Montag, 25. Juli 2011

Ein Virus namens...

Sehnsucht! Ja, ich glaube je länger je mehr, dass diese unerfüllte Sehnsucht schlicht und einfach ein Virus ist! Es scheint sich über die Luft zu verbreiten, trifft einen völlig unvermittelt, nistet sich irgendwo zwischen Brust und Nabel ein, macht sich mal mehr, mal weniger bemerkbar. Manchmal kribbelt es ein wenig und manchmal tut es richtig fest weh! Es befällt bevorzugt Menschen beiderlei Geschlechts ab 40 Jahren, vereinzelt auch Jüngere...

Rosalie stellt verwundert fest, dass es in ihrem Freundes- und Kollegenkreis immer mehr Betroffene gibt. Und sie ist fest entschlossen, herauszufinden, welches Kraut dagegen hilft bzw. welche Therapie die Beschwerden lindert. Denn heilen kann man die "Krankheit" vermutlich nicht! 

Ich freue mich darauf und halte Euch auf dem Laufenden. ;-)


Samstag, 23. Juli 2011

Was ist Liebe?

 
Das ist doch ganz einfach!
Liebe ist alles, was unser Leben steigert, erweitert, bereichert.
Nach allen Höhen und Tiefen.
Die Liebe ist so unproblematisch
wie ein Fahrzeug.
Problematisch sind nur Lenker, die Fahrgäste und die Straße.

Franz Kafka

Freitag, 22. Juli 2011

Unmöglich

Manchmal ist Rosalie wirklich unmöglich. Sagt und schreibt schonungslos, was sie denkt. Scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste... Ist gänzlich undiplomatisch und direkt. Und manchmal hat sie dann ein schlechtes Gewissen. Und schämt sich. Und wundert sich über sich selbst...


Mittwoch, 20. Juli 2011

Gravatarexperiment

Rosalie hat es wieder vom Netz genommen, das Gravatarbild, das sie hin und wieder benötigt, um das  Selbstwertgefühl aufzupolieren. Rosalies Starfoto, ein iPhone-Selbstportrait, ein Produkt des Zufalls. Ein Sonnenstrahl, der im richtigen Moment durch die Autoscheibe auf das Gesicht fällt und die Fältchen und Emotionen wegwischt, so dass nur alterslose Konturen übrig bleiben, eine schöne Maske sozusagen.

Ich habe es meinen Kindern gezeigt und gefragt, ob sie mich darauf erkennen. Die Tochter meint klar ja, der Sohn verneint auf den ersten Blick. Interessant. Es ist eine Facette, eine Momentaufnahme, eines meiner vielen Gesichter. In Tat und Wahrheit bin ich weder so cool, noch so schön und schon gar nicht so unnahbar wie es auf dem Bild den Anschein macht. Vermutlich habe ich in Natura sogar ein Funkeln in meinen Augen - das hängt von meinem Gegenüber ab.

