Samstag, 21. Januar 2012

Vom Entlieben und von der Vernunft

Das ganze Interview mit der israelischen Soziologin und "Liebesexpertin" Eva Illouz  kann ich hier nicht wiedergeben, auch wenn ich bekanntlich ein Flair für etwas längere Blogposts habe. Aber 39 Fragen und Antworten würden doch den Rahmen des Erträglichen sprengen. Ich werde deshalb ein paar Rosinen rauspicken, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:


Das Magazin: "Was muss man tun, wenn man sich entlieben will?"

Eva: "Ich würde in mich gehen und mal genau die Gründe betrachten, weshalb ich raus aus der Beziehung will. Ich glaube an die Kraft der Vernunft. Die Leute bringen oft zwei Dinge durcheinander: Wenn man jemanden wählt, bloss um ihn zu lieben, muss das noch nicht die grosse Leidenschaft sein. Man sollte zudem nur jemanden lieben, der es wert ist, der erhältlich, liebevoll und liebenswürdig ist."


Rosalie: Ja, das Thema ist gerade ziemlich aktuell. Die Kraft der Vernunft... Sie ist allgegenwärtig und ich habe das in letzter Zeit öfter gehört. "Lass uns vernünftig sein!".

Wenn ich meine Beziehung so analysiere, komme ich zum Schluss, dass eine Trennung hochgradig unvernünftig wäre. Die Leute würden den Kopf schütteln und denken, wieso um Himmels Willen verlässt sie diesen netten, erfolgreichen Mann? Ist sie von allen guten Geistern verlassen? Und die Gründe, weshalb ich aus der Beziehung raus will, sind schlicht unvernünftig.

Anders sieht es aus, wenn man sich von einer "Affäre" entlieben will. Da kommt man mit vernünftigem Denken schon sehr viel weiter... Eine solche Liebschaft ist ja eigentlich per se schon unvernünftig...

Aber wie zum Teufel findet man heraus, ob die Person, in die man sich verliebt hat, es auch wert ist? Wo doch die Liebe dazu führt, dass man alles durch eine rosarote Brille sieht und das Negative gezielt ausblendet? Wenn man doch alles gnadenlos idealisiert?
Was, wenn die Person nicht ehrlich ist und etwas vorspielt? Und die Sache mit der Erhältlichkeit ist auch ein Thema für sich...


Das Magazin: "Aber wenn ich mich - da ist man ja machtlos - in einen "Bad Guy" verliebe?"

Eva: "Wenn jemand nicht erhältlich oder es einfach nicht wert ist, dann sollte man sich ganz fokussiert vorstellen, wie es ist, jemanden zu lieben, der einen zurückliebt oder der einen grossartigen Charakter hat."


Rosalie: Das ist eine sehr gute Idee! Ich werde mir das zu Herzen nehmen und mich inskünftig gleich erkundigen, ob das Objekt der Begierde auch wirklich erhältlich ist (und das hat nichts mit dem Zivilstand zu tun!)... und ihn gleich nach dem ersten Glas Wein fragen, ob er sich denn auch ganz sicher ist, bevor ich mich auf was einlasse... (Das Date würde vermutlich enden, bevor es richtig angefangen hat...). Und ob er es denn auch tatsächlich wert ist, dass Frau ihm ihre Zuneigung schenkt, ist ja nun auch nicht auf Anhieb ersichtlich, da er sich zunächst nur von seiner Sonnenseite zeigen wird, und wenn man es herausfindet, ist es oft schon zu spät, um aus der Sache "cool" wieder rauszukommen...

Und dann gibt es ja noch diese Frauen, die aus unerfindlichen Gründen ein Flair für Exzentriker und andere männliche "Herausforderungen" haben...


Das Magazin: "Und wenn ich mich zum Beispiel Hals über Kopf in einen verheirateten Mann verliebe, Liebe auf den ersten Blick, "coup de foudre", gegenseitig?"

Eva: "Wenn ich "erhältlich" sage, meine ich nicht verheiratet oder in einer Beziehung. Ich meine "offen für dich". Man kann auch single und ungebunden und nicht erhältlich sein. Genauso kann man auch verheiratet und sehr disponibel sein." 


Rosalie: Coole Antwort! Dem ist nichts beizufügen.





