Montag, 21. Februar 2011

Ein ganz spezielles Gefühl...

Es geht aufwärts. Penicillin sei Dank. Oder Bettruhe sei Dank. Was auch immer. Hauptsache, es geht aufwärts. Bevor ich krank geworden bin, ist etwas Seltsames passiert:

Das Gefühl, das letzten Sommer von mir Besitz ergriffen hat, bäumte sich noch einmal so richtig auf. Es schwoll an und krallte sich stärker denn je in mein Herz und in meine Brust und liess mich nicht mehr los. Es tat so weh, dass ich es mit dem Verstand nicht mehr vertreiben konnte.

Ich konnte den Schmerz nicht genau lokalisieren, wusste aber, dass es keine Magenschmerzen waren. Ich spielte ernsthaft mit dem Gedanken, einen Arzt aufzusuchen und begann Informationen zu Leberstau, Leberentzündung und Herzinfarktsymptomen zu googeln. Der Schmerz war so eindringlich, dass er einfach eine körperliche Ursache haben MUSSTE... In der Not wandte ich mich an eine Frau, die in solchen Fällen weiterhelfen kann und mir und den Kindern schon manchen (überflüssigen) Arztbesuch erspart hat. Ihr Urteil schockierte mich.

"Sie haben einen Krampf im Herzchakra!" meinte sie und verordnete mir homöopatische Arzneimittel und SOS-Bachblütentropfen. Herzchakra?? Damit habe ich mich bisher wirklich noch nicht befasst. Aber das mit dem Krampf, das haute hin. Genauso fühlte es sich an. Es dauerte etwa zwei Tage bis der Schmerz nachliess. Danach war auch dieses spezielle Gefühl weg...

Was folgte, war ein anderes Gefühl. Ein Gefühl von Leere. Resignation. Desillusionierung. Traurigkeit. Rückkehr zu alten Mustern. Ich hatte wieder das Bedürfnis, Schokolade zu essen. Dann kam die Erkältung. Anschliessend der Husten, der bis heute andauert. Und vor einer Woche dann die Stirnhöhlenentzündung. Als es so schlimm wurde, dass ich das Bett hüten musste und zu schlapp zum Lesen war, hatte ich die Eingebung, mir "Gut gegen Nordwind" als Hörbuch zu Gemüte zu führen. Ich habe das Buch schon mehrmals gelesen und meine Schwester hatte mir von der gelungenen akustischen Interpretation mit Andrea Sawatzki und Christian Berkel vorgeschwärmt.  In einem Zug hörte ich mir den wunderbaren Emailverkehr zwischen Emmi und Leo an.  Und gleich im Anschluss "Alle sieben Wellen" - Gott sei Dank gibt es diese Fortsetzung! 

Glattauers Werk hat mich erneut sehr berührt. Ich kann mich mit Emmi so gut identifizieren. Es fehlt mir bloss der Leo...

Heute geht es mir ein wenig besser. Und das Beste daran: das Gefühl hat sich zurückgemeldet!

Zuerst hat es sich nur ganz fein angekündigt, wie eine zarte, aus dem Nichts aufkommende Brise am Ufer eines soeben noch windstillen Sees. Nun kann ich es wieder spüren, dieses Gefühl... Es ist ein ziehendes, wehmütiges Gefühl in der Herzgegend. Es ist nicht angenehm. Aber ich bin froh, dass es wieder da ist! Es gibt mir das Gefühl zu LEBEN und nicht bloss zu FUNKTIONIEREN!

Ich nenne das Gefühl unerfüllte Sehnsucht...


Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer

Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer

Donnerstag, 17. Februar 2011

The Feather Theme...



That's the way I'm feeling right now...

Ausser Gefecht

Rosalie funktioniert nicht mehr. Hat sich solche Mühe gegeben, den üblen Husten, der sie seit bald einem Monat plagt, zu ignorieren. Auch eine vorübergehende Halskehre konnte sie nicht dazu bringen, kürzer zu treten oder gar das Bett zu hüten. Geschlafen hat sie auch viel zu wenig - mit Husten noch schwieriger als sonst. Und nun hat das Universum eine weitere Plage geschickt: Sinusitis. Das tut richtig weh und nun bleibt ihr nichts anderes übrig als zu schlafen und das Übel auszukurieren.

