Vielleicht habe ich mit dem ersten Teil meiner Liebesbilanz gewisse Leserinnen und Leser ein wenig geschockt. Aber es ist wie es ist. Meine Liebes- bzw. Ehebilanz aus heutiger Sicht. Nichts mehr schön geredet.
Vor zehn Jahren hätte sie anders ausgesehen, meine Bilanz. Nein - objektiv gesehen wohl nicht - aber ich hätte es niemals so formuliert, weil es mir selber nicht in dieser Klarheit bewusst war. Vor sechs Jahren wäre die Bilanz auch noch positiver ausgefallen. Weniger resigniert. Damals habe ich einen Versuch unternommen, ihn für eine Ehetherapie zu gewinnen. Ich wollte das Eheschiff wieder auf Kurs bringen. Ich bin ein paar Mal alleine hingegangen und der Therapeut meinte dann, dass er mich schon weiter stärken könne, dass dies meiner Ehe jedoch wahrscheinlich nicht zuträglich wäre (!) und dass es wichtig sei, gemeinsam mit meinem Mann weiterzumachen. Mein Mann lehnte es aber ab, einen Fragebogen auszufüllen und meinte, dass wir uns nur mehr bemühen müssten und "es" schon alleine wieder hinkriegen würden. Er hat dann mehr im Haushalt geholfen und abends öfters gekocht und sich ein bisschen mehr Zeit für die Kinder genommen...
Wenn wir zusammen einem gemeinsamen Hobby nachgegangen sind und einmal pro Jahr im benachbarten Ausland einen Tageskurs besucht haben, wollte er am Abend lieber zwei Stunden mit dem Auto nach Hause zurückfahren als dort in einem hübschen Landhotel zu übernachten... Weil er die Kinder vermisst hätte! Ich habe es nicht verstanden und die Schwiegermama, die den Vorschlag unterstützt und die Kinderbetreuung übernommen hätte, auch nicht...
Er hat mir das gegeben, was er in der Lage war bzw. ist, zu geben. Er ist einfach so wie er ist. Und das ist nicht wertend gemeint. Es sind nunmal nicht alle Menschen aus dem selben Holz geschnitzt. Wir haben viele gemeinsame Interessen, hatten gemeinsame Ziele. Aber es war nie die grosse Leidenschaft und es war nie eine starke emotionale Nähe da. Vielleicht kann ich mich einfach nicht mehr daran erinnern - aber in den letzten 11 Jahren war es so. Ich denke, ich habe mich wirklich bemüht. Ich habe mich angepasst und lange an dieser Beziehung festgehalten und alles Negative ausgeblendet.
Eigentlich war ich eine richtige "Traumfrau"... Attraktiv, intelligent, lieb, pflegeleicht, flexibel, gutmütig, weder besonders launisch noch nachtragend. Einfach "gäbig", wie wir auf Schweizerdeutsch zu sagen pflegen. Praktisch, weil pflegeleicht. Mein eher chaotisches Naturell hat er wohl oder übel in Kauf genommen, dass ich nicht gerne koche und nicht gerade die perfekte Hausfrau bin, ebenfalls, und auch den Umstand, dass ich nie eine Modelfigur hatte, auch nicht als ich noch schlank war. Das ist auch so ein wunder Punkt... Er hat mir nie das Gefühl gegeben, begehrenswert zu sein - obwohl ich es zweifelsohne war und - wie ich heute weiss - es noch immer bin...
Wenn mir etwas extrem wichtig war, habe ich es zwar "durchgeboxt", auch wenn es anstrengend war. Ich habe nicht einfach den Mund gehalten. Aber viel zu oft habe ich meine eigenen Interessen hintenan gestellt und eingelenkt. Damit habe ich uns wohl keinen Gefallen getan. Aber es war einfach auch schwierig. Er ist wohl das, was man als Egozentriker bezeichnet. Selten hat er auf etwas verzichtet, was ihm wichtig gewesen ist. Und ich habe dieses Muster schon von meinen Eltern gekannt und unbewusst den Part meiner Mutter übernommen...
