Donnerstag, 31. März 2011

Gute Vorsätze (2)

Ende der Tristesse. Schluss mit Jammern... Rosalie schaut vorwärts und sagt der Depression den Kampf an. Und fasst wieder einmal gute Vorsätze.   

267 Franken. Soviel  hat die Stunde Kraft-Ausdauertraining vom 11. Januar 2011 bis heute gekostet. Wobei das Training genau genommen eigentlich nur 45 Minuten gedauert hat...

Rosalie hat ja letzten Herbst gute Vorsätze gefasst und einen Pilateskurs besucht. Dieses Vorhaben ist bekanntlich glorios gescheitert und hat ihr ein chronisches Schulterproblem eingebracht.  Und frei nach dem Motto "wenn schon, dann schon..." hat sie im lokalen Fitnessstudio auch gleich noch ein Probetraining absolviert und in ihrer Euphorie selbstverständlich ein Jahresabo abgeschlossen. Kommt ja viel günstiger... 12 monatliche Raten à 89 Franken. Und von Oktober bis Weihnachten ist sie schön brav ein bis zweimal wöchentlich hingefahren und hat sich 45 Minuten lang richtig angestrengt. Bis die Weihnachtsferien kamen und dieser blöde Virusinfekt sie Mitte Januar ausser Gefecht gesetzt hat.

Für 267 Franken hätte ich eigentlich einen Privatcouch engagieren können, inkl. Massage und Mentaltraining ;-)

Vielleicht zeigt sich der Studioinhaber ja kulant und schreibt mir ein bis zwei Monate gut, wenn ich ihm das ärztliche Attest zeige. Mal sehen.

Und ab nächster Woche werde ich wieder trainieren. Oder noch besser gleich morgen! Zweimal die Woche. Ganz bestimmt. Und je mehr ich trainiere, desto günstiger wird die einzelne Stunde! Also... 89 durch 8 ergibt ca.  11 Franken, wenn ich nur einmal wöchentlich gehe sind es 22 Franken, wenn ich die Ferien abzähle... ach lassen wir das. So genau wollte ich es gar nicht wissen... 

So! Morgen beginnt mein neues Leben! Ich werde wieder von vorn beginnen  - zumindest was meine "Fitnesskarriere" betrifft. Schluss mit Süssigkeiten und Weissmehl! Ich werde  zweimal wöchentlich trainieren, täglich 2 - 3 Liter Wasser trinken, Kohlehydrate einschränken und 10 kg abnehmen! Sommer kann kommen...

Rosalie hat gesprochen! Habe fertig! ;-)

Tristesse

Seit ein paar Tagen bin ich deprimiert. Einfach traurig. Herzschmerz. An manchen Tagen ist es schlimmer. Heute ist so ein Tag. Denke viel zu oft an ihn. Gleichzeitig weiss ich, dass ich einem Phantom nachtrauere, das in der realen Welt gar nicht existiert. Ich habe mir ein Idealbild kreiert, dem er nicht gerecht werden kann. Er ist überfordert mit einer Frau wie mir. Wir spielen nicht in der selben Liga. Lebe wieder einmal in einer Traumwelt, was dieses Thema angeht.

Frage mich, ob diese ganze Sehnsuchtsgeschichte nicht einfach nur biologische Ursachen hat. Lust auf Sex anstatt Seelenverwandtschaft? Spielen die Hormone einfach verrückt, weil sie ihre biologische Funktion erfüllen wollen und mein Körper realisiert, dass in ein paar Jahren Ende ist mit Kinderkriegen? So ein Quatsch... Verliere ich langsam den Verstand?

Ich kann diese Blockade zwischen meinem Mann und mir  nicht überwinden. Gleichzeitig habe ich ein so starkes Verlangen, meine Leidenschaft auszuleben. Ertappe mich dabei, wie ich die Kontaktanzeigen in der Lokalzeitung unter der Rubrik "Geniessen" studiere...

Und ich werde einfach nicht gesund. Ein zäher Schleim hat sich auf meiner Lunge festgesetzt. Husten ist besser geworden, aber noch nicht weg.  Das dauert  jetzt schon zehn Wochen. Kann mich nicht erinnern, jemals so lange krank gewesen zu sein. Zwei verschiedene Antibiotika haben nicht geholfen. Weigere mich, weiterhin Chemie zu schlucken.

