Hat es überhaupt einen Sinn, was ich hier tue? Ist der Mist nicht längst gekarrt? Versuche ich verzweifelt, mir den letzten Rest der Idylle zu bewahren? Einer Idylle, die keine mehr ist. Aus Angst, dass die goldene Fassade ihren Zauber nach aussen hin auch noch verliert.
Was ist, wenn wir das Projekt verhindern können? Das Land zu kaufen ist doch eigentlich unvernünftig. Auch wenn wir das Geld irgendwie zusammenbringen. Wird es dann nicht noch schwieriger zu gehen? Ich möchte ja gar nicht gehen. Aber bleiben hiesse, weiter eine Rolle zu spielen. Ich tue mich so wahnsinnig schwer mit Veränderungen.
| Blühende Salweide heute morgen in meinem Garten |
Wie wird es mir einmal ergehen? Wieviel Lebenszeit bleibt mir noch? Werde ich mein Leben richtig gelebt haben? Auf dem Heimweg hat mich dieses melancholische Gefühl befallen, das mich hin und wieder heimsucht. Es ist die Erkenntnis einer grenzenlosen Einsamkeit. Ich stelle mir dann die Frage, wieso das so ist und ob ich es nicht wert bin, geliebt zu werden. Diese Frage tut so brutal weh.
Irgendwie glaube ich nicht richtig daran, dass ich sie einmal erleben werde - die grosse Liebe, die bedingungslos und mit gleicher Intensität erwidert wird und unbeschwert gelebt werden kann. Vielleicht ist sie mir einfach nicht vergönnt.
Und ich denke an Lilly, an Anna im Wunderland, an Rostkopp, an die Frau Doktor, an Morgenrot, an die Träumerin und an all die andern, deren Blogs ich lese und an deren Leben ich irgendwie teilhabe. Sind sie nicht alle auch auf der Suche nach dieser grossen Liebe? Vielleicht ist sie nur wenigen Menschen überhaupt vergönnt.
Ich bin alleine. Vielleicht mehr denn je. Das, was ich hier tue, worum ich gerade kämpfe, wird mich meinem Mann nicht näher bringen. Ich habe die Tür zu meinem Herzen zugeschlossen. Er wird den Schlüssel nicht finden.
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| The key to my heart... |

Ach Süße, ich bin traurig mit Dir. Doch, Du bist es wert, dieses zu erleben. Selbstverständlich bist Du das.
AntwortenLöschenDu wirst das erleben. Sofern Du Dir den Raum dafür gibst. Zu hoffen, die große Liebe würde um die Ecke kommen und alles wäre auf einmal anders, ist vermutlich nicht der richtige Weg. Sie kommt leider viel zu selten vorbei. Man muss Geduld haben, weil man sie nicht erzwingen kann. Man muss ihr auf gewisse Art und Weise aber auch entgegen treten. Und wenn man jemanden trifft, der eben dieses auch wagt, dann begegnet man ihr vielleicht.
Wenn man jünger ist, mag das einfacher sein.
Ich denke oft an eine Kollegin, die ich vor etwa 20 Jahren hatte. Sie hatte damals das Alter, das ich heute habe. Vielleicht war sie einen Tick älter.
Sie war geschieden und hatte einen erwachsenen Sohn. Damals hatte sie - noch ganz klassisch - über eine Zeitungskontaktanzeige einen Mann kennengelernt, mit dem sie im Laufe der Zeit eine tiefe innige Liebe verband. Die beiden kauften ein Haus auf dem Land, reduzierten ihre Arbeitszeit und begannen, das Leben nochmal neu zu entdecken, zu gestalten und zu genießen.
Jung, wie ich damals war, dachte ich, es wäre eher die Ausnahme, wenn man sich in diesem (hohen) Alter noch einmal verlieben würde. Ich freute ich mit ihr und für mich formulierte ihre neue Liebe immer als "spätes Glück, das sie gefunden hätte".
Dabei war sie noch gar nicht alt. ´sind wir ja schließlich auch nicht ;-)
Sie war so strahlend und in sich ruhend, dass es eine Freude war, das anzusehen.
Doch, Rosalie, ich glaube fest daran, man kann es in jedem Alter finden. Man darf sich nur nicht selbst im Weg stehen.
Lieben Dank für Deinen Trost!
