Donnerstag, 6. Juni 2013

Von Monstern, Bankern, Sozialkompetenz und so

Die Zeit rast und und ich versuche irgendwie, alles unter einen Hut zu bringen und erledige dies und das und finde kaum Zeit zum Schreiben. Zudem habe ich in letzter Zeit immer mal wieder emotionale Tiefs und ich mag die hier nicht ausbreiten. Will ja keiner lesen, sowas. Und bevor ich beginne, über mein Mobiliar zu schreiben (schöner Wohnen mit shabby Chic), besinne  ich mich mal auf ein paar "Highlights" der letzen Wochen.

Das Gespräch mit Mam und ihrem Bankberater zum Beispiel. Also primär war es ein Gespräch zwischen dem Banker und mir und Mam war dabei. Das ganze Alterskapital (2. Säule) ist in einem Portfolio aus Obligationen und Aktien angelegt und mir graut schon länger vor einem neuen Börsencrash...  Das Kapital muss schliesslich noch zwanzig Jahre reichen. Seit Wochen und Monaten sprach sie bei jedem Rencontre mit mir davon, dass sie sich jetzt "dann mal" darum kümmern müsse, weil das Ersparte langsam zur Neige geht und die Altersrente (1. Säule) zum Leben nicht ausreicht. Und jedesmal habe ich ihr gesagt: "Mama, die Bank schickt Dir doch monatlich einen aktuellen Bericht über getätigte Transaktionen und da steht doch oben links der Name von einem Herrn, der sich um Dein Kapital kümmert. Den rufst Du an und fragst, ob er Dir eine Überweisung auf Dein Konto machen kann. Und dann vereinbarst Du ein Treffen, um mal grundsätzlich über das weitere Vorgehen zu diskutieren und ich begleite Dich". Und oh Wunder, letzten Freitag war es endlich soweit!

Das Treffen war der Hammer! Der nette Herr von der Privatbank (!) hat ein 35seitiges Dokument ausgedruckt mit Titelblatt und Ringheftung und hat uns in verständlichen Worten alles genau erklärt. Jede Obligation und wie die Risiken berechnet sind, weshalb er denkt, dass norwegische Kronen und australische Dollars eine gute Anlage sind, was es mit der Geldmarktpolitik der Schweizer Nationalbank auf sich hat, wohin uns die künstliche Fixierung des Eurokurses und die exorbitant gestiegenen Fremdwährungsreserven wohl noch bringen werden und dass die Hypothekarzinsen aller Voraussicht nach wieder ansteigen werden und all sowas! Und ich habe ein paar Fragen gestellt, unter anderem die, was denn die Verwaltung des Portfolios überhaupt kostet! Er hat geschmunzelt und geantwortet: "Ein Prozent des Kapitals. Pro Jahr." - Ich so: "Wow! Das ist ganz schön viel! - Naja, so lange die Nettorendite höher als ein Prozent liegt, ist es wohl ok!". Er hat gelacht und dann ziemlich überzeugend dargelegt, dass ein Prozent gar nicht so viel sei im Vergleich mit andern Banken und er hat die Vorzüge seiner (alt eingesessenen) kleinen aber sehr feinen Bank betont und ich habe ihm jedes Wort geglaubt und bin jetzt beruhigt! Ich habe das Gefühl, wirklich Bescheid zu wissen und was gelernt zu haben! Und Mama weiss jetzt, wer der Mann ist und er war so sympathisch und freundlich, dass ich zuversichtlich bin, dass sie ihn nun direkt anrufen wird, wenn sie was braucht. Ein Punkt weniger auf der Todo-Liste!

Zur Belohnung gab's dann ein Thaicurry und ein hübsches Leinenjäckchen von meinem Lieblingslabel! :-)


Und dann habe ich mir in den letzten Tagen trotz Chaos im Haushalt die Zeit genommen, mit meiner Tochter die Möbelkartons zu verbasteln. Sie ist gerade in einem totalen "Monster High" Hype und schaut sich auf Youtube alles über die angesagten Puppen an und es gibt dort coole Tutorials einer amerikanischen Mom, die aus allem, was so im Haushalt an Verpackungsmaterial anfällt, hübsche Möbel und ganze Zimmer für die Puppen ihrer Tochter bastelt! Viel schöner und charmanter als die total überteuerten Plastikmöbel von Mattel. Da kann ich mich als "Supermom" natürlich nicht "Lumpen lassen", wie wir auf Schweizerdeutsch sagen. Hier ist das Ergebnis aus Karton, Polsterfolie, rosa Satin und einem alten Gurt: tadaaaa! Unsere erste Couch!


