Montag, 31. Dezember 2012

Ein Schicksalsjahr geht zu Ende

2012 war für mich ein Schicksalsjahr! Ein Jahr, geprägt von Abschied, Trauer und Herzschmerz. Aber es gab 2012 trotz allem auch unbeschwerte Stunden. Kleine Fluchten aus dem Alltag, kurze Glücksmomente. 

Meine Reise nach Belgien war so ein Highlight.  Ein ganz spezieller Tagesausflug mit einem Freund. Das Wochenende, das ich bei meiner Freundin aus Kindertagen verbracht habe. Die gemeinsamen Mittagessen mit meiner Freundin M. Die Telefongespräche und Treffen mit meinen Freundinnen N. und S., die auch immer für mich da sind, wenn es mir nicht gut geht. Das Lachen meiner Kinder. Der Mailaustausch mit Menschen, die ich im realen Leben noch nie getroffen habe! Der Kontakt mit Paul. Das Treffen und die guten Telefongespräche mit SMS-Leo, dem Freund aus Jugendzeiten. Und dass eine Freundschaft einen Härtetest überstanden hat, ohne daran zu zerbrechen. Dafür bin ich dankbar.  Und nicht zuletzt für die überwältigende Anteilnahme, die meine Familie und ich  nach dem Tod meines Vaters erfahren durften.

2012 war ein schwieriges und anstrengendes Jahr. Ein Jahr voller Herausforderungen und ein Jahr mit starken Emotionen. Aber letztlich waren es Lebenserfahrungen, die mich haben reifen lassen. Ich bin daran gewachsen und es hat mich stärker gemacht.

Ich freue mich auf 2013! Auf neue Herausforderungen und auf einen neuen Lebensabschnitt!

Meiner geschätzten Leserschaft wünsche ich einen guten Rutsch und viel Glück im 2013!

Eure Rosalie

Abendstimmung am 31.12.2012 im Berner Oberland



Donnerstag, 27. Dezember 2012

Über Weihnachtsdeko, Improvisationstalent und so weiter...

Ich hatte ein mulmiges Gefühl im Hinblick auf  das diesjährige Weihnachtsfest. Die letzten 17 Jahre haben wir immer im Haus meiner Eltern gefeiert und zuvor im Haus meiner Grosseltern mütterlicherseits. Und dieses Jahr nun zum ersten Mal bei uns. Und vielleicht auch gleich zum letzten Mal. Was nächstes Jahr sein wird, steht in den Sternen...

Wie immer (bei mir) ist alles in letzter Minute fertig geworden. Ich funktioniere einfach so und wenn ich zu viel Zeit habe, kann ich nicht kreativ sein. Ich brauche den Adrenalin-Kick kurz vor Ablauf der Dead-Line. Das war am Weihnachtstag der angekündigte Besuch der Patentante und bald darauf das Eintreffen  meiner Schwester mit Mama und Family. Es galt also den Tisch und die Tanne bis zum Eintreffen der Gäste einigermassen dekoriert zu haben. Die Weihnachtstanne stammt heuer aus der Gegend und war ein Geschenk aus der Nachbarschaft. Sie ist ca. eine Viertelstunde vor Eintreffen der Visite "fertig" geworden. Wir haben sie erst am Weihnachtsmorgen geschmückt, da wir an Heilig Abend bei den Schwiegereltern feierten und irgendwie blieb keine Zeit, den Baum schon früher zu schmücken, obwohl er seit einer Woche auf der Terrasse stand. Könnte auch damit zusammenhängen, dass ich jeweils am 24.12. traditionellerweise noch die letzten Weihnachtsgeschenke besorge und ein paar Stunden in irgendwelchen Shoppingzentren vertrödle verbringe. Ich brauche das. Same procedure as every year.  So auch in diesem Jahr. Noch nie war mein dreistündiger Shoppingausflug so entspannt wie heuer, weil ich instinktiv wusste, dass der entnervte, vorwurfsvolle Telefonanruf "Wo bist Du und wann kommst Du endlich nach Hause? Du bist unmöglich!"  dieses Jahr ausbleiben würde! Ich fühle mich befreit! 

Die Kinder konnten beim Schmücken aus dem Vollen schöpfen, denn mein Fundus an Weihnachtsdeko ist beachtlich. Irgendwie musste ich meinen Frust meine latente Unzufriedenheit in all den Jahren ja kompensieren und so habe ich oft und gerne hübsche, glänzende und selbstverständlich auch kitschige Dinge gekauft, die keinen andern Zweck erfüllen, als das Auge des weiblichen Betrachters zu erfreuen. Und so habe ich stets leidenschaftlich gerne eingekauft, ganz besonders zur Weihnachtszeit und noch lieber in der Altjahrswoche, wenn es die ganze Pracht zum halben Preis gab. 


Dieses Jahr habe ich übrigens keinen Baumschmuck gekauft. :-)




Und während ich mir Gedanken zur Tischdekoration machte, schmückten die Kinder den Baum und ich wischte mit einem milden Lächeln die Scherben von mindestens zwei Weihnachtskugeln vom Boden auf. Sohnemann ist ein wenig ungeschickt und die wertvollen Tierskulpturen habe ich in weiser Voraussicht im Keller gelassen... 

Und ich habe mich in diesem Jahr gar nicht erst darüber geärgert, dass ich es wieder verpasst habe, rechtzeitig Weihnachtskarten zu schreiben. Ich bin immer gerührt, dass wir trotzdem noch jedes Jahr welche bekommen. Unsere Freunde sind wirklich sehr gutmütig und nachsichtig mit uns. Nächstes Jahr wird alles besser! Ich werde Karten schreiben! Das habe ich mir fest vorgenommen! Und zwar solche, die noch vor Heilig Abend ankommen! Ich bin zuversichtlich, dass Weihnachten nicht wieder so überraschend ins Haus fallen wird wie all die Jahre zuvor!  ;-)

Und während die Kinder bzw. Piccolina (Junior hat sich relativ schnell klammheimlich verdrückt) sich dem Schmücken des Tannenbaums  widmeten, fand ich im Keller noch eine angefangene Rolle mit eierschalenfarbigem Tischvlies, um den edlen neuen Kirschbaumholztisch vor den Fettspritzern des Tischgrills zu schützen. Nicht dass Gatte noch einen Herzinfarkt kriegt - den winzigen Pinselstrich mit blauer Acrylfarbe hat er zum Glück (noch) nicht entdeckt. Das war ziemlich mutig von Schwiegermama, Piccolina das Vogelhaus für den Götti auf dem viereinhalbtausendfränkigen Tisch bemalen zu lassen. Die Zeitungsunterlage ist natürlich verrutscht... However, ein Tisch ist ein Gebrauchsgegenstand und die blaue Farbe erzählt eine Geschichte und irgendwann arbeitet sich das raus und wenn's denn sein muss mit Schleifpapier...