LöschenIrgendwo tief drin ist dieses blöde Gefühl, das manchmal in gewissen Situationen hochkommt. Das Gefühl, es nicht wert zu sein oder es nicht verdient zu haben, von ganzem Herzen geliebt zu werden. Das hängt wohl mit Erfahrungen in der Kindheit und Jugend zusammen. Ich muss mal ein Post darüber schreiben.
Die grosse Liebe... es wird kaum eine Liebe auf den ersten Blick sein. Ich vermute, sie wächst aus Sympathie, aus Zuneigung und damit das passiert, muss man das Glück haben, einen Menschen mit entsprechendem Potential zu treffen. Und dieses Potential dann auch zu erkennen, obwohl es sich vielleicht nicht sofort offenbart. Und man muss sich getrauen, sich auf die neue Person einzulassen und viel "Arbeit" investieren, um emotionale Nähe aufzubauen. Arbeit im Sinne von Kommunikation. Und bei Rückschlägen nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Ich befürchte, so eine grosse Liebe ist ein hartes Stück Arbeit!
Und irgendwie muss man darauf vertrauen, dass jemand die Fäden zieht und dafür sorgt, dass einem die richtige Person über den Weg läuft. So wie bei Deiner Kollegin.
Heute passiert das wohl am ehesten über ein Internetportal. Darüber muss ich einmal etwas schreiben...
Aber ich bin auch der Meinung, dass unser nicht mehr ganz jugendliches Alter (!) die Sache nicht schwieriger macht. Eigentlich weiss man mit 40+ besser, was man will. Oder eben, was man nicht mehr will.
Und ich will strahlen! Ich will einen Mann finden, der mich zum Strahlen bringt! Das muss ich mir gleich auf den Wunschzettel schreiben! :-)
Wenn es nur so einfach wäre, zu lernen sich selbst ganz zu lieben und anzunehmen um schließlich zu erkennen, es bedarf gar nicht der großen Liebe ... oder doch schon. Der großen Liebe zu sich selbst nämlich ...
AntwortenLöschenIch glaube daran: Ist dieser Zustand erst einmal erreicht, dann wird diese Liebe überfließen und es wird jemand da sein, der diese Liebe zurückgibt.
Bei mir ist es hoffentlich meine Frau, bei Dir ein neuer Mann? Wer weiß?
liebe rosalie......jeder mensch hat es "verdient" geliebt zu werden! vielleicht ist es (wie rostkopp geschrieben hat) leichter wenn man jünger ist, da ist man unbedarfter! manchmal sieht man die liebe oder den menschen dahinter auch gar nicht wirklich oder hat den schwerpunkt seiner sichtweise so verlagert dass einem der blick verstellt ist? ich bin gerade auf dem weg zu mir selber zurück....mich selber wieder lieben und schätzen ist mein nächstes ziel.....ob die liebe zu meinem herzensmenschen bestehen bleibt wird die zeit bringen. ich wünsche dir auf alle fälle alles erdenklich liebe und gute...
Löschen@Nouniouce
LöschenEin wahres Wort, lieber Nouniouce. Je älter ich werde, oder vielleicht sollte ich besser sagen, je reifer ich werde, desto mehr habe ich das Gefühl, dass es mir gelingt, diese Selbstliebe aufzubringen. Und sie ist wahrscheinlich wirklich der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.
Viele Jahre lang habe ich mich fast gehasst und war extrem hart und streng zu mir selbst. Kein Wunder, dass ich keine "echte" Liebe empfangen konnte. Heute sehe ich anders in den Spiegel. Liebevoller. Milder. So viele verschwendete Jahre...
@Giti
LöschenWie ich schon im Kommentar an Nouniouce geschrieben habe, denke ich wirklich, dass ich früher gar nicht in der Lage war, "echte" Liebe anzunehmen, weil ich sie für mich selber nicht empfinden konnte. Deshalb konnte ich auch keine Komplimente annehmen bzw. musste sie immer gleich abwerten oder relativieren.
Ich habe kurz in Deinen Blog geschaut und möchte ihn gerne lesen, sobald ich etwas Zeit finde. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Glück auf Deinem Weg! Alles Liebe!