Die neue Couch von Lagoona Blue und Robecca Steam!
Ich kann sie inzwischen alle namentlich aufzählen, die zahlreichen Monster High Girls. Am Anfang fand ich sie schrecklich aber inzwischen hab ich mich von der Begeisterung meiner Tochter anstecken lassen. Die Kollektion wird bald beträchtlich wachsen, denn nächste Woche hat sie Geburtstag!

Ja und was kann ich sonst noch berichten? Ich hatte ein gutes Gespräch mit meinem neuen Anwalt und der Papierkram macht Fortschritte. Das Jungenzimmer ist jetzt endlich "entrümpelt" und fast leer, denn es sind nur noch seine Sachen drin. Ziemlich wenig Möbel. Eine Wohltat! Er ist begeistert und findet es cool. Und nun bin ich daran, das, was ich aus dem Zimmer rausgenommen habe, irgendwie optisch ansprechend in der ganzen Wohnung unterzubringen, da ich momentan keine Zeit finde, alles durchzuschauen und auszusortieren und abzulegen. Papier ohne Ende...

Die Arbeit geht mir nicht aus. Ach ja, Stichwort Arbeit. Im Büro spitzt ich alles zu. Aber ich sitze nicht allein im Boot. Ein schwacher Trost, aber immerhin. Zum Glück bin ich vor einem Jahr der Gewerkschaft beigetreten, um mir im worst case Rechtsbeistand zu sichern... Das könnte sich noch bezahlt machen! Mein alter und vermutlich auch neuer Chef hat sich diese Woche zur Bemerkung hinreissen lassen, was eigentlich genau Sozialkompetenz sei. Das werde doch überwertet. Ich habe nichts dazu gesagt. Nur gedacht, dass er das nicht weiss, weil er sie nicht wirklich hat. Weil das etwas mit dem Charakter zu tun hat und man es wahrscheinlich nur bedingt lernen kann. Man hat sie oder man hat sie eben nicht. So wie es mehr oder weniger empathische Menschen gibt. Ein cooles Schild hab ich heute in seinem Büro entdeckt! Spricht mir aus dem Herzen:



Fundstück aus dem Büro meines Chefs!



Jep! So true!! Passt gerade sehr gut! ;-)

A bientôt!




8 Kommentare:

  1. Schön, wieder von dir zu hören! Liebe Grüße in die Schweiz!

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    1. Danke!! :-)

      Ganz liebe Grüsse und einen schönen Sonntag!

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    1. Wie meinst Du das genau, Menachem? Welche Aufgabe zuoberst auf der To-Do-Liste steht?

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    2. Oh..., liebe Rosalie, jetzt hast du mich aber eiskalt erwischt.

      Ich würde was drum geben, könnte ich deine To-do Liste beantworten. ICH, kann es leider nicht.

      Aber ich glaube, es gibt jemanden, der es kann.

      Das Geheimniss dabei ist vielleicht, du solltest auf die ganz, ganz leisen Stimmen achten, die nur ganz allein DU hören kannst.

      Ich wünsche dir viel Ruhe, Zuversicht, Gelassenheit und fühlen neuer Lebensfreude und Träume, beim Lauschen deiner inneren Stimme.

      Mit herzlichen Grüßen aus Leipzig,
      Menachem









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    3. @Menachem

      Danke! :-)

      Manchmal habe ich das Gefühl, vor einem Berg zu stehen und nicht zu wissen, welchen Weg ich nehmen soll bzw. an welcher Ecke ich damit beginnen soll, ihn abzutragen...

      Zuoberst auf der To-Do-Liste steht Papierkram... Budget überarbeiten und meine private Buchhaltung wieder soweit in Ordnung bringen, dass ich nicht befürchten muss, dass mir der Strom abgestellt wird, weil ich eine Rechnung des Energieversorgers übersehen habe... ;-)

      Immerhin habe ich jetzt eine Excel-Liste erstellt und bin auf dem besten Weg, die Übersicht über meine Ausgaben zu gewinnen und ich bin zuversichtlich, dass ich diesen Meilenstein auf meiner To-Do-Liste bald abtragen kann!

      Ganz liebe Grüsse aus der Westschweiz!
      Rosalie

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  3. es geht bergauf, schrittweise, wie gut das ich nicht alleine damit bin meine liebe.
    solltest du mal eine auszeit brauchen gib bescheid .. ein sofa steht immer für dich bereit

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    1. Ach, Lila, das ist ja total lieb von Dir!! Danke!! Bin ganz gerührt! :-)

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