Wann wird das endlich aufhören, diese melancholische Stimmung?
Ich versuche mich abzulenken, aber die Gedanken gehen doch immer wieder in die selbe Richtung.
Dreizehn Monate. Wieso musste alles so enden? Irgendwie so unwürdig.
Manchmal kommen Zweifel auf. Hätte ich nicht cooler und besonnener reagieren können? Habe ich zu oft geschwiegen und leer geschluckt? Wieso hat er mein Mail von Mitte Juni nicht ernst genommen? Hätte es eine andere Lösung gegeben? Hätten wir die Freundschaft retten und auf eine andere Ebene bringen können?
Wir haben es versiebt. Enttäuschte Erwartungen, Desillusionierung. Sprachlosigkeit.
Schade.
Liebe Rosalie, lieber Castorp
AntwortenLöschenSometimes goodbye is a second chance ...
Manchmal braucht es Abschiede damit man sich und den anderen mal spüren kann. Wenn es denn sein darf werdet ihr wieder zusammenkommen.
Ein Loslassen tut manchmal einfach nur gut.....
Geniesst doch beide einfach mal die neue Freiheit. Ihr habt euch ja beide erstickt. Mal ehrlich. 20-30 SMS pro Tag. So konnte es ja gar nicht weitergehen. Für so ein Verhalten gibt es keine Zukunft. Jede Beziehung ändert sich. Das kann weh tun - ich weiss das aus eigener Erfahrung. Aber das ist normale Entwicklung. Rosalie....du weisst ja jetzt, wie Castorp als Mensch ist. Nimm doch das was er dir kostbares gibt. Und vielleicht muss dein Castorp manchmal etwas weniger reden....und dich mehr still umarmen. Wenn du traurig bist oder Nähe suchst, brauchst du wohl keine Ratio sondern einfach eine stille, präsente Umarmung. Und das kann jeder Mann lernen. Aber....du musst es ihm sagen liebe Rosalie.
@Anonym
LöschenIch musste Castorp loslassen, weil ich so nicht mehr weitermachen konnte. Und es macht mich nach wie vor traurig.
Ein Teil von mir möchte ihn umarmen und ihm sagen, wie leid mir das alles tut, und dass ich möchte, dass wir wieder Freunde sind.
Der andere Teil hält mich zurück, weil sich nichts geändert hat. Wir beide suchen nicht das selbe. Das, was ich suche, kann er mir anscheinend nicht geben und das, was er sucht, habe ich ihm schon gegeben. Deshalb haben wir die Balance verloren.
Und ich weiss auch gar nicht, ob er überhaupt noch "mein" Castorp sein möchte bzw. wieviel ihm überhaupt an unserer Freundschaft liegt.
Ja, eine Umarmung hin und wieder hätte mir gut getan.
Danke für Deinen Kommentar!
Danke für deine Antwort.
LöschenIch umarme dich dafür liebe Rosalie.
Du bist nicht alleine.
Danke! :)
LöschenLiebe Rosalie,
AntwortenLöschenist es zu intim, zu verraten, was vorgefallen ist?
Dieses Mail, mit dem du haderst, auf das bist du bislang nicht näher eingegangen, oder?
Hast du ihm in einem Wutausbruch etwas an den Kopf geworfen?
Was war das für eine Rute im Fenster, die du ihm im Juni per Mail geschickt hast?
Es ist schwer zu vestehen, was da woran zerbrochen ist.
Noch schwerer verstehe ich, wieso du ausgerechnet ihm so nachtrauerst. Aber das weißt du ja ;-)
Ich kann dir wenn ich ehrlich bin nur wünschen, dass du ihn möglichst schnell aus deinem System bekommst. Jemand, der mit mir Schluss gemacht hat, will ich nicht mehr auf meiner Blog-Liste sehen.
Wie gesagt, offenbar verstehe ich nicht, a)was tatsächlich passiert ist, b)was der aktuelle Status ist, c)warum er so groß/wichtig ist.
Da ist es wohl besser zu schweigen.
liebe Grüße, Daniela
Liebe Daniela
LöschenNein, ich habe ihm nicht in einem Wutausbruch etwas an den Kopf geworfen! ;-) Wutausbrüche sind mir fremd und ich bin auch nicht böse auf ihn. Wir haben uns ja auch nur selten gesehen und unsere Freundschaft hat vor allem vom schriftlichen Austausch gelebt. Aber diese SMS-Kommunikation ist nicht ohne. Man neigt dazu, Aussagen falsch zu interpretieren und Missverständnisse sind quasi vorprogrammiert.
