Als nächstes werde ich die Fortsetzung der schicksalshaften Reise schreiben. Hab's mir fest vorgenommen. Teil 8.
Aktuell gehen mir folgende Fragen durch den Kopf:
- Habe ich meinen Mann überhaupt jemals "richtig" geliebt oder war das von Anfang an eher eine "Zweckbeziehung", um gemeinsame Projekte zu realisieren?
- Hat mein Mann mich jemals "richtig" geliebt oder habe ich einfach gut in seinen Lebensplan gepasst? Kann er überhaupt "richtig" lieben?
- Wenn in einer Partnerschaft aus Liebe oder Zuneigung Gleichgültigkeit geworden ist - kann die Liebe dann noch reanimiert werden? Und wenn ja - wie?
- Kann man mit einer "Zweckbeziehung" auf Dauer glücklich leben?
- Kann man auf Dauer ein Doppelleben führen oder zerbricht man irgendwann daran?
Guten Abend, Rosalie!
AntwortenLöschenGerade heute habe ich an Dich gedacht, weil ich beim Lesen meiner Gedichtbände ein Gedicht gefunden habe, dass mir auf Deine Situation zu passen schien. Jedenfalls, soweit ich das beurteilen kann.
Nach diesem letzten Post bin ich mir nicht mehr sicher, deshalb überlege ich noch, ob ich es Dir zukommen lassen kann.
Meine spontane Eingebung ist: konfrontiere Deinen Mann mit diesen Fragen. Ihr beide seid die Einzigen, die Antworten darauf finden können.
Bestandsaufnahmen müssen manchmal sein. Nach meiner Meinung sollte man sie sogar regelmäßig machen, um Gefühle und Ziele zu überprüfen. Sind es noch gemeinsame oder nimmt man nur an, dass das so ist? Usw.
Herzliche Grüße aus dem Norden vom Rostkopp
... Gedicht gefunden habe, das ...
AntwortenLöschenRostkopp hat Recht, aber nur, wenn du bereit bist, die Konsequenzen zu tragen. Mach Dir bewusst, dass diese Fragen, wenn sie erst mal offen gestellt worden sind, auch nicht mehr zurückgenommen werden können. Wenn Dir die Antworten wichtig sind, wirst Du die Folgen auch verkraften können.
AntwortenLöschenSo viele Fragen... nebenbei bemerkt fast alles Überlegungen, mit denen ich mich auch immer wieder rumschlage. ;)
AntwortenLöschenIch möchte dir ein Buch empfehlen, das vielleicht einige Denkanstöße geben kann. Ein Jahr Leben von Brigitte Blobel. Handelt von einer Frau in der Lebensmitte, die auch gerade alles hinterfragt und sich eine Auszeit gönnt, um über einiges nachzudenken. Ein sehr ruhiges, spannungsarmes Buch... aber gerade das macht's für mich so wertvoll, wenn ich mal wieder am Grübeln bin. ;D
Zur Frage des "Liebenkönnens": Eine spannende Frage, vor allem in "Langzeitbeziehungen". Weil die Liebe irgendwann mit so viel eigenen Erwartungen überfrachtet wird, von denen der Partner oft gar nichts ahnt. Liebesbeweise werden als solche überhaupt nicht erkannt - weil sie nicht "hollywoodlike" sind. Und ganz normale Verhaltensweisen, bei denen sich der Partner überhaupt nichts denkt, werden als Missachtung interpretiert. Die Suche nach der Liebe fühlt sich manchmal so an, als würdest du die Nadel im Heuhaufen suchen - vor allem dann, wenn beide Partner die Liebe völlig anders ausdrücken...
Spontane Eingebung... hm... wie wäre es mit einer Traumreise? Stell dir mal vor, wie dein (neues) Leben wäre, in dem dein Mann keine Rolle mehr spielen würde. Fühlst du dich erleichtert? Befreit? Oder fehlt was?
Mir hauts die Schuhe aus dem Regal, was für hammerharte Sätze, "habe ich meinen Mann jemals richtig geliebt." Diese inneren Zweifel, diese Fragen, ich kenne das. So scharz auf weiss gelesen rührt es mich sehr auf, ich kann kaum weiterlesen.
AntwortenLöschenIch kann leider auf Dauer kein Doppelleben führen. Es geht nicht. Irgendwann platzt es auf, wie eine zu heiss gegarte Bockwurst und bekommt hässliche Risse an der glatten Oberfläche.
AntwortenLöschenLiebe Rosalie, eigentlich weißt Du ja, was Du willst und was Du nicht willst. Ich lese länger bei Dir und erinnere mich an diesen Beitrag: http://rosaliesmidlifecrisis.blogspot.com/2011/04/alte-und-neue-erkenntnisse.html
AntwortenLöschen@Rostkopp
AntwortenLöschenIch bin neugierig und möchte das Gedicht gerne lesen! Lass Dich von meiner Wankelmütigkeit nicht beirren.
