimmten Anlass gekauft habe und es ihm vorführen wollte. Ganz schön selbstbewusst. Und später erzählte er noch, dass die Teenie-Tochter sich beklagt hätte, dass sie beide wie Teenager auf dem Sofa rumknutschen würden, sobald sie kurz den Raum verlasse…. 

Foto Nr. 2: Brustbild von der Seite. Ziemlich muskulöse Oberarme. Sieht aus, als ob sie viel Sport treibt. Ich sehe ihn im Geiste schon mit seiner Neuen joggen. Er hasst joggen.

Nebenbei erfuhr ich, dass er sich neuerdings im Kino Musikfilme anschaut. Anschauen muss, wie er einräumte. Was macht man nicht alles, um einer attraktiven Frau zu gefallen...

Ich blickte ihn mit weit aufgerissenen Augen an und erinnere ihn an das Fiasko, als wir uns vor ein paar Jahren auf meine Bitte hin endlich alle zusammen auf dem heimischen Sofa eingefunden hatten, um uns (als vermutlich letzte Familie in Mitteleuropa) die DVD von "Mamma Mia" anzuschauen!  Und wie er sich darüber lustig gemacht hatte, dass die in dem Film ja alle singen ("So blöd - ein Musikfilm….!")  und dass in dem Film ja überhaupt keine "Sternenzerstörer" vorkämen... Und unser Sohn ist damals gleich auf den Zug aufgesprungen und hat ins selbe Horn geblasen.  Piccolina und ich haben die beiden Jungs dann aus dem Wohnzimmer verbannt, weil wir den schönen Film geniessen wollten, ohne uns blöde Bemerkungen anhören zu müssen. 

Und dann kam die Rede  auf Sylvester. Ich erwähnte, dass ich mir den Tag frei gehalten hätte, da ich gerne mit den Kindern feiern würde:  "Ich komme extra deshalb am 30. Dezember aus Berlin zurück!"  

Er will auch mit den Kindern feiern. Aber seine Neue möchte er auch gerne dabei haben: "Ich möchte eigentlich gerne mit Euch beiden feiern und natürlich mit den Kindern. Sie hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn Du auch dabei bist!" Das musste ich erst mal sacken lassen…

"Spinnst Du? Womöglich noch in Deinem Haus? Willst Du Dir das wirklich antun?" Das war die Reaktion meiner Freundin N., als ich ihr am nächsten Tag auf Skype davon erzählte.

Am selben Abend griff ich zum Telefon und fragte meinen Mann, ob er denn etwas dagegen einzuwenden hätte, wenn mein Schatz aus Berlin auch mit dabei wäre? "Aber nein. Wieso denn? Ich dachte nur, er hätte schon etwas los, weil Du alleine von Berlin heimfliegst, deshalb hab ich nichts gesagt…"

Eine knappe Stunde später waren zwei Flüge gebucht! Mein Liebster und ich werden nun also am 30. Dezember zum ersten Mal zusammen ein Flugzeug besteigen und in die Schweiz fliegen!

Das wird vermutlich ein denkwürdiger Jahreswechsel. Mal schauen, wen wir sonst noch so alles einladen könnten. Vielleicht ihren Noch-Gatten mit weiblicher Begleitung (Trennungsgrund)? Ein befreundetes Paar, das dieses Jahr eine handfeste Ehekrise überstanden hat? Quasi als ruhender Pol? ;-)




Wie dem auch sei... Hoffentlich hält seine Beziehung bis Ende Dezember! Das Fest soll übrigens auf neutralem Terrain stattfinden. In einer Ferienwohnung in den Bergen.

Ziemlich schräg das alles, n'est-ce pas? 

Und da ist noch was:  Die neue Freundin hat einen FB-Account. Mein Mann jetzt auch. Ihr zuliebe. Ein wenig contre coeur, wie ich herausgespürt habe. Es war ein Deal. Sie muss in einem anderen Bereich über ihren Schatten springen…

Ich habe natürlich bei ihr reingeschaut. Die Freunde sind öffentlich und der Chronologie ist zu entnehmen, dass sie am 2. November ihren Status wie folgt geändert hat: "In einer Beziehung mit X.Y".  Ein gutes Dutzend Freunde fanden das toll und haben in den folgenden Tagen gratuliert. Und seit kurzem können sie nun auf seinen Namen klicken und landen auf seinem FB-Account und unter seinem Portrait steht… - na was wohl?  "In einer Beziehung mit "A.B.".  

Was mich an der Sache ein klein wenig irritiert: Das Datum der Statusänderung. Es  ist identisch mit dem Tag ihres ersten Treffens! 

Zwei Tage vorher wusste er noch gar nicht, dass sie existiert. So hat er es mir jedenfalls erzählt. Die Dame scheint sich ihrer Sache sehr sicher zu sein! Muss ja der Hammer gewesen sein, das erste Treffen… Er hat immerhin noch gute zwei Wochen gewartet, bis er sein neues Glück (vermutlich nicht aus eigenem Antrieb...) publik gemacht hat.


Nun, ich hoffe, er wird nicht enttäuscht!  Ich mag ihm das neue Liebesglück wirklich gönnen und wenn er happy ist, geht es uns allen gut.  Und ganz ehrlich - ich verspüre nicht die Spur von Eifersucht!

Ich bin sehr gespannt auf Sylvester! ;-)