Bevor ich meine beiden Posts "Life Lessons" veröffentlichte, habe ich sie nur für Castorp freigeschaltet. Das war auch der Grund, weshalb mein Blog für einen halben Tag gesperrt war. Er hat sie gelesen und mir gesimst, dass ich fair und differenziert geschrieben hätte und er hat keine Einwände gegen die Publikation geltend gemacht. Ich habe mich dann in den Kommentaren dazu verleiten lassen, mehr preiszugeben, als ich eigentlich wollte...
Unsere Beziehung war seit Oktober platonisch. Was aber letztlich dazu geführt hat, dass ich die Reissleine gezogen habe, kann ich nicht "verraten", obwohl ich weiss, dass es das Verständnis meiner Leserschaft für meine Reaktion erhöhen würde. Da müsste sich Castorp schon selber "outen".
Es ist auch nicht so, dass ich ihm etwas übel nehme. Ich habe im Gegenteil ein gewisses Verständnis für sein Vorgehen. Aber es hat mir weh getan und so blieb mir nur der Rückzug. Ich hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera. Hätten wir weitergemacht wie bisher, hätte ich weiter gelitten. Also habe ich es schweren Herzens beendet, in der Hoffnung, dass die Zeit den Herzschmerz heilt.
Wieso ich ihm nachtraure? Weil er mir viel bedeutet hat und das noch immer tut. Vielleicht habe ich etwas in ihm gesehen, was andern verborgen bleibt.
Liebe Grüsse,
Rosalie
Liebe Rosalie, ich kann nur erahnen, wie es Dir geht und was genau da war zwischen Euch. Ich hatte aber mal eine ähnliche Art von "Freundschaft" zu einem Mann und im Rückblick muss ich sagen, dass es absehbar war, dass es in solch einer intensiven Beziehung irgendwann mal einen Knall geben muss. Ich war sehr enttäuscht und es tat einfach nur weh, aber ich bin drüber hinweg. Wir sind uns lange aus dem Weg gegangen, nun habe ich ihn zufällig bei einem Abend mit Freunden wiedergetroffen. Es war wie immer und ich konnte im Nachhinein noch verstehen, was ich an ihm fand, aber es ist vorbei und es gibt kein zurück, ich will auch nicht mehr zurück und das ist gut so! Auch bei Dir wird es irgendwann auch innerlich vorbei sein! Ihr seid einen Stück des Weges zusammen gegangen, nun gehst Du alleine bzw. mit anderen Weggefährten weiter. Mir hat damals dieser Spruch geholfen (es ist leider keine so gute Übersetzung ins Deutsche, eine bessere habe ich leider nicht gefunden...):
AntwortenLöschenMenschen treten in dein Leben aus drei verschiedenen Gründen:
Aus einem bestimmten Grund, für die Dauer einer gewissen Zeit oder für ein ganzes Leben.
Wenn du herausfindest, welche Art von Beziehung es ist, dann weißt du, was du zu tun hast.
Wenn jemand in dein Leben tritt aus einem Grund, dann heißt das, dass du dich mit einem Bedürfnis auseinander setzen musst, dass du geäußert hast, bewusst oder unbewusst. Diese Menschen treten in dein Leben um dich durch eine schwere Zeit zu begleiten, dich zu schützen durch Führung und Unterstützung, dich zu heilen, körperlich, emotional oder seelisch.
Sie sind da aus dem Grund, für den du sie benötigst da zu sein. Dann, ohne dass du etwas Falsches getan hättest, wird diese Person etwas sagen oder tun, was diese Freundschaft beendet. Weil Eure gemeinsame Zeit vorbei ist und Du schon gelernt hast was Du lernen musstest.
Wenn Menschen für eine bestimmte Zeit in dein Leben treten, dann weil deine Zeit gekommen ist, zu teilen, zu wachsen und zu lernen. Sie bringen dir Erfahrungen oder bringen dich zum Lachen. Sie können dich etwas lehren, was du nie zuvor gelernt hast. Aber es ist nur für eine bestimmte Zeit. Das diese Zeit vergeht liegt nicht in dem Menschen selbst, es ist Raum und Zeit und Endlichkeit. Du gehst in Freude und gewachsen an Erfahrung.
