Und ich mache das in erster Linie mit, um meinen Ehemann bei Laune zu halten. Zwei Haushalte zu führen, macht das Leben nicht wirklich einfacher - aber so haben wir ein Projekt und sind am Wochenende beschäftigt. Und wir machen etwas zusammen als Familie und kommen an die frische Luft. Auch nicht schlecht. Und die Kinder werden uns später einmal sooooo dankbar sein, dass sie gut skifahren können... ;-)
Ich seh das pragmatisch.
Unterwegs wird dann jeweils eingekauft und mein Mann kocht das Abendessen und ich bringe die Küche wieder in Ordnung, während die Familie vor dem TV sitzt. Am Samstag heisst es früh aufstehen, damit man ins Skigebiet hochkommt, bevor die ganzen Leute aus dem Unterland anreisen und man an der Talstation der Gondelbahn lange warten muss. Gestern sind wir für einmal auf die andere Talseite gefahren. Das Skigebiet ist dort x-mal grösser und die Kinder und ich mögen das nicht so besonders, weil es unübersichtlich ist. Es gibt dort für meinen Geschmack viel zu viele Pisten, die aus allen Himmelsrichtungen ineinander münden und viel zu viele Anfänger, die ihre Skis nicht beherrschen, kreuz und quer fahren und viel zu schnell unterwegs sind... Ich hab dann keine ruhige Minute und muss ständig aufpassen, dass die Kleine keine spontanen Richtungswechsel macht und eine Kollision verursacht und dass sie nicht von einem Pistenrowdy über den Haufen gefahren wird.
Gestern ist alles gut gegangen... Es war ein Prachtstag, die weltberühmte Bergkulisse präsentierte sich traumhaft schön, die Pistenverhältnisse waren optimal. Aber so ein Skitag ist auch anstrengend. Und heute Sonntag haben die Kinder gestreikt. Ist mir auch recht so. Mein Mann ist deshalb alleine losgezogen und so kann er wieder einmal in seinem Tempo die Pisten heruntersausen, ohne ständig auf die langsameren Familienmitglieder warten zu müssen.
Und was macht die Ehegattin, nachdem der Angetraute mit geschulterten Skis in Skischuhen losgestampft ist? Sie erlaubt den Kindern, TV zu sehen und iPad zu spielen und setzt sich an den Laptop, den sie ausnahmsweise fürs Wochenende mitgenommen hat, damit Sohnemann Minecraft spielen kann.. Es kommt mir ein bisschen vor wie früher, als ich noch ein Kind war und die Eltern hie und da gemeinsam abends weggegangen sind und wir schnell das Antennenkabel aus dem Versteck geholt und den Fernseher angeworfen haben, sobald die Rücklichter der Familienkutsche um die Ecke verschwunden waren...
Das war im übrigen eine aufregende Woche. Eigentlich wollte ich ein pfannenfertiges Post aufschalten mit dem Titel "A room of my own...".
Ich habe mich letzte Woche ernsthaft damit befasst, eine Einzimmerwohnung in der Nähe meines Arbeitsorts zu mieten! Ich hatte mit der Vermieterin Kontakt aufgenommen und einen Besichtigungstermin vereinbart. Die Idee, einen ganz persönlichen (geheimen!)Rückzugsort zu haben, den ich nach meinem Gusto gestalten und
Ich habe mir die Wohnung dann von aussen angesehen und hatte plötzlich eine Eingebung, dass in dieser Gegend jemand wohnt, mit dem mein Mann geschäftlich und freundschaftlich verbunden ist. Ich habe mich schlau gemacht und herausgefunden, dass dieser Freund, den ich im übrigen auch sehr gut kenne, im Haus vis-à-vis wohnt und von seiner Wohnung aus freie Sicht auf den Hauseingang meines "Refuges" und auf den Parkplatz hat, auf dem ich mein nicht gerade unauffälliges Auto abstellen würde...