Alles zuviel

22.30 Uhr. Schulferien sind anstrengend. Tochter schläft noch immer nicht. Sohn und sein Cousin, der zu Besuch weilt, sind vor fünf Minuten aus dem Jungenzimmer gekommen und nochmal was zu trinken und Pipi zu machen und stecken nun vermutlich die Köpfe über dem Star Wars Legoatlas zusammen. Hoffentlich kehrt jetzt endlich Ruhe ein! Gatte hat sich vom TV losgerissen und will noch kurz Gute Nacht sagen. Reichlich spät. Mahne ihn, die Kinder bloss nicht aufzuregen bzw. aufzuwecken. Er ist sehr talentiert darin, die Kinder in der Einschlafphase mit Raufereien und Witzen  wieder munter zu machen... und dann gute Nacht zu wünschen und mir das Feld wieder zu überlassen.
War ein langer Tag. Den ganzen Tag unterwegs mit den Kindern. Morgens bei einem Arzttermin gehofft, dass Sohnemann endlich von der kleinen schwarzen Holzfaser befreit wird, die sich bei einem Sturz auf dem Schulhof  vor ein  paar Monaten unter seiner linken Augenbraue unter die feine Haut geschoben hat und seither als dunkler Punkt oberhalb des grossen blauen Auges sichtbar ist. Die Ärztin hat lange mit einer feinen Nadel vorsichtig herumgestochert und sich immer weiter durch die Hautschichten gearbeitet und ich hab derweil Sohnemanns Hand gehalten und versucht, ihn abzulenken und mit ihm in den Bauch zu atmen, damit es weniger weh tut...  Hat nichts genutzt. Das blöde Ding sitzt zu tief. Nun bleibt uns nur der Weg zum plastischen Chirurgen. Verflixt! Hätte ich bloss nicht so lange zugewartet... Der Junge war sehr tapfer. Zur Belohnung gabs ein Pokemonheft und ein Set Karten...  
Anschliessend im überfüllten Selbstbedienungsrestaurant eines Grossverteilers Mittagessen "genossen", eine gute Dreiviertelstunde in der Kinderabteilung von  H&M verbracht und den Laden mit einem grossen vollen Plastiksack wieder verlassen. Tochter hat jetzt 2 neue Bikinis, den passenden Strohut und das passende Foulard, ein neues Prinzessinnenkleid (ich sag lieber nicht, wieviele sie schon hat...) und sonst noch allerlei zum Anziehen und Sohnemann besitzt nun coole neue Badeshorts. Wobei ihn Klamotten nicht die Bohne interessieren. Jeden Morgen muss ich ihm die Kleider rauslegen, da er sonst das anzieht, was zuoberstauf dem Stapel liegt - unabhängig von der Witterung draussen oder der farblichen Kombination.  Die achtjährige Tochter ist das genaue Gegenteil. Hat ganz klare Vorstellungen, was  sie anzieht und was nicht und was ihrer Ansicht nach zusammenpasst. Schon seit Jahren. Ist manchmal ganz schön anstrengend, wenn Mama andere Vorstellungen hat. Der Junge wird nach fünf Minuten im H&M "rumpelsuurig" (auf gut deutsch: unausstehlich). Er findet Einkaufen blöd und mühsam und wird schliesslich mit Mamas iPhone auf den nächsten Trittschemel gesetzt, damit die Damen sich noch ein wenig umschauen können!

Anschliessend Besuch bei den Grosseltern  und um 18.00 Uhr sind wir nach Hause gekommen.  Küche aufgeräumt, Abendessen gemacht, Küche wieder aufgeräumt. Waschmaschine eingefüllt und gestartet, Kinderzimmer aufgeräumt - hat ziemlich lange gedauert - war aber bitter nötig. Kinder angeschnautzt, weil sie ständig wieder ein Chaos machen. Gästebett bezogen, Sohnemanns Bett ebenfalls neu bezogen, da er schon länger nicht mehr in seinem eigenen Bett übernachtet hat...

Rosalie allein im Kampf gegen das allgegenwärtige Chaos. Zuviele Spielsachen, zuviele Dinge, zuviele Kleider... Vieles  davon gekauft, um eine innere Leere zu füllen, etwas zu kompensieren, Frustkäufe - eigentlich überflüssig und unnötig. Zuviel - es wird mir alles zuviel. Ich bin müde. Soooo müde...

Gravatarbasteleien



Selbstportrait 1

(wieder entfernt)

So?

Selbstportrait 2

(wieder entfernt)


Oder lieber so?




Oder Aschenbrödels Eule?



Yes! Back to the roots ;-)

P.S. Foolishly thoughtless... Werde dieses Post vermutlich in kürze wieder löschen ;-)

Sonntag, 17. Juli 2011

Irre Liebe

Eine irre Liebe. So beschreibt ein Freund das Gefühl, das er empfunden hat, nachdem er seine Frau kennengelernt hat und sie ein Paar wurden. Er liebt sie auch 20 Jahre später noch und kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen.

Ich freue mich für ihn. Und es gibt mir einen Stich ins Herz. Eine irre Liebe... für beide Seiten. Habe ich das schon mal erlebt? Ich kann mich nicht erinnern. Also nein.