Rückblickend erinnere ich mich an so viele einsame (und teilweise heimlich) gerauchte Zigaretten. Viel zu oft habe ich meinen Ärger in Rauch aufgelöst. Es hat ihn gestört und er hat immer gesagt, dass ich es nie schaffen werde, mit dem Rauchen aufzuhören. Er hat sich geirrt. Im Dezember 2000 habe ich meine letzte Zigarette geraucht.
Und heute bin ich einfach nur noch müde. Ich mag nicht mehr um diese Ehe kämpfen. Meine Gefühle haben sich verändert. Ich bin zwar noch immer eine loyale Ehefrau - aber wenn er mich küssen will, weiche ich zurück und das trotzige Händchenhalten in der Öffentlichkeit ist mir eigentlich zuwider. Sein verzweifelter Versuch so zu tun, als ob noch alles in Ordnung wäre. Aber meine Gedanken sind längst anderswo. Ich sehne mich nach einem neuen Gegenüber. Nach Seelenverwandtschaft, nach emotionaler Nähe.
Aber ich habe Angst. Angst vor dem, was kommt, wenn ich einen Schlussstrich ziehe. Da ist niemand, der mich auffangen wird. Ich befinde mich auf einer emotionalen Berg- und Talfahrt. Manchmal denke ich, dass alles nicht so "schlimm" ist und dass ich es im Vergleich mit anderen Frauen doch eigentlich gut habe... Und manchmal spüre ich eine so starke unerfüllte Sehnsucht und eine Einsamkeit, die so schmerzvoll ist, dass ich fast verzweifle und denke, dass es einfacher wäre zu sterben als alles aufzugeben und zu gehen.
Aber ich bin eine starke Frau und werde meine Kinder nie im Stich lassen. Ich stehe an einem Scheideweg und warte auf den Wink des Schicksals, das mir hoffentlich den Weg aufzeigen wird.
Süße, wer fängt Dich im Moment auf, die oder der nicht auch zu einem späteren Zeitpunkt gleichermaßen viel oder wenig da wäre?
AntwortenLöschenAlso, Teil 2 schockt mich noch mehr als Teil 1. Allein sein ist schon schlimm, aber allein sein in einer Ehe! Ich möchte dich einfach nur umarmen trösten den ganzen Tag!
AntwortenLöschenIch danke Dir!! Und Dein Trost und Deine Umarmung sind angekommen - ich kann sie spüren! Es geht mir schon wieder besser. :-)
LöschenMeine Bloggemeinschaft!! :-)
AntwortenLöschenUnd ich habe auch im realen Leben ganz tolle Freundinnen und Freunde, die für mich da sind und auch auf meine Familie kann ich zählen!
Und es gibt auch ein paar Verehrer, die mich gerne trösten würden... ;-)
Du hast recht! Ich kann das unmöglich so stehen lassen!
Also: Berichtigung: Es gibt keinen Prinzen auf einem Schimmel, der auf mich wartet! Aber was Besseres: Meine Freiheit und vielleicht die grosse Liebe, wer weiss...
Danke, dass Du das Eis gebrochen hast, liebe Rostkopp. Ich drehe mich hier schon lange im Kreis und kann es niemandem verübeln, wenn er/sie nichts mehr dazu sagen mag. Ist eigentlich wirklich schon alles gesagt worden...
LöschenWenn das so ist, und du im Kreise deiner Familie und deinen Freunden Unterstützung und Wärme findest, dann verstehe ich nicht, auf was für einen "Wink des Schicksals" du wartest?
AntwortenLöschenDas du so eine schreckliche Einsamkeit verspürst und sogar an den Tod denkst, das erschüttert mich zutiefst und macht mich gleichzeitig traurig und wütend.
Liebe Rosalie,
ich wünsche Dir so sehr, dass Du deinen Weg siehst und ihn dann auch gehst.
