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| Nichts wie weg... nur wohin? |
In den letzten Tagen und vor allem in der letzten Woche, als ich viel alleine war und Zeit zum nachdenken hatte, habe ich mutige Gedanken gesponnen und mir ausgemalt, wie es sein könnte, wenn ich einen neuen Weg einschlagen würde...
Zurück in der vertrauten Umgebung erscheint es mir wieder so gut wie unmöglich, eine solche Entscheidung zu treffen. Das Haus, der Garten, der angenehme Lebensstandard. Ich will und kann das alles nicht aufgeben. Aber ich kann ihn auch nicht wegschicken. Er schneidet gerade die Rosen, die Obstbäume... Ich bringe es nicht übers Herz. Der Preis für den Neuanfang ist einfach zu hoch. Ich kann mein Glück nicht auf seinem Unglück aufbauen. Ich kann nicht so rücksichtslos sein. Ich kann das einfach nicht.
Sonntag Abend. Eine kurze Eskalation.Vorwürfe an mich, weil ich so lieblos mit ihm umgehen würde. Ich entgegne, dass ich die nicht mehr vorhandenen Gefühle nicht herbeizaubern könne und meine Gedanken um eine mögliche Trennung kreisen würden. Er reagiert erstaunlich ruhig, besonnen und beteuert, dass ich einfach wissen müsse, dass er mich sehr, sehr gern habe. Die Worte prallen an mir ab. Er erinnert daran, dass ich ein Ehecoaching oder eine Paartherapie organisieren wollte und er möchte, dass ich mich darum kümmere. Wir brauchen einen Mediator. Jemand der uns sagt, wie wir mit dieser Situation umgehen sollen.
Zwei Tage später ist wieder alles wie immer. Er ist gut gelaunt und er tut so, als wäre alles "in Ordnung". Kommt nach Hause und sagt, "Geht es Dir gut, Schätzeli?" und küsst mich auf den Mund. "Jaja! Es geht mir gut..." sage ich hastig...
Ich denke, ich sollte an meiner Einstellung ihm gegenüber "arbeiten". Versuchen, meine Gefühle in eine positivere Richtung zu lenken. Und das, was mir fehlt, mit einem Geliebten ausleben. Ich denke darüber nach, mir ein geheimes Zimmer in der Stadt zu nehmen. A room of my own. Als Rückzugsort...
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| A room of my own for me... |
Solange ich die souveräne, gut situierte Ehefrau gebe, die ihr Leben im Griff zu haben und Familie und Beruf gekonnt unter einen Hut zu bringen scheint, bin ich für die Männer erstaunlich interessant. Sie nennen mich "cutie" oder "bellissima" und finden mich interessant und sexy. Das ist Balsam für mein Ego. Aber diese Männer sind alle nicht "frei". Sie möchten mit mir das geniessen, was ihnen und mir im Alltag fehlt. Leidenschaft. Zuwendung. Aufmerksamkeit. Und das möglichst unverbindlich und unbeschwert. Es ist ein "geliehenes" Glück auf Zeit. All diese Kontakte sind aufregend. Egal ob platonisch oder nicht. Allein der gedankliche Austausch per SMS, E-Mail oder auch bei einem "keuschen" Kaffee ist eine Bereicherung für mein Leben. Es ist das Salz in der Alltagssuppe.
Aber alles hat seine Grenzen. Ich darf mir nicht anmerken lassen, wie es wirklich um meine Ehe bestellt ist... sonst kriegen die meisten Männer nämlich kalte Füsse und sind ganz schnell weg!
Und instinktiv wird mir klar: als alleinerziehende Mutter und getrennt lebende oder geschiedene Frau würde mein Sex-Appeal verblassen wie ein Farbfoto an der Sonne und die Verehrer würden sich ganz schnell in Luft auflösen, weil es mit der "Unverbindlichkeit" aus und vorbei wäre. Nicht weil ich Verbindlichkeit fordern oder erwarten würde - aber irgendwo im Hintergrund würde sie lauern, diese Frage, ob die neue Beziehung alltagstauglich wäre. Davor habe ich Respekt. Ich will nicht bedürftig werden! Weder in wirtschaftlicher noch in emotionaler Hinsicht!