24 Kommentare:

  1. Und das waren jetzt die Rosinen....mmmhhhh
    Ich meine es ist doch egal was Dein Gegenüber macht, meint oder sagt, entscheident ist doch immer was möchtest Du und das heraus zufinden ist die eigentlich spannende Aufgabe. Wichtig finde ich ist auch für sich herauszufinden, daß Zeit vorhanden ist und der Druck immer nur von einem selbst kommt.
    Vertau auf Deinen Bauch und hab Spaß!

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    1. Jetzt wo Du es sagst, fällt's mir auch auf! :-))
      Nein, das sind wirklich keine "Rosinen"! Viel zu kopflastig, diese Antworten. Es sind einfach die Fragen, die mich gerade sehr interessieren. Aber es gibt sie schon, die Rosinen und ich werde zu meiner Ehrenrettung noch ein paar davon im nächsten Post zitieren.

      Ich bin eigentlich ein ziemlich ausgeprägter Kopfmensch, habe aber auch eine (manchmal fast unberechenbare) emotionale, leidenschaftliche Seite. Kopf und Bauch stehen häufig im Clinch. Und wenn der Verstand sich durchsetzt, leidet das Herz und die unerfüllte Sehnsucht macht sich besonders dreist bemerkbar. Aber manchmal - selten genug - gewinnt der Bauch die Oberhand...

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    2. P.S. Liebe, ist das nicht dieser komische Zustand in dem sich in einem Körper chemische Reaktionen abspielen die den Geist des selbigen Körpers total irrational handeln lassen???
      Ich glaube in den meisten Fällen handelt es sich um den Wunsch diese Gefühl wieder zu haben und nicht um einen wirkliche Überflutung mit Oxyticin. Wie gesagt, es ist eine Vermutung von mir die sich auf Erlebnise stützt die ich so im Laufe meines Lebens gesammelt habe.
      Have FUN!

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    3. Bist Du Dir ganz sicher? Ich meine mit Oxyticin? Es leitet, soweit ich weiß, vor allem die Geburt und den Milchfluss ein, oder? Ich kenne mich aber zu wenig aus, um hier den "Klugschisser" zu spielen.
      Der Wunsch, das Gefühl des "Veliebtseins" wieder und wieder zu erleben ist verständlich. Schließlich ist der Zustand so abgefahren, dass bisher kein "Stoff" gefunden wurde, der es nachahmen kann.
      Wenn ich Dich richtig verstehe, meinst Du aber auch, dass sich kein Mensch davon abhängig machen sollte. Da hast Du reht. Auf der anderen Seite, gegen das "Sich verlieben" kann kein Mensch etwas unternehmen. Es passiert, hin und wieder und wenn "Mensch" es zulässt und sich nicht aus (falschen) moralischen Gründen gegen natürliche Vorgänge entscheidet, dann ist das einfach kosmisch genial. Es gibt nichts schöneres, als den Zustand totaler Verliebtheit. Und ob das mit irgendwelchen Hormonen und weiteren biochemischen Vorgängen zu tun hat, ist sowas von egal ;) Einfach genießen und nicht denken, einfach sein ...
      Nouniouce

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  2. Was die anderen sagen ist ja immer so eine Sache....wenn du dich trennen würdest, gibt es immer jemanden, der redet...davon kann man es nicht abhängig machen, finde ich....herausfinden, ob er erhältlich und es wert ist?... Es leben und herausfinden....Na klar ist es nach 18 Jahren nicht mehr jeden Tag prickelnd und toll....ich bin jetzt im 20. Jahr....aber es würde schwierig werden, wenn ich mich jetzt wirklich in jemand anderen verlieben würde... so ist es einfach nur normal und es schwankt... mal ist es schwierig, mal ist es gut so...aber wenn jemand anderes meine Gedanken und Gefühle gefangen halten würde....willst du dich trennen, weil du diesen mann nicht mehr willst, oder weil du einen anderen willst???

    Ich drück dich, es ist nicht einfach.....

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    1. Liebe Karfunkel
      Es gibt keinen anderen Mann, für den ich meinen Mann verlassen würde. Wenn ich mich trenne, dann für mich.

      Wir leben im selben Haus, haben keinen Streit, kümmern uns um die Kinder und haben gemeinsame Interessen und Projekte. Ich empfinde Loyalität, Sympathie... aber ich habe mich "entliebt". Wir sind kein Liebespaar mehr, weil ich das nicht mehr will. Aber ist das Grund genug, alles aufzugeben und den Kindern eine Scheidung zuzumuten?

