Montag, 20. Februar 2012

Vom Skifahren und verheirateten Männern

In der ersten Stunde des heutigen Tages habe ich auf Castorps Blog einen Kommentar geschrieben, weil mich sein letztes Post aufgewühlt hat. Die Aussagen "krank vor Angst vor dem Verlust des Partners" und "Abhängigkeit in einer Liebesbeziehung" haben bei mir eine Trigger-Reaktion ausgelöst, weil ich sowas selber schon mal erlebt habe. Vor gefühlten 100 Jahren. Das war ein anderes Leben. Ein anderer Film. Ein Leben, das von Angst bestimmt war. Panikattacken und all sowas. Das habe ich hinter mir. Das ist kein Thema mehr und ich bin zuversichtlich, dass ich mich in diesem Leben nicht mehr damit werde befassen müssen.

Anschliessend habe ich ein paar Stunden schlecht geschlafen (über die Gründe lässt sich spekulieren). Um sieben Uhr hat der Wecker mich aus dem Schlaf gerissen, ich  habe den Kindern Frühstück gemacht und wir haben uns warm angezogen für die Piste. Den Skibus ausnahmsweise  ganz stressfrei rechtzeitig erwischt und gegen neun Uhr habe ich die Kinder in der Skischule abgeliefert. Ganztages-Skischule für beide. Wobei der "ganze Tag" lediglich 4 Stunden Skifahren bedeutet und dazwischen findet für alle Kinder ein gemeinsames Mittagessen statt. Hatte etwas Bammel davor, wie die Kleine es aufnehmen würde, dass sie nicht nur am Vormittag teilnehmen muss... Glück gehabt! Sie hat es relativ cool zur Kenntnis genommen und nicht rebelliert. Nicht zuletzt auch dank der netten jungen Skilehrerin. Sie kam mir bekannt vor - und siehe da, sie hat doch tatsächlich unseren Sohn wiedererkannt und gesagt, er sei doch der ***, der vor zwei Jahren schon mal bei ihr im Kurs gewesen sei und deutsch und französisch spreche! Ich war extrem beeindruckt!

Nachdem ich die Kinder dem Skilehrertrupp mit den knallig roten Skianzügen anvertraut hatte, fuhr ich mit der Gondel auf 2167 m und dann weiter mit dem Sessellift bis auf 2500 m rauf. Es war bitterkalt. Schätzungsweise minus 14 Grad plus Windchill... Zu kalt für mich. Und ausserdem hatte es am Morgen nicht mehr für einen Nespresso gereicht.

So fuhr ich auf direktem Weg ins warme Restaurant, trank einen Latte Macchiato, nahm mein Lieblingsspielzeug aus der Tasche und las die neusten Artikel und Kommentare auf verschiedenen Blogs. Gespannt verfolgte ich die Diskussion auf Castorps Blog. Dann sauste ich wieder über die Pisten und beim nächsten Kaffeestopp las ich weiter und staunte über die engagierte Männerdiskussion.

Und ich checkte meine Mailboxen und freute mich über ein langes Mail von einer Schreibfreundin. Und dann las ich zum fünften Mal ein wunderbares Mail von einem Verehrer.  Es ist Balsam auf meine Seele, es zaubert ein Lächeln in mein Gesicht und es bringt mein Blut in Wallung. Dieser Mann ist so unglaublich positiv, aufgestellt, geistreich, charmant, witzig, intelligent, leidenschaftlich und - Vater zweier Kinder und seit 16 Jahren ziemlich glücklich verheiratet...

Bergdorf im Schneegestöber



Nachtrag: Er weiss nicht, dass ich blogge und das soll auch so bleiben...


P.S. Ich begrüsse eine neue Leserin! Herzlich willkommen, Poesieunterwegs!

1 Kommentar:

  1. Der Begriff "Männerdiskussion" in Bezug auf das, was auf meinem Blog passiert, kann etwas irreführend sein. Es ist durchaus nicht so, dass da nur Männer zugelassen wären. Es hängt da also kein Schild mit der Aufschrift "Frauen nicht erwünscht" oder "Men only".

    Mein stressiger Dienstag hellt sich durch die Vorstellung deines Lächelns in den sonnigen Bergen auf, Rosalie.

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