Ich habe mit dem Schreiben dieses Posts meine erste virtuelle Beziehung abschliessen und loslassen können und ich bin sehr dankbar, dass so viele Leserinnen und Leser sich angesprochen gefühlt haben und vielleicht den einen oder anderen Gedankenanstoss mitnehmen konnten.
In den letzten Tagen und Wochen gab es in meinem Leben ein paar spezielle Vorkommnisse. Wie ich ja bereits berichtet habe, hat sich meine "alte" Liebe Paul wieder bei mir gemeldet. Wir haben intensiv kommuniziert, bis dato "nur" auf schriftlicher Basis und ich habe meine alten Tagebücher und die Briefe hervorgeholt und ein wenig darin geblättert... Es war sehr aufschlussreich und ich habe realisiert, dass ich vieles verdrängt hatte. Es war mir nicht mehr so richtig bewusst, wie ich mich damals gefühlt habe.
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| Vanessa Paradis im Jahr 1987. So ähnlich sah Rosalie damals aus. Gemäss Paul. Nur ohne Zahnlücke und nicht ganz so dünn... |
Die Tagebucheinträge sind sehr destruktiv. Ich habe mich selbst gehasst und ich habe meinen Körper gehasst. Ich fühlte mich einsam und unattraktiv. Viel zu dick mit meinen 52 kg. Ich wollte 48 kg sein. Ich habe gehungert und mich gequält und habe es doch nie geschafft, mein Wunschgewicht zu erreichen und ich habe mich dafür gehasst. Ich wollte perfekt sein. Weil ich geglaubt habe, dass nur geliebt wird, wer perfekt ist. Ich war zu diesem Zeitpunkt zweimal unglücklich verliebt gewesen. Hatte jahrelang meine ganze Sehnsucht auf diese zwei Jungs proijziert und es ist nichts daraus geworden. Nichts als enttäuschte Hoffnungen und nächtliche Tränen. Und dann kam Paul.
Von aussen betrachtet war ich eine intelligente hübsche junge Frau. Die angepasste, wohlgeratene Tochter. Aber in mir drin sah es düster aus... Ich war einsam, unglücklich und spielte mit dem Gedanken, meinem Leben ein Ende zu setzen.
Wenn ich mir vorstelle, eines meiner Kinder würde in sechs bzw. acht Jahren solch destruktive Gedanken in sein Tagebuch eintragen, wird mir Angst und Bange...
Ich habe in Paul in gewisser Weise einen "Rettungsanker" gesehen. Ich habe ihn gebraucht und er mich. Aber das konnte auf Dauer nicht gut gehen und das Ende unserer Beziehung war nicht schön. Es hat dazu geführt, dass ich den Glauben an die Liebe (endgültig) verloren und dem hartnäckigen Werben eines Verehrers nachgegeben habe, den ich nicht liebte und der mir letztlich nicht gut getan hat. Ich war länger als zwei Jahre mit ihm zusammen und was ich irgendwann für Liebe hielt, war im Grunde genommen Co-Abhängigkeit.
Vielleicht müssen Paul und ich das Ende von damals zusammen irgendwie "aufarbeiten", um es endgültig abschliessen zu können. Ich spreche nicht von einem Revival der damaligen Liebesbeziehung! Aber vielleicht können wir etwas klären und es entsteht eine Freundschaft. Das wäre schön!
Und als ob das nicht schon "schicksalshaft" genug wäre, ist in den letzten Wochen ein neuer Mann in mein Leben getreten, der mich von seinem Vornamen und vom Jahrgang her an meine erste ganz grosse (unerfüllte!) Liebe erinnert... Er hat sich "klammheimlich" in meine Gedanken geschlichen bzw. geschrieben und ich geniesse die Aufmerksamkeit und das Spiel mit dem Feuer! Und ich bin zuversichtlich, dass ich mir diesmal nicht die Finger verbrennen werde!
Ich habe das Gefühl, dass ich bald die notwendige Stärke haben werde, um einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit zu gehen und mit meinem Mann ein nächstes klärendes Gespräch zu führen. Die Paartherapie schieben wir noch immer vor uns her... Weil wir instinktiv wissen, dass sie vermutlich das endgültige Ende unserer Ehe besiegeln wird.

Ich wünsche dir ganz viel Glück, in welche Richtung es auch gehen mag!