      Manchmal frage ich mich, ob wir uns in unserer westlichen Welt nicht einfach einen übertriebenen Luxus leisten, wenn wir davon ausgehen, dass eine Ehe lebenslange Liebe, Erotik, wirtschaftliche Sicherheit und emotionale Nähe abdecken muss? Ist das nicht eigentlich total illusorisch? Eigentlich sind wir auf dieser Welt doch eine ganz kleine Minderheit, die sich den Luxus der Liebesheirat leistet. (Das wäre wohl ein Thema für ein neues Post ;-))

      Anderseits habe ich durch eine Begegnung mit einem anderen Mann erkannt, dass in meinem Leben etwas ganz Elementares fehlt...

      Früher haben unglückliche Ehefrauen in der Ehe ausgeharrt und sich mit Handarbeiten getröstet. Die Ehemänner hatten ihre Mätressen. Heute können unglückliche Ehefrauen auf einschlägigen Websites ein Profil eröffnen und gleichgesinnte Männer kennen lernen! Etwas, was es so in der Menschheitsgeschichte wohl noch nie gegeben hat. Aber die gesellschaftlichen Normen verbieten es eigentlich und es wird erwartet, dass man reinen Tisch macht und Tisch UND Bett trennt, wenn man sich entliebt hat. Aber vielleicht ist die Zeit einfach reif für neue Beziehungsformen? Könnte das Modell der "offenen Ehe" denn nicht auch funktionieren?

      Solche Fragen beschäftigen mich im Moment ganz stark.

      Liebe Grüsse! Ich drück Dich auch!

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    2. Liebe Rosalie, ich muss einfach an der Stelle einhaken, an der du schreibst, dass ihr kein Liebespaar mehr seid, weil du das nicht willst. Mich würde interessieren, wie dein Mann damit umgeht, das er quasi aufs "Abstellgleis" geschoben wird? Stelle ich mir für beide Seiten sehr schmerzhaft und unbefriedigend vor.

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    3. Liebe Anna, diese Aussage von mir ist schon krass. Es ist mir bewusst und ich habe mich im nachhinein gefragt, ob ich das besser löschen sollte. Aber es entspricht leider der Realität. Für ihn ist es schlimm. Er ist traurig und frustriert. Die Stimmung ist natürlich nicht mehr so unbeschwert wie früher. Manchmal wünschte ich mir, eines morgens aufzuwachen und wieder "normal" zu funktionieren. Wir werden uns professionelle Hilfe suchen. Wir brauchen einen Couch, der uns den Weg aufzeigt, wie wir mit dieser Situation am besten umgehen können, ohne alles aufgeben zu müssen.

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    4. Ach Rosalie, du funktionierst doch normal. ;) Und dein Mann mit ziemlicher Sicherheit auch. Aber offensichtlich habt ihr euch als Paar irgendwo verloren und wahrscheinlich hat er lange Zeit noch nicht einmal was davon mitbekommen, während du gedanklich schon längst auf dem Absprung warst. :(

      Wenn du das löschen sollst, dann bestenfalls aus deinen Gedanken. Geht natürlich nicht so einfach. Schon klar.;) Ob euch ein Coach da helfen kann? Ich wünsche es euch. Und ich komme nicht umhin dich/euch dafür zu bewundern, welchen Kraftakt ihr da täglich vollbringt, um die Fassade für eure Kinder (?) aufrecht zu erhalten. Ich muss gestehen, dass ich – wäre ich an der Stelle deines Mannes – viel zu verletzt wäre, um überhaupt noch den Schein zu wahren oder wahren zu wollen. :(

      Und ich überlege gerade, wie viel Kraft dich das alles kosten muss. Wertvolle Kraft, die du so gut anderweitig gebrauchen könntest… zum Glücklichsein?

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  3. Wie definiert man "Vernunft"?

    Ich fand es noch nie vernünftig, wenn die Menschen bei jemandem blieben, durch den sie sich nicht ausreichend wahrgenommen oder eingeschränkt fühlen. Aus materiellen oder gesellschaftlichen Gründen zu bleiben, halte ich ebenfalls für unvernünftig, weil es dazu führt, dass man verbogen wird oder sich verbiegt. Das macht unzufrieden, wenn nicht sogar unglücklich.

    "Die Leute" sind nicht wichtig. Du bist wichtig.

    Ich würde ich auch gehen, wenn ich keine Alternative - also keinen anderen Partner - hätte. Ich würde um meinetwillen gehen und habe das auch immer getan. Deswegen wäre es auch für eine Trennung nicht wichtig, wie Nachhaltig eine neue Liebe ist.

