Donnerstag, 29. September 2011

Das Gedicht


Leise verlasse ich meine Haut,
schleiche mich davon,
ohne dass Du es bemerkst.
Träume mich weit fort
und stille meine Sehnsucht
nach mir selbst.
Irgendwann
kehre ich unbemerkt zurück,
lächele Dich gedankenverloren an
und gebe Dir
die Illusion meiner Nähe

(Beate Gellhorn)


Danke, Rostkopp!

Dienstag, 27. September 2011

Fragen und eine gewisse Ratlosigkeit

Irgendwie habe ich gerade eine Schreibblockade. Nach dieser Psychohygiene, die ich mit dem Niederschreiben meines letzten Posts und dessen Vorgängerversion betrieben habe, muss ich mich wieder neu sortieren.

Als nächstes werde ich die Fortsetzung der schicksalshaften Reise schreiben. Hab's mir fest vorgenommen. Teil 8.

Aktuell gehen mir folgende Fragen durch den Kopf:

    1. Habe ich meinen Mann überhaupt jemals "richtig" geliebt oder war das von Anfang an eher eine  "Zweckbeziehung", um gemeinsame Projekte zu realisieren?
    2. Hat mein Mann mich jemals "richtig" geliebt oder habe ich einfach gut in seinen Lebensplan gepasst? Kann er überhaupt "richtig" lieben?
    3. Wenn in einer Partnerschaft aus Liebe oder Zuneigung Gleichgültigkeit geworden ist - kann die Liebe dann noch  reanimiert werden? Und wenn ja - wie?
    4. Kann man mit einer "Zweckbeziehung" auf Dauer glücklich leben?
    5. Kann man auf Dauer ein Doppelleben führen oder zerbricht man irgendwann daran?
Hat jemand eine spontane Eingebung? Ich bin gerade etwas ratlos...




Donnerstag, 22. September 2011

Über Ausstrahlung und Charisma (Kurzfassung)

Ich komme nochmals auf mein Post "Über meinen Blog..." vom
10. September 2011 zurück. Castorp hat dazu in seinem
Kommentar interessante Fragen aufgeworfen.

Es geht um die Frage der persönlichen Ausstrahlung. Ich habe lange darüber nachgedacht, diesen Text mehrfach umgeschrieben und gekürzt. Er ist dennoch viel zu lang geworden…  und schliesslich doch zu persönlich. Deshalb habe ich ihn nach der ersten Veröffentlichung wieder zurückgezogen und schalte ihn nun in gekürzter Version wieder auf, da ich Euch gerne an meinen Gedanken teilhaben lassen möchte.

Meine Freundin M. hat die Feststellung gemacht, dass ich heute so aussehe, wie ich wirklich bin. Ich habe diese Aussage als Bestätigung dafür aufgefasst, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und als Kompliment. Weil diese Worte aus dem Mund einer langjährigen Freundin stammen, die meine Persönlichkeits- entwicklung in den letzten zwanzig Jahren hautnah mitverfolgt hat. Wir haben zusammen schon sehr viel erlebt und Freud und Leid geteilt und sie kennt mich wahrscheinlich besser als die meisten anderen Menschen. Sie kennt auch meine sogenannten "inneren Werte" und hat nun den Eindruck, dass diese heute in meiner Ausstrahlung (endlich) zur Geltung kommen.

Das führt uns zu der von Castorp aufgeworfenen Frage, wie ich denn früher ausgesehen habe und wer ich damals gewesen bin.

Meines Erachtens war ich früher nicht eine gänzlich andere Frau als heute. Ich habe mich eigentlich immer als selbstbewusst und optimistisch empfunden. Habe immer versucht, das Beste aus mir zu machen, mich auch getraut, meine Meinung offen zu vertreten. Ich war nie ein "Huscheli", ein unscheinbares, unsicheres Mauerblümchen. Aber ich war bzw. bin jemand, der immer wieder an sich selbst zweifelt, sich lange an (unerreichbaren) Idealen orientiert hat und sich von anderen Menschen beeinflussen und verunsichern lässt. Wenn nun der Mensch, der einem am nächsten steht bzw. stehen sollte und mit dem man am meisten Zeit verbringt, diese negativen Triggerpunkte unermüdlich alimentiert, dann bleibt das nicht ohne Folgen.