Ich wünsche es mir, in meinem Leben eine solche Liebe für einen Mann zu empfinden. Eine Liebe, die so stark ist, dass sie einem den Verstand raubt und gleichzeitig alles klar macht. Eine gegenseitige, alles verschlingende Liebe, die so intensiv ist, dass man sich ein Leben ohne den andern gar nicht mehr vorstellen kann. Glücklich kann sich schätzen, wer so etwas schon einmal erlebt hat.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Eine schicksalshafte Reise (5)

Schlummertrunk


Nach dem Abendessen, das ich an einem Tisch mit zwei netten Damen im Rentenalter eingenommen hatte, die sich zeitig verabschiedet und sich in ihre Zimmer zurückgezogen hatten, setzte ich mich zunächst an einen Tisch mit ein paar sehr illustren Persönlichkeiten. Es war lustig und ich amüsierte mich gut. ER war mit einer anderen Gruppe nach draussen gegangen...

Einerseits versuchte ich mir einzureden, dass da nichts sei - weil nichts sein d u r f t e - anderseits hielt ich verstohlen nach ihm Ausschau.

Ich nehme an, es erging ihm ähnlich - jedenfalls trafen wir uns zu vorgerückter Stunde "zufällig" in der Hotellobby zu einem Schlummertrunk... Zwar nicht alleine - das wäre auch zu auffällig gewesen - aber nachdem einige Gäste sich zurückgezogen hatten, rückten wir näher und sassen zum Schluss nebeneinander in zwei plüschigen Sesseln und tranken Rotwein. Nachdem wir unsere anfängliche Verlegenheit überwunden hatten, erzählten wir uns ziemlich viel aus unseren Leben, sprachen über unsere Reisen und unterhielten uns wie alte Freunde...

Diese ganz starke Anziehungskraft, die ich bei unserer ersten Begegnung gespürt hatte, war nicht mehr so präsent. Stattdessen gab es nun eine seltsame, unerklärliche Vertrautheit zwischen uns...

Es stellte sich heraus, dass er privat in einer ähnlichen Situation lebt wie ich. Einfach noch wesentlich komplexer, da er der Hauptversorger der Familie ist und Eltern und Schwiegereltern in nächster Umgebung leben. Er  lebt das Leben, das von ihm erwartet worden ist. Aber er ist im Grunde genommen ein Abenteurer und liebt es, fremde Länder zu erkunden und neue Menschen kennenzulernen. Und die Reisegäste lieben ihn, weil er immer die Ruhe bewahrt, stets freundlich bleibt und noch dazu ein interessierter und aufmerksamer Zuhörer ist. 

Er liebt seine Arbeit und übt seinen Traumjob aus - wenn auch mit "schlechtem" Gewissen, weil er so viel unterwegs ist und seine Familie deshalb zu kurz kommt. Wobei seine Frau diese Reiselust nicht teilt und es abgelehnt hat, ihn auf einer seiner Reisen zu begleiten. Ich hatte deshalb den Eindruck, dass seine Ehe eher eine Zweckgemeinschaft ist, obwohl er das so natürlich nicht gesagt hat. 

Vielleicht ist es das, was ich instinktiv gefühlt habe, als sich unsere Blicke damals trafen. Die Verbundenheit zweier Menschen, die in einer ähnlichen Lebenssituation "gefangen" sind und aus Pflichtbewusstsein ein Leben leben, das ihnen nur bedingt oder nicht mehr ganz entspricht und nicht den Mut haben auszubrechen und gewisse unerfüllte Sehnsüchte auszuleben...

Der lange Tag und der schwere Rotwein hatten uns müde gemacht und kurz vor Mitternacht  standen wir (und die letzten beiden Gäste) auf und wir verabschiedeten uns.

Er stand noch einen kurzen Augenblick lang ein wenig verloren vor dem Hoteltresen und ich war hin- und hergerissen, was ich von ihm halten sollte. War er der charmante Womanizer, den ich in ihm sah bzw. vermutete oder eventuell doch der brave, treue Ehemann, der sich den Appetit auswärts holt aber zu Hause isst?

Ich ging in mein Hotelzimmer und lag lange wach. Dann tat ich etwas, was ich mir selbst nie zugetraut hätte...



(Fortsetzung folgt)

Mittwoch, 13. Juli 2011

Eine schicksalshafte Reise (4)

Unterwegs


Am nächsten Morgen ging es weiter zur nächsten Reiseetappe. Ich war "zur Abwechslung" mal wieder eine der Letzten, die das Hotel verliess. Der Reisebus wartete vor dem Gebäude und ER stand daneben und lächelte mich an. Ich überliess ihm meinen Koffer, stieg in den Bus und setzte mich auf "meinen" Platz in der dritten Reihe.