Es waren noch genau 2,8 Meter Tischvlies übrig für den drei Meter langen Tisch.  No worry. Es geht doch nichts über meinen Fundus. Ich habe keine Ahnung, was ich alles habe, aber meistens fällt mir was Passendes in die Hände und so auch diesmal. In einer Kiste mit Weihnachtstextilien fand sich ein Stück transparenter Goldstoff, den ich vor Jahren einmal irgendwo zum halben Preis erworben hatte. Drei Laufmeter in der ungeöffneten Originalpackung. Perfekt. Der Stoff kaschierte das zu kurze Vlies und verpasste dem Tisch einen festlichen Touch. Die zwölf goldfarbenen wiederverwendbaren (weil abwaschbaren) Tischsets aus PVC (oder so)  hatte ich schon vor einem Monat gekauft. Ein "Coup de Coeur" und eine kleine Investition in die Zukunft. Ich habe sie für meine neue Wohnung erworben. Für besondere Anlässe. Lange bevor ich die Zusage für das Appartement erhalten habe. :-)

Auf meinen Fundus ist Verlass. Ich kaufe etwas aus einer Laune heraus oder weil es ein Ausverkaufs-Schnäppchen ist, ohne dass ich es im Moment brauche oder exakt weiss, was ich damit anfange und irgendwann - manchmal erst Jahre später - kommt es zum Einsatz. Nun habe ich mir aus aktuellem Anlass vorgenommen, meinen Fundus ein wenig abzubauen. Ich will mich von Dingen befreien und deshalb habe ich bewusst auf den Kauf von neuen Weihnachtsservietten verzichtet. Naja, es ist ein Anfang... Ich habe mich daran erinnert, dass ich doch mal diese Bastelphase hatte! Und dass ich damals Servietten mit hübschen Motiven gesammelt habe, die es dann doch nicht auf irgendwelche Blumentöpfe oder Zeitschriftensammler aus Sperrholz geschafft haben und seither im Keller auf ihren Einsatz warten... Piccolina hatte die Qual der Wahl. Es kamen mindestens 8 jungfräuliche Päckchen mit je 20 Weihnachtsservietten zum Vorschein. Alles hat seine Zeit. Serviettentechnik interessiert mich nicht mehr so sehr. Heute verbringe ich meine "Freizeit" lieber mit Schreiben! Damals hatte ich noch keinen eigenen Computer... ;-)


Als die Patentante mit ihrem Freund zum Apéro eintraf (freundlicherweise mit angekündigter  45-minütiger Verspätung) und sich mit meinem Mann unterhielt, huschte ich schnell mit der Gartenschere nach draussen und schnitt ein paar dekorative Efeuranken, die ich in der Mitte des Tischs der Länge nach verteilte.  Später ergänzte ich sie mit roten Äpfelchen aus glänzendem Kunstmaterial, die es aus Zeitgründen nicht mehr auf (an?) den Weihnachtsbaum geschafft hatten und die roten Torino-Pralinen, die ich eigentlich für einen anderen Zweck gekauft und dann doch nicht verschenkt hatte, vervollständigten die improvisierte Tischdeko zu meiner vollsten Zufriedenheit. Das ist typisch für mich. Langwierige Planung ist nicht so mein Ding - meine wahre Begabung liegt in der Improvisation!

Für das Portrait meines Vaters fand sich in der Eile ein Bilderrahmen mit einem geschnitzten Ornament,  den ich irgendwann mal gekauft oder bekommen hatte und der seither in einer Schublade ein unbeachtetes Dasein fristete. Er hat auf das Foto von meinem Vater gewartet. Nun schlug seine Stunde und ich arrangierte das Bild auf einem kleinen Tischchen neben dem Sofa und darum herum ein Stilleben aus meinem Fundus. Auf wundersame Weise kam die passende Deko auf Anhieb zum Vorschein bzw. ich habe irgendeine Schachtel geöffnet  und was ich erblickte, war genau das Richtige: Waldtiere aus Holz, Tannenbäume, Blockhäuser. Ich habe ja längst den Überblick verloren, was ich alles habe und was wo schlummert. Ich öffne dann jeweils einen der vielen kleinen "Schuhkartons" aus dem Weihnachtsschrank und lasse mich überraschen... :-)

Und so war mein Vater an unserem Weihnachtsfest auch irgendwie mit dabei. Es gab zweimal Tränen bei meiner Mutter und sie bat mich, die Kerzen vor seinem Bild zu löschen, als ich sie ausgewechselt und erneut angezündet hatte. Es erinnert sie zu sehr an den Friedhof. Sie hat es nicht so mit Kerzen. Ich blies sie aus und es war ok. 

Zum Essen gab es Raclette und edle Fleischstückchen und kleine Würstchen, die auf der oberen Etage des Raclette-Rechauds gebraten wurden. Zum Dessert frischen Fruchtsalat, den meine Schwester mitgebracht hatte. Ich musste mich nur um die Deko kümmern. Dafür hatte ich im Vorfeld die meisten Geschenke besorgt, darunter diejenigen für meine Schwiegermama, das Patenkind meines Gatten, das Buch für seinen Bruder und ein Hörbuch von Louise Hay für seine Frau. 

Es gab nur kurz eine etwas gehässige bilaterale eheliche Diskussion, weil Junior die 4. Nerf gekriegt hat. Fällt nicht in die Kategorie "pädagogisch wertvoll", ich weiss... Aber er hat sich das Teil schon so lange gewünscht. Und irgendwie finde ich es doch gescheiter, wenn er im Haus und im Garten rumtollt und mit Schaumgummi-Stöpsel auf Gegenstände und die Barbiepuppen der Schwester zielt  (lebende Objekte sind natürlich tabu und Junior hält sich daran), als wenn er stundenlang nur rumsitzt, in einen Bildschirm starrt und das Einzige, was sich bewegt, die rechte Hand an der Maus ist...

Die drei Jungs und Piccolina sind nach dem Essen im oberen Stockwerk rumgerannt, bis sie total verschwitzt waren und ich erinnerte mich wehmütig an eine ähnliche Szenerie vor genau einem Jahr. Die Kinder tollten damals mit dem Grossvater im Spielzimmer meines Elternhauses herum und als ich nachschaute, weil es so laut und übermütig zu und her ging, sah ich meinen Vater rücklings auf dem Teppichboden liegen mit einem Bein halb unter dem Bett und zwei wilde Jungs rittlings auf seinem Bauch und ein drittes Kind auf dem Bett über ihm und alle Kinder riefen aufgeregt seinen Vornamen bzw. seinen Nickname und rangelten miteinander zwischen Kuscheltieren, Legoteilen und anderen Spielsachen, die wild im ganzen Zimmer herum verstreut lagen.  Ich habe damals den Kopf geschüttelt und die Kinder ein bisschen zur Mässigung gemahnt, als ich meinen Vater so sah und ich habe mir gedacht, dass er schon ein bisschen crazy ist, mit 68 mit den Enkeln auf dem Teppichboden herumzutollen... Nun ja, er war immer schon ein wenig unkonventionell. Das Bild werde ich nie mehr vergessen und so werden ihn wohl auch seine Enkelkinder in Erinnerung behalten. Als den Grossvater, den sie mit der Kurzform seines Vornamens riefen und mit dem man herumtollen und Pferde stehen konnte.


Und so verliefen diese Weihnachtstage relativ 
stressfrei und in erstaunlich entspannter Atmosphäre. 

Mein Mann scheint sich mit dem Unabänderlichen  abgefunden zu haben und er hat den Wunsch geäussert, dass wir bis Ende Jahr nicht mehr darüber sprechen. So sind die Kinder noch immer ahnungslos und die Verwandtschaft ebenfalls.

Gestern Nachmittag sind wir en famille in die Ferienwohnung gereist und mein Mann hat den Eigentümern die Kündigung überreicht. Und ich habe mich heute morgen ins Auto gesetzt und bin ins Büro gefahren. Mein Ferienguthaben ist längst aufgebraucht.  In drei Monaten räumen wir die Ferienwohnung. Vielleicht werde ich den alten IKEA-Tisch doch übernehmen, bis ich einen neuen Tisch finde, der richtig zu mir passt. 