Wohlwissend, dass ich meinem Ehemann intellektuell ebenbürtig und in gewissen Bereichen überlegen bin, habe ich es zugelassen, dass er auf subtile Art und Weise immer wieder ein bisschen an meinem Selbstwertgefühl gesägt hat. Ich würde ihm nicht unterstellen, dass er dies in böser Absicht  getan hat - aber er hat den Finger regelmässig auf meine wunden Punkte gelegt und mir meine Schwächen vorgehalten. Das sind gewissermassen zwei nie endende Baustellen in meinem Leben und es gibt in diesen Bereichen eigentlich keinen Sieg zu erringen: Rosalie könnte sich zu Tode hungern und würde trotzdem nicht dünn sterben... und sie ist nun mal keine perfekt organisierte Hausfrau, wird niemals eine sein und will auch gar keine sein.

Ich habe versucht, eine gute Ehefrau zu sein. Habe ihm den Rücken freigehalten, damit er sich voll auf seinen anspruchsvollen Job konzentrieren konnte. Habe ihn nachts schlafen lassen, wenn die Kinder wach wurden - acht lange Jahre lang. Mich selbst (und meinen eigenen anspruchsvollen Teilzeitjob) nicht so wichtig genommen und mein eigenes Licht unter den Scheffel gestellt - damit seines umso heller leuchten konnte. Ich habe Schuldgefühle gehabt, weil ich nicht glücklich war, bin knapp an einem Burnout vorbeigeschrammt. Ich habe mich in dieser Ehe früh einsam gefühlt. Unverstanden. Habe mich innerlich zurückgezogen und trotzdem so getan, als wäre alles in Ordnung. Und habe darob meine Lebensfreude verloren. Habe einfach funktioniert und mich manchmal selbst gewundert, wieso ich mich nicht richtig über Dinge (materielle Errungenschaften) freuen konnte. Über meinem ganzen Leben lag ein gräulicher Schleier, der alle Farben, Gefühlsregungen, insbesondere Glück und Freude, gedämpft hat.

Das alles hat natürlich Spuren hinterlassen und sich auf meine Ausstrahlung ausgewirkt. Ich bin sozusagen mit angezogener Handbremse durchs Leben gegangen und habe dies auch so ausgestrahlt. Gefangen in einer unglücklichen Ehe. Das alles war mir aber lange nicht bewusst!

Und dann kam dieser magische Moment im Sommer 2010. Ein einziger Blick von Mr. Charming hat mir bewusst gemacht, dass es noch etwas anderes gäbe… Und Rosalie ist aufgewacht.  Hat gemerkt, dass in ihrem Leben etwas fehlt. Dass sie noch zu jung ist, um Lust und Leidenschaft dauerhaft aus ihrem Leben zu verbannen.

Ich habe begonnen, über mein Leben nachzudenken, gewisse Gewohnheiten und Gegebenheiten zu hinterfragen. Habe aufgemuckt und meinen Mann auf die Probe gestellt. Habe sogar den Vorschlag gemacht, eine "offene" Ehe zu führen. Ich habe in den Spiegel geschaut und nicht länger nur das gesehen, was nicht "perfekt" war. Ich habe mich mit meinem femininen Körperbau versöhnt und finde mich heute zum ersten Mal in meinem Leben sexy und begehrenswert. Und wie es scheint, strahle ich das auch aus. ;-)

Vielleicht bin ich auch einfach bloss erwachsen geworden…

Ich weiss jetzt, was ich will. Oder besser gesagt, was ich nicht mehr will. Ich habe keine Angst mehr davor, verlassen zu werden. Ich weiss jetzt, dass ich auch alleine leben könnte. Alleine mit den Kindern. Ich mag mir von niemandem mehr vorschreiben lassen, was ich tun und lassen soll, was ich zu essen habe und was nicht. Auch wenn er es angeblich gut meint.

Ich mag nicht mehr länger eine Rolle spielen, die mir nicht mehr entspricht und in Gesellschaft schweigen, wenn ich mich über ihn ärgere oder seine Meinung nicht teile. Früher habe ich nichts gesagt, weil ich ihn nicht vor anderen kritisieren oder desavouieren wollte. Heute sage ich offen, was ich denke - auch wenn es anstrengend ist und nachträglich zu Diskussionen führt. Unsere Freunde nehmen dies (nehmen mich!) verwundert zur Kenntnis - und freuen sich...