Meine Ehe lebt von gemeinsamen Zielen bzw. Projekten und deren Umsetzung füllt seit jeher das Gefühlsvakuum aus. Und wir sind sehr gut darin, immer neue Projekte anzureissen und umzusetzen...
Früher oder später werden wir uns wohl oder übel mit den gestellten Fragen auseinandersetzen müssen. Vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif dafür.
Liebe Grüsse nach Norddeutschland.
@Frau Vau
Mein Mann sagt immer, dass man keine schlafenden Hunde wecken sollte bzw. dass man die Geister, die man ruft, dann nicht mehr los wird...
Also lieber Kopf in den Sand stecken und so tun, als wäre alles in Ordnung. Vielleicht ist es das sogar für ihn. Manchmal wünsche ich mir, er würde eine Mrs. Charming treffen.
@Anna
AntwortenLöschenSchön, dass Du wieder da bist! Ich habe vor ein paar Stunden Deine neusten Posts gelesen und ein paar Mal herzlich gelacht. Deine Texte sind einfach eine Klasse für sich!
Das Buch von Brigitte Blobel werde ich mir besorgen. Der Name sagt mir was. Ich habe schon etwas von ihr gelesen und fand es gut.
Was die Traumreise angeht...
Eigentlich möchte ich ihn nicht ganz aus meinem Leben verbannen. Ich gehe gerne mit ihm und den Kindern skifahren und segeln. Aber ich möchte mehr Freiheit und würde am liebsten eine offene Beziehung führen und nicht mehr länger so tun müssen, als seien wir ein glückliches, liebendes Ehepaar…
@Notos
AntwortenLöschenKrass..., ich weiss. Ich erschrecke manchmal selbst, wenn ich meine niedergeschriebenen Gedanken später nochmals lese. Und auch darüber, dass ich anscheinend in der Lage bin, ein Doppelleben zu führen...
@anonym
AntwortenLöschenDanke, dass Du mich daran erinnerst! Ich hatte das schon wieder verdrängt... Ich sollte wieder einmal meinen eigenen Blog lesen! Inzwischen geht es mir zum Glück wieder gut und es ist sehr viel passiert seit April. Es sind neue Menschen in mein Leben getreten, die mir gut tun! Aber es stimmt. Eigentlich kenne ich ja die Antworten auf die Fragen - ich will mir die Wahrheit einfach nur (noch) nicht eingestehen...
Ich denke, man liebt nicht richtig oder falsch. Liebe verändert sich möglicherweise, weil man sich selbst und die eigenen Gewichtigkeiten über einen langen Zeitraum verändert. Und wenn ihr gemeinsame Projekte verwirklicht habt, euch dabei nahe wart, der andere wichtig und bereichernd für einen selbst, warum sollte das nicht Liebe gewesen sein? "Liebe ist alles, was unser Leben steigert, erweitert, bereichert.", hast du vor kurzem doch Kafka zitiert.
AntwortenLöschen@Anna-Alltagsgöttin
AntwortenLöschenSchade!!! Aber wenigstens habe ich gerade noch rechtzeitig bei Dir reingeschaut... Deine Posts waren so toll (s. oben...) - wieso lässt Du das nicht einfach so stehen und schreibst weiter, wenn Dir wieder danach ist?
We don't hate you - of course not. We're just a bit disappointed... and we will miss you!
Immer wieder gute Fragen die Du hier aufwirfst. Ich denke dass diese Fragen in einer Beziehung angesprochen werden MÜSSEN. Woher weißt Du dass es ihm nicht genauso geht(insgeheim)? Vielleicht erlebt ihr dadurch auch eine neue Verbundenheit (im Sinne eurer gemeinsamen Unzufriedenheit und den Wunsch daran etwas zu ändern, ja das gibst) oder ihr entscheidet Freunde zu bleiben. Und Dein Satz dass Du Dir manchmal wünschst er würde seine Mrs. Charming finden sagt eigentlich schon dass Du mit "Freunde bleiben" kein Problem hast.
AntwortenLöschenNichts desto trotz ist ein Doppelleben nie die Lösung m.E., abgesehen davon dass es NICHT FAIR ist, ist es auch kein Lebensmodell mit dem Du glücklich werden würdest. Im Spiegel würdest Du Dich immer fragen: Wer bin ich? Was sind meine Überzeigungen? Und wo sind meine Träume geblieben?
Liebe Rosalie
AntwortenLöschen1. Eine wichtige Frage. Nur du kennst die Antwort. Vielleicht ein paar Hilfestellungen? Hattest du, als du deinen Mann kennengelernt hast, das Gefühl, dein IQ schwanke zwischen 200 und 0,2? Wolltest du Dinge tun wie singen den ganzen Tag, fremde Leute umarmen und brauchtest du über Wochen hinweg lediglich rund 1-2 Stunden Schlaf pro Nacht?