Und das schmiedeeiserne Bett werde ich ebenfalls mitnehmen. Und das kleine Tischchen im  Landhausstil mit dem passenden Stuhl, das ich in die Ehe eingebracht habe und noch so einiges mehr. Den Staubsauger zum Beispiel. Und die ganzen Küchenutensilien. Vieles habe ich erst vor anderthalb Jahren im schwedischen Möbelhaus gekauft. 

Ach ja, und heute Mittag habe ich bei Tchibo einen Bügeltisch, einen Raumspar-Wäscheständer und noch  ein paar nützliche Haushalts-Utensilien bestellt.  Das Dampfbügeleisen war leider bereits ausverkauft. Oder vielleicht glücklicherweise? Keine Ahnung, ob es etwas taugt. Es ist extrem günstig. 89 Franken! Kann jemand einen Erfahrungsbericht beisteuern? Nun ja, es muss ja nicht gleich wieder eine Laurastar-Dampfstation sein... Die darf der Gatte natürlich behalten. Schliesslich bügelt seine Mutter ihm damit seine Hemden! 


Freitag, 21. Dezember 2012

Tag 1 der neuen Zeitrechnung!

Heute beginnt eine neue Zeitrechnung! Nicht das Ende der Welt! Der Anfang einer neuen Epoche!

Ich habe die Zusage für meine erste eigene Wohnung gekriegt!!! :-)))

Herzlichen Dank fürs Daumen drücken!!!

Ich werde in wenigen Wochen damit beginnen, meine Traumwohnung einzurichten! Unglaublich! Es ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts! 

Und ich habe mit meinem Mann gesprochen! Wir konnten grundlegende Missverständnisse aus dem Weg räumen. Er ist davon ausgegangen, dass ICH mich möglichst schnell scheiden lassen will! Das Schreiben und das Auftreten der Anwältin haben ihm diesen Eindruck vermittelt... Und ich hatte seine Hektik ganz anders interpretiert. Und letztlich steht über allem wie so oft ein riesengrosses KOMMUNIKATIONSPROBLEM!

Alles, was ich im Moment will, ist meine eigene Wohnung, genügend Unterhalt um sie mir leisten zu können und etwas Geld, um sie einzurichten. Einfach meinen Frieden. Und wenn das hinhaut, können wir von mir aus noch länger so leben, ohne uns scheiden zu lassen und ohne dass er mir meinen Anteil am Haus ausbezahlen muss. Das Haus und das Land verlieren ja nicht an Wert. On verra...

Ich bin wieder zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung finden werden, wie wir als Familie weiter funktionieren können - einfach in getrennten Wohnungen. Und ich mag nicht mehr über Geld streiten. Ich vertraue jetzt einfach darauf, dass es schon gut kommt und zur Not habe ich ja die Belege. Wenigstens habe ich jetzt wieder den Überblick... Und wenn dereinst eine andere Frau in unser Haus einzieht, wird  sie mir Miete zahlen müssen! :-) Dann  wird die Zeit reif dafür sein, wieder über eine Scheidung zu sprechen.

Das Cabrio ist mir Wurst und wenn er mehr Geld zur Verfügung hat als ich, dann sollte mich das eigentlich nicht kümmern, so lange ich meine Ruhe und meinen Frieden habe und selbst nicht jeden Rappen umdrehen muss. 

Ich will jetzt zur Ruhe kommen. Heute Mittag war ich an einem Kraftort und habe mit einer interessanten Gruppe von zusammengewürfelten Menschen an einer Meditation teilgenommen. Weil heute ein ganz spezieller Tag war und ganz viel positive Energie in der Luft lag. Habt Ihr es auch gespürt? 


Mittagsstimmung am 21.12.2012 an meinem Lieblingssee


Alles wird gut! Frohe Festtage! :-)


Dienstag, 18. Dezember 2012

Ungeduld!

Die Dame macht es spannend mit der Entscheidung! 

Ich habe mein Interesse gestern nochmals handschriftlich mit einer Karte bekräftigt (die Dame ist 70+) und ihr eine Christrose geschenkt. Mehr kann ich nicht tun. Mein Mann hat sich sogar anerboten, sie anzurufen, aber irgendwie möchte ich das alleine auf die Reihe kriegen! 


Und so beruhige ich meine Nerven weiterhin mit Schokolade und fiebere bange dem Entscheid entgegen.

Gestern Abend habe ich ein Budget zusammengestellt und mein Mann hatte heute sein erstes Treffen mit meiner Anwältin! Nun ja, was soll ich sagen.... er findet sie nett! Das Treffen ist gut verlaufen und wir sind uns in vielen Punkten schon ziemlich einig. Allerdings will er möglichst ruck zuck die Scheidung durchziehen, was mich gerade ein wenig überrumpelt. Es darf spekuliert werden...

Ansonsten verhält er sich wie immer. Ganz normal, als wäre alles in Ordnung, nur dass wir jetzt nicht über ein neues Gartenprojekt sprechen, sondern über die Aufteilung der gemeinsamen Errungenschaft und welche Möbel ich mitnehmen will. 

Ganz sachlich, ohne grosse Emotionen. Es gibt keine Tränen, keine Wutausbrüche, kaum Vorwürfe. Ich bin zuversichtlich, dass wir nach der Trennung oder Scheidung weiterhin normal miteinander umgehen können.

Allerdings habe ich kurz nach Luft geschnappt, als er mich gefragt hat, ob ich den zehnjährigen Familientisch mit den Lackschäden aus der Kleinkinderzeit übernehmen will, der inzwischen in der Ferienwohnung steht! Den neuen Tisch aus Kirschbaumholz möchte er gerne behalten...  

Ich habe ihm geantwortet, dass ich keinen von beiden will. Team7 entspricht mir nicht mehr - der alte IKEA-Tisch allerdings auch nicht. Wenn ich die Wohnung kriege, wird meine Wahl eher auf einen Tisch wie diesen fallen. Ich muss nämlich zugeben, dass dieser olle IKEA-Tisch einen grossen Vorteil hat: er ist echt bequem, weil man die Füsse so "gäbig" (auf hochdeutsch: praktisch)  auf den Querverstrebungen abstützen kann... 


Und dann habe ich heute noch ein paar schöne Dinge gekauft, die das Herz erfreuen. Für meine erste eigene Wohnung! Fühlt sich gut an! :-)


Samstag, 15. Dezember 2012

Warten

Samstag Morgen, 10.00 Uhr. Ich sitze mit meinem kleinen Mäc im Bett und kann mich zu nichts aufraffen. Fühle mich irgendwie ausgepowert, obwohl ich für einmal länger als viereinhalb Stunden am Stück geschlafen habe.

Mann und Tochter sind einkaufen gegangen, Sohn spricht im Zimmer nebenan abwechselnd deutsch und französisch mit seinem Notebook und es hört sich an, als ob sich eine ganze Bande Jungs in seinem Zimmer tummeln würde. Aber es sind nur deren Stimmen. Jeder sitzt in seinem eigenen Zimmer irgendwo in einem der Nachbardörfer. "Willkommen im Jahr 2012!" pflege ich dazu jeweils zu sagen und dieser Ausspruch hat sich zwischen mir und Junior längst zu einem Running Gag entwickelt.