Diese Erkenntnisse und dieses neue Selbstbewusstsein haben mich verändert. Nicht grundlegend. Aber ich tue heute Dinge, die ich mir vor kurzem nie zugetraut hätte. Und es geht mir gut dabei. Dass man mir mein neues Lebensgefühl so deutlich ansieht, hat mich dennoch überrascht. Positiv überrascht. Ich bin immer noch ich. Aber ich muss mein wahres Ich nicht länger verleugnen und das ist gut so.

Ausstrahlung ist meines Erachtens die Widerspiegelung der inneren Werte bzw. der inneren Einstellung eines Menschen. Diese innere Einstellung verändert sich im Verlauf des Lebens und der Mensch gewinnt an Ausstrahlung. Wenn er glücklich ist, sich selbst und andere Menschen liebt und geliebt wird, authentisch ist und mit Optimismus und Zuversicht durchs Leben geht, dann wird aus dieser persönlichen Ausstrahlung irgendwann einmal das, was wir als Charisma bezeichnen.

Charisma ist nicht allen Menschen vergönnt – man muss es sich erarbeiten.

Mittwoch, 21. September 2011

Gedanken über das Bloggen...

Ich stecke gerade in einer ziemlich melancholischen Gemütsverfassung und mache mir auch Gedanken über meinen Blog. Welches Bild vermittle ich hier von mir? Was denken meine Leserinnen und Leser über mich? Welchen Eindruck haben sie von mir?

Schreibe ich mir hier einfach sozusagen "therapeutisch" meinen Frust von der Seele - so wie im vorletzten Post? Sollte ich nicht besser fachliche Hilfe in Anspruch nehmen? Sollte ich das überhaupt in Erwägung ziehen? Oder bewege ich mich noch im "normalen" Bereich? 

Macht es Sinn, hier einen auf cool zu machen und selbstironisch in der dritten Person über sich selbst zu schreiben? Will das jemand lesen? Oder hält man mich einfach für eine egozentrische Teilzeithausfrau und Mutter in gut situiertem Umfeld, die auf hohem Niveau "klagt"? Oder hinterlasse ich das Bild einer doofen, übergewichtigen  Bridget Jones, die schlecht rechnen kann, den Haushalt nicht auf die Reihe kriegt, ein mieses Zeitgefühl hat und sich zuweilen ungeschickt anstellt? Oder doch eher das einer sensiblen, sympathischen Ehefrau und Mutter, die gerade eine Midlife Crisis durchmacht? Muss oder sollte es mich kümmern, was meine Leserschaft von mir denkt?

Diese Gedanken gehen mir im Moment durch den Kopf...

Ich habe im Post zum Thema Ausstrahlung und Charisma, das ich temporär entfernt habe, sehr persönlich und authentisch geschrieben. Eigentlich hätte ich das Post auch mit "Über meine Ehe" betiteln können... Eheleben und Ausstrahlung stehen bei mir in einem engen Kontext. Ich hatte das Post um Mitternacht aufgeschaltet und zwölf Stunden später beschlich mich ein ungutes Gefühl. Das Gefühl, zuviel von mir preisgegeben zu haben. Viele von Euch hatten es schon gelesen und es hat mir zwei neue Leserinnen beschert.  Ich freue mich darüber und ziehe daraus den Schluss, dass es so falsch nicht sein kann, ehrlich und offen zu schreiben. Ich werde das Post  dennoch überarbeiten und gewisse Passagen rausstreichen.

Ich werde in diesem Sinne authentisch weiterbloggen und freue mich darüber, dass sich in letzter Zeit mehrere neue Leser und Leserinnen dazu entschlossen haben, aus der Anonymität des WWW herauszutreten und sich mit ihrem Gravatar als regelmässige "Followers" meines Blogs zu bekennen. 9'004 Seitenaufrufe!! Kann das wirklich sein?? 


Danke für Euer Interesse!! :-)





Montag, 19. September 2011

Ausstrahlung und Charisma

Dieses Post habe ich wieder vom Netz genommen.

Ich habe darin sehr viel von mir preisgegeben.
Vielleicht zu viel...

Ich werde es überarbeiten und in gekürzter
Form wieder veröffentlichen.

Danke für Euer Verständnis!


Samstag, 17. September 2011

Rosalies Gefühl für Zahlen



Rosalie hat's nicht so mit den Zahlen. Sie kann sich beispielsweise gewisse Daten schlecht merken und vergisst regelmässig das Datum der zivilen Trauung...