Unbekannterweise umarme ich Dich und schicke Dir ganz viel Mut und Kraft!
Ich danke Dir für Deinen Zuspruch und für die lieben Worte. Ich tue mich sehr schwer mit der Trennung, weil so vieles mit drin hängt. Ich habe schon früher darüber geschrieben. Für die Kinder und auch für die Schwiegereltern wäre es sehr schlimm - und vor allem auch für meinen Mann. Ich bin diejenige, die
Löschenin diesem komplexen Familiengefüge nicht mehr funktioniert. Es gibt ja keinen Streit - es sind meine Gefühle, die sich verändert haben. Hab ich deswegen das Recht, womöglich einen Scherbenhaufen anzurichten? Müsste ich nicht im Interesse der
Kinder meine eigenen Bedürfnisse hinten anstellen und mich zurücknehmen? Ich tue mich schwer mit einer Entscheidung...
Darauf habe ich keine Antwort, ich kann nur eines dazu sagen: 2012 scheint sich immer mehr zu dem Jahr zu entwickeln, in dem sich Dinge endlich manifestieren.
Löschenlieeb Grüße, Daniela
Ich glaube, Du hast mich missverstanden. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen:
AntwortenLöschenDiese Menschen sind doch auch da, wenn Du eine unpopuläre Entscheidung triffst. Du verlierst sie damit doch nicht automatisch.
Zumindest diese Situation ist dann nicht schlechter als vorher!
Liebe Rosalie,
AntwortenLöschentu es! Stoße die Tür, vor der Du so sehr Angst hast, auf und trete ein. Da ist kein Abgrund. Da ist fester Boden, es wird Dir nichts geschehen.
Du bist stark geworden, immer stärker, seit ich Dich lese. Du weißt was Du willst. Geh jetzt los, geh auf Deinem Weg.
Ich umarme Dich und meine Gedanken sind bei Dir.
Nouniouce
Lieben Dank für Deinen Zuspruch!
LöschenJa, ich denke auch, dass ich heute stärker und selbstbewusster bin als vor einem Jahr! Der Leidensdruck hat sich ebenfalls verstärkt und das Schreiben hilft mir, meine Situation zu entwirren. Noch habe ich nicht den Mut zu gehen...
Ich habe länger gebraucht um zu realisieren, dass du um die 20 Jahr jung warst, als du geheiratet hast. In der Generation meiner Eltern war man mit 20 noch minderjährig.
AntwortenLöschenSooo jung! ein anderes Leben war das damals, nicht?
Wenn er dich küssen will weichst du zurück, ds Händchenhaltenin der Öffentlichkeit empfindest du als trotzig ... ich glaube, man muss kein Hellseher sein, wenn man hier zwei leidende Menschen wähnt. Warum sollte das deinen Mann nicht verletzen, wenn du vor ihm zurückweichst? Er fasst dich zumindest noch ein Herz und macht den Schritt auf dich zu.
Traurig das.
liebe Grüße, Daniela
PS: hast du das mit dem Sterben von Anfang an im Posting stehen gehabt oder nachher umgeschrieben? Ich dürfte das beim ersten Durchlesen glatt überlesen haben.
Liebe Daniela
LöschenWillkommen auf meinem Blog und danke für Deine Kommentare!
Ich war schon 25, als ich meinen Mann kennengelernt habe und mit 30 habe ich geheiratet. Ich hatte auch schon ein paar Beziehungen hinter mir und war etwas ernüchtert. Habe nicht mehr so richtig an die "grosse" Liebe geglaubt... Das wäre dann ein Thema für Teil 3 meiner Liebesbilanz.
Ja, unsere Situation ist traurig... Aber mein Mann will es nicht wahrhaben und tut so, als wäre alles "in Ordnung". Das macht es nicht einfacher...
Liebe Grüsse!
P.S. Nein, ich habe den Text nicht geändert.
Liebe Rosalie,
Löschenna schau, habe ich was durcheinander gebracht.