Die Woche war emotional anstrengend. Am Dienstag Nachmittag habe ich mir die Wohnung noch einmal angeschaut. Diesmal mit der Besitzerin. Eine aparte Frau um die 70 mit einem interessanten Gesicht und wachen grünbraunen Augen. Sie hat ihr Leben lang allein gelebt und schwimmt jeden Tag im See, ausser wenn eine Eisschicht sie daran hindert. Letzten Dienstag war sie 10 Minuten im Wasser. 

Ich war eine Viertelstunde zu früh dran. Habe das Auto auf "meinen" Parkplatz gestellt und bin auf die Terrasse gegangen und habe die Umgebung auf mich wirken lassen. Die Sonne schien, der Himmel war stahlblau und der Schnee glitzerte auf dem Gras und auf den alten Obstbäumen. Im Hintergrund der See und die Berge. Wunderschön. Und alles strahlte eine unglaubliche Ruhe aus. Mein Blick fiel auf den Nachbarsgarten. Er gehört einem alten Mann, der dort 70 verschiedene Rosensorten pflegt! Passt doch! Wir würden viel Gesprächsstoff haben...

Beim letzten Besuch war das Wetter trüb, aber ich habe mich trotzdem in die Wohnung verliebt. Diesmal kommt sie mir einfach unwiderstehlich vor. Ich blicke auf die lange, zwei Meter hohe Natursteinmauer, die den Garten seit vielen Jahrzehnten von der Strasse abschirmt. Zwischen der Mauer und dem Kieselweg, der vom Autounterstand zum Haus führt, liegt ein langes, schmales Staudenbeet. Zwei dunkelrote Rosenblüten trotzen dem Schnee und viele Meter sind mit Iris bepflanzt.  



Irgendwo liegt ein verwitterter, behauener Stein in der Rabatte mit einer Einbuchtung, in der sich Wasser gesammelt hat. Ein Vogelbad? "C'est joli" (gefällt mir) sage ich später zu der Besitzerin. "C'est une pierre tombale - j'ai pensé qu'elle pourrait rendre service comme bain pour les oiseaux"... (Ein alter Grabstein. Ich fand, er würde sich als Vogelbad ganz gut machen) sagt die Dame mit einem verschmitzten Lächeln. Vielleicht ist es der Grabstein ihrer Eltern? Ihr frage nicht nach. Die Iris stehen zu dicht und müssten umgepflanzt werden. Ich sage ihr, dass ich mich sehr gerne darum kümmern würde. Sie nickt und meint, das wäre kein Problem. Im Geiste sehe ich mich dort schon Helleboren (Lenzrosen) und allerlei Lieblingsstauden pflanzen, die ich zum Teil aus meinem Garten mitnehmen würde.


Im Rasen steht ein alter Zwetschenbaum und es gibt nichts, was mir in dieser Umgebung nicht gefällt. Eigentlich ist es genau das, was ich mir immer gewünscht habe. Ich wollte nie in einem neuen Haus wohnen. Ich habe von einem alten Haus mit Geschichte geträumt, das mit Geschmack renoviert worden ist. Genauso wie diese Wohnung auf zwei Etagen, die moderne Elemente mit alten Mauern verbindet. 

Wir haben uns gut unterhalten, Madame und ich,  und ich habe ihr meine Situation erklärt und dass ich zur Ruhe kommen müsse und dass diese Wohnung einfach perfekt wäre für einen Neubeginn. Auch für die Kinder.

Dann versuchte ich herauszuspüren, ob die Höhe des Mietpreises diskutabel wäre, wenn ich mehr als nur den Rasen mähen würde. Sie ging nicht darauf ein und ich wünschte, ich hätte nichts gesagt. Zum Schluss füllte ich das Bewerbungsformular aus und versicherte ihr, dass ich mir die Wohnung leisten könne, und dass ich auch mehr als zwei Monatsmieten als Kaution hinterlegen könnte, wenn sie Zweifel habe. "Non, non, deux mois, c'est suffisant", meint sie. Zwei Monatsmieten würden genügen. Dann äussert sie ihre Bedenken, dass den Kindern etwas zustossen könnte, weil sie doch die Hauptstrasse überqueren müssten. Der Gedanke beschäftigt sie. Ich beschwichtige und versichere ihr, dass ich mir deswegen auch Gedanken gemacht habe, und dass die Kinder alt genug seien, um damit umgehen zu können. 

Und ich biete ihr an, dass sie Referenzen über mich einholen könne. Es stellte sich im Gespräch heraus, dass sie die Grosstante des besten Schulfreundes unseres Sohnes ist. Die Mutter des Schulfreundes ist eine Deutschschweizerin und wir haben einen sehr guten Draht und kennen uns schon mindestens zehn Jahre. Ich sagte der Dame, dass ich mich der Frau ihres Neffen anvertrauen werde und dass sie sich dort nach unserer Familie erkundigen könne. Und dass sie das, was ich ihr anvertraut habe, noch für sich behalten solle. Sie meinte, dass ich mich auf ihre Diskretion verlassen könne...

Sie fragte, ob ich es mir noch überlegen wolle wegen der Wohnung und ich entgegnete, dass ich überzeugt sei und dass ich mich sehr darüber freuen würde, wenn ich den Zuschlag erhalten würde. Ich erfuhr, dass es noch zwei interessierte Paare gibt und sie versprach, mir nächsten Woche Bescheid zu geben!

Dann folgten zwei Tage Büro. Viel Arbeit, aber ich konnte mich schlecht darauf konzentrieren, weil meine Gedanken anderswo sind. Telefonate und Mails mit meiner Anwältin und mit dem Notar wegen dem Nachlass meines Vaters. Damit muss ich mich auch noch herumschlagen... Alles ein bisschen viel im Moment und die Gedanken schweifen noch immer viel zu oft zu einem Mann, der sich in Schweigen hüllt.


Und am 12.12.12 hat mein Mann Post von meiner Anwältin gekriegt... Ich habe ihn per Mail vorgewarnt. Er hat mir  geantwortet, dass er diese Trennung nicht wolle, dass er mir aber keine Steine in den Weg legen werde. Er habe sich damit abgefunden. Er wolle nur das Beste für mich und für die Kinder. Das stimmt mich natürlich sehr zuversichtlich! 

Und gestern hat er spontan für 2000 Franken einen neuen Fernseher gekauft, weil derjenige in der Ferienwohnung nicht mehr ein supertolles Bild hat. Und letzte Woche hat er einem Freund für 990 Franken Wein abgekauft. Ich habe nichts dazu gesagt. Er hat mich auch nicht gefragt... Nun ja - dann wird in meiner zukünftigen Wohnung eben einer der beiden 3D-TV-Screens an einer Wand hängen und guten Wein trinke ich ja auch gerne...


Ich will diese Wohnung unbedingt und wenn es nicht anders geht, werde ich halt mein Arbeitspensum aufstocken. Ich bange dem Entscheid entgegen, ob ich die Wohnung bekomme. Getraue mich gar nicht, mich mental zu sehr darauf einzulassen, obwohl ich im Geiste längst damit begonnen habe, sie zu möblieren... 

Am Freitag habe ich beschlossen, Vitamin B einzusetzen. Ich habe mit der Mutter des besten Freundes meines Sohnes gesprochen. Sie kennt auch meinen Mann gut und wir sind schon lange per Du. Zuerst war sie ein bisschen schockiert, aber dann hat sie gesagt, dass sie es ja eigentlich schon gemerkt habe. Sie habe ein Gespür und fühle solche Dinge. Und dass ich noch zu jung sei, um mich in einer unglücklichen Ehe zu "arrangieren". Ich bin in Tränen ausgebrochen... Sie hat mich umarmt und mir versichert, dass sie mit der Tante sprechen werde! Ich hätte den ganzen Nachmittag heulen können... 