Denke, es ist die seelische Befindlichkeit, die mich am Gesundwerden hindert. Drehe mich im Kreis und frage mich, ob mir noch zu helfen ist.

Donnerstag, 24. März 2011

Tage wie dieser...

Heute Nacht um 01.30 Uhr im Kinderzimmer neben schlafender Tochter aufgewacht. Wieder einmal eingeschlafen beim Vorlesen der Gutenachtgeschichte. Pyjama angezogen, abgeschminkt, Zähne geputzt... und im eigenen Bett neben schlafendem Sohn und schnarchendem Ehemann versucht wieder einzuschlafen. Kurz mit dem Gedanken gespielt, in der Küche einen Eiweissdrink zuzubereiten (leichtes Hungergefühl infolge Dinner Cancelling...) und die Aufzeichnung meiner aktuellen Lieblingsserie anzuschauen - aber aus Gründen der Vernunft im Bett geblieben. Nächste fünf Stunden in einer Art Dämmerzustand verbracht... Nicht richtig tief geschlafen aber auch nicht ganz wach geblieben...

Schliesslich schon leicht genervt und natürlich nicht ausgeschlafen um 06.30 Uhr aufgestanden. Zwei Stapel gebügelte Wäsche in Schränke geräumt, Kleider für Sohnemann zurechtgelegt. (Wann wird er dazu endlich selbst in der Lage sein? Mit 18?? Und warum sind die Kleider vom Vortag am nächsten Morgen immer unauffindbar??). Die kleine Schwester sucht sich ihre Kleider selbst aus. Schon länger. Ist halt eine Frau ;-).

Kurz einen Kaffee getrunken und gleichzeitig auf dem iPhone neuste Lagebeurteilung aus Japan und Libyen abgerufen, Betten gemacht und endlich ab unter die Dusche. Unter der Dusche von Sohnemann gestört worden, der zähneknirschend die neuste Französischprobe an die vom Dampf beschlagene Glaswand hält. Er hat sie zwei Tage im Schulthek versteckt und braucht nun blöderweise eine Unterschrift von Mama (Papa ist ja schon seit mindestens einer Stunde am Arbeitsplatz). Wische den Dampf weg und erspähe durch die Glaswand das Testergebnis. "Atteint minimalement". Also Note 4. Oder ist das schon eine 3.5? Wieso kann die Schule nicht einfach Noten vergeben wie zu meiner Zeit?? Wieso ist heute alles so kompliziert? Und wieso schreibt Sohnemann eine 4 - sein bisher schlechtestes Ergebnis in diesem 3. Schuljahr? (Für die deutsche Leserschaft: bei uns ist die 6 die beste Note, 4 also noch knapp genügend, 3.5 bereits ungenügend, d.h. Promotion gefährdet.)

Beende die Dusche und schaue mir die Misère näher an. Sohnemann ist ganz zerknirscht und fragt, ob wir ihn trotzdem noch lieb hätten. Schaue ihn streng an und sage "nein, erst ab Stufe "atteint avec facilité" also Note 5".  Wir grinsen uns an und ich frage mich, was hier eigentlich schief läuft... Denkt er denn tatsächlich, dass unsere Liebe von seinem Schulerfolg abhängig ist? Er setzt sich selber unter Druck. Kommt mir bekannt vor...