Sie ist auch ziemlich unbegabt darin, den aktuellen Kontostand ihres Salärkontos realistisch einzuschätzen und es kann ihr durchaus passieren, dass sie irgendwo an einer Kasse steht und die EC-Maestrokarte völlig überraschend ihren Dienst verweigert. Zum Glück hilft ihr dann "Madame Visa" aus der Patsche.

Die doppelte Buchhaltung in der Schule ist mit schöner Regelmässigkeit trotz aller Bemühungen nicht wirklich aufgegangen. Und Geometrie und höhere Mathematik... na lassen, wir das. Zahlen interessieren sie einfach nicht. Sie ignoriert auch gerne die Anzeige auf der Waage oder denkt sich dann, dass diese vielleicht nicht richtig funktioniert hat und vergisst den angezeigten Wert in Rekordgeschwindigkeit.

Den Vogel hat sie abgeschossen, als eine Freundin sie nach ihrem Intelligenzquotienten gefragt hat, nachdem Rosalie ihr stolz erzählt hatte, dass die Fachperson, welche den Hawie-Test durchgeführt hat, sichtlich beeindruckt gewesen sei. Dummerweise hat sie den exakten Wert vergessen... was mit schallendem Gelächter quittiert wurde.  Typisch Rosalie. Aber sie hat mitgelacht. Ist ja auch wirklich nicht zu toppen. Angeblich überdurchschnittlich intelligent, aber unfähig, sich den eigenen IQ zu merken. :-)

Und deshalb wird sich vermutlich auch niemand darüber wundern, dass Rosalie auch im Einschätzen der Anzahl versendeter SMS nicht wirklich ein gutes Gespür hat.  In den letzten Monaten waren das jeweils so ca. 80 bis 100 Kurznachrichten. Und dann kam ein gewisser Platon auf die Idee, den Mailaustausch mit SMS-Kommunikation zu bereichern. Und Rosalie hat sich mit Begeisterung darauf eingelassen. Und das rote Lämpchen im Hinterkopf hartnäckig ignoriert...


Erwähnte ich schon, dass Rosalie in ihrer grenzenlosen Naivität Gutmütigkeit vor zwei Jahren eingewilligt hat, ihre langjährige Handynummer auf die Unternehmung des Ehegatten zu überschreiben? Aus steuertechnischen Gründen bzw. um mit ihren Mobilfunkausgaben den Betriebsgewinn zu schmälern...  Und da der Gatte sich grosszügigerweise im Gegenzug dazu bereit erklärt hat, ihre Handyrechnung (die bis dato stets bescheiden gewesen ist) zu begleichen, landet die Rechnung nun auf seinem Pult.


Und die Augustrechnung war nicht nur überdurchschnittlich hoch - sie wies in der Übersicht auch gleich die exakte Zahl versandter Kurznachrichten aus: 278! Sie war von dieser Zahl doch einigermassen überrascht. Der Gatte auch. Wobei "beunruhigt" den Kern der Sache schon eher trifft.

Ein Glück, dass Rosalie wenigstens gut argumentieren kann...


Freitag, 16. September 2011

Unheimlich...



Mr. Charmings Kutsche (typähnlich ;-))


Schon wieder zwei gekreuzt!
Zuerst ein Jahr lang keiner, dann zwei auf einmal und gleich zweimal am selben Tag und nun drei Tage später wieder zwei auf einmal?
Und das unweit von meinem Wohnort, auf der Hauptstrasse. 
Das wird mir langsam unheimlich...

Konnte den Mann am Steuer nicht erkennen. Und was bitte schön will mir das Universum damit sagen?

Dienstag, 13. September 2011

Prinz "Charming"

Früher kamen Märchenprinzen auf einem Schimmel dahergeritten. Zumindest derjenige in unserem (ich spreche von Frauen in meinem Alter) Lieblingsmärchen. Heute fahren sie riesige, metallisch glänzende, futuristisch anmutende Edelcars. Zumindest Rosalies ganz persönlicher Märchenprinz. Und seit sie ihn getroffen hat,  sieht sie auf den Strassen überall Reisebusse.  Und jedesmal, wenn einer ihren Weg kreuzt, spürt sie einen fiesen kleinen Stich in der Herzgegend. Und sie denkt an IHN...