Eine kleine Gegenfrage noch. Falls du ihn nicht geliebt hast bei der Hochzeit.... Welcher Teufel hat dich geritten??
2. Frag ihn! Wenn er ja sagt, frag ihn, wie er das so genau weiss.
3. Reanimiert heisst, dass der Patient nicht mehr atmet, nicht mehr bei Bewusstsein ist und das Herz nicht mehr schlägt. So eine Reanimation ist schwierig. Wenn ihr beide euch einig seid über den Zustand, in welchem eure Ehe sich befindet und ihr beide das Ziel habt, etwas daran zu ändern - gemeinsam, versteht sich..... dann könnte es klappen. Wenn es aber darauf hinausläuft, dass es wieder so sein soll wie früher, dann sehe ich Probleme.
4. Ja. Wenn ihr beide das Glück anderweitig sucht und euch Freiheiten lasst. So ein Glücksuchen an anderen Orten kann aber gefährlich sein. Plötzlich will man Lieder singen, Leute umarmen und andere Dinge tun.
5. Frag mich etwas Leichteres!
Liebe Grüsse und alles, alles Gute wünscht dein Freund Castorp
@lyrikundgedanken
AntwortenLöschenEs ist schön, wieder von Dir zu hören! Ich habe heute Nacht in Deinem Blog gelesen und meine Situation in so vielen Texten wiedererkannt. Sehr berührend. Ich habe mir erlaubt, Deinen Blog auf meine Liste zu nehmen und hoffe, Du bist damit einverstanden.
Ob richtig oder falsch… vielleicht ist es auch gar nicht mehr wichtig, was einmal war. Ich weiss einfach, dass heute etwas fehlt. Aus Zuneigung wurde Loyalität. Loyalität statt leidenschaftliche Liebe. Wir haben uns immer mit Projekten beschäftigt - ohne uns wirklich richtig nah zu sein. So denke ich heute darüber.
@frlkaprizioes
Meine Wunschvorstellung wäre zurzeit eine offene Beziehung zu führen oder eine freundschaftliche (temporäre?) Trennung mit gemeinsamen Aktivitäten. Mein Mann möchte einfach seine "alte" Rosalie zurück. Eine Ehefrau, die funktioniert und pflegeleicht ist.
Mein lieber Castorp
AntwortenLöschen1. Ich befürchte, es war eher eine rationale Entscheidung. Herzklopfen zwar, aber die Endorphine waren nicht ausser Rand und Band. Es gab damals in meinem Umfeld drei Männer, die mich faszinierten und die sich für mich interessiert haben. Der Erste war ein charmanter Bankierssohn - den habe ich mir nicht zugetraut. Der Zweite war ein liebenswerter Lebenskünstler - der hat mir zu viel "Gras" geraucht. So habe ich mich für meinen Mann entschieden, weil er interessant war und nette Eltern hatte. Aber eine "irre" Liebe war das nicht und die rosaroten Wölkchen sind relativ rasch verflogen.
Welcher Teufel mich geritten hat, dass ich ihn geheiratet habe, obwohl es nicht die "grosse" Liebe war?
Torschlusspanik? (ich war immerhin "schon" 30…)
Sicherheitsdenken? (gemeinsames Haus)
Pflichterfüllung? (das war der logische nächste Schritt auf dem "traditionellen" Weg…)
Weil ich nicht (mehr) an die ganz grosse Liebe geglaubt habe...
2. Ich trau mich nicht… Aber er ist eher der Typ "sachliche Romantik", um mit Erich Kästner zu sprechen...
3. Ich denke, wir brauchen einen Coach, um diese Ehe neu aufzugleisen. Aber Gefühle lassen sich nicht erzwingen...
4. Und manchmal muss man nicht einmal suchen - und Amor schiesst leichtsinnig und ohne Vorwarnung einen Pfeil ab… und trifft mitten ins Herz. Der hat mir den ganzen "Schlamassel" ja eingebrockt… Bloss Lieder singen und Leute umarmen mag ich nicht - ein Happyend ist leider nicht in Sicht.
5. Gerne, bei Gelegenheit ;-)
Herzlichst,
Rosalie
Zu 4. Lieder singen magst du nicht? Wart erstmal ab, bis du aus dem Musical kommst ;-)
AntwortenLöschenStimmt schon. Amor geht d a n n auf Jagd, wenn wir gar nicht darauf aus sind, uns zu verlieben. Und manchmal schiesst er seine Pfeile aus Reisecars.
Womit ich wieder einmal die Fortsetzung der "Schicksalshaften Reise" anmahnen möchte.... ;-)