    Für besonders essentiell halte ich die Aussagen dieser Frau nicht (und auch nicht für besonders schlau) .. aber das mag sein, weil es aus dem Gesamtzusammenhang des Interviews gerissen ist. Jedenfalls kann ich Deine anfängliche Begeisterung nicht so ganz teilen.

    Wenn ich eine vorsichtige Anmerkung machen darf:
    Ich denke, das Thema beschäftigt Dich so sehr und offensichtlich ja schon eine ganze Weile, dass es Dir gut tun würde, eine Entscheidung zu treffen. Egal welche, aber Hauptsache eine Entscheidung. Manchmal ist es besser, eine Entscheidung zu treffen, die sich als falsch erweist, als unendlich zu hadern, zu grübeln und zu zweifeln.

    Ich weiß, das ist jetzt leicht gesagt, aber die Frage ist doch: Wie gut kann man als Partner, als Ehefrau, als Mutter, als Tochter, als Schwiegertochter sein, wenn man unterschwellig relativ häufig mit der Frage befasst ist, ob es sich "lohnt" das aufrecht zu erhalten?

    Ich drücke Dich auch!

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    1. Liebe Rostkopp

      Ja, wie definiert man Vernunft? Ich weiss es auch nicht genau. Aber ich vermute, dass sich richtig starke Gefühle auf Dauer mit Vernunft nicht im Zaum halten lassen. Wenn man sich Hals über Kopf verliebt, gibt es kein Halten mehr, aller Vernunft zum Trotz. Das erlebe ich gerade in meinem Freundeskreis. Aber wenn es sich um eine kleine Verliebtheit, eine Schwärmerei handelt, wird es wohl gelingen, die Gefühle aus Vernunftgründen zu verdrängen. Aber es kommt wohl vor allem auch darauf an, wie kopflastig jemand ist.

      Wobei... wenn ich daran denke, was Du mit Deinem Ex-Glücklichmacher erlebt hast... Das war ein ganz schlimmer Kampf zwischen Vernunft und Herz, der mich sehr berührt hat.

      Eva Illouz scheint auch eine sehr kopflastige Person zu sein... Aber wie ich schon Hans geschrieben habe, sind die drei Fragen nicht repräsentativ und wie Du richtig vermutest aus dem Gesamtzusammenhang herausgerissen. Mehr dazu später.

      Seit bald zwei Jahren beschäftigt mich nun das Thema, das Du vorsichtig ansprichst und seit elf Monaten schreibe ich hier darüber. Und noch immer kann ich mich zu keiner Entscheidung durchringen. Aber durch das Schreiben, die vielen Denkanstösse, durch Gespräche in meinem Freundeskreis hat sich vieles bewegt. Und ich habe ja auch mit meinem Mann schon mehrmals über meine Gedanken und Gefühle gesprochen.

      Die Zeit ist einfach noch nicht reif. Ich kann im Moment keine Entscheidung treffen. Aber wenn es soweit ist, werde ich es wissen und alles wird klar sein. 18 Jahre sind ja auch eine lange Zeit und es geht ja nicht nur um mich. Die Interessen der Kinder stehen im Mittelpunkt.

      Im Moment bin ich sicher keine gute Ehefrau. Und eine lausige Hausfrau, weil ich zu viel Zeit an meinem Computer verbringe. Und auf der Arbeit mogle ich mich auch irgendwie so durch. Aber meinen Kindern bin ich eine gute Mutter und das ist für mich das Wichtigste.

      Lieben Dank für Deinen konstruktiven Kommentar und Deine Offenheit! Ich schätze das sehr.

      Ich drück Dich auch und ganz liebe Grüsse in den Norden!

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    2. Liebe Rosalie, diese Antwort spiegelt mich sehr. Danke für den post und die wertvolle Diskussion, die sich um ihn entbrannt hat. Allen einen schönen Sonntag. morgenrot

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  4. Hm, mir sind die Antworten (bis auf die dritte) viel zu kopflastig. Liebe und Vernunft geht für mich schon mal gar nicht zusammen. Bei der Liebe geht es ums Herz und in der Regel bin ich dafür, diesem und auch meinem Bauchgefühl zu folgen.