Die Unternehmung, für die er arbeitet, besitzt weniger als ein Dutzend dieser edlen Fahrzeuge. Die Chance, einem davon irgendwo auf Schweizer Strassen zufällig zu begegnen, ist relativ klein. Ein Jahr lang hat sie nach ihm Ausschau gehalten, wann immer sie im Strassenverkehr einen Reisecar erspäht hat. Ein Jahr nach dem ersten Treffen hat sie IHN gekreuzt. Auf der Autobahn. Sie hat ihn für den Bruchteil einer Sekunde auf der gegenüberliegenden Fahrbahn wahrgenommen und instinktiv erkannt. Es war der Tag, als sie Platon das erste Mal getroffen hat. Seltsamer Zufall.

Und heute ist Rosalie am frühen Nachmittag auf der Autobahn in die grosse Stadt gefahren und... hat ihren Augen kaum getraut. Gleich zwei dieser edlen Reisecars besagter Unternehmung sind ihr auf der gegenüberliegenden Autobahn hintereinander entgegengekommen. Den ersten Fahrer hat sie nicht erkennen können, der zweite war definitiv nicht der gesuchte Mann. Diese kurze Begegnung hat ihren Puls in die Höhe schnellen lassen und ihr einen Stich versetzt. Sehnsuchtsattacke. Herzschmerz.

Am Abend dann, als sie die Kinder in die Tennisstunde gefahren hat, geschieht das Unglaubliche. Die beiden Reisecars kommen ihr auf der Hauptstrasse wieder entgegen. Drei Stunden später und 30 km entfernt von der ersten Begegnung. Der erste Fahrer ist es nicht... und der Zweite? Fehlanzeige. Schade! Wäre zu schön gewesen...
Melancholie macht sich breit. Nichts ist vorbei. Gar nichts.





Montag, 12. September 2011

Montagmittagszwischenbilanz


02.30 h aufgewacht, eine Mücke erschlagen und versucht
             wieder einzuschlafen
03.00 h kapituliert (Vollmond?) und aufgestanden
03.10 h auf dem iPh*ne EMails gecheckt und über
             eine neue Nachricht geschmunzelt
03.15 h mich mit iPäd in Sohnemanns  Bett verzogen
             (Sohnmann schläft in Rosalies Bett) und begonnen,
              Rostkopps Blog von hinten nach vorn zu lesen.
05.00 h Wieder eingeschlafen, neben Sohnemann und Gatte
06.30 h Wecker abgestellt bzw. auf Schlummern gedrückt
06.40 h Wecker abgestellt bzw. auf Schlummern gedrückt
06.50 h Wecker abgestellt bzw. auf Schlummern gedrückt
07.00 h Wecker abgestellt bzw. auf Schlummern gedrückt

















07.14 h Endlich aufgestanden, Kinder geweckt
07.30 h Frühstück gemacht, Schultheks kontrolliert und
             die Kleider für Sohnemann rausgelegt
07.50 h Kinder auf Schulweg geschickt
08.00 h Kaffee getrunken, Schoggijoghurt gegessen, Mails
             gecheckt und Lieblingsblogs überflogen
08.15 h Dusche genommen
08.29 h auf die Waage gestanden (blöde Idee...) und
             beschlossen, "dinner cancelling" wieder einzuführen
08.30 h Sportsachen zusammengesucht und geschminkt
08.40 h ins Auto gestiegen und auf den Tennisplatz gefahren
08.45 h unterwegs mit Schwester telefoniert
10.00 h nach der Tennisstunde müde aber zufrieden wieder
             ins Auto gestiegen und heimgefahren
10.15 h Bankomat aufgesucht und mein Konto erleichtert
10.30 h Schwiegermama zufällig vor der Post getroffen und
              neuste Eskalation im "Konfirmationstheater" der
              Patentochter des Ehegatten besprochen
              (das ist eine Story für sich... )
10.45 h Frisches Brot, Croissants und Instant-Kartoffelpuree
             im örtlichen Tante Emma-Laden eingekauft
11.00 h mit Mama geplaudert, die sich telefonisch aus dem
             Italienurlaub gemeldet und sich erkundigt hat,
             ob das Haus noch steht und der Garten....
11.15 h daheim vor dem Laptop zwei kleine Croissants...
             (Mist - gute Vorsätze werden aufgeschoben)
11.25 h Wäsche sortiert und eine Waschmaschine gestartet
11.30 h Kollegin und Mutter von Sohnemanns Schulfreund
             ruft an und anerbietet sich, die Kinder über Mittag
             zu verköstigen.
11.33 h Tochter ruft aus dem Haus der Kollegin an und fragt,
              ob sie dort essen dürfen (gewissenhafte Kinder :-))
11.40 h Sohnemann kommt rasch nach Hause, um Sport-
             sachen der kleinen Schwester abzuholen (süss!)
11.45 h Kaffee getrunken
11.50 h Rosalie beginnt, diesen belanglosen Blogartikel
             zu schreiben, weil ihr gerade nichts Gescheiteres
             einfällt und sie keine Lust auf Hausarbeit hat.

