Montag, 11. April 2011

Adieu Babyzeit…

Heute habe ich die Babymöbel verkauft! Ich kann es noch gar nicht glauben... Eine Aera geht zu Ende...

Vor einem Monat hatte mich mein Gatte regelrecht genötigt, die Möbel endlich  zum Verkauf auszuschreiben... Das Haus platzt aus allen Nähten und der Wickeltisch und das kleine Kinderbett sind schon länger nicht mehr in Gebrauch...

Habe ich schon einmal erwähnt, dass es mir unheimlich schwer fällt, mich von Dingen zu trennen? (Von Menschen übrigens auch...)

Nach einer Woche war das Geuther-Kinderzimmer namens "Bateau" mit Bettchen, Wickelkommode und  Kleiderschrank auf der Schweizer Auktionsplattform für 480 Franken verkauft. Die schwangere Käuferin, die ca. 200 km entfernt wohnt (!),  wollte die Sachen doch tatsächlich selber abholen, obwohl ich im Inserat ausdrücklich erwähnt hatte, dass es sich nicht um Ikea-Leichtbaumöbel handelt. (Die Möbel kommen offenbar erneut an einen Ort, wo das Motto „selbst ist die Frau“ herrscht und ein vielbeschäftigter Ehemann keine Zeit hat…). Ihre Eltern hatten dann ein einsehen und so verschoben wir den Termin für die Abholung mehrmals, was mir auch ganz recht war. Heute war es also soweit. Endgültige Trennung von den fröhlichen gelb-blauen Kindermöbeln mit den geschmackvollen Griffen in Segelbootform. Ich half dem Vater der Käuferin die Möbel zu zerlegen und in den Anhänger zu befördern. Als sie dann weg waren, befiel mich eine gewisse Wehmut…

Gestern Abend hatte ich noch den Kleiderschrank geleert, den Umbausatz und weitere Zubehörteile im überfüllten kleinen Schutzkeller zusammengesucht, und dann in einem Anflug von Panik festgestellt, dass die für den Umbau notwendigen Schrauben nicht mehr auffindbar waren…  

Und das um neun Uhr abends nach einem intensiven Wochenende mit ca. 8 Stunden Gartenarbeit am Samstag, und einer 30 km langen Velofahrt am Sonntag mit Kind und Kegel um einen See (zusammen mit geschätzten 20‘000 Menschen auf Rädern und Rollen – der Event nennt sich Slow-Up), und einer abendlichen Tischtennisstunde mit der nimmermüden Tochter, die jeden zweiten Ball ins Gartennirwana schlägt...

Mein Gatte sass derweil (ebenfalls müde…) auf dem Sofa vor dem Fernseher und machte keinerlei Anstalten, sich an der Schraubensuche zu beteiligen oder die Kinder ins Bett zu bringen. 

Am Morgen hatte ich noch die beiden wellenförmigen Laminatstreifen, die sich an der Seite des Bettchens gelöst hatten, mühsam mit doppelseitigem Klebband wieder an Ort und Stelle befestigt. Falls sich der geneigte Leser (pardon: die geneigte Leserin) fragt, weshalb ich das nicht schon früher gemacht habe… lieber nicht fragen… Rosalie weiss auch keine kluge Antwort – frage mich ja selber ständig, weshalb ich alles im letzten Moment erledige…

Jedenfalls endete die Schraubensuche ergebnislos (Gatte: „Du hast sie doch sicher verlegt…“, Rosalie: „Aber Du hast doch damals sicher das Bettchen umgebaut? Also hast Du auch die Schrauben irgendwo hingetan…“, Gatte: „Aber ich hab sie sicher Dir gegeben!" und so weiter).  

Da die Schrauben zur Zeit nicht (mehr) auffindbar sind, habe ich der Käuferin noch die ganze textile Ausstattung des Babybettchens + Himmelgestänge (Neupreis 300 Franken) zum Schnäppchenpreis von 20 Franken mitgegeben.

Die 500 Franken habe ich mir sauer verdient… und werde sie jetzt schön zur Seite legen und nicht für den Haushalt verbrauchen. Und wenn ich noch einen Teil der übrigen Baby- und Kindersachen (aus den letzten 9 Jahren…) verkaufe, werde ich wohl bald das Geld zusammenhaben, um vier Wochen auf den Malediven zu verbringen – wie es mir die spirituelle Naturärztin empfohlen hat…

Wobei - ich würde die Seychellen bevorzugen ;-)

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