Heute ist also Valentinstag. Tag der Liebe. Eigentlich genau der richtige Tag, um mein Blog zu starten. Es dreht sich ja ohnehin alles irgendwie um die Liebe und was damit zusammenhängt. Glücksgefühle, Sehnsucht und Schmerz.
Zwar ist das Layout noch nicht so, wie ich es gerne hätte, aber wenn ich warte, bis alles perfekt ist, wird dieses Blog nie realisiert werden, so wie all die andern Projekte, die nie über die Projektphase hinausgekommen sind, ziemlich viel Platz in meinem Haus und in meinem Kopf beanspruchen und seit Jahren, gar Jahrzehnten schlummern und darauf warten, endlich umgesetzt zu werden. So wie das Hochzeitsalbum, das leer im Regal steht und die vielen Fotos und Memorabilien von diesem grossen Tag, die vorwurfsvoll in einer Kiste schlummern und den Weg ins Album noch nicht gefunden haben, weil ich nicht genau weiss, wie und wo ich anfangen soll und mich schwer tue, aus den Hunderten von Bildern die Schönsten auszuwählen. Und so ein Album sollte man einfach gleich nach der Hochzeit machen – und nicht erst, wenn’s in der Ehe kriselt oder man sich auseinandergelebt hat. Und zudem verändert sich die Selektion der Fotos mit den Jahren. Manche Hochzeitsgäste sind aus unserem Leben wieder verschwunden oder gestorben, Freundschaften zerbrochen,… und überhaupt, zehn Jahre später würde man sowieso alles anders machen und nicht mehr das traditionelle Programm mit sündhaft teurem Prinzessinnenkleid, Kirche und dem ganzen drum und dran veranstalten, damit die Schwiegermama endlich einmal an einem Familienfest einen schicken Hut anziehen kann. Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben.
Ach ja, heute ist ja Valentinstag. Mein Sohn hat mich heute Mittag gefragt, wie man „aime“ schreibt. Dann ist er in seinem Zimmer verschwunden und mit einem kleinen „Je t’aime“-Zettelchen mit Herz zurückgekommen. Ich dachte eigentlich, es sei für mich… Auf meine Frage, für wen die Liebeserklärung denn bestimmt sei, antwortete er: "Die ist für Leticia – ich weiss aber noch nicht, ob ich es ihr geben soll…" Ach mein kleiner süsser Junge… hab mich kurz gefragt, ob ich ihn vorwarnen soll - aber ich denke, ich kann ihn nicht davor bewahren, seine Erfahrungen mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe selber zu machen. Hoffentlich hat er dabei mehr Glück als seine Mutter.
Eben, Valentinstag. Rechne nicht damit, von meinem Ehemann Blumen geschenkt zu kriegen. Ist mir auch lieber so. Wir haben uns arrangiert. Ich schätze ihn, er sagt, er liebt mich, er ist ein guter Vater und wir haben eine gut funktionierende Lebens- und Familiengesellschaft. In materieller Hinsicht haben wir viel erreicht. Wir haben ein paar gemeinsame Interessen und können auch gut über Politik und Arbeit reden. Wir versuchen, Konflikte zu vermeiden und reden nicht wirklich über uns. Wir haben zwei wunderbare Kinder. Eigentlich muss ich dankbar sein, für alles, was ich habe. Das Leben hat es gut gemeint mit mir.
Und wenn ich nicht letzten Sommer ein einschneidendes Erlebnis gehabt hätte, das mir bewusst gemacht hat, dass in meinem Leben etwas fehlt, würde wohl alles weiter so dahinplätschern. Nun gut, eine gewisse Frustration hatte sich schon länger bemerkbar gemacht und der Versuch, sie mit Schokolade zu vertreiben, hat nicht wirklich etwas gebracht. Im Gegenteil… Aber die Kinder haben vieles kompensiert und überhaupt hatte ich gar keine Zeit, gross darüber nachzudenken, was mir eigentlich fehlt. Inzwischen weiss ich es wohl. Aber davon später.
Valentinstag… Werde ich heute das lang ersehnte SMS erhalten? Der Verstand sagt nein. Nur ein kleines Zeichen... damit ich weiss, dass ich ihm nicht gänzlich gleichgültig bin. Auch wenn wir nicht zusammenkommen können und dürfen – es würde mir so viel bedeuten, neue Kraft und Energie geben. Noch ist es nicht Abend und die Hoffnung stirbt zuletzt...
willkommen rosalie, wie spannend, vom ersten post an dabei sein zu dürfen (der im übrigen toll geschrieben ist und neugierig auf mehr macht)... ich bleib gleich da :) alles liebe, anna
AntwortenLöschenHerzlich willkommen, liebe Anna! Ich freue mich extrem, dass Du es bist, die mein erstes Post auf meinem ersten Blog kommentiert! Danke! Alles Liebe, Rosalie
AntwortenLöschenHallo Rosalie, ich finde mich in deinen Worten so sehr wieder. Danke für dein Schreiben. Die Zeit, dass ich dachte, es geht nur mir so, ist inzwischen vorbei. Ich frage mich aber, wie lange man mit dieser unerfüllten Sehnsucht leben kann, ihren Schmerz aushalten mag.
AntwortenLöschen"Alle sieben Wellen" endet mit einem happy end...
ich wünsche es dir von Herzen. abendvogel
Hallo Abendvogel!
AntwortenLöschenHerzlich willkommen und danke für Deine lieben Zeilen!!
Ich habe angefangen zu lesen ... ;-)
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