Gut, dass ich es rechtzeitig gemerkt habe! Und meine Freundin M. hat mich dann wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Rein finanziell würde ich mich mit meinem Projekt vermutlich aufs Glatteis begeben. Ich bin in solchen Dingen manchmal ein wenig leichtsinnig. Nicht wirklich der Typ, der vorher alles genau durchrechnet, sondern eher der Bauchmensch, der etwas anreisst, nach dem Motto "wo ein Wille ist, da ein Weg" und dann schauen wir mal. Und ich bin damit bis heute eigentlich immer gut gefahren! Aber meine Freundin ist zum Glück etwas vernünftiger als ich und hat mich eindringlich gebeten, mich endlich einmal mit einer Scheidungsanwältin zu treffen, um mich zu informieren, was eine Trennung oder Scheidung für wirtschaftliche Konsequenzen hätte und ob der Umstand, dass Madame heimlich ein Refuge mietet, nicht zu meinem Nachteil ausgelegt werden könnte... (liederlicher Lebenswandel, Sorgerecht und all sowas...). Und sie ist der Ansicht, dass ein solches Unterfangen mein Leben zusätzlich verkomplizieren würde. Das ist nicht von der Hand zu weisen, und wenn ich ehrlich bin, weiss ich gar nicht genau, wo ich die Zeit hernehmen sollte, um mein Refuge einzurichten und zu geniessen... Aber der Gedanke gefällt mir trotzdem!
Kommt Zeit, kommt Rat. Ganz aufgeben mag ich das Projekt noch nicht...
Ja und sonst so?
Frühlingsgefühle machen sich bemerkbar!
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| Lenzrosen |
Und dann hatte ich eine unerwartetes Treffen mit einem Mann, an den ich seit unserer ersten Begegnung im Sommer 2010 jeden Tag denke und den ich zuletzt vor sechs Monaten gesehen habe! Jemand, der mir in losen Abständen ein SMS schickt, wenn ich besonders intensiv an ihn denke. Und die Begegnung war... intensiv! Und sie hat mich ein wenig durcheinandergebracht und ich weiss noch nicht genau, wie ich dieses Erlebnis einordnen soll.
Für nächste Woche habe ich mir vorgenommen, einen Ehe- oder Paarcoach zu kontaktieren... und mir eine Anwältin zu suchen...



Sag mal, Du Süße, gibt es in der Schweiz etwa noch so etwas wie "schuldhafte Scheidung"?
AntwortenLöschenBei Dir ist viel los. So viel verwirrendes und so viel, was die ganze Person fordert.
Ich hoffe, Du schaffst das alles und schicke Dir ein bisschen Energie dafür.
LG vom Rostkopp
Lieb von Dir! Danke!!
LöschenDie Schuldfrage ist bei Scheidungen in der Schweiz auch nicht mehr relevant, soviel ich weiss. Aber ich kenne mich mit dem Scheidungsrecht (noch!) nicht aus und sollte mich damit mal auseinandersetzen. Erstaunlicherweise gibt's in meinem Freundeskreis auch noch niemanden, der mir aus eigener Erfahrung Tipps geben könnte. Die sind alle noch verheiratet... oder leben in "wilder" Ehe.
Mein Leben ist im Moment wirklich sehr intensiv und vieles, was jahrelang normal war, stelle ich nun in Frage. Manchmal erkenne ich mich selbst nicht mehr...
Liebe Grüsse nach Hamburg!
Rosalie
Liebe Rosalie, das "Refuge", das du beschreibst, möchte ein Bekannter von mir machen. Allerdings nach seiner Scheidung. Vielleicht ist das für dich eine Karotte "pro Scheidung"?
AntwortenLöschenliebe Grüße, Daniela
Liebe Daniela
AntwortenLöschenDas Refuge-Projekt läuft bei mir eher unter Scheidungsprophylaxe! ;-)
Wenn ich geschieden werden bzw. sein sollte, kann ich mir ja dann ein ganzes Haus oder eine Wohnung im Rosalies-Shabby-Chic-Stil einrichten und muss mich nicht auf eine Einzimmerwohnung beschränken.
Liebe Grüsse,
Rosalie
... beim Bekannten sind es die Jugendstilmöbel, die in der Familie auf Ablehnung stoßen, die er sooo gerne aufstellen würde. Ich finde hier viele Parallen.
AntwortenLöschenliebe Grüße und viel Glück bei der Suche nach den passenden Experten für dich! Daniela
Du planst, eine Wohnung zu nehmen, so im Geheimen? Kompliment. Aber wie willst du dein Rückzugsgebiet nutzen? So rein zeitlich gesehen? Nach der besonderen Begegnung wird sich deine Motivation vermutlich eher steigern?!