Ich habe selber keine Kinder, aber erlebe wie die Kolleginnen in der Firma mit Therapie beginnen wenn die Kinder erwachsen werden (so mit 17,18) - weil der Inhalt ihres Lebens flöten ist sobald die Kinder flügge sind. Diese Frauen finden sich völlig neu. Meistens bleiben sie in der Ehe, weil sie über die Jahrzehnte finanziell abhängig geworden sind.
Letztlich war die finanzielle Abhängigkeit bei den unglückilchen Frauen die ich kenne, der Grund, sich nicht scheiden zu lassen. Zu diesen Frauen zähle ich auch meine Mutter.
Ich kann mir für mich ein Nebeneinander nicht vorstellen. Meine Mutter meinte mal "nach 35 Jahren Ehe gibt es auch was Anderes, eine andere Form der Beziehung" - das war dann das "Nebeneinander", jeder an seinem Computer, jeder in seinem Zimmer. Inzwischen scheinen sie sich wieder gefunden zu haben. Es geht doch nichts über den Kitt namens "Enkelkinder"
Ich freue mich übrigens, dass du so eine schön Zeit in den Bergen hattest. Und auch Spaß dabei gefunden hast! Danke für die Fotos.
liebe Grüße, Daniela
Danke,liebe Daniela!
LöschenMeine Eltern haben sich auch zusammengerauft und ich erinnere mich noch gut daran, als meine Mutter ihre Midlife Crisis hatte...
Aber sie hat meinen Vater immer geliebt und sie sind nun seit 43 Jahren verheiratet und der Kitt "Enkelkinder" ist in der Tat sehr wirksam!
Liebe Grüsse und guten Wochenstart!
Ich bin zufällig auf diesen Blog gestoßen und habe einige Artikel "quergelesen". Ich will gar nicht viel sagen, nur kurz: Das was ich gelesen habe, hat mich wirklich sehr berührt.
AntwortenLöschenEine Kollegin von mir hat sich letztes Jahr mit ca. 50 von ihrem Mann getrennt - nach 30 Jahren Beziehung. Auch dort sind 2 halbwüchsige Kinder da, sie hat 10 Jahre mit sich gehadert. Und nun: es scheint ihr sehr gut zu gehen, sie strahlt richtig von innen heraus (dabei hat sie es finanziell nicht leicht im Moment...)!
Die Kinder haben nichts davon, wenn die Mutter unglücklich ist, aber die Verhältnisse "stabil" sind. Ich bin selbst ein Scheidungskind und bin sehr froh, dass meine Mutter diesen Schritt gewagt hat! Als Kind hat man immer sein "Päckchen" zu tragen, egal was ist. Die Dinge aus meiner Kindheit, die mich heute belasten, haben absolut nichts mit der Scheidung zu tun.
Ziehen Sie es durch! Es wird Ihnen langfristig besser gehen, ganz ganz sicher!!!
Lieben Dank für diesen Kommentar! Er macht mir Mut!
AntwortenLöschenManchmal mache ich mir Gedanken über meine Gesundheit. Es gibt schon gewisse Anzeichen und Symptome, die mir manchmal zu denken geben. Die Kinder hätten nichts davon, wenn ihre Mutter ernsthaft erkranken würde, weil ihre Seele leidet.
Und Zufriedenheit und Liebe sind mir letztlich schon wichtiger als ein hoher Lebensstandard... Die Kinder kommen leider etwas zu kurz im Moment. Ich verbringe zu viel Zeit mit meinem Blog und mein Mann macht auch nicht viel mit ihnen. Sie spielen stundenlang EDEN auf dem iPad. Aber der Ältere (10) spürt mich schon sehr gut. Die Kleine (8) auch. Sie haben mich heute schon mehrmals spontan umarmt, obwohl man mir nicht ansieht, dass ich unglücklich bin...
Freut mich, dass Ihnen mein Kommentar ein wenig Mut macht.