So sehe ich es heute. Morgen kann schon wieder alles anders sein...


Liebe Rosalie,
AntwortenLöschendas hast du alles sehr gut erkannt!
Das Prickeln und das Aufregende ist nur, weil man mit demjenigen nicht den Alltag lebt!
Vielleicht gibt es ja über einen Mediator die Chance, sich wieder innerlich anzunähern.Manchmal meint man auch nur, dass die Liebe verschwunden ist, dabei ist sie nur verschüttet und möchte wieder gefunden werden.
Du wirst einen Weg finden.
liebe Grüße
Marylou
Ich denke dein Mann ist es wert.
Ein sehr ehrlicher Post, danke dafür, dass du deine Gedanken mit uns teilst.
AntwortenLöschenIch kann das alles gut nachvollziehen. Es ist auch gar nicht wichtig, was wir hier dazu sagen, sondern nur, was du selbst irgendwann als richtig oder falsch erkennst.
Und keine Sorge, es ist nicht falsch, seinen erarbeiteten Lebensstandard nicht aufgeben zu wollen. Findet einen Weg, miteinander besser auszukommen, der Rest findet sich auch noch.
Hab ein schönes Wochenende!
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenNa, jetzt muss ich doch aber mal eine Lanze für die Männer brechen. Es gibt schließlich nicht nur welche, die nichts verbindliches suchen.
AntwortenLöschenMir ist es schon zweimal passiert, dass mir am Ende von Beziehungen - wo es aber noch keine "offizielle" Trennung gab - Männer signalisiert haben, dass sie ja Interesse an mir haben - aber eben erst, wenn alle Fronten geklärt sind. Keiner wollte meine damaligen Noch-Partner verletzen bzw. zweite Geige spielen.
Aber es kommt sicher auch drauf an, was man "sucht". Wenn man selbst an seiner eigentlichen Beziehung, wie sehr oder auch eher weniger sie den Namen noch verdient, festhalten möchte und eben nur etwas für nebenbei sucht, dann ist es wahrscheinlich sogar günstiger, wenn die Objekte der Begierde ebenfalls noch anderweitig gebunden sind. Wenn sich denn wirklich beide sicher sind, dass es bei dem Unverbindlichen bleibt... was ich mir eben für mich persönlich nicht vorstellen kann, weshalb es für mich einfach nichts wäre.
Aber, liebe Rosalie, ich wünsche Dir wirklich, dass Du für Dich die richtige Entscheidung und den richtigen Weg findest. Hör auf Dein Herz, das hat meistens Recht.
Liebe Rosalie! Ich kann Dich sehr gut verstehen. Hoffentlich findest Du einen guten Mittelweg, um zufriedener zu sein. Wäre ein Blog über Dein liebstes Hobby nicht eine gute Ablenkung? Dann würdest Du auf andere Gedanken kommen.
AntwortenLöschenIch denk an Dich.
AntwortenLöschenIhr wart noch nicht bei einer Beratung? Das verstehe ich nicht. Falls du das nicht willst:
AntwortenLöschenVielleicht magst du mal zu einem Scheidungsanwalt gehen, auch um zu sehen, wie sich das anfühlen würde, das getting real in den ersten Schritten.
Ah ja, jedes "ich kann nicht ...", "ich kann das nicht aufgeben", "ich kann nicht ..." ist doch nichts anderes als ein "ich will nicht". Du willst schlichtweg nicht. Noch nicht? Warum nicht?
Was ich nicht verstehen kann, ist warum du diese Fragen alle nicht mit jemandem der dir hilft und dafür ausgebildet ist beantworten möchtest.
liebe Grüße, Daniela
@alle
AntwortenLöschenIch danke Euch sehr für den Zuspruch und für die wertvollen Denkanstösse!!
Herzlichst,
Rosalie