Heute morgen um 07.15 Uhr aus einem sehr intensiven Traum aufgeweckt worden, widerwillig aufgestanden und noch vor dem ersten Kaffee zwanzig Minuten lang mit viel Fingerspitzengefühl die wütend weinende Tochter in ihrem Bett davon zu überzeugen versucht, dass Skifahren doch nicht die dümmste Sache der Welt sei und dass sie es doch beim letzten Mal so gut gemacht habe und wir doch schon das letzte Wochenende im Unterland geblieben seien... Und dass sie doch bitte endlich aufstehen und sich ankleiden solle und überhaupt...
Schliesslich hat sie eingelenkt und als wir dann endlich oben im Skigebiet waren, hat es ihr gefallen. Jedenfalls so lange, bis Papa den lustigen Einfall hatte, auf der Piste eine abrupte Vollbremsung mit vollem Kanteneinsatz zu machen, so dass Töchterchen und meine Wenigkeit kurzzeitig in einer Schneewolke verschwanden. Die glitzernden kleinen Pulverschneekristalle waren sehr erfrischend im Gesicht und überall sonst, zumal die Temperatur ohnehin schon deutlich im Minusbereich lag...
Aber der ganze Aufwand hat sich gelohnt. Es war schön, knapp oberhalb der Nebelgrenze in der Sonne über die herrlichen Pisten zu kurven.
Und später einmal, wenn die Kinder gross sind und sich beklagen werden, dass sie beim Skifahren immer auf Mama warten müssen, werde ich tief Luft holen und sie daran erinnern, was für eine mühevolle und nervenaufreibende Angelegenheit es gewesen ist, sie soweit zu kriegen, dass sie elegant und sicher die Pisten runtersausen können!
Wenn ich mich daran zurückerinnere, was ich in den letzten sechs Jahren mit den beiden in dieser Hinsicht alles mitgemacht habe...
Das Horrorerlebnis par Excellence war ein Windel- und Kleiderwechsel nach einer Durchfallattacke in einer winzig kleinen Toilette auf der Piste. Nach gefühlten 45 Minuten war das aus Skischuhen, Skihose, Fleecehose, langer und kurzer Unterhose, zwei paar Socken und Windel geschälte und zeitweise vom Bauchnabel abwärts nackt auf dem Toilettendeckel stehende Kleinkind wieder sauber geputzt, eine Reisepackung Babyfeuchttücher leergebraucht, die verdreckten Kleider in einen Monatshygiene-Entsorgungsbeutel verbannt und die Kleine mit Ersatzwindel, Ersatzunterhose und Ersatzstrumpfhose ausgestattet wieder in Skibekleidung bereit für die Fortsetzung der Abfahrt. Die olfaktorischen Details erspar ich Euch und meine Reaktion auf die Unmutbezeugungen der vor dem Klohäuschen ungeduldig wartenden Damen ebenfalls.
Skifahren mit Kindern ist nichts für schwache Nerven und Bergluft muss man sich manchmal echt verdienen!
P.S. Live aus den Bergen - dank BloggerApp :-)



Hach....da staunt der Städter und denkt wehmütig an die Zeit als er noch in den Bergen wohnte....
AntwortenLöschenWorüber staunt der Städter denn? Ich nehme an, Du meinst die Fotos? ;-) Das Bergpanorama ist wirklich jedesmal überwältigend und man wird ganz demütig ob dieser Naturschönheit und die Alltagsprobleme relativieren sich ein wenig... Was mir hier bei uns aber eindeutig fehlt, ist das Meer! Ich habe oft Sehnsucht danach, einfach einen Strand entlang zu gehen. Egal ob in Badekleidung oder dick eingemummelt. Ich liebe es, durch den Sand zu stapfen, die salzige Luft einzuatmen, den endlosen Horizont zu betrachten, Muscheln und Steine zu sammeln und einfach die Seele baumeln zu lassen...
AntwortenLöschenOb der Schönheit der Natur, sie bringt mich immer wieder zum Staunen. Und ja, das mit dem Meer unterschreibe ich blind.....
AntwortenLöschenBerlin ist und bleibt Heimat!
Hallo Rosalie, dass ist ja wunderschön da oben bei euch. Und so herrlich einsam und fast unberührt. Diese Bilder bei Sonne machen den Genuss fühlbar. Viel Spaß noch im Schnee. morgenrot
AntwortenLöschenJa, diese Bergwelt ist wirklich aussergewöhnlich schön und die Fotos sind alle vom Pistenrand aus entstanden. Das Gebiet ist denn auch nicht ohne Grund Teil des UNESCO Welterbes.
AntwortenLöschenhttp://www.jungfraualetsch.ch/de/das-welterbe/welterbe-region.html