AntwortenLöschenGenau das, was sie geschildert haben, wollte ich auch noch hinzufügen. Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, wenn etwas nicht in Ordnung ist, auch wenn sie nichts "wissen" oder zu wenig "begreifen" können. Im Falle einer Scheidung ist wichtig, den Kindern klar zu machen "wir sind kein Paar mehr, aber wir sind immer noch Eltern und gehören beide zu Euch. Wir verlassen Euch nicht, Mama UND Papa sind immer für Euch da!".
Nachdem was ich hier gelesen habe, haben Sie schon sehr viel getan um Ihre Ehe zu retten. Sie können also mit Fug und Recht sagen, Sie hätten alles getan. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, aber eine Scheidung ist nicht der Untergang der Welt. Das Leben geht weiter. Umgekehrt denke ich nicht, dass sich Ihr Zustand verbessern wird, solange Sie in dieser Beziehung bleiben. (Es wird erstmal sicher auch nicht sofort über Nacht besser, wenn Sie sich trennen, aber langfristig wohl schon...)
Und niemand hat das Recht über Sie zu urteilen. Nicht die Schwiegereltern, nicht die Nachbarn, nicht die Kinder, niemand. Es ist IHR Leben und jeder hat das Recht, seinen eigenen Weg zu gehen und sein Glück zu verfolgen! Umgekehrt gibt es auch niemanden, der uns glücklich macht, nur wir selbst indem wir uns treu bleiben. Also: entweder Sie verlassen ihren Mann oder Sie verlassen sich und Ihre innersten Gefühle.
Liebe Grüße, ich denke an Sie und schicke Ihnen ganz viel Kraft!
Sabine
Ja, das Problem lässt sich wohl diesmal nicht "aussitzen". Ich muss handeln, sonst werde ich krank.
LöschenVielen lieben Dank für Ihre Anteilnahme und herzliche Grüsse,
Rosalie
Kennen Sie diesen Spruch? Habe ich gerade von einer anderen Seite "geklaut"...
AntwortenLöschen>Geh du vor, sagt die Seele zum Körper,
>auf mich hört er nicht, vielleicht hört er ja >auf dich!
>Sagt der Körper zur Seele, ich werd ihn krank >machen, dann hat er Zeit für dich!
>Wir hören zu wenig auf unser tiefstes Innere, >unser wirkliches Wollen und unsere Seele. Und >Und selbst wenn der Körper als Übersetzer in >höchster Not durch Krankheit oder Depressionen >agiert, unterdrücken wir häufig noch seine >Signale, schalten unsere letzte aufleuchtende >Warnlampe ab, überspielen unsere gefährliche >Situation mit einem aufgesetzten Lächeln oder mit eingenommenen Depressiva …
lg
Sabine
Ich bin leider sehr geübt darin, die roten Warnlämpchen zu übersehen und ich habe sie auch schon mit Psychopharmaka zu bekämpfen versucht. Und ich bin richtig gut darin, mir alles schön zu reden... Aber nun funktioniert das nicht mehr und ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich meine Seele nicht länger ignorieren kann - sonst zerbricht sie.
LöschenMeine Liebe, ich habe mich nicht getraut. Hoffe noch immer, auf das, von dem ich solange nicht genau wusste, was das ist, das ich vermisse. Irgendwie komisch, wir beschreiben ähnlich Dinge, nur aus vertauschten Geschlechterrollen.
AntwortenLöschenAber ich liebe meine Frau, begehre sie, kann/will sie nicht verlassen. Auch, weil ich Angst vor dem freien Fall habe.
Lieben Gruß
Notos
Lieber Notos
LöschenJa, ich denke wir zwei sind in einer ähnlichen Situation - aber Du hast den Vorteil, dass Du Deine Frau noch liebst und begehrst. Bei mir hat das Manko an emotionaler Nähe nun dazu geführt, dass die Gefühle für meinen Mann nicht nur erloschen sind, sondern dass ich ihm sogar mit Ablehnung begegne. Das ist brutal. Für uns beide.