So, jetzt ist aber Schluss! Habe irgendwie das Gefühl, dass ich heute noch gar nichts erledigt habe...
Werde mich jetzt wohl oder übel dem chaotischen Haushalt widmen, über Castorps Kommentar nachdenken, das Aquarium putzen (schon wieder!!)  und mich für ca. drei Stunden vom Laptop fernhalten. Mal schauen, ob es mir gelingt. Bis später! ;-)



Samstag, 10. September 2011

Über meinen Blog

Meine Leserin Rostkopp hat einen Kommentar  geschrieben, der mich berührt hat. Eigentlich wollte ich in kommentarform antworten, aber wie immer gelingt es mir nicht wirklich, mich kurz zu fassen und so ist aus meinem Kommentar ein neues Posting entstanden. 

Dies ist im übrigen eine gute Gelegenheit, meinen neuen Leserinnen und Lesern, die vielleicht nicht den ganzen Blog von hinten nach vorn gelesen haben oder den Überblick verloren haben (was ich ihnen wirklich nicht verübeln kann...), kurz ("schmunzel") zu erkären, dass sich die Geschichte von Mr. Charming, die ich in losen Abständen quasi als "Fortsetzungsroman" in meine tagesaktuellen Posts einflechte, vor einem Jahr zugetragen hat.

Meine Gefühle und Gedanken, die ich zum Beispiel im Teil 7 der "schicksalhaften Reise" beschreibe, widerspiegeln daher meine Befindlichkeit im Sommer 2010.

Diese "schicksalhafte" Begegnung hat meinem Leben eine neue Wendung gegeben. Damit nehme ich zwar eine Erkenntnis aus dem nächsten Teil der Geschichte vorweg... aber da ich die Fortsetzung noch nicht geschrieben habe und darauf warte, dass mich die Muse küsst und ich ein paar Stunden Zeit zum Schreiben finde, könnte das noch einen Moment dauern. Aber soviel vorweg: Die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen und ich hoffe, sie wird irgendwann in die Tagesaktualität übergehen... ;-)

Langer Rede kurzer Sinn: Die Rosalie von heute ist nicht mehr die Rosalie vom Sommer 2010. Sie ist heute selbstbewusster, um ein paar Kilos erleichtert und fühlt sich wieder wohl in ihrer Haut. Sie hat eine andere Ausstrahlung und hat gerade in letzter Zeit viele positive Feedbacks erhalten.

Meine Freundin M. hat kürzlich zu mir gesagt: "Heute siehst Du so aus, wie Du wirklich bist. Früher hast Du Dich "versteckt" bzw. Dich nicht getraut, Deine wahre Persönlichkeit nach aussen zu tragen...". Jemand anderes hat gesagt, es käme ihr vor, als sei ein grauer Schleier von mir abgefallen... Mit andern Worten: Heute habe ich die Ausstrahlung, die zu mir passt und ich bin authentisch.

Und ich teile Rostkopps Meinung: 40+ ist ein grossartiges Alter. Ich geniesse mein Leben in vollen Zügen - mit der Gelassenheit einer Frau in den besten Jahren! :-))

Danke Rostkopp! Für Deine ehrlichen Worte, die guten Wünsche und Deinen wertvollen Kommentar!


Mittwoch, 7. September 2011

Autsch...

Rosalie hat sich das Knie verknackst. Einfach so. Ist heute morgen aufgestanden und das linke Knie hat sich mit einem stechenden Schmerz gemeldet. Meniskus?? Treppenlaufen geht ganz schlecht. Versucht sich zu erinnern, was sie gestern getan hat und wie das wohl passiert sein könnte. Gestern vor dem Schlafengehen war nämlich noch alles in Ordnung...


Uups... ähm....oh nein! Das darf doch wohl nicht wahr sein! Das kann ich aber niemandem erzählen... No way.