Er manövrierte das grosse elegante Gefährt sicher und mit stoischer Ruhe durch den dichten städtischen Verkehr und liess uns schliesslich vor dem botanischen Garten in München aussteigen. Direkt vor den Toren - im Halteverbot. Cool! Ich war beeindruckt.

Als ich den Bus zusammen mit der Reisegruppe verlassen hatte, drehte ich mich auf halbem Weg nochmals um und schaute zurück. Er sass am Steuer und blickte ebenfalls in meine Richtung...

Ich erinnere mich noch an das Gefühl, das ich hatte, als ich durch diesen Park schlenderte. Es war eine Mischung aus botanischem Interesse, Melancholie und Herzschmerz...

Am Mittag assen wir im botanischen Garten und ich wunderte mich darüber, dass es in diesem schönen Park bloss ein lausiges Selbstbedienungsrestaurant gab. Das Essen war - um es einmal diplomatisch auszudrücken - kein Highlight. Aber das spielte keine Rolle  - ich hatte ohnehin keinen Appetit.

ER war inzwischen auch wieder zur Gruppe gestossen und sass an einem andern Tisch, den ich von meinem Platz aus nicht im Blickfeld hatte. Ich hörte sein Lachen. Er lachte laut und er lachte oft. Er ist der Typ Mann, der in Gesellschaft stets ein freundliches Gesicht macht und lächelt - sozusagen berufsbedingt. Diese Mimik hat sich in sein markantes männliches Gesicht eingegraben und verleiht ihm einen sanften, sympathischen Ausdruck. Instinktiv hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich hinter dieser freundlichen Maske ein einsamer, melancholischer Mann verbirgt, der seine Unsicherheit und seine Selbstzweifel hinter diesem etwas auffälligen Lachen zu verstecken versucht.

Am Nachmittag ging die Reise weiter nach Ulm. Das neue Hotel war grösser und unpersönlicher als unsere erste Unterkunft. Wir hatten ein paar Stunden "freie" Zeit vor dem Abendessen. Es gab ein paar ReiseteilnehmerInnen, mit denen ich mich besonders gut verstand und wir spazierten gemeinsam dem Flussufer entlang ins Zentrum, tranken auf einer Terrasse in der Altstadt ein Gläschen Prosecco und unterhielten die übrigen Gäste mit unserem "originellen" Schweizer Dialekt. Später besichtigten wir das imposante Münster mit dem angeblich höchsten Kirchturm der Welt und liessen uns von einer Zeitzeugin eindrücklich den Fliegerangriff während des Zweiten Weltkriegs schildern.

Nach einer Weile sonderte ich mich ab, um ein paar Mitbringsel für die Familie zu besorgen. Ich verbrachte ziemlich viel Zeit in einem sehr gepflegten Warenhaus in der Kinderabteilung... und kurz vor Ladenschluss landete ich  - dreimal dürft Ihr raten - natürlich in einem...  Schuhgeschäft! Rosalie brauchte dringend etwas fürs Gemüt Und wurde selbstverständlich fündig. Das ist das Tolle an Schuhen. Frau findet immer ein Paar, das passt...

Da ich in diese Reise ja nicht wirklich besondere Erwartungen gesetzt und deshalb vorsichtshalber sexy Pumps und Schmuck zu Hause gelassen hatte, bot sich nun die Gelegenheit, trendige braune Ledersandalen mit ziemlich hohen Absätzen von Paul Green zu erstehen, die erstens preislich reduziert, zweitens bequem zu tragen waren und noch am selben Abend eingeweiht werden sollten... Und dazu noch ein Paar hübsche, flache Sandalen für die nächste Gartenbesichtigung... Hatte ich schon erwähnt, dass die Temperaturen auf dieser Reise im hochsommerlichen Bereich lagen?

Ach ja, und in einer Apotheke kaufte ich mir noch SOS-Tropfen und Pastillen von Dr. Bach und ein paar homöopathische Arzneien. Für alle Fälle - man weiss ja nie... ;-)
Wobei ehrlich gesagt eher deshalb, weil diese Produkte in der Schweiz mindestens doppelt so teuer sind.
So trat ich bewaffnet mit zwei Schuhkartons und diversen Plastiktüten den Rückweg zum Hotel an. Inzwischen war es schon ziemlich spät geworden.