Analysiere die Evaluation (auf schweizerdeutsch: Probe, auf hochdeutsch: Klassenarbeit) und meine Laune sinkt auf Gefrierpunkt. Nicht wegen Sohnemann - wegen Lehrerschaft. Sohnemann besucht französische Schule. Anderthalb Seiten Text gespickt mit Wörtern, die nicht mal Mama kennt. Titel "La moquette" (der Teppich). Die Hälfte der ca. 30 % deutschschweizer Kinder in seiner Klasse hat dieses Wort vermutlich nicht gekannt, da wir gemeinhin das Wort "tapis" verwenden. Dazu jede Menge Wörter wie "avec délectation", "des courbes savantes", "baliser", "fil blanc en guise de ligne", "s'éclipser",  "acquiescer", "entrelacer"... und sämtliche Verben in der äusserst beliebten Vergangenheitsform "passé simple" (utilisa, entassa, chargea, tondit, fit sauter, firent, vint...). Nun hat das schlaue deutschschweizer Kind es geschafft, die komplizierte und ziemlich verrückte französische Geschichte in der zur Verfügung stehenden knappen Zeit trotz Leseschwäche einigermassen zu verstehen und die nachfolgenden zwei Seiten mit Verständnisfragen vollständig zu beantworten. Die Frage, wie die spielenden Kinder denn die Bäume neben der mit dem Rasierapparat des Vaters in den neuen Wohnzimmerteppich (eben Moquette...) gefrästen Autorennbahn gestaltet hätten, mit "avec de la salade" beantwortet - anstatt mit "avec des feuilles de laitue". Also bloss Salat, anstatt Kopfsalatblätter... gibt einen halben Punkt Abzug. Und weiter in diesem Stil. 17.5 von 26 Punkten erreicht, ergibt Note 4!
Sohnemann lässt verlauten, dass es seinen deutschsprachigen Kameraden nicht oder nur wenig besser ergangen sei.  Rufe also kurz entschlossen die Mutter seines Freundes zwecks Verifizierung an. Inzwischen ist es 07.45 Uhr und ich bin weder geschminkt noch fertig angezogen. Die andere Mutter ist ebenfalls sehr genervt über die strenge Bewertung und die "Diskriminierung" der nicht frankophonen Kinder, die solch spezielle Wörter natürlich (noch) nicht kennen. Ihr Sohn (ein Musterschüler) hat deswegen schlecht geschlafen und sie hat eigentlich auch keine Lust, diese Probe telquel zu unterschreiben.

Mache eine Kopie der Evaluation, unterschreibe widerwillig und schicke Kinder auf den Schulweg.  Inzwischen ist es 08.00 Uhr. Rosalie ist angezogen aber noch ungeschminkt. Bemerke das Aufgabenheft der Erstklässlerin auf dem Wohnzimmertisch. Mist... Das gibt eine Punition (d. h. Bestrafung durch Klassenlehrerin). Arme Kleine. Dabei ist sie doch so gewissenhaft. Also schwingt sich Supermama rasch ins Auto, setzt Sonnenbrille auf, um verschlafenes ungeschminktes Gesicht zu kaschieren, und fährt die drei Minuten zur Schule, wo sie der Tochter auf dem Schulhof zwei Minuten vor Schulbeginn noch das vergessene Heft in den Schulthek packt. Zurück nach Hause, schminken, nochmals umziehen (übliches Morgenritual), Ladekabel und iPhone einpacken (Akku ist kurz vor Kollaps) und los geht's Richtung Arbeitsplatz. Mittlerweile ist es 08.35 Uhr -  das heisst, ich werde es auch diesmal wieder nicht schaffen, pünktlich um (spätestens) 09.00 Uhr an der Arbeit zu sein! Nehme mir fest vor, trotz allem Höchstgeschwindigkeiten im Strassenverkehr nicht zu überschreiten.

Fahre los und rotes Benzinlämpchen leuchtet auf... Keine Zeit zum Tanken. Bordcomputer meldet noch Sprit für 140 km. Also ignorieren. Auf der Autobahn erspähe ich im Rückspiegel eine versteckte Radarfalle - Blick auf den Tacho... Schwein gehabt! Um 09.08 Uhr im Büro angekommen. Ganz viel Arbeit erwartet mich. Langweilige aber zum Glück kurze Sitzung. Mittagspause verbringe ich Blog schreibend.  Musste das einfach loswerden. Und diese blöde Sehnsucht macht sich heute wieder einmal besonders stark bemerkbar. Kann ich im Moment überhaupt nicht brauchen. Keine Zeit! Keine Lust! Der ganz normale Wahnsinn...

Montag, 21. März 2011

Ich möchte gerne einmal...


Ø    nach einem Arztbesuch vertrauensvoll die verschriebenen Medikamente einfach wie verordnet einnehmen, ohne  den Beipackzettel zu lesen, die Wirksamkeit bzw. Schädlichkeit zu hinterfragen und die Dosierung anzuzweifeln.
Ø   Kleidergrösse 34/36 tragen und  ein Outfit aus dem  Impressionen- oder Redoutekatalog bestellen, das mir einfach nur gefällt (und nicht eines, das mir voraussichtlich gut steht bzw. zumindest vorteilhaft aussieht…).
Ø    am Morgen einfach eine Jeans und ein enges Shirt aus dem Schrank nehmen und darin toll aussehen (ohne mich noch ca. 3 x umzuziehen, bevor ich aus dem Haus gehe…).
Ø    mich ans Piano setzen und ein neues Stück locker ab Blatt spielen ohne üben zu  müssen.
Ø    eine verschmuste Katze haben, die weder Vögel noch Eidechsen jagt und sich garantiert nicht überfahren lässt.
Ø    perfekt französisch sprechen und nicht dauernd die Artikel verwechseln…
Ø    eine Viertelstunde zu früh zu einem Termin erscheinen anstatt (mit ordentlich Stress) just in time…
Ø    eine ganze Woche lang jede Nacht mindestens 8 Stunden durchschlafen (oder wenigstens einmal eine Nacht …)
Ø    ein perfekt aufgeräumtes Haus haben (zumindest für einen halben Tag…)
Ø    einen Bestseller schreiben und finanziell unabhängig werden.
Ø    noch einmal so richtig verliebt sein und Schmetterlinge im  Bauch  haben (und dabei wissen, dass es ihm ebenso ergeht).
 