Und als ob er es gespürt hätte, schickte mir ein Freund ein SMS. Ein kleines "Coucou", über das ich mich gefreut habe. 


Ich bin froh, wenn ich Gewissheit habe, wie es weitergeht und ich hoffe inständig, dass im Januar 2013 ein neues Leben beginnt! 

Mittwoch, 28. November 2012

Herausforderungen...


Wieso passiert mir das? Wieso jetzt?

Ihr erinnert Euch vielleicht an mein Post vom 19. September 2012. Ich habe damals geschrieben, dass ich auf der Suche nach einem “Seelentröster” bin…


Ich habe auf einem Dating-Portal jemanden gesucht, der mir gut tut. Ich war auf der Suche nach Zuwendung, “Streicheleinheiten” für Köper und Seele und Leidenschaft und ich wollte (wieder) das Gefühl erleben, begehrt zu werden und einen Mann wirklich zu begehren, weil dieses Gefühl so unglaublich belebend ist und ganz viel Energie freisetzt. Was ich nicht gesucht habe, ist unverbindlicher (oberflächlicher) Sex. Das ist mir zu wenig. Ich habe das auch so deklariert und der Mann, der mein Interesse geweckt und die anderen Kandidaten aus dem Feld verdrängt hat, suchte das auch: eine Affäre mit Niveau, keinen OneNightStand.

Das erste Date ist geplatzt, weil ich mich zu spät bei ihm gemeldet hatte, um die Details unseres Treffens zu vereinbaren. Er dachte, ich würde ihn versetzen und schickte ein enttäuschtes Mail. Kein guter Start. Ich wusste instinktiv, dass es eine Warnung (des Universums) ist und dass er kein "einfacher" Mann ist. Es war mir voll bewusst, dass ich mir einmal mehr die Finger verbrennen könnte und ich habe das in einem Post (“Das volle Leben”) auch so vorweg genommen. Ich habe damals geschrieben, dass ich enttäuscht war, dass das Date geplatzt ist, aber irgendwie auch erleichtert…

Ich schrieb ihm ein paar Stunden vor dem geplanten Treffen ein ausführliches “Erklärungsmail” und hinterliess im P.S. meine  Handy-Nummer. Er hat das Mail mit einem Einzeiler beantwortet. “Es soll wohl nicht sein, zumindest nicht heute. Melde Dich einfach, wenn Du Lust hast.”  Und hinterliess seine Handynummer. Ich dachte: “Ok, das war’s dann. Schwamm drüber.”.

Am nächsten Tag schickte er mir eine WhatsApp-Nachricht. Er schrieb mir, dass er sich auf unerklärliche Weise zu mir hingezogen fühle. Dass er sich das auch nicht erklären könne. Das passiere ihm selten und normalerweise würde er sich nach diesem missglückten Start sofort zurückziehen… (!) 

Wir hatten im Vorfeld ein paar Mails ausgetauscht, ohne allzuviel von uns preiszugeben. Aber irgendwie war schnell klar, dass es passen könnte und wir uns treffen wollten. Er war einer der wenigen Männer, die mich in korrektem Deutsch und mit ansprechend formulierten Sätzen angeschrieben hatte. Mir ging es ähnlich wie ihm… Irgend etwas faszinierte mich an ihm. Ich wusste, dass er eine Herausforderung sein würde, aber das ist wohl das, was mich an ihm gereizt hat... Ich hätte mich vielleicht besser mit einem netten, lieben Mann einlassen sollen. Aber nett und lieb ist irgendwie… naja, langweilig!  Der Mann auf dem Foto hatte Charisma und wirkte auf mich selbstbewusst und sexy.

Ich merkte bald, dass er nicht 0/8/15  ist. Er ist ein Einzelkämpfer. Ein Alphatier, dessen Leben sich ausschiesslich um seine Arbeit dreht. Er lebt allein. Freunde braucht er nicht. Kollegen genügen ihm. Er vertraut seine “Probleme” in der Regel niemandem an, macht alles mit sich selbst aus. Ist äusserst diszipliniert mit sich und seinem Körper. Hat einen sehr starken Willen, ist konsequent, korrekt und direkt. Bezeichnet sich jedoch als Geniesser, liebt  guten Wein und feines Essen. Er sagt von sich, dass er sehr sensibel ist und spricht mit leiser Stimme. Manchmal verträgt er keine Leute um sich herum. Er kommuniziert lieber schriftlich als mündlich. Telefonieren ist nicht sein Ding.


Für eine richtige Beziehung hat er weder Zeit noch Lust. Auf schöne Stunden hin und wieder möchte er dennoch nicht verzichten. Sucht deshalb auf besagtem Portal eine interessante Frau mit Niveau und Intellekt.

Sie will wissen, was ihn an ihrem Profil angesprochen hat… “Die Optik in erster Linie”,  schreibt er. Und weil er glaubt, dass sie eine  empathische Frau ist. Und weil sie sich einen Nickname gegeben hat und weil ihre sexuellen Vorlieben übereinstimmen. Deshalb hat er sie angeschrieben. Und war sogleich angetan von ihrer Antwort, von ihrem Schreibstil. Dass sie verheiratet ist, stört ihn nicht. Er sucht ja keine Alltagsbeziehung.


Sie beginnen, sich längere Mails zu schreiben. Er vertraut ihr im Verlauf des Mailaustauschs persönliche Dinge an und sie denkt, dass er ihr ganz schön viel Vertrauen schenkt für einen Mann, der keine Freunde hat. Er schreibt, dass er ihre Mails liebt. Und irgendwann abends beiläufig diesen einen Satz in einem WhatsApp-Chat, der sie so berührt: “Manchmal werden Träume wahr…”. Er macht ihr Komplimente. Schreibt, dass er sie mag. Dass er sie eine tolle Frau findet. Und die WhatsApp-Nachrichten begleiten sie durch den Tag. Vom Aufstehen bis zum Einschlafen…

Doch da gibt es auch diese andere Seite von ihm… Zu viele Emotionen sind ihm suspekt. Jahrelang hat er jeden Gedanken an seine Kindheit verdrängt. Schicksalsschläge und eine lieblose Mutter liessen ihn hart werden. Er hat sich früh alleine durchs Leben gekämpft. Hat es zu etwas gebracht. Durch Fleiss und Disziplin. Braucht niemanden, der ihm Ratschläge erteilt oder Hilfe anbietet. Das kann er schlecht annehmen.