    Und was heißt wenn man sich entlieben "will". Das will man doch nicht sondern es passiert einfach. Leider. Genau so, wie man sich in jemanden verliebt, der einen nicht zurück liebt. Das "wähle" ich nicht, das passiert. Wie einfach wäre es, dann einfach einen Knopf drücken zu können und zu sagen "Er ist für mich nicht erhältlich" und - schwupps - sind die Gefühle weg.

    Wer bitte schön kann so etwas? Also ich kann mit diesen schlauen Ratschlägen leider gar nichts anfangen ;-)

    Liebe Grüße :-)

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    1. Liebe Träumerin

      Ich kann Dir nur beipflichten. Nachdem ich alle Eure Kommentare gelesen habe, ist es mir so richtig bewusst geworden, wie kopflastig diese Antworten sind. Ich bin selbst etwas kopflastig und mein Freund, der mich auf das Interview aufmerksam gemacht hat, ist es noch viel mehr...

      Sich aktiv "entlieben" macht ja eigentlich auch nur Sinn, wenn man sich in einen "Bad Guy" verliebt hat. In jemanden, der einem schadet. Und auch dann ist es leichter gesagt als getan. Aber das Entlieben in einer Partnerschaft oder Ehe passiert von selbst. Im Laufe der Zeit. Leider.

      Eva Illouz hat auch die Frage beantwortet, wie man sich verhalten soll, wenn man sich verliebt und die Person diese Liebe nicht erwidert. Ich werde die Frage in meinem nächsten Post aufgreifen.

      Dein Blog hat mich sehr angesprochen! Mit dem Begriff Agoraphobie habe ich mich vor vielen Jahren auch einmal auseinandergesetzt! Auseinandersetzen müssen... Ich bin sehr gespannt, wie es mit Deinem Blog weitergeht!

      Liebe Grüsse! :-)

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  5. Hallo Rosalie,
    vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Du hast mich mit dem vorletzten Beitrag dazu angeregt mir das neue Buch der Autorin nochmal anzuschauen und einen kleinen Beitrag dazu zu verfassen.

    Ich persönlich glaube ja, dass Liebe überhaupt nichts mit Vernunft zu tunt hat. Vernünftig sind wir mit unserem Großhirn, die Liebe kommt aber aus dem Stammhirn ... dazu aber ein anderes Mal mehr.

    Es mag aber vernünftige Gründe geben, mit jemanden zusammenzubleiben, zu dem man kaum noch Gefühle der Liebe hat. Wenn Dir das klar ist, dann bin ich nicht der Meinung, dass Du Dich verbiegst. Da widerspreche ich @Rostkopp. Die Schauspielerin Frau Tilda Swinton lebt zum Beispiel mit dem Mann zusammen, mit dem sie ihre Kinder hat, liebt aber offen einen anderen Mann. Warum nicht? Wenn wir Menschen uns der Liebe öffnen, dann begegnen wir ihr mehr als einmal im Leben. Warum die alte Liebe gleich wieder abstoßen und sich (nur) der Neuen zuwenden? Die alte Liebe hatte ihre Gründe. Warum nicht beides?
    Wichtig ist, bei sich zu bleiben, sich selbst treu zu sein, sich selbst am allermeisten zu lieben (ich meine nicht egoistisch (!)).
    Einen schönen Sonntag noch, liebe Grüße
    Nouniouce

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    1. Lieber Nouniouce

      Schön, dass ich Dich zu einem eigenen Post zu diesem Thema habe anregen können. Ich hatte noch keine Zeit, Deinen Beitrag "richtig" zu lesen, nur überflogen. Spannend, die verschiedenen Meinungen über diese Autorin und ihr Lieblingsthema zu lesen!

      Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich mich in meiner Ehe verbiege. Ich habe es jahrelang getan - teilweise ohne dass es mir überhaupt bewusst war! Seit es mir bewusst geworden ist, geht es nicht mehr. Ich habe mich zu lange angepasst. Teilweise entspricht es wohl meinem Charakter. Es war aber auch der Weg des geringsten Widerstands. Wobei mein Mann auch eine starke Persönlichkeit ist und man nicht ständig auf Konfrontationskurs gehen kann. Das wäre viel zu anstrengend und würde zu viel Energie benötigen, die man für die Bewältigung des Alltags braucht.

      In diesem Sinne versuche ich mir selbst treu zu sein und mich nicht mehr zu verbiegen.

      Ich habe auch schon von Tilda Swintons Lebensmodell gehört. Beneidenswert, die Frau!

      Liebe Grüsse und Dir auch einen schönen Sonntag!