Ø    die Erfüllung der unerfüllten Sehnsucht erleben...

Samstag, 19. März 2011

Katie...




Ich liebe Katie Melua. Ich liebe ihre melancholische Musik und fühle mich seelenverwandt. Viele ihrer Songtexte sprechen mir aus dem Herzen.  Am liebsten höre ich ihre Lieder beim Autofahren.  Ganz allein für mich. Seit letzten Sommer noch viel mehr. Lieder wie dieses:
„Red Balloons“
I put my heart in a red balloon
But I let it go to soon
Let it go on the boulevard
Where wicked winds blow so hard

Maybe had I looked up I would have seen that

The sky is full of red balloons
Red balloons are full of broken hearts
Broken hearts are floating by a chance
Will they burst or drift
Into arms
Will they burst or drift
Into arms

I put my voice in a red balloon
For you it sang too many tunes
Haunted by those melodies
I let it go with the breeze

Maybe had I looked up I would have seen that

The sky is full of red balloons
Red balloons
are full of broken hearts
Broken hearts are floating by a chance
Will they burst or drift
Into arms
Will they burst or drift
Into arms

I put my eyes in a red balloon
To watch you with the light of the moon,
But seeing you holding hands
With another girl and making plans
Well I just had to set you free
And finally see, that

The sky is full of red balloons
Red balloons are full of broken hearts
Broken hearts are floating by a chance
Will they burst or drift
Into arms,
Will they burst or drift
Into arms…

Freitag, 18. März 2011

Desperate Housewife

Da sitze ich nun vor meinem Notebook und bastle an meinem Blog-Layout herum, dabei sollte ich doch...
  • das Mittagessen für die Kinder kochen
    (1. Priorität, noch 15 Minuten Zeit. Was kochen? Kartoffelstock aus dem Beutel? Verflixt - Milch ist ausgegangen...)
  • die Wäsche aus der Waschmaschine nehmen (oder Summer weiter ignorieren)
  • die Wäsche aufhängen und nächste Trommel starten
  • das Bett frisch beziehen (uups... Duvets hängen noch aus dem Fenster. Was denken bloss die Nachbarn? Ist mir wurscht...)
  • oberes Stockwerk aufräumen (damit meine Perle heute Nachmittag putzen kann)
  • unteres Stockwerk aufräumen (dito)
  • Aquarium putzen und Filter wechseln (arme Goldfische... dringend!)
  • Rechnungen bezahlen (heute Nachmittag!)
  • mein Auto staubsaugen (schäm mich langsam...)
  • Auto waschen (wann regnet es endlich wieder einmal?)
  • Scheibenwischerflüssigkeit nachfüllen (selbst ist die Frau ;-) - finde inzwischen sogar den Hebel zum Öffnen der Frontabdeckung auf Anhieb ;-)
  • die neuen Rosen giessen
  • jäten, jäten, jäten
  • und geschätzte 1'000 weitere Dinge...
So, jetzt aber ab in die Küche! Werde mal Karotten rüsten, damit sie was zum Knabbern haben, bis das Essen auf dem Tisch steht...

Dienstag, 15. März 2011

Japan

Oh mein Gott! Was für eine Tragödie! Diese Bilder aus den vom Tsunami zerstörten Gebieten sind unerträglich. Erschütternd! Und der nukleare Supergau  nimmt seinen Lauf und die Situation scheint ausser Kontrolle geraten zu sein. Fukushima wird sich in das globale Gedächtnis einbrennen.  Da hilft nur noch Beten…
Wie klein und unbedeutend  scheinen in diesem Moment unsere eigenen Probleme.
Mein Vertrauen in die Sicherheit von Atomkraftwerken ist grundlegend erschüttert. Das nächste AKW steht keine 30 km von meinem Wohnort  entfernt.