Er ist ein Einzelkämpfer, aber kein Einzelgänger. Er unternimmt viel mit Kollegen und sie weiss, dass er nie ein Kind von Traurigkeit war, was den Umgang mit der Damenwelt angeht. Er ist ein Mann mit viel Erfahrung. Die grosse Liebe hat er nicht gefunden. Er ist ein phantasievoller Schreiber und sie steigt auf das Spiel ein und das Kopfkino setzt sich in Betrieb und dreht sich immer schneller. Die WhatsApp-Nachrichten gehen hin und her, an manchen Tagen hundert mal… Er schreibt, wie sehr er sie begehrt. Sie freuen sich auf das erste “richtige” Treffen. Sie weiss, dass er im real life kein Draufgänger ist. Sie wird das Eis brechen müssen. Sie will diesen Mann und wird über ihren Schatten springen…

Sie mag ihn. Sogar seinen Dialekt, der nicht der ihre ist und den sie normalerweise nicht besonders mag. Aus seinem Mund klingt er angenehm. Sie mag die Art wie er spricht. Den sensiblen Zug um seinen Mund. Die leise Stimme, seine Zurückhaltung. Wie er sich bewegt, die schönen Hände, die feinen Gesichtszüge, sein Lächeln, wie er sich kleidet und sie mag seine Nachrichten. Manchmal frech, manchmal fast zärtlich, manchmal cool und oft sehr explizit… Sie lässt sich auf das Spiel ein und geniesst die Aufmerksamkeit. Sie haben wenig gemeinsame Zeitfester und trinken in zwei Monaten nur dreimal zusammen Kaffee, er lässt sie niemals bezahlen. Er bedankt sich nach jedem Treffen mit einer Nachricht. Er ist ein Gentleman…

Der Gedanke an ihn bringt sie zum lächeln und löst südlich des Bauchnabels angenehme Gefühle aus... Nie hätte sie gedacht, dass ihr sowas so kurze Zeit nach dem letzten "Abenteuer" noch einmal passieren könnte und noch dazu mit einem Mann, der ungebunden ist! Ein déjà-vu der besonderen Art! Aber da ist immer auch diese warnende Stimme im Hinterkopf:  ”Nimm Dich in Acht! Es ist zuuuu perfekt!”. Sie ignoriert sie, aber sie ahnt, dass es wirklich fast zu gut ist, um wahr zu sein…

Nach anderthalb Monaten intensiver schriftlicher Kommunikation haben sie das Kopfkino in die Realität umgesetzt. Sie war sehr mutig und hat sich in die Höhle des Löwen begeben. Und ihn dort zum ersten Mal geküsst. Sie wusste, was sie wollte und sie hat den Abend nicht bereut. Ganz im Gegenteil! Hat danach tagelang gelächelt… Er hat sie nach dem Treffen spätabends zu ihrem Auto begleitet und ihr eine CD geschenkt…  Sie erinnert ihn an die Frau im Lied “Linda Paloma”.

In den letzten Wochen sprechen sie öfter über seine Arbeit. Er lässt durchblicken, dass es nicht so läuft, wie er möchte. Seine berufliche  Situation frustriert ihn. Sie treffen sich noch einmal an einem Vormittag zum Kaffee. Tauschen in den zehn Tagen nach dem abendlichen Treffen noch ein paar hundert WhatsApp-Nachrichten und malen sich aus, was sie beim nächsten “richtigen” Treffen miteinander anstellen werden…

Dann beginnt er zu verstummen… Die WhatsApp werden weniger. Sie will wissen, was los ist, verlangt eine Erklärung.

Er schreibt: “Es liegt nicht an Dir. Mein Kommunikationsbedürfnis ist im Moment mehr als nur gering. Mir fehlt jegliche Energie, ich bin demotiviert, frustriert und es ist mir alles zuviel!" 


Sie insistiert. Er schreibt ihr ein letztes Mail. Berichtet von seinem Jobärger. Von seinen Zukunftsängsten und von gesundheitlichen Problemen, die wieder aufgetreten sind und ihm das Leben zusätzlich schwer machen! Dass ihm alles zu viel wird. “Auch das mit uns”…  Bittet sie zu akzeptieren, dass er sich im Moment einfach zurückziehen muss.

Sie schreibt ihm zurück. Verständnisvoll. Dankt ihm für die schöne gemeinsame Zeit und schreibt, dass sie hofft, dass es weitergeht. Wenn es ihm wieder besser geht. Keine Antwort…

Sie schaut x-mal täglich ins WhatsApp und sieht, dass er immer wieder online ist. Schreibt ihm jeden Tag eine kurze Nachricht. Dass sie an ihn denkt. Dass sie hofft, dass es ihm besser geht… Keine Reaktion. Das Mail bleibt unbeantwortet, die WhatsApp unerwidert. Nur noch Schweigen...

Sie beginnt zu zweifeln. Fragt sich, ob das alles gewesen ist. Ob er vielleicht gar nie der Mann war, für den sie ihn gehalten hat. Ob sie auf einen “bad boy” hereingefallen ist und ob das seine “Masche” ist. Ob er schon zur nächsten Blüte geflattert ist und das Spiel mit einer anderen Frau von vorne spielt. Sie ist wütend und enttäuscht... Und dann wieder denkt sie, dass sie ihm Glauben schenken kann. Er hat einen sehr ehrlichen, authentischen Eindruck gemacht und was er ihr in seinem letzten Mail anvertraut, hat ihn sicherlich Überwindung gekostet. Und schliesslich hat er sich ja weder bedankt noch richtig verabschiedet… er hat sie genau genommen nur vertröstet. Vertröstet auf irgendwann... Oder ist das seine Art Adieu zu sagen? 

Sie hält sich fest an dem Wörtchen “Moment”.  Glaubt ihm, dass er der sensible Einzelkämpfer ist, der mit seiner Situation hadert und jetzt einfach alleine sein muss, weil ihm seine Arbeit und seine Gesundheitsprobleme gerade wieder alles abverlangen. Dann überkommt sie eine  Woge des Mitgefühls. Aber dann schaut sie wieder ins WhatsApp und ihr Magen schnürt sich zusammen, wenn sie sieht, dass er vor ein paar Minuten online war. Und dann denkt sie, dass er ein erbärmlicher Feigling ist, sich so sang- und klanglos aus ihrem Leben zu verabschieden. Dass er noch nicht mal den Anstand hat, ihre WhatsApp zu beantworten… Dass sie ihm keine zwei Minuten Zeit mehr wert ist...

“Vergiss ihn!” sagt die eine Freundin. “Der Kreis hat sich geschlossen. Er hat Dir gegeben, was Du im Moment gebraucht hast. Mehr kann er Dir nicht geben. Lass ihn los!”

“Was hast Du denn erwartet? Wieso gehen Männer wohl auf ein solches Portal…?” Er hat Dich ins Bett gekriegt und das ist alles, was ihn interessiert hat.” schreibt mir die andere…

“Wieso tun Männer sowas? Sich einfach so aus der Affäre ziehen? Männer sind Feiglinge!” sagt die dritte Freundin, die gerade  eine grosse Liebesenttäuschung erlebt hat.

Das muss ich wohl: ihn loslassen. Und ich habe damit aufgehört, ins WhatsApp zu schauen und unseren Chat-Verlauf zu lesen. Und ich werden damit aufhören, beim Autofahren Waggershausen zu hören... Vielleicht werde ich ihm einen Abschiedsbrief schreiben. Irgendwann im Dezember. Weil ich immer noch denke, dass er es wert ist, dass  ich mich nicht in ihm getäuscht habe. Dass er einfach so ist und dass ich das akzeptieren muss. Dass diese Radikalität seinem Charakter entspricht. Alles oder nichts. Hart zu sich selbst und hart zu seinen Mitmenschen. Es ist es nicht gewohnt, Rücksicht zu nehmen. 

Ich möchte ihn fragen, wann er (endlich) damit beginnen will, sich dem vollen Leben zu stellen, seine Vergangenheit aufzuarbeiten und sein Herz für die Liebe zu öffnen. Nicht länger vor Emotionen davonzulaufen. Er ist krank geworden, weil er sich in die Arbeit geflüchtet und diese zu seinem primären Lebensinhalt gemacht hat. Dieses Lebenskonzept hat lange Jahre ziemlich gut funktioniert. Aber es ist gefährlich, sein Glück auf einem einzigen Stützpfeiler aufzubauen… Nun realisiert er, dass  dieser Lebensplan nicht länger aufgeht und sein Körper zeigt ihm gerade wieder die rote Karte und zwingt ihn, innezuhalten...