Meine Begegnung mit Mr. Charming hat mir die Augen geöffnet und eine weitere Begegnung das Herz. Ich habe erkannt, dass es etwas gibt, was ich schon fast mein ganzes Leben lang vermisse. Etwas, das mein Mann mir nicht geben kann.
Ich stehe nun mit den Füssen auf dem Felsvorsprung, ganz nah am Abgrund und bin mir nicht ganz sicher, ob der Gleitschirm sich öffnen wird, wenn ich springe...
Liebe Grüsse
Rosalie
In meiner ersten Ehe ist mir schnell klar geworden, dass das nicht lange dauern wird. Ich bin dann gegangen....Klar, es gab (Gott sei Dank)keine Kinder, aber eine Trennung ist immer nicht leicht, egal unter welchen Umständen.
AntwortenLöschenMeine Mutter hat sich mit 58 nach so vielen verschenkten Jahrzehnten von meinem Vater getrennt. Endlich...Meine psychischen Macken habe ich aus der Zeit, in denen sie sich nicht getraut hat.
Ich finde den Aspekt auch wichtig: Irgendwann kannst du die Traurigkeit und Einsamkeit nicht mehr einfach so wegstecken und wirst krank und davon haben deine Kinder gar nichts....
Zu deinem Gedanken zu sterben, fallen mir die Bremer Stadtmusikanten ein: Etwas besseres als den Tod findest du überall....
Ich wünsche dir viel Kraft...Du sagst, ich bin eine starke Frau - Danke, gleichfalls!
Ich drücke dich
"Nach vielen verschenkten Jahrzenten...". Das ist brutal! Ich hoffe, sie hat ihr Glück gefunden und ist nicht verbittert über die verlorenen Jahre...
LöschenManche haben ihre Midlife Crisis mit 40, andere mit 50 oder 60. Meine Freundin meint, ich hätte Glück, weil ich sie schon mit 42 habe...
Vieles scheint noch möglich zu sein. Gedanken an den Tod habe ich immer dann, wenn sich Hoffnungslosigkeit breit macht. Doch dann denke ich an die Menschen in meinem nahen Umfeld, die Krebs haben und dem Tod wirklich ins Auge sehen müssen. Sie sind alle noch keine 50 Jahre alt und dann komme ich mir so undankbar vor. Immerhin habe ich zwei wundervolle Kinder und (noch) keine finanziellen Sorgen. Und wer weiss... Vielleicht wartet da draussen tatsächlich noch eine grosse Liebe auf mich und ich kann mein Karma als unglücklich Verliebte vielleicht in diesem Leben doch noch einmal durchbrechen...
Ich drück Dich auch! Alles Liebe!
ich habe bisher nur "Liebesbilanz (Teil 2)" gelesen. Das hat mich getroffen wie eine Faust!
AntwortenLöschenDu beschreibst viele meiner Gefühle - es kommt mir so vor als wenn Du ein weibliches Spieglbild von mir bist.
Ich werde weiter stöbern - sage jetzt schon danke - und hoffe (auch) bei Dir einen Teil der Karte meines weiteren Weges zu finden.
Ich freue mich, dass Du meinen Blog gefunden hast und hoffe, dass Du ein paar Puzzleteile in Form von neuen Denkanstössen und Erkenntnissen bei mir findest.
LöschenIch habe vorgestern Nacht lange in Deinem Blog herumgestöbert und konnte so vieles nachfühlen... bis hin zu Deiner Begegnung in diesem Café! Meine Enya heisst Mr. Charming...