Montag, 14. März 2011

Jubiläum!

Vor einem Monat habe ich spontan den Entschluss gefasst, diesen Blog zu eröffnen! Ein paar Tage vorher hatte ich wieder einmal den Begriff „unerfüllte Sehnsucht“ gegoogelt… und war zufällig auf  Autumns Sehnsuchtsblog  gestossen. Ich habe seine ganze Geschichte gelesen und es hat mich sehr berührt, weil ich vieles nachfühlen konnte. Und ich war beeindruckt, dass jemand  - und noch dazu ein Mann – so offen und ehrlich über sein Gefühlsleben  und seine Erfahrungen mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe berichtet.
Das war mein erster Ausflug in die Welt der Blogs!
Autumns  Blog hat mich zu Peters Geschichte geführt und schliesslich bin ich auf Annas genialen Wunderlandsblog gestossen. Und plötzlich wusste ich – das will ich auch! Ich möchte mir meine Gedanken von der Seele schreiben,  Feedbacks und konstruktive Kommentare erhalten, die Denkanstösse liefern, die mich weiterbringen auf meinem Weg zu mir selbst.  
Die Erkenntnis, dass ich mit meinem aktuellen  „Gefühlschaos“ nicht alleine dastehe, tut einfach gut. Dank Anna habe ich weitere interessante Blogs entdeckt. Es scheint, dass es „da draussen“ erstaunlich viele Menschen gibt, die in einer ganz ähnlichen Situation oder in einem ähnlichen Selbstfindungsprozess stecken. Das Bemerkenswerte ist, dass sie ihre Gedanken mit der Öffentlichkeit teilen.
Rosalies Bilanz nach dem ersten Blogmonat:  
©    4 regelmässige Leserinnen und 1 regelmässiger Leser!
©    6 Kommentare zu meinen ersten 9 Posts!
©    5 interessante Mails von bemerkenswerten Frauen!
©    3 neue wertvolle Mailkontakte!
©    322 Seitenaufrufe  aus vier verschiedenen Ländern!

Wow! Das hätte ich nie erwartet! Ein grosses Dankeschön an alle meine Leserinnen und Leser für Euer Interesse , für den Zuspruch und die wertvollen Denkanstösse!!

Fortsetzung folgt ;-) 

Eure Rosalie

Sonntag, 13. März 2011

Gute Vorsätze (1)

Schon mal was von Supraspinatus gehört? Nein, das ist nichts Essbares, kein neues Muskelaufbaupräparat und auch nicht der botanische Name einer Meeresalge. Es ist ein Muskel im Schulterbereich.  Wieso ich das weiss? Weil meiner beleidigt ist und rumzickt. Und wollt Ihr wissen wie das kam?
Das Leben ist manchmal einfach hundsgemein… Da hat sich Rosalie doch gut und gerne zehn Jahre lang an Churchills Leitsatz  „no sports“ gehalten und ist damit ihrem von Haus aus eher bequemen Naturell treu geblieben, mit Ausnahme gelegentlicher Nordic Walks und exzessiver Gartenarbeit… (ja, die kann auch ganz schön anstrengend sein).
Nun hat eine Begegnung der dritten Art letzten Sommer  - ja, ja, ich werde demnächst endlich darüber schreiben ;-) - dazu geführt, dass Rosalie den Entschluss gefasst hat, den überzähligen Kilos endlich ernsthaft den Kampf anzusagen und etwas für die Muskulatur zu tun. Sie hat sich deshalb für den Pilateskurs eingeschrieben, der von einer Bekannten in einem nahen Fitnesscenter angeboten wird – nachdem sie gut und gerne zwei Jahre lang  immer wieder davon gesprochen hat und seltsamerweise immer etwas dazwischen gekommen ist. Letzten Oktober war’s dann endlich soweit und Rosalie hat das Vorhaben in die Tat umgesetzt! Allein das Betreten der Location hat sie Überwindung  gekostet…
Die ersten Übungsstunden waren relativ easy. Aber zu früh gefreut. Meine gleichaltrige Bekannte mit der durchtrainierten Kinderfigur hat uns Anfängerinnen in die  Stützübungen eingeführt. Also Seitenlage, Arm ausstrecken und am Boden aufstützen und Becken rauf, auf dass eine schöne gerade Linie entstehe. Geht ganz einfach, wenn Frau die Figur eines Bleistifts hat. Nun gibt es aber erstaunlicherweise auch Frauen, deren Schwerpunkt weder im Kopf noch im Busenbereich liegt sondern in der Beckenregion… Versteht Ihr was ich meine? Genau - ein ziemlich üppiger Hintern à la Beyoncé- bloss eine Nummer grösser ;-) Und wenn dann noch eine nicht besonders ausgeprägte Oberarmmuskulatur hinzukommt, kann man leicht etwas kaputt machen. Schliesslich will man sich ja keine Blösse geben und schön brav mitmachen…
Und die Moral von der Geschicht: seit vier Monaten tut die linke Schulter weh und ich kann den linken Arm nicht mehr schmerzlos heben. Toll hingekriegt…  manchmal sollte man doch einfach auf seinen inneren Schweinehund hören, der das Vorhaben immerhin zwei Jahre lang erfolgreich hinausgezögert hat.
Soviel zu guten Vorsätzen und zu meiner kurzen Pilateskarriere… vielleicht hätte ich es doch besser mit Yoga probieren sollen ;-)