Es trifft mich, dass er mich als eine “Belastung” ansieht. Ich hätte ja auch sein Sonnenstrahl sein können, der durch die dunklen Wolken scheint. Anderseits muss es einem Mann wie ihm ein Gräuel sein, “bedürftig” zu wirken und seine Arbeit ist ihm das Wichtigste, und wenn es in diesem Bereich Probleme gibt, kann er an nichts anderes mehr denken und das schlägt ihm auf die Gesundheit und wie ich annehme, wohl auch auf die Libido.  Und eigentlich habe ich ja schon genug eigene Baustellen und was ich im Moment nicht brauchen kann, ist noch jemand, der mir Energie abzieht. Also muss ich wohl oder übel loslassen. Für den Moment und vielleicht sogar für immer.

Ich werde mich an das Schöne zurückerinnern. Ich habe es genossen mit ihm. Es waren extrem intensive, aufregende zwei Monate. Er hat mir das gegeben, was ich gesucht habe und ich habe meine mentale Stärke wieder gefunden. Aber ich hätte mir natürlich gewünscht, dass es weitergeht. So wie wir uns das eigentlich ausgemalt hatten. Nicht mehr so intensiv. Aber hin und wieder ein Treffen, ein gemeinsames Abendessen. Einfach die Option zu haben, dass wir uns irgendwann wieder sehen. Nun lässt er mich mit meiner Sehnsucht stehen und schweigt… Von 100 auf 0. Das Handy-Display bleibt unerträglich leer… Cold turkey. Einmal mehr.  Das ist hart. Das müsste wirklich nicht sein.

Ich bin hin- und hergerissen zwischen “Lass ihm die Zeit, die er braucht und vertraue darauf, dass er sich wieder meldet” und der anderen Stimme, die sagt: “Was denkt sich der Kerl eigentlich? Sieht nur sich und sein Elend und wie es mir dabei geht, ist ihm scheissegal. So kann man mit mir nicht umspringen!  Ich werde sicher nicht auf ihn warten und sollte er sich jemals wieder melden, werde ich ihm die kalte Schulter zeigen…!”. Aber würde ich das wirklich? Ich bin mir nicht so sicher... Ich hatte den Eindruck, dass ich ihm auch nahe gekommen bin.

Meine Freundin N. hat mich immer vor diesen Portalen gewarnt und hat es vor ein paar Tagen auf den Punkt gebracht: Sie schrieb mir:  ”Ich denke einfach, dass Du auf der Suche bist nach Zuneigung, Nähe und Wärme. Und gleichzeitig nach Sex. Aber dort, wo Du danach suchst,  lässt sich das alles nicht vereinen.  Und wenn es nur ein bisschen gelingt, bewegen sich Deine Gefühle gleich in Richtung “Liebe”…  Aber es ist der falsche Ort. Du wirst das, was Du eigentlich suchst,  auf diesen Portalen nicht finden!”.


Da hat sie wohl nicht ganz unrecht. Ich will Sex mit Nähe. Das habe ich auch klar so kommuniziert. Aber auf diesen Portalen liegt natürlich trotzdem immer das C wie Casual (unverbindlich) wie ein “Damoklesschwert” in der Luft.  Bereit, jederzeit runterzusausen und einem brutal aus einer Illusion zu reissen und in die Realität zurück zu befördern, selbst dann, wenn man das Gefühl hat, dass Träume wahr werden könnten. Es ist wie ein Hinterausgang, den beide jederzeit ungestraft und ungeachtet des Schadens, den sie angerichtet haben, nehmen können. The easy way out. Man kann sich dann quasi über Nacht  aus dem Staub machen und beim davonlaufen kurz zurückblicken und mit dem unverbindlichen “C” winken… 

Ich habe mich diesmal wirklich bemüht, mich emotional nicht zu sehr reinzuhängen. Es ist mir nur bedingt gelungen. Es war einfach zu gut. Ich vermisse ihn…

Es wäre so perfekt gewesen. Alle paar Wochen ein Date. Ein Eintrag in der Agenda, auf den wir beide uns hätten freuen können. Ein gemeinsames Abendessen geniessen, guten Rotwein trinken und davor und danach... seufz... Und beide würden trotzdem weiterhin ihr eigenes Leben führen. Genau das, was ich mir gewünscht hätte. 

Es soll wohl nicht sein, jedenfalls nicht im Moment. 

Wieso passiert mir das?  Was bitte schön hat sich das Universum dabei gedacht? 

Ich hab da so einen Verdacht...  Was denkt Ihr?






P. S. Liebes Universum, lass es bitte nicht eine Illusion gewesen sein! Bitte lass ihn rasch gesund werden und lass Dir was einfallen, damit sich sein Jobdilemma in Minne auflöst. Und wenn Du schon dabei bist, sorge bitte dafür, dass er jede Nacht vor dem Einschlafen an mich denkt und Sehnsucht hat. Und lass mich in der Zwischenzeit einen guten Anwalt und eine schöne Wohnung finden. Merci!

Sonntag, 25. November 2012

Alea iacta est?

Die Würfel sind gefallen. Ich habe es ausgesprochen! Das T-Wort: T wie Trennung.  Aber irgendwie zweifle ich schon wieder, ob die Botschaft richtig angekommen ist. Aber von Anfang an:

Wir hatten einen Disput. Wie so oft ging es um abweichende Wahrnehmungen. Irgendwie leben wir in zwei verschiedenen Welten... 

Es endete damit, dass ich ihm (etwas entnervt) sagte, dass ich "die Nase voll" hätte. Dass ich mir eine Wohnung suchen werde. Dass ich meine eigenen vier Wände brauche. Dass ich die Trennung will...

Er entgegnete darauf, dass er es auch nicht mehr aushalte, und dass er schon länger daran sei, die Wohnungsangebote zu studieren und sogar schon Wohnungen in der Umgebung besichtigt hätte. Er sei davon ausgegangen, dass ER ausziehen müsse... 

Er zeigte sich erleichtert, dass ich diejenige bin, die ausziehen will und meinte, wir könnten die Wohnung ja über seine Firma laufen lassen und am liebsten würde er ein altes Haus kaufen, das renovationsbedürftig sei, da man die Kosten für den Umbau vom Betriebsgewinn absetzen könne und so die Steuerlast reduziere...

Das ist so typisch für ihn...


Hätte nur noch gefehlt, dass wir uns an einer Wohnungsbesichtigung getroffen hätten, ohne vorher miteinander darüber gesprochen zu haben.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen und wir haben uns jeweils nur kurz gesehen und haben nicht mehr darüber gesprochen. Er meinte allerdings heute Abend, dass er hoffe, dass wir trotzdem so wie bisher in der Ferienwohnung Zeit verbringen und zusammen "en famille" skifahren werden. 

Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass er schon wieder verdrängt, was ich gesagt habe...

Weihnachten werden wir auf jeden Fall alle zusammen im Haus verbringen, da wir dieses Fest nicht mehr wie in den letzten 18 Jahren in meinem Elternhaus feiern können bzw. wollen. Ich werde einen Baum schmücken und meine Mutter, meine Schwiegereltern und meine Schwester und deren Familie werden mit uns "feiern". Es wird dieses Jahr ohnehin anders sein. Eigentlich machen wir das alles ja vor allem für die Kinder. 

Meiner Schwester habe ich es erzählt, die übrigen Familienangehörigen werden wir erst einweihen, wenn wir eine Wohnung haben. Die Kinder wissen noch nichts. 