Habe das Gefühl, dass mir von "oben" eine Auszeit verordet worden ist. Hat ein bisschen gedauert, bis ich's begriffen habe.
Und immer spukt mir diese Melodie im Kopf herum, die ich kürzlich an einem sehr traurigen Anlass gehört habe. Sie passt ganz gut zu meiner momentanen Befindlichkeit.



 

Mittwoch, 16. Februar 2011

Ein Valentinsabendgruss und gelbe Rosen von der Schwiegermama

Meine herzensgute Schwiegermama hat mir Blumen vorbeigebracht, stellvertretend für ihren Sohn!  Sie ist eine Perle und ohne ihre tatkräftige Unterstützung bei der Kinderbetreuung und im Haushalt wäre unser Familiengefüge wohl schon lange auseinandergebröckelt. Da nehme ich ihr auch nicht übel, wenn sie zuweilen etwas über das Ziel hinaus schiesst. So hat sie letzte Woche beherzt zur Schere gegriffen und unserem Sohn einen neuen Look verpasst.  "Der arme Bub hat ja gar nicht mehr richtig rausgesehen bei den langen Stirnfransen..."  Ob dem  Resultat ist sie selbst erschrocken - zu dumm, dass nasse Haare im trockenen Zustand dazu neigen,  sich zurückzuziehen. Nun sieht der coole Junge aus wie ein Mädchen. Vorne kurz, hinten lang. Mal schauen, was die Coiffeuse damit anfangen kann.

Mein Mann hat über den Valentinstag kein Wort verloren - ich auch nicht. Er hat auch nichts zu den Rosen gesagt. Entweder hat er sie gar nicht bemerkt oder aber gedacht, ich hätte sie mir selbst gekauft. Wobei ich anmerken muss, dass ich mir nie selber Rosen kaufe - ausser sie haben Wurzeln und können in den Garten gepflanzt werden. Wenn ich Schnittblumen kaufe, dann nur Tulpen und Narzissen, um die Winterdepression zu bekämpfen, wenn draussen noch nichts blüht. Ansonsten mag ich Schnittblumen nicht besonders.

Und das ersehnte SMS... ist ausgeblieben. War auch naiv von mir, das überhaupt in Betracht zu ziehen. Zwar hat Mr. Charming  mir am 1. Januar 2011 ein sehr nettes, wenn auch unpersönliches Neujahrs-SMS geschickt, aber seither ist Funkstille. Ich habe ihm ein nettes, unverfängliches aber doch persönliches Neujahrswünsche-SMS zurückgeschickt, ein paar Tage später noch ein kleines SMS hinterher und anschliessend Mitte Januar noch eins.  War blöd, weiss ich heute. Wusste ich eigentlich schon damals, hab's aber trotzdem getan. Keine Antwort bis heute. Sehr enttäuschend. Und keine Antwort ist auch eine Antwort. Der Verstand hat's erfasst aber das Herz findet immer neue Erklärungen... Es sagt "er ist einfach nur der Vernünftigere von uns beiden..." und "eigentlich möchte er ja, aber er hat Angst davor, sich zu verlieben... " Rosalie, hör auf zu träumen!

Und kurz vorm Schlafengehen kam dann noch ein lieber Valentinsabendgruss - per SMS von Mr. X. Er ist auf gutem Wege, mein SMS-Leo Leike zu werden!  (Wer's nicht versteht: "Gut gegen Nordwind" googeln). Mehr dazu später.
Das war mein Aufsteller des Tages.