Ich machte mich rasch parat fürs Abendessen und zog die neuen Sandalen mit den hohen Absätzen an... Bequem zu tragen und sexy anzuschauen - aber ziemlich unsicher auf glatten Böden. Glücklicherweise hat niemand mitgekriegt, wie ich auf dem Weg in den Speisesaal Bridget-Jonesmässig ausgerutscht bin und um ein Haar der Länge nach hingefallen wäre...

Das Abendessen verlief unspektakulär. Ich sass am "falschen" Tisch...

(Fortsetzung folgt)



Dienstag, 12. Juli 2011

Sommerglut

Es ist heiss. Und schwül. Draussen gibt's hochsommerliche (geschätzte) 33 Grad - im Büro ist es trotz geschlossener Jalousien unwesentlich kühler. Zu heiss, um anspruchsvolle Akten zu studieren.

Kann mich nicht auf meine Arbeit konzentrieren.  Trage ein enges Trägershirt ohne BH, dünne beige Sommerhose im Cargostil  und bürotaugliche FlipFlops  - und mir ist trotzdem zu heiss.

Habe Lust, in den nächsten See zu springen. Habe überhaupt Lust... Macht Hitze Lust? Es wird Zeit für eine Abkühlung...

Sonntag, 10. Juli 2011

Spiel mit dem Feuer

Zwei Menschen auf der Suche. Eingebunden in ein komplexes Lebens- und Familiengefüge. Wollen oder können ihren wohlgeregelten Alltag nicht verlassen. Aber da ist dieses Gefühl... eine unerklärliche Sehnsucht. Und eine gewisse Abenteuerlust, die sie treibt. Die Angst, etwas verpasst zu haben - Angst, etwas zu verpassen.

Das Schicksal hat sie zusammengeführt. Sie ticken ähnlich und sind trotzdem verschieden. Leben in zwei unterschiedlichen Welten. Es verbindet sie der Wunsch, sich hin und wieder auf eine kleine Insel zurückzuziehen, den täglichen Alltagspflichten für kurze Zeit zu entfliehen, gemeinsam etwas zu erleben, etwas zu teilen, das nur ihnen alleine gehört. 

Sich nahe kommen  - aber nicht zu nahe. Die Seelen haben sich schon berührt. Noch zögern sie, den nächsten Schritt zu tun. Sie geniessen das Spiel mit dem Feuer - und denken, dass sie alles im Griff haben. Sich die Finger nicht verbrennen werden...

Donnerstag, 7. Juli 2011

Montag, 4. Juli 2011

Eine schicksalshafte Reise (3)

Das erste Gespräch

Auf der Rückfahrt ins Hotel war ich immer noch in diesem tranceähnlichen Zustand und gab mir alle Mühe, die Reste meines Verstands zusammenzusuchen und wieder einen klaren Kopf zu kriegen. Ich versuchte zu analysieren, was genau eigentlich geschehen war. War das Liebe auf den ersten Blick? Oder einfach eine starke erotische Anziehungskraft? Es liess sich nicht leugnen, dass der Gedanke an diesen Mann bei mir ein sehr angenehmes Kribbeln in gewissen Regionen meines Körpers auslöste. Ich konnte mich nicht erinnern, so etwas schon einmal erlebt zu haben. Jedenfalls nicht in dieser Intensität und schon gar nicht in den letzten 15 Jahren...

Als ich den Bus verliess, lächelten wir uns zu. Ich ging in mein Zimmer, nahm eine kühle (!) Dusche und versuchte, wieder zur Besinnung zu kommen. Dann machte ich mich fein fürs Abendessen.

