Freitag, 13. Februar 2026

Shattered Dreams ...

Heute vor 13 Jahren stand ich am roten Leuchtstreifen in Genf und wartete mit klopfendem Herzen auf ihn. Ich weiss noch genau, wie aufgeregt ich war. 

Als ich meinen letzten Blogpost von 2018 wieder gelesen habe, hat es mich tief getroffen. Wie glücklich ich damals war. Wie sehr ich geliebt habe. Ich sehr ich geglaubt habe, wir seien unerschütterlich. Die Erinnerung an diese Zeit ist verblasst. 

2018 war vielleicht unser Höhepunkt. Danach wurde das Leben schwerer. Und ich wurde müder. Sorgen, Überlastung, innere Erschöpfung - ich zog mich zurück, ohne es wirklich zu merken und geriet immer mehr in einen Überlebensmodus. Ich funktionierte nur noch und Nähe fiel mir zunehmend schwer. 

Und während ich innerlich erstarrte, entfernten wir uns langsam voneinander. Kein Drama. Kein grosser Knall. Nur ein leises, aber stetiges Auseinanderdriften. Wir lebten zusammen in dem grossen Haus und aus einem Miteinander wurde im Alltag schleichend ein Nebeneinander. 

Wir waren früher so verbunden miteinander und die unzähligen Nachrichten, die wir täglich ausgetauscht haben, erzeugten Nähe. Doch sie wurden weniger und im echten Alltag fehlten uns irgendwann die Worte. Wenn ich Probleme ansprach, fühlte er sich angegriffen. Wenn er schwieg, fühlte ich mich allein. Und so entstand etwas zwischen uns, das wir nicht mehr überbrücken konnten.

Der Tod seines Vaters hat ihn verändert. So war es auch bei mir damals, als mein Vater im April 2012 plötzlich starb. Es hat so viel ausgelöst und es hat das Ende meiner Ehe besiegelt. Die Geschichte wiederholt sich. 

Der endgültige Abschied kam für mich kurz vor Weihnachten. Ich war nicht darauf vorbereitet. Ich habe zu spät realisiert, dass er innerlich längst weg war. 

Die letzten Wochen waren voller Trauer, Fassungslosigkeit und voller Fragen, die nicht mehr beantwortet werden können. Wir haben es verpasst, sie rechtzeitig zu diskutieren. Und da ist auch viel Wut und auch Enttäuschung. Verletzte Gefühle auf beiden Seiten. Aber vor allem Schmerz darüber, dass die Liebe nicht gereicht hat. 

Heute Morgen lag eine Karte in der Küche:


„Ich habe unser erstes Treffen am roten Leuchtstreifen in

Genf nicht vergessen.

Die 13 Jahre gehören zu uns und ich bin für vieles davon dankbar.“


Diese Nüchternheit tut weh. 

Ja, sie gehören zu uns. Und genau das macht es so schwer. 

Nun leben wir noch unter einem Dach, in getrennten Zimmern. Wir versorgen gemeinsam unsere Katzen. Der Alltag geht weiter, auch wenn etwas Entscheidendes fehlt. 

Dreizehn Jahre sind ein Stück Leben. Sie waren echt. Sie waren intensiv. Und sie haben mich geprägt. Ich kann sie nicht einfach weglegen. Ich muss lernen, sie loszulassen. 

Das tut weh. 

Vielleich können wir eines Tages einfach Freunde sein. Ich wünsche es mir. 

Eure Rosalie

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