Mittwoch, 9. März 2011

Frühling lässt grüssen!

Endlich! Wurde auch langsam Zeit! Die eisige Bise hat sich verzogen und am Nachmittag sind die Temperaturen an der Sonne auf angenehme (geschätzte) 17 Grad gestiegen! Habe heute die erste Eidechse der Saison gesehen! Ein untrügliches Zeichen, dass nun endlich der Frühling Einzug hält. Und das hebt die Stimmung und bringt mich auf andere Gedanken.

Und wir haben wieder einmal ein neues Gartenprojekt lanciert... und ich habe wieder Lust auf Gartenarbeit. Das Wühlen in der Erde tut mir gut! Die Hände verrichten ihre Arbeit, ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen und am Schluss ist ein Ergebnis zu sehen. Letzten Herbst hatte ich ein denkwürdiges Gartentief. Konnte mich einfach nicht mehr motivieren. Und bei 2‘000 m2 Garten ist das ein wenig problematisch, zumal ich die Einzige bin, die sich um die Stauden kümmert und Unkraut jätet.

Mein Mann hat die Lust an alten Rosen entdeckt und betrachtet diese jetzt als sein persönliches Revier. Wir haben vor Jahren zusammen einen Rosenschnittkurs bei einem englischen Rosenzüchter besucht und nun schneidet und pflegt er unsere äh – pardon - seine Rosen selbst. Mit  überzeugendem Ergebnis, das muss ich neidlos anerkennen.

Letzten Sommer habe ich mich „erdreistet“, auf meiner ersten Gartenreise – die eigentlich unsere erste Gartenreise werden sollte –  eigenmächtig drei Alba-Rosen zu erstehen. Das sind historische Rosen, die zwar nur einmal blühend sind  – aber wenn sie es tun, dann richtig! Üppig, wunderschön und duftend. Eine der drei Grazien heisst  „Königin von Dänemark“ und wurde 1816 entdeckt/kreiert. Ich finde es faszinierend, dass solche historischen Rosen heute noch erhältlich sind.

Mein Mann war nicht besonders begeistert – damit hatte ich schon gerechnet. Er bevorzugt Rosen, die den ganzen Sommer lang blühen. Aber historische Rosensorten tun das in der Regel nicht, und  ich habe eine Schwäche für antike Dinge…  Inzwischen haben wir uns sogar auf einen Standort geeinigt, der uns beiden genehm ist. Das sind jetzt eben „meine“ Rosen und sie erinnern mich an eine denkwürdige Reise. 