Liebe Rosalie, ich gestehe, dass ich zu den Lesern gehöre, die im ersten Moment „geschockt“ waren. ;)
AntwortenLöschenZum einen, weil du meines Empfindens nach einen etwas „unglücklichen“ Beweis dafür heranziehst, dass dein Mann dich vermeintlich nicht richtig geliebt hat und du schon immer allein warst. Mag sein, dass er mit den Bleistiftradierungen generell nichts anfangen kann (ich nebenbei bemerkt auch nicht ;) - aber wenn ich meinem Mann das nahe bringen möchte, was mir wichtig ist, dann wähle ich lieber einen weniger Stress beladenen Moment. Er hat gerade an seiner Diplomarbeit geschrieben und da wird er sicher anders im Sinn gehabt haben und ich glaube nicht, dass er dich mit seiner unbedachten Reaktion abwerten wollte. Dein Mann könnte es im Gegenzug als ebenso respektlos empfunden haben, dass du ihm gerade in so einem Moment mit Bleistiftradierungen kommst, die ihm nichts bedeuten. ;)
Was ich wirklich unglaublich traurig für euch beide (!) finde ist die Tatsache, dass du ihm nie Gelegenheit gegeben hast, den Irrtum aus der Welt zu räumen. :(
Über „die große Liebe“ oder darüber, wie Liebe sich im Lauf der Zeit verändert, möchte ich gar nicht philosophieren, denn du scheinst mit der Beziehung innerlich schon lange abgeschlossen zu haben. Doch wenn du abschließend schreibst, dass du auf einen Wink des Schicksals wartest… meine Güte Rosalie, wie überdeutlich soll dir das Schicksal denn noch zeigen, dass du in dieser Ehe ganz offensichtlich nicht glücklich bist? Und was eure Kinder angeht: Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die nicht merken, welche Eiszeit zwischen dir und deinem Mann herrscht? So wenig Einfühlungsvermögen kannst du deinen Kindern kaum zutrauen, denn die haben normalerweise alle sehr feine Antennen für jede Missstimmung.
Ich wünsche dir, dass du eine Entscheidung triffst, mit der du glücklich bist. Aber eine Entscheidung treffen solltest du wohl, denn sonst wird sie irgendwann für dich getroffen. Was für eine unglaublich traurige und verfahrene Situation für alle Beteiligten… :(
Liebe Anna
LöschenDieses Erlebnis hat sich mir eingeprägt, weil es mit der ersten Ernüchterung verbunden war. An der Diplomarbeit hat er schon eine ganze Weile gearbeitet und er war sehr froh, dass ich sie redaktionell überarbeitet und ihr den letzten Schliff gegeben habe.
Was meine Trouvaillen betrifft: ich mag antike Gegenstände, weil sie eine Geschichte erzählen oder einfach, weil sie mir gefallen und schön anzusehen sind. Diese Leidenschaft muss er nicht teilen. Aber ich habe mich gefragt, wie ich reagiert hätte, wenn er ein Hobby gehabt hätte, mit dem ich nichts hätte anfangen könnte. Hätte er Bierdeckel gesammelt oder Pfeilgiftfrösche gezüchtet, hätte ich wenigstens versucht zu verstehen, was er daran findet - nur schon aus Interesse und Respekt ihm gegenüber.
Aber dieses Erlebnis ist ja kein dummes Missverständnis, sondern vielmehr das erste Glied in der Kette von Enttäuschungen. Und ich habe keineswegs immer den Mund gehalten. Aber ich bin der Konfrontation auch häufig ausgewichen und habe manchmal etwas gekauft und es in meinem "Fundus" verschwinden lassen. So weiss er auch nicht, dass ich einmal 500 Franken für 1000 antike Postkarten ausgegeben habe, die ich in einer Onlineauktion ersteigert habe, damit sie nicht in die Hände einer Briefmarkensammlerin fallen... Ich wollte nicht, dass sie diese Zeitdokumente zerstört. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich warte auf den Wink des Schicksals. Ich stehe erst am Anfang einer neuen Entwicklung. Ich bin noch nicht bereit für eine radikale Änderung.
Und die Kinder kennen es ja nicht anders. Es herrscht keine Eiszeit bei uns. Wenig Streit. Sie haben kein Elternpaar, das auf dem Sofa kuschelt, aber sie werden geliebt und kriegen von uns ganz viele Streicheleinheiten.