Brauche dringend eine gute Erklärung! Spontan kommt mir in den Sinn:


Rosalie Schusselqueen ist mit dem vollen Wäschekorb die Kellertreppe heraufgestolpert und hat sich das Knie verdreht...   Tönt das plausibel?


Hat jemand eine bessere Idee?

Sonntag, 4. September 2011

Kuschelkuhlen... ?

Rosalie hat sich kürzlich das Buch der "Physiognomik-Expertin" Tatjana Strobel ("Ich weiss, wer du bist" - Das Geheimnis, Gesicher zu lesen) zu Gemüte geführt und eine kleine Selbstanalyse vorgenommen:



Rundes/ovales Gesicht: gesellig, umgänglich, hilfsbereit und harmoniebedürftig. (Jepp! :-))

Grosse Augen: Sprach- und Kommunika­tionstalent. (durchaus :-))

Stupsnase (?): gesunder Menschenverstand. (naja...)

Hoher Haaransatz: klar, durchdacht, logisch-vernunftgeprägt. (schön wär's...)

Unterbrochene Stirnquerfalten: lebendiger Geist, unstet, braucht viel Abwechslung. (uups...)


Grosser Abstand zwischen Auge und Braue: grosses Einfühlungsvermögen, Offenheit, kommunikativ. :-))

Krähenfüsse unter den Augen, Falten am Hals und zwischen Nase und Lippe: weisen darauf hin, dass sich jemand viele Sorgen macht. (tja...)

Kuschelkuhlen in den Wangen: verraten Zärtlichkeitsbedürfnis. (Uups... ertappt!)

Samstag, 3. September 2011

Eine schicksalshafte Reise (7)

Der zweitletzte Tag dieser denkwürdigen Reise war geprägt von meiner melancholischen Stimmung, hochsommerlichen Temperaturen und einigen sehr interessanten privaten Gärten, die mich zumindest kurzzeitig auf andere Gedanken brachten.

Nach jeder Besichtigung fuhren wir kurze Strecken mit dem Bus und beim Ein- und Aussteigen trafen sich jeweils unsere Augen und er lächelte mich an. In den Gärten kreuzten sich manchmal unsere Wege und das Spiel mit dem Augenkontakt ging weiter. Das SMS blieb unbeantwortet. Wir wechselten auch hin und wieder ein paar Worte, sprachen über die Gärten und ich machte ihn auf spezielle Pflanzen aufmerksam. Er zeigte sich interessiert und es herrschte eine unerklärliche Vertrautheit zwischen uns. Als wir schliesslich nach einem anstrengenden Tag abends im Hotel eintrafen, nahm ich eine Dusche, föhnte meine langen blonden Haare, schminkte mich noch ein wenig sorgfältiger als sonst und überlegte lange, was ich anziehen sollte. Bevor ich mein Zimmer verliess, schaute ich nochmals prüfend in den Spiegel. Ich erinnere mich noch genau, was ich dabei fühlte und dachte:

"Rosalie, Du hast Dich gehen lassen und Du bist aus der Form geraten. Du bist eine 41-jährige Mama geworden. Die vielen Nächte mit zu wenig Schlaf sind nicht spurlos an Dir vorbeigegangen. Deine Primetime ist vorbei. Kein Wunder, dass ER sich nicht für Dich interessiert. Du wirst nie wieder guten Sex haben. Früher wäre Dir das nicht passiert!"

Früher war ich eine hübsche junge Frau mit attraktiven Rundungen und die Männer hatten mich zur Kenntnis genommen und sich manchmal nach mir umgedreht. Und nun? Ich betrachtete mein Gesicht. Die ersten Fältchen um die Augen und auf der Stirn, traurige, glanzlose blaue Augen, die dichten Augenbrauen ein wenig aus der  Form geraten und die naturblonde Haarfarbe erschien mir auf einmal nur noch langweilig. Der letzte Coiffeurbesuch war auch schon ein kleine Ewigkeit her. Da ich die Haare im Sommer ohnehin meistens zu einem Pferdeschweif zusammenband, fiel das auch nicht weiter auf. Aber abends, mit offenem Haar...

Ich beschloss, dass sich etwas ändern musste. Nach meiner Rückkehr würde ich als erstes einen Coiffeurtermin und einen Termin bei der Kosmetikerin vereinbaren. Früher hatte ich mir alle sechs Wochen die Wimpern und Augenbrauen färben und die Brauen in Form zupfen lassen. Aber irgendwann hatte ich damit aufgehört...  Und ich musste abnehmen. So konnte es wirklich nicht weitergehen. Ich verdrückte ein paar aufsteigende Tränchen, atmete tief durch, machte ein würdevolles Gesicht, verliess mein Zimmer und machte mich auf den Weg ins Restaurant.