Montag, 14. Februar 2011

Valentinstag

Heute ist also Valentinstag. Tag der Liebe. Eigentlich genau der richtige Tag, um mein Blog zu starten. Es dreht sich ja ohnehin alles irgendwie um die Liebe und was damit zusammenhängt. Glücksgefühle, Sehnsucht und Schmerz.
Zwar ist das Layout noch nicht so, wie ich es gerne hätte, aber wenn ich warte, bis alles perfekt ist, wird dieses Blog nie realisiert werden, so wie all die andern Projekte, die nie über die Projektphase hinausgekommen sind, ziemlich viel Platz in meinem Haus und in meinem Kopf beanspruchen und seit Jahren, gar Jahrzehnten schlummern und darauf warten, endlich umgesetzt zu werden. So wie das Hochzeitsalbum, das leer im Regal steht und die vielen Fotos und Memorabilien von diesem grossen Tag, die vorwurfsvoll in einer Kiste schlummern und den Weg ins Album noch nicht gefunden haben, weil ich nicht genau weiss, wie und wo ich anfangen soll und mich schwer tue, aus den Hunderten von Bildern die Schönsten auszuwählen.  Und so ein Album sollte man einfach gleich nach der Hochzeit machen – und nicht erst, wenn’s in der Ehe kriselt oder man sich auseinandergelebt hat. Und zudem verändert sich die Selektion der Fotos mit den Jahren. Manche Hochzeitsgäste sind aus unserem Leben wieder verschwunden oder gestorben, Freundschaften zerbrochen,… und überhaupt, zehn Jahre später würde man sowieso alles anders machen und nicht mehr das traditionelle Programm mit sündhaft teurem Prinzessinnenkleid, Kirche und dem ganzen drum und dran veranstalten, damit die Schwiegermama endlich einmal an einem Familienfest einen schicken Hut anziehen kann. Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben.
Ach ja, heute ist ja Valentinstag. Mein  Sohn hat mich heute Mittag gefragt, wie man „aime“ schreibt. Dann ist er in seinem Zimmer verschwunden und mit einem kleinen „Je t’aime“-Zettelchen mit Herz zurückgekommen. Ich dachte eigentlich, es sei für mich… Auf meine Frage, für wen die Liebeserklärung denn bestimmt sei, antwortete er: "Die ist für Leticia – ich weiss aber noch nicht, ob ich es ihr geben soll…" Ach mein kleiner süsser Junge… hab  mich kurz gefragt, ob ich ihn vorwarnen soll - aber ich denke, ich kann ihn nicht davor bewahren, seine Erfahrungen mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe selber zu machen. Hoffentlich hat er dabei mehr Glück als seine Mutter.
Eben, Valentinstag. Rechne nicht damit, von meinem Ehemann Blumen geschenkt zu  kriegen. Ist mir auch lieber so.  Wir haben uns arrangiert. Ich schätze ihn, er sagt, er liebt mich, er ist ein guter Vater und wir haben eine gut funktionierende Lebens- und Familiengesellschaft. In materieller Hinsicht haben wir viel erreicht. Wir haben ein paar gemeinsame Interessen und können auch gut über Politik und Arbeit reden. Wir versuchen, Konflikte zu vermeiden und reden nicht wirklich über uns. Wir haben zwei wunderbare Kinder. Eigentlich muss ich dankbar sein, für alles, was ich habe. Das Leben hat es gut gemeint mit mir.
Und wenn ich nicht letzten Sommer ein einschneidendes Erlebnis gehabt hätte, das mir bewusst gemacht hat, dass in meinem Leben etwas fehlt, würde wohl alles weiter so dahinplätschern. Nun gut, eine gewisse Frustration hatte sich schon länger bemerkbar gemacht und der Versuch, sie mit Schokolade zu vertreiben, hat nicht wirklich etwas gebracht. Im Gegenteil… Aber die Kinder haben vieles kompensiert und überhaupt hatte ich gar keine Zeit, gross darüber nachzudenken, was mir eigentlich fehlt. Inzwischen weiss ich es wohl. Aber davon später.
Valentinstag… Werde ich heute das lang ersehnte SMS erhalten? Der Verstand sagt nein. Nur ein kleines Zeichen...  damit ich weiss, dass ich ihm nicht gänzlich gleichgültig bin. Auch wenn wir nicht zusammenkommen können und dürfen – es würde mir so viel bedeuten, neue Kraft und Energie geben.  Noch ist es nicht Abend und die Hoffnung stirbt zuletzt...