Vielleicht warte ich darauf, dass das Schicksal eine Entscheidung für mich trifft...
Und ja, die Situation ist traurig und verfahren aber irgendwie trotzdem auch immer wieder erstaunlich "normal"...
Lieben Dank für Deinen konstruktiven Kommentar!
"Ich habe schon früher darüber geschrieben. Für die Kinder und auch für die Schwiegereltern wäre es sehr schlimm - und vor allem auch für meinen Mann. Ich bin diejenige, die in diesem komplexen Familiengefüge nicht mehr funktioniert. Es gibt ja keinen Streit - es sind meine Gefühle, die sich verändert haben."
AntwortenLöschenMenschen funktionieren nun mal nicht, Menschen leben. Und Gefühle verändern sich. Meistens nicht ohne Grund und von denen hast Du ja genug.
Im Prinzip opferst Du Dich doch auf für die Familie.... lieber sollen sie alle zufrieden sein, anstatt Du.
Die Schwiegereltern würden mich schon mal gar nicht interessieren, sorry. In erster Linie geht es nur um Deinen Mann und Dich und um die Kinder. Und ich kann nur dem beipflichten was schon mehrfach gesagt wurde: Kinder merken alles! Auch wenn es keinen offensichtlichen Streit gibt, merken sie die unterschwellige Spannung, die Lieblosigkeit, Dein Unglücklichsein. Ich bin Kind von Eltern, die sich hätten trennen sollen, es aber leider nicht getan haben, ich weiß also, wovon ich rede.
Liebe als Kind bei einer glücklichen Mutter leben und sich auf Besuche beim oder vom Vater freuen, als Zeuge einer lieblosen Beziehung zwischen den beiden zu sein. Wenn das der hauptsächliche Grund ist, warum Du vor einer Trennung zurückschreckst, solltest Du wirklich noch einmal ganz gründlich darüber nachdenken.
Und Wink des Schicksals....den hattest Du doch wohl schon längst, liebe Rosalie? Wie deutlich soll das Schicksal noch winken? Worauf wartest Du? Vielleicht - überspitzt gesagt - auf den ungebundenen (!) Prinzen mit dem weißen Pferd der um Dich kämpft und aus dem Schlamassel rausholt? Vergiss es.
Selbst wenn Du jetzt die große Liebe treffen solltest, vielleicht würde die verworrene Situation, in der Du jetzt bist, diese sogar eher zerstören, denn Du magst im Herzen frei sein, aber noch lange nicht im Kopf und vor allem eben auch nicht im realen Leben.
Das ist wirklich eine sehr traurige Situation und zwar wirklich für alle Beteiligten :-( Denn selbst Dein Mann würde ja vielleicht noch mal jemanden finden, der besser zu ihm passt und auch dauerhaft mit dem zufrieden wäre, was er geben kann.
Zum Schluß noch eine Frage: Kennst Du den Film "Die Brücken am Fluß" mit Meryl Streep und Clint Eastwood? Wenn nicht, schau ihn Dir bitte einmal an...
rosalie du bist stark glaube an dich du hast mehr kraft als du denkst. wage den schritt
AntwortenLöschenLiebe Rosalie, vor 2 Jahren stand ich auch vor der Entscheidung, mich aus einer Beziehung zu lösen, die sooo schlecht nun auch wieder nicht war, in der ich finanziell abgesichert war. Ich habe den Sprung gewagt und zum ersten Mal in meinem Leben eine Person gefunden, die mich glücklicher macht, als sonst jemand zuvor - Mich-.
AntwortenLöschenMein jetziges Leben mit all seinen Höhen und Tiefen würde ich nie mehr eintauschen wollen gegen eine lauwarme Beziehung.
Ich wünsche dir die Kraft, Klarheit und den Mut in ein neues Leben zu springen. Das Wasser ist längst nicht so kalt wie du befürchtest!