Alle "interessanten" Tische warten besetzt und so gesellte ich mich an einen runden Tisch zu zwei netten aber eher langweiligen Damen, die ein paar Jahrzehnte (!) älter waren als ich. ER sass an einem andern Tisch und drehte mir den Rücken zu. Schade. Es war ja "unser" letzter Abend. Nach dem Essen setzte ich mich auf einen frei gewordenen Stuhl zu einer etwas interessanteren Tischgesellschaft und hörte mir die Anekdoten der illustren Damen der "gehobenen" Gesellschaft an. Es wurde Rotwein getrunken und viel gelacht. ER ging derweil mit einer andern Gruppe nach draussen, da es ein paar Raucherinnen gab, die ihrem Laster frönen wollten. Vor zehn Jahren wäre ich mitgegangen und hätte an einem solchen Abend ein halbes Päckchen geraucht. Aber das war glücklicherweise kein Thema mehr.

Zu vorgerückter Stunde sassen wir dann endlich wieder zusammen an einem Tisch und endeten schliesslich wieder in der Hotellobby, wo wir im kleinen Kreis einen letzten Schlummertrunk nahmen. Wir sassen wieder nebeneinander und redeten bis Mitternacht über alles Mögliche -  nur ein Thema vermieden wir tunlichst. Die gegenseitige Sympathie schien offensichtlich - aber wir beide waren wohl einfach viel zu anständig (blödes Wort!!), zu schüchtern  und zu verheiratet, um das zu tun, was wir wohl beide gerne getan hätten. Uns so verabschiedeten wir uns brav und jeder ging allein in sein Zimmer. Und das Handy blieb stumm.

Der Tag der Heimreise war gekommen. Es folgten noch ein paar Zwischenstopps und als ich einmal  als Letzte den Bus verliess, machte er eine Bemerkung, dass er mich nun (leider) nicht mehr lange anschauen könne... Wir lächelten uns zu und ich erwiderte nichts darauf...

Als wir schliesslich gegen Abend am Ziel ankamen, erwartete mich schon mein Gatte. Ich holte meinen Koffer und wir sahen uns ein letztes Mal in die Augen. Er lächelte, zog mich zu sich und wir verabschiedeten uns mit Wangenküsschen und er gab mir ein "Häb Sorg!" mit auf den Weg...

(Fortsetzung folgt)



Freitag, 2. September 2011

Herbstanemonen...



...und ein kurzer Moment des Glücks.

Eine schöne Erinnerung, die in einem geheimen Schatzkästchen abgelegt wird. Vielleicht wird sie ein Leben lang halten. Die Freundschaft und die Erinnerung. Vielleicht auch nicht. Rosalie wird das Schatzkästchen hin und wieder öffnen und sich mit einem Lächeln an den Moment erinnern.

Donnerstag, 1. September 2011

Herzklopfen

Gut Ding will Weile haben...

Manchmal muss man alte Muster über Bord werfen, um neue Gefilde zu entdecken. Rosalie hat schon viel gelernt. Und wird ihre Ungeduld und ihr Temperament zügeln und ist gespannt darauf, wie es weitergeht...

Mein Tageshoroskop (ja, ich hab's nicht lassen können...) tönt jedenfalls vielversprechend.



Tagestext vom 1.9.2011 für Rosalie


Ausgeglichenheit und Verständnis. Heute sind Sie gut gelaunt und Ihr Auftreten überzeugt durch Ruhe und Souveränität. Gelassen erledigen Sie Ihren Tagesablauf und können dabei gut zwischen unterschiedlichen Parteien vermitteln. Dies alles gelingt nun besonders gut, weil sowohl Herz wie Verstand bei anfallenden Entscheidungen mit einbezogen werden. Gehen Sie also mit vollem Selbstbewusstsein auch an schwierige Aufgaben heran. Zögern Sie nicht, Entschlüsse zu fassen, und zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, wie kooperativ Sie sind. Beziehungen zum anderen Geschlecht profitieren in angenehmer Weise davon, denn die Fähigkeit, sich in seinen Partner einzufühlen, weckt Sympathie und Vertrauen.