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  6. @ Rosalie und nouniouce: Wenn die Diskussion in die Richtung führt, über offene Partnerschaften oder alternative Beziehungsformen nachzudenken, bin ich ja schon wieder viel mehr bei Euch .. wie ich ja auch an anderen Stellen schon mehrfach "bekannt" habe.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass - ähnlich wie in Freundschaften, die man ja in der Regel auch nicht auf eine einzige Person kapriziert - in Partnerschaften häufig nicht alle Bedürfnisse abgedeckt werden können. Das allein ist für viele Menschen ja aber kein Grund, die Partnerschaft zu beenden. Denn wenn man Vor- und Nachteile in die Waagschalen legt, stellt man mitunter fest, dass dennoch die Vorteile überwiegen. Und man bleibt. Das ist legitim. Mein IF macht das ja auch.

    Will man monogam leben, muss man sich eben entscheiden, ein Defizit ein Defizit bleiben zu lassen (es sei denn, man kriegt es gemeinsam behoben) oder sich zu trennen.

    Lebt man polygam, hat man die Chance zur Behebung der Defizite. Aber dafür hat man meistens ne Menge anderer Probleme ;-) Polygamie ist zudem auch keine Garantie dafür, dass alle Bedürfnisse abgedeckt werden können.

    Beziehungen werden nach meiner Erfahrung gern von Männern als offen bezeichnet, die fremd gehen, ohne dass ihre Frauen davon wissen (wollen). Wirklich offen ist eine Beziehung ja nur dann, wenn alle Beteiligten davon wissen und es akzeptieren (und jeweils für sich die gleichen Rechte in Anspruch und sie auch zu leben).

    Leider ist das oft nicht der Fall. Ein Partner harrt gegen seine Überzeugung und aus Angst vor dem Neuen/Alleinsein/finanziellen Einbußen oder warum auch immer in einer eigentlich kaputten Beziehung aus. Und er leidet.

    Schwierig ist das alles.

    Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag.

    @ Rosalie: Der Ex-Glücklichmacher ist immer noch jeden Tag präsent. Ich hoffe, er ist glücklich.

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  7. @ Rosalie: Natürlich wollte ich nicht Deine Fähigkeiten als Ehefrau, Mutter usw. in Frage stellen.

    Ich wollte lediglich sagen: wenn man lange mit einem Thema schwanger geht, zerreißt es einen vielleicht irgendwann innerlich und auf Dauer bleibt das dem Umfeld nicht verborgen.

    Ich bin davon überzeugt, dass Du eine gute Mutter bist.

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    1. @Rostkopp: Ich habe das auch nicht als Kritik empfunden! :-)

      Das Thema "offene Ehe" habe ich gegenüber meinem Mann schon verschiedentlich angesprochen. Das Samenkorn ist gelegt und vielleicht wird es dereinst aufgehen. Wer weiss...

      Meine Befindlichkeit kann ich meinem Umfeld nicht wirklich verbergen, aber ich versuche, mir nicht allzu viel anmerken zu lassen. Das gelingt nicht immer.

      P.S. Ex-Glücklichmacher: Das glaube ich Dir! Und das wird wohl auch noch lange so bleiben. Eine grosse Liebe vergeht nicht so schnell.

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  8. Liebste Rosalie

    Alles kommt gut für dich!

    Ein Seelengedanke.

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    1. Lieben Dank an Anonym für diese Aufmunterung! Ich will es gerne glauben! :)

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  9. Ich habe Deinen Kommentar bei der feinen Dame im Morgenrot gelesen. Es ist gut, dass Du traurig wirst wenn Du spürst was nicht Deinem Weg entspricht. Deinen Tränen kannst Du vertrauen.

    ...und all Deinen stillen, anonymen Begleitern:-))

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    1. Hallo Anonym,
      Du schreibst so schön und einfühlsam. Ich verstehe nicht, warum Du uns nicht mehr von Dir Preis gibst.
      Ich mag es wie und was Du schreibst.
      Ich glaube, dass Du auch bei mir liest, oder? Ich würde mich über einen Kommentar bei mir freuen. Mich interessieren Deine Gedanken zu dem was ich schreibe.
      Liebe Grüße
      Nouniouce

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    2. @Anonym
      Das will ich gerne tun. :-)
      Und ich habe es irgendwie geahnt, dass Du meinen Kommentar bei Morgenrot gelesen hast :-)
      Ich habe ihn gerade eben noch ergänzt.

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