AntwortenLöschenIch habe vor ein paar Monaten damit begonnen, den Mittwochabend für mich zu beanspruchen, ohne dass ich eine fixe Sportstunde dafür als Legitimation heranziehen muss. Ich bleib dann auch mal bis gegen Mitternacht weg. Ich treffe mich mit einer Freundin oder einem Freund. Mein Mann will schon in etwa wissen, was ich unternehme bzw. mit wem ich mich treffe bzw. ich sage ihm schon, mit welcher Freundin ich mich treffe bzw. ob wir essen gehen oder uns einen Film ansehen.
LöschenMein Mann hat im Gegenzug den Dienstagabend für sich. Ob er den Abend für Sport oder für einen Männerausgang (Freundinnen hat er keine, soweit ich weiss... ;-)) nutzen will, ist seine Sache.
Ansonsten bliebe leider wirklich nicht viel Zeit, mein Refuge zu nutzen. Die Wochenenden gehören der Familie bzw. den Kindern. Hin und wieder könnte ich ein paar Stunden an einem Nachmittag oder nach der Arbeit dort verbringen.
Ein solcher Rückzugsort wäre natürlich schon ideal, um gewisse Begegnungen etwas "unverbindlicher" angehen zu lassen.
Unverbindlich ist es dann nicht mehr, wenn Du jemanden irgendwohin mitnimmst, was Du als Dein Zuhause oder Deinen Rückzugsort verstehst. Dieser Mensch kann bei Dir vor der Tür stehen, ob Du es willst oder nicht.
AntwortenLöschenWenn er mir nicht auf die Schliche gekommen ist, kennt der IF bisher weder meinen Nachnamen, noch meine genaue Adresse.
Ich bevorzuge unverbindlich Treffen in Hotels, die ja ohnehin einen Reiz auf mich ausüben. Hier gibt es z.B. ein kleines liebevoll eingerichtetes Jugendstilhotel, in dem ich leider erst einmal war. U.a. weil der IF es lieber modern und stylish mag. Da seine Firma zahlt und ich mit modern uns stylish auch gut leben kann, bin ich gut in der Lage mich zu arrangieren.
Lange Rede, kurzer Sinn: Dein Bedürfnis nach einem persönlichen Rückzugsort verstehe ich (darum ist mein Zuhause ja auch mehr oder weniger heilig, gebrochen habe ich meine Vorsätze erst ein einziges Mal beim Ex-Glücklichmacher), aber für Unverbindlichkeit eignen sich aus meiner Sicht eher Hotels.
Ich bin beeindruckt, dass Du das so durchziehst mit der Anonymität!
AntwortenLöschenDen Mann bzw. die Männer ("hüstel"), die ich in mein Refuge einladen würde, kennen meine echte Identität und ich die ihre. Aber das Haus, wo ich mit meiner Familie wohne, ist tabu.
Wenn man keinen IF kennt, der über ein von der Firma bezahltes Hotelzimmer verfügt, wird es kompliziert. In der Schweiz ein Hotelzimmer für ein paar Stunden tagsüber zu mieten, ist gar nicht so einfach... und man muss in der Regel seine Personalien hinterlassen und es ist teuer!
Deshalb wäre so ein Refuge schon ganz praktisch. Ich habe ja auch noch ein platonisches Gschpusi, mit dem ich mich leider nicht unbeschwert an einem öffentlichen Ort treffen kann, da wir unsere Freundschaft gegenüber neugierigen Bekannten nicht plausibel erklären könnten und in der Schweiz trifft man immer irgendwo auf jemanden, den man von irgendwoher kennt!
Wobei Platon möglicherweise auf die Probe gestellt würde, wenn wir uns in meinem behaglich eingerichteten Rückzugsort zu Kaffee, Tee und Kuchen treffen würden... ;-)
@ Rosalie: Okay, also hier muss man (bzw. er) auch die Personalien hinterlassen und natürlich brauchen diese Treffen darum auch immer einen geschäftlichen Hintergrund, der eine Übernachtung erforderlich macht.
AntwortenLöschenRosalie, nicht, dass aus dem Wochenrückblick ein Monatsrückblick wirst, du gehst mir hier ab! Wie kommst du voran? liebe Grüße, Daniela
AntwortenLöschenFreut mich, dass ich vermisst werde! Ich melde mich bald zurück - noch vor Monatsfrist! Versprochen! :-)
LöschenLiebe Hybris13
AntwortenLöschenDas ist eine gute Überlegung! Ein solches Refuge zu haben, wäre auch für mich ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstbestimmung!
Herzliche Grüsse,
Rosalie