Überlege gerade, dass ich eigentlich einen Gartenblog eröffnen könnte…  damit ich was zu schreiben habe, wenn ich den Herzschmerz gerade verdränge oder mich nicht damit befassen mag. So wie heute…
                                                      Alba-Rose „Königin von Dänemark“, 1816

Donnerstag, 3. März 2011

Mein goldener Käfig…

Ich lebe in einem goldenen Käfig! Es ist nicht so, dass ich mir einen erfolgreichen Ehemann geangelt hätte, um ein bequemes Leben führen zu können. Nein, das ist nicht mein Stil. Wir haben beide klein angefangen und ihn langsam und stetig zusammen auf- und ausgebaut, diesen goldenen Käfig. Ich habe den Eindruck, dass wir uns in immer neue Projekte „geflüchtet“ haben, um uns abzulenken von Problemen, die wir scheinbar nicht lösen können oder für die wir keine Lösung sehen. So haben wir die Fassade unermüdlich verschönert, damit die Risse nicht sichtbar werden.  Und uns letztlich selber etwas vorgetäuscht. Und nun stecken wir emotional fest in diesem goldenen Käfig und es scheint undenkbar, ihn zu verlassen oder ihn aufzugeben. Weil es nicht  bloss ein Haus und ein 08/15 Garten ist. Nein - es steckt Herzblut drin. Viel Herzblut!
Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu wohnen. Mein Mann auch nicht.  Wir haben uns ein kleines Paradies erschaffen. Mittendrin die Kinder und wir, gleich dahinter die Schwiegereltern, die seit Geburt der Kinder Teil dieses Mikrokosmos sind, die wichtige Rollen übernommen haben. Die Rolle der fürsorglichen Grosseltern, die hingebungsvoll mit den Kindern spielen. Denen es ein echtes Bedürfnis ist, Zeit mit den Enkeln zu verbringen. Nicht weil das von ihnen erwartet wird, sondern weil es eine Herzensangelegenheit ist. Die ihnen wichtige Dinge beibringen. Dinge fürs Leben. All das, wofür die vielbeschäftigten und ständig müden Eltern weder Lust noch Energie haben. Die für die Kinder wichtige und wertvolle Bezugspersonen sind. Die einen Gegenpol setzen zu den Eltern, die zu viel Zeit mit ihren Notebooks und Smartphones verbringen. Die tatkräftig mitgeholfen haben, dieses Paradies aufzubauen. Die so stolz darauf sind und ihre Lebensenergie aus der Teilnahme an diesem Mikrokosmos ziehen. Weggehen scheint unmöglich. Ich kann die Kinder weder mitnehmen, noch zurücklassen. Sie lieben mich über alles. Rennen mir entgegen und fallen mir um den Hals, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Nennen mich die beste Mutter auf der ganzen Welt. Den Vater würde es brechen, wenn er ausziehen müsste. Seine Worte. Für die Schwiegereltern würde eine Welt zusammenstürzen, wenn diese Ehe scheitern würde.
Es ist unser goldener Käfig...
All das gibt man nicht leichtfertig auf, bloss weil die Leidenschaft weg ist. Bloss weil man sich in der Ehe einsam fühlt. Weil man dem Ehemann gegenüber "nichts" mehr zu empfinden scheint bzw. nicht mehr das zu empfinden scheint, was eine glückliche Ehefrau empfinden sollte. Weil er sich anfühlt wie ein WG-Partner... Vertraut, aber irgendwie doch fremd. Ist das der Preis, den man bezahlen muss, um eine langjährige Ehe am Leben zu erhalten? Der Verzicht auf Leidenschaft, auf Schmetterlinge im Bauch? Kann man diese unerfüllte Sehnsucht verdrängen, ohne krank zu werden?

Fortsetzung folgt... 

Wie weiter - wo beginnen?

Seit einer Woche wartet Rosalie auf eine Eingebung. Wie soll sie diese Geschichte bloss erzählen? Wo  beginnen?  Wie viele Details darf sie preisgeben, ohne die Privatsphäre der Protagonisten zu gefährden? Gar nicht so einfach… Sie hat auch mit dem Gedanken gespielt, einen Rückzieher zu machen und einfach bloss den Alltag zu beschreiben. Oder das Ganze bleiben zu lassen. Aber diese Geschichte, die sie eigentlich erzählen möchte, ist noch immer nicht ganz abgeschlossen. Vielleicht wird sie es nie sein.

Und Rosalie ist immer noch nicht gesund. Annas Kommentar gibt ihr zu denken. Und sie möchte einfach wissen, was ihre Leser darüber denken. Hofft auf anregende, interessante, konstruktive Kommentare, die sie weiterbringen. Sie möchte begreifen, was genau passiert ist. Wie sie das einordnen soll. Wieso es passiert ist und was sie nun damit anfangen soll. Soll sie Rosalie die Geschichte erzählen lassen oder in der Ich-Form schreiben? Fragen über Fragen…
Ich schreibe jetzt einfach mal drauflos und versuche, die richtigen Worte zu finden…