Ich glaube gar nicht, dass es einfacher ist, wenn man jünger ist. Wahrscheinlich verwechselt man da nur viel eher Verliebtsein mit echter Liebe. Wenn man dann aber in unserem Alter ist und ein Resumee zieht, dann sieht man aber, dass man in diesen Beziehungen zwar auch eine tolle Zeit hatte, dass es sich dann aber verändert hat, dass die Gefühle gegangen sind.... und dass es eben doch nicht die große wahre Liebe war.
AntwortenLöschenAllein die EInsamkeit, das Alleinsein, das man spürt, obwohl man noch in einer Beziehung ist (wie auch Rosalie) sagt doch schon alles. Natürlich liegt auch vieles an einem selbst, natürlich ist man auch mal unglücklich, obwohl man eine glückliche Beziehung hat, denn es gibt ja noch vieles andere im Leben.
Aber wenn dieses Gefühl anhält, dann stimmt doch etwas nicht. Wenn man alles irgendwie allein erlebt und der Partner gar nicht wirklich daran teilnimmt, an Freude, Leid, ja sogar Alltag. Wenn man sich allein freut, allein weint.....
Das hast Du sehr schön gesagt, liebe Träumerin. Weinen tue ich schon lange alleine. Seit der Kindheit. Aber vielleicht ist das auch normal.
LöschenErst mit 40 Jahren habe ich erkannt, dass es eine Liebe gibt bzw. gäbe, die man sich nicht verdienen muss. Eine tiefe bedingungslose Liebe, die ich in meinen Parterschaften nie erlebt habe. Ausser einmal vielleicht. Aber ich war nicht reif genug, sie ebenso zu erwidern.
Eine tiefe, bedingungslose Liebe, wie ich sie für meine Kinder empfinde. Vielleicht ist es das, wonach ich mich schon mein ganzes Leben lang sehne.
"Eine tiefe, bedingungslose Liebe, wie ich sie für meine Kinder empfinde. Vielleicht ist es das, wonach ich mich schon mein ganzes Leben lang sehne." - das klingt nach einer Wurzel in deinem Leben!
LöschenZurück in die Kindheit? (Therapie ...)
liebe Grüße, Daniela
Das kann gut sein, ja. Aber meine Kindheit war eigentlich recht glücklich - aber das Elternhaus ist schon prägend. Und wenn einem als Kind mehr oder weniger subtil eingetrichtert wird, dass man es im Leben zu etwas bringen soll, entsteht das Gefühl, dass materielle Errungenschaften ein hehres Ziel im Leben sind. Und wenn man das glaubt, sucht man den Mann seines Lebens vielleicht in erster Linie nach seinen beruflichen Ambitionen aus und neigt in der Liebe und in der Partnerschaft dazu, Kompromisse einzugehen...
LöschenUnd wenn Lob aus dem Munde des Vaters grundsätzlich in ironischer Form ausgesprochen wird, ist das für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls nicht förderlich. Aber ich kann meinen Eltern keinen Vorwurf machen. Nichts geschah aus böser Absicht und ich kann immer auf ihre Unterstützung zählen. Ich habe meine Kindheit aufgearbeitet und auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen.
Liebe Grüsse!
"Überlege, was Dich glücklich macht.
AntwortenLöschenDem gehe nach."
Es tönt so simpel! Und ist doch so schwierig zu sagen. Immerhin weiss ich inzwischen schon besser, was mich NICHT glücklich macht...
LöschenDiese Worten haben es wirklch in sich! Du hast da was angestossen und sie kommen mir immer wieder in den Sinn. Denke bei der Gartenarbeit darüber nach. Beim Autofahren...
LöschenLiebe Rosalie, auch ich bin auf der Suche nach dem Glück. Wahrscheinlich hängt diese Suche auch mit der Midlife Crisis zusammen. Vielleicht findest Du hier [Klick] ein paar Denkanstöße. Ich wünsche Dir einen entspannten Sonntag!
AntwortenLöschenDanke für den Link! :-)
LöschenIch verwehre mich dagegen, die Midlife Crisis sei den Männern vorbehalten und wir Frauen hätten uns mit dem Klimakterium abzufinden. So ein Quatsch! Meine Wechseljahre sind noch weit entfernt. Hoffe ich jedenfalls... Und die Midlifecrisis dauert nun schon fast zwei Jahre. Und vieles, was in dem Artikel den Männern an Gefühlen attestiert wird, empfinde ich genauso.
Ich wünsche uns beiden, dass wir es finden, unser Glück! Und Dir jetzt erstmal einen guten Wochenstart!