Mein Mann benimmt sich so wie immer. Courant normal. Ich glaube, er verdrängt.

Ich fühle mich erleichtert. Aber im Moment geht es mir nicht besonders. Aber das hat andere Gründe. Mehr dazu später.

Ich habe damit begonnen,  die Wohnungsangebote anzuschauen und ich freue ich darauf, MEINE Wohnung einzurichten!










Sonntag, 18. November 2012

Den Rubikon überqueren

"Ich wünsche Ihnen viel Glück beim Überqueren des Rubikons!" sagte der Psychologe, als ich nach der Sitzung zur Tür hinausging. 

Eigentlich wollte ich den Termin absagen, hatte es aber mal wieder verschlampt, dies rechtzeitig (48 h vorher) zu tun. Also ging ich trotzdem hin und erzählte ihm, dass ich nicht wüsste, worüber ich sprechen sollte, da ich meine "Hausaufgaben" nicht gemacht hätte, und dass das  "Klartextgespräch" noch immer nicht stattgefunden hat...

Zwar hätte ich - wie eine meiner Leserinnen kürzlich in einem Kommentar treffend bemerkt hat - das Gefühl, auf der Zielgeraden zu sein, aber diese ziehe sich eben noch ein wenig hin... Er schmunzelte und meinte, dass er eher den Eindruck hätte, dass ich noch immer voll in der Abwägungs- bzw. Planungsphase stecken würde und dann erklärte er mir das Rubikonmodell...



Nun denn, wie so oft, wenn man nichts erwartet, wurde es eine gute Sitzung und ein gutes Gespräch und ich erwähnte etwas, was ihn zur Bemerkung "Da gehen mir jetzt aber ganz viele Lichtlein auf..." veranlasste!

Ich ging zur Tür hinaus und lächelte. Ich werde es nicht mehr endlos hinausschieben... Bis zum nächsten Termin in 14 Tagen wird es vollbracht sein. Ich werde Weihnachten nicht abwarten. 

Nein, ich werde bald reinen Tisch machen. Ich werde meinem Mann sagen, dass  ich mir eine eigene Wohnung nehmen will. Kein 2-Zimmer-Refugium! Nein, eine geräumige Wohnung mit Kinderzimmern, Balkon oder Terrasse. Eine Wohnung, in der ich mich wohl fühle und die ich nach meinem Geschmack einrichten werde. 

Ich werde endlich handeln. Es wird Zeit, den Rubikon zu überqueren und neues Terrain zu betreten! 

Mittwoch, 14. November 2012

Misery is easy...


Gedankenaustausch im Chat mit Paul...

Kürzlich, irgendwann nach Mitternacht: 


Paul:  "Écoute cela!Je pense à cette musique quand je lis ton blog. Écoute cela 5min 43."

("Hör Dir das an! (schickt mir einen Youtube-Link) Ich muss an diese Musik denken, wenn ich Deinen Blog lese. Hör Dir die ganzen 5 Min. 43 Sek. an.") 


Rosalie: "Tu veux que je l'écoute maintenant?"

("Du meinst, ich soll mir das JETZT anhören?")

Paul: "Oui!"  ("ja")


Rosalie: "Ok... Je cherche la musique et j'écoute."

("Ok... Je suche die Musik (das Youtube-Video) und höre es mir an")


Paul: "Regarde jusqu'à la fin et lis le texte"

("Schau es Dir bis zum Ende an und lies den Text")


Rosalie: "ok..."







Rosalie: "Schön! Melancholisch...!"


... "....."....



Paul: "Comment tu arrives à gérer le quotidien...
à être dans une chambre et ton mari vient pour y dormir...
et tu vas pianoter sur un clavier d'ordinateur dans une autre chambre...?"

"Tu penses que ton mari ne voit pas cela?"

"Comment tu fais? C'est très stressant, je trouve...  pour toi, non?"


("Wie schaffst Du es eigentlich, das Alltagsleben zu managen? In einem Zimmer zu sein... und wenn Dein Mann reinkommt, um sich schlafen zu legen... in ein anderes Zimmer zu gehen, um dort (heimlich) auf der Tastatur Deines Laptops herumzutippen...?"

"Glaubst Du, dass Dein Mann das nicht mitkriegt?"

"Wie machst Du das? Ich finde, das ist für Dich doch ein Riesenstress... - oder nicht?")




Rosalie: "Bien sûr, c'est stressant! Je mène une double vie..."

("Natürlich ist das stressig! Ich führe ein Doppelleben...")




Paul: "Trouve un autre chemin...

Tu ne mènes pas une double vie... - je pense que tu ne vis pas tout simplement..."

("Du solltest einen anderen Weg finden... Du führst kein Doppelleben... - ich habe den Eindruck, dass Du überhaupt nicht richtig lebst...  (im Sinne von: Das ist doch kein Leben...)



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Wenn Paul in meinem Blog liest, muss er an "Fljotavik" von Sigur Ros  denken.


Er ist der Ansicht, dass ich kein Doppelleben führe - er  denkt, dass ich schlicht und einfach GAR NICHT LEBE...


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"MISERY is easy,

 HAPPYNESS you have to  work for..."





Montag, 12. November 2012

Coucou!


Es gibt mich noch und es geht mir gut! Ich danke allen, die mir die Treue halten und immer  noch fast täglich meinen Blog anklicken und nachschauen, ob es hier was Neues gibt und sogar noch kommentieren!!

Ich komme im Moment leider kaum zum Schreiben, weil ich in meinem Real Life sehr viel um die Ohren habe. Ich habe gewisse Dinge vernachlässigt  (Stichwort: ungeöffnete Post...), der Garten versinkt im Laub, der Haushalt... naja, lassen wir das lieber.


Leider muss ich mich in der Erbschaftsangelegenheit mit einem Notar herumschlagen, der unsorgfältig arbeitet und sich dennoch nicht scheut, dafür den Maximaltarif in Rechnung zu stellen. Eine sehr unerfreuliche Angelegenheit. Müsste wirklich nicht sein. Ich dachte bisher, Notare seien Vertrauenspersonen und hätten einen gewissen Berufsethos. Anscheinend gilt das nicht mehr uneingeschränkt für Vertreter meiner Generation...


Ansonsten gibt's wenig Neues. Das Klartextgespräch mit dem Ehegatten wird weiter aufgeschoben, wobei sich die ehelichen Konfrontationen im Alltag häufen... Die Stimmung ist inzwischen sehr abgekühlt.

Ach ja: Mein Handy läuft bald wieder über mich...!  Da ich ohnehin fast ausschliesslich via WhatsApp kommuniziere, hat es mich in letzter Zeit weniger gestört! Aber ich bin dennoch erleichtert, dass meine Natel-Nummer wieder mir gehört!

So viel zum meinem Real Life. In meiner virtuellen Welt gibt es Mails, die schon seeeeeehr lange ("rotwerd") einer Antwort harren, einen etwas vernachlässigten Blog und ein überfälliges Post, das seit zwei Wochen unfertig in den Entwürfen schlummert. Das Dating-Experiment ist beendet und ich bin erleichtert, dass ich keine "Bewerber" mehr enttäuschen muss! Auch wenn mein sarkastisches Post neulich ein anderes Bild gezeichnet hat, gab es doch auch zahlreiche nette Männer, die sich Hoffnungen gemacht hatten... However! Es war eine interessante Erfahrung und der Aufwand hat sich im Endeffekt gelohnt!  ;-)

A bientôt!