Menschen, die für ein ganzes Leben in dein Leben treten, lehren dich Lebensweisheiten. Sie haben keinen Grund an deiner Seite zu sein, sie sind es weil sie innerlich verwandt mit dir sind. Diese Freundschaft kennt und stellt keine Bedingungen, sie rechnet nichts auf. Man sieht sich von innen an und kann sich gegenüberstehen voller Wahrhaftigkeit. Nichts, was vergänglich wäre, da sich sowohl Stärken als auch Schwächen als gleichgestellte Werte gegenüberstehen. Eine derartige, seltene, Freundschaft lässt dich kritisch mit dir und der Welt umgehen. Sie bereichert dich da du einen Begleiter fürs Leben hast der es dir ermöglicht die kleinen sowie großen Dinge des Lebens mit allen Sinnen zu begreifen.
Auf alle diese Dinge musst du bauen, damit du eine solide emotionale Grundlage hast. Du musst die Lektionen, die man dich lehren will, gut lernen und diese Personen dennoch lieben und die Lektionen auch in andere Freundschaften und Zeiten deines Lebens einfließen lassen.
Man sagt, dass Liebe blind macht, aber wahre Freundschaft macht dich sehend!
Verfasser unbekannt
Mensch, Ijajai. Ich bin zutiefst beeindruckt. Chapeau! Du hilfst mir auch mit Deinen Zeilen. Du hast die richtigen Worte gefunden und alles wird auf einmal klar! Danke für Deinen Kommentar, die den "Suchenden" die Augen öffnet. Übrigens, das war bislang eines der hilfreichsten Kommentare, welches ich auf Rosalies Blog gelesen haben!
LöschenLiebe ijaja
LöschenIch kann mich Luisas Votum nur anschliessen! Herzlichen Dank für diesen wertvollen Kommentar!
Es ist in der Tat meine Überzeugung, dass es einen bestimmten Grund hat, wenn Menschen unverhofft in unser Leben treten.
Es ist das, was ich Castorp in meinem letzten Mail geschrieben habe: Vielleicht hat sich unsere Beziehung einfach erfüllt. Wir haben viel voneinander gelernt und ich bin nicht mehr die Rosalie, die ich vor einem Jahr gewesen bin und er ist auch nicht mehr derselbe Mann.
Er hat mir einmal geschrieben, dass er den Eindruck hat, dass wir beide in einem fahrenden Zug sitzen, der auf den Abgrund zurast. Ich habe ihn rechtzeitig gestoppt.
Wir haben uns verletzt, als dieser Zug aus voller Fahrt zum Stillstand gekommen ist. Wie schwer die Verletzungen sind, die wir uns bei dieser Notbremsung zugezogen haben und ob der Zug mit uns beiden in gemächlicherem Tempo weiterfahren wird und eine neue Richtung einschlägt, wird sich zeigen.
Auf jeden Fall waren die vergangenen dreizehn Monate eine wertvolle Lebenslektion.
Und ich weiss jetzt endlich, wer in den USA meinen Blog liest! :)
Liebe Grüsse,
Rosalie
Liebe Rosalie und Luisa,
Löschenfreut mich sehr, wenn Euch der Kommentar gefallen hat. Es sind allerdings leider nicht meine eigenen Worte gewesen ;-). Ich suche mal nach einer besseren Übersetzung/Version, die gibt es ganz bestimmt.
Ich glaube auch, dass es immer einen Grund gibt, warum wir bestimmte Leute treffen oder diese anziehen. Ich glaube aber auch, dass diese oftmals so plötzlichen, hochemotionalen, tiefen, an Seelenverwandschaft grenzenden, platonischen Verbindungen nicht lange dauern können. Das ist ein wenig wie mit dem Verliebtsein, mal dauert es länger, mal kürzer, aber irgendwann ist es immer vorbei - das zumindest ist meine Erfahrung.
Ich bin schon länger nicht mehr in den USA, im März/April war ich dort und im Juni nochmal kurz, das muss also ein anderer Leser sein...
Liebe Grüße
Ijaja
Liebe Verdita
AntwortenLöschenDas ist es, was ich mir erhoffe. Und ja, es ist tröstlich! Danke!
Herzliche Grüsse,
Rosalie