Ich betrat den für unsere Gruppe reservierten Speisesaal als Letzte und suchte einen freien Platz. Alle Tische waren besetzt - bis auf einen. An diesem Vierertisch sass eine sehr elegante Dame Ende Fünfzig und ihr gegenüber... ER. Wie hätte es auch anders sein können...  Meine Pulsfrequenz stieg bedrohlich an, aber ich gab mir Mühe, einen "souveränen" Eindruck zu machen, grüsste freundlich und setzte mich schliesslich neben die Dame. Die beiden waren schon beim Rotwein und ich brauchte jetzt erst einmal ein Apéritif und bestellte ein Glas Sauvignon Blanc. Wir stiessen mit den Gläsern an (klingend - ist so eine schweizer "Unsitte") und machten Santé (also Prost, Cheers...) und nannten unsere Vornamen. Er hatte eine angenehme Stimme und versuchte ebenfalls eine gewisse Verlegenheit zu überspielen. Ich nahm mit Genugtuung zur Kenntnis, dass ihn meine Anwesenheit anscheinend ebenfalls ein wenig nervös machte und schloss daraus, dass ich ihm wohl auch nicht ganz gleichgültig war. 

Dann begann er mich auszufragen. Er wollte wissen, wo ich wohnte und was und wo ich arbeitete. Ich antwortete zunächst nur ausweichend und zurückhaltend. Er liess jedoch nicht locker und wollte es genauer wissen. Als er den Namen und den Ort meines Arbeitsgebers erfuhr, lächelte er und bemerkte, dass er eine Frau kenne, die auch dort arbeiten würde. Es stellte sich dann heraus, dass ich sie ebenfalls kenne... In unserem Bürogebäude arbeiten mindestens 400 Personen. Die einzige Person, die er kannte, war die Frau, mit der ich die letzten 10 Jahre im gleichen Team zusammengearbeitet und mit der ich mehrere Jahre sogar das Büro geteilt hatte... Es stellte sich dann heraus, dass er in einer Ortschaft nur wenige Kilometer von meinem Arbeitsort entfernt wohnte. Was für ein Zufall!

Wir sprachen über die Arbeit, über die Reise, über unsere Kinder und es wurde ein sehr anregender Abend. Natürlich unterhielten wir uns auch mit der netten Dame am Tisch und ich nehme an, es ist ihr nicht entgangen, was zwischen ihm und mir abgelaufen ist. Ich fühlte mich 20 Jahre zurückversetzt und wie frisch verliebt...

Nach dem Essen trennten sich unsere Wege und er wurde von andern Damen der Reisegesellschaft in "Beschlag" genommen...

Als ich dann später (alleine!) im Bett lag und nicht einschlafen konnte, dachte ich an ihn und eine tiefe Sehnsucht überfiel mich, und ich fühlte eine unglaubliche Zuneigung für diesen Mann!

Tönt schrecklich kitschig - war aber so...

Wäre dies ein Kinofilm gewesen, hätte sie ihm diskret einen Zettel mit der Zimmernummer zugesteckt oder er hätte einen Vorwand gefunden, zu nächtlicher Stunde an ihre Zimmertüre zu klopfen, sie hätte die Türe einen Spalt weit geöffnet und ihn ins Zimmer gezogen, wo sie einander leidenschaftlich geküsst, sich die Kleider vom Leib gerissen und sich die ganze Nacht lang geliebt hätten...

Im "real life" hingegen lag Rosalie alleine und einsam in ihrem Bett und wartete auf den nächsten Morgen und fragte sich, in welchem Film sie gerade die Hauptrolle spielte und was der "Regisseur" sich bloss dabei gedacht hatte und wohin das alles führen sollte...


(to be continued)

Ein seltener und ein ungebetener Gast...



Entdeckt in Rosalies Garten: eine Schlingnatter!

Rosalie ist erfreut, diesen seltenen Gast in der Trocksteinmauer unweit von der Terrasse entdeckt zu haben! Nicht dass sie ein ausgesprochener Schlangenfan wäre - sie hat grossen Respekt und würde sich nicht getrauen, sie anzufassen. Aber sie interessiert sich für die einheimischen Reptilien und Amphibien. Und dieses Exemplar auf meinem Foto ist eher selten zu beobachten und sehr scheu.

Die Karch war sehr angetan über die Sichtungsmeldung.

http://www.karch.ch/karch/d/rep/ca/cafs2.html

Den zweiten Gast konnte ich nicht fotografieren. Und wenn ich ihn gesehen hätte, wäre er lautstark vertrieben worden. Er hat sich in der Nacht herangepirscht, den Gemüsegarten aufgesucht, sich an den knackigen Salaten gütlich getan, den Spinat abgefressen, die Krautstiele dezimiert und dabei ein paar verräterische Spuren in der Erde hinterlassen...