AntwortenLöschenDANKE! :)
LöschenDem schließe ich mich an - alles Liebe!
AntwortenLöschenDanke! Auch Dir alles Liebe und viel Glück mit dem neuen Wagen! :-)
LöschenIch freue mich so sehr für Dich! In Deinem Leben passieren so viele spannende Dinge, Du begegnest Menschen die in Dir spannende, aufregende Gefühle auslösen. Ich bin froh dass ich Deinen Weg aus diesem tiefen, tiefen Loch heraus erleben darf!
AntwortenLöschenIch danke Dir für diese lieben Worte! Je suis touchée!
Löschenbonjour
AntwortenLöschenpourquoi ne pas ici
AntwortenLöschenposter un de mes textes
il sera édité dans un prochain livre
je le livre à Rosalie en avant-première
en français évidemment
et j'en profite pour saluer ces virtuels accompagnants de la vie
Paul
t’effacer
il paraît que je pense trop souvent
c’est du moins ce que l’on me reproche
oui je pense trop souvent aux pavés de la cité
qui s’écartent à notre passage
après moult rasades de thé-rhum noctambules
quand je parviens à dominer ces pensées
les abysses s’élargissent
l’hiver entre par les lucarnes râblées
elles s’écartent aussi un peu
trop souvent la belle représente un sucre d’orge et la douceur
je suis témoin de tous ces décors qui jaunissent
à la place du ring où les boxeurs sont inexistants
dans les raisons des vieilles pierres
dans un rubis de chair et de croupes rutilantes
le souffle prend place et le corps devient désastre
j’aime bien lire les mots qui traînent sur le sol de la ville
malgré cette fièvre involontaire du premier jour
et jusqu’au dernier temps des jours de gloire
jusqu’au cime de l’étang où l’on respire à grands coups
sans changer sans muer sans muter
les poètes nous l’ont semble-t-il appris
« j’écris aujourd’hui pour effacer hier »
je m’écrie aujourd’hui
pour mieux m’effacer demain
et t’effacer aussi
(oui Rosalie, on écrit souvent aujourd'hui
pour effacer hier)
à bientôt
je suis actuellement dans un pays qui touche le cercle polaire arctique
le cul du monde comme on le dit en français
je reviens bientôt
nous pourrons relire ces textes...
ps: excellente la photo de Vanessa Paradis... )
Hello Paul!
LöschenSchön, dass Du Dich hier zu Wort meldest! :-)
Und danke für diesen exklusiven Vorabdruck Deiner Poesie!
Liebe Grüsse in den hohen Norden!
Rosalie
P.S. Tu dis, qu'on écrit souvent aujourd'hui pour effacer hier...
Oui... Das Schreiben dient oft dazu, Vergangenes aufzuarbeiten (aufzulösen)
(en allemand grâce à google traduction et à mes petites connaissances sommaires en allemand...
AntwortenLöschenwarum nicht hier
Beitrag eines meiner Texte
es wird in Kürze in einem erscheinenden Buch veröffentlicht sein
und ich möchte diese virtuelle Begleiter/innen des Lebens grüssen
Paul
löschen
Ich denke, es scheint zu oft
zumindest, dass das, was ich Vorwürfe
ja, ich denke zu oft Pflaster der Stadt
das an unserer Stelle abweichen
nach vielen Gläser Rum Tee-Eulen
wenn ich es schaffe, diese Gedanken zu überwinden
erweitern den Abgrund
zwischen Winter durch Oberlichter (râblées)
sie leicht als auseinander
Allzu oft ist eine schöne Süßigkeiten und süße
Ich bezeuge, alle diese Einstellungen Vergilben
Statt den Ringplatz, wo Boxer fehlen
auf dem Gelände der alten Steine
in einem Rubin Fleisch und glänzenden Kanten
Atem erfolgt und der Körper wird Katastrophe
Ich mag die Worte auf dem Boden liegend in der Stadt lesen
Trotz dieser ersten Tage des Fiebers unfreiwillige
bis die letzten Tage des Ruhms Tage
an die Spitze des Teiches, wo Sie in Schlägen atmen kann
ohne Veränderung, ohne Häutung ohne mutiert
Dichter haben wir es offenbar gelernt,
"Ich schreibe heute zum Löschen gestern"
Ich rief heute
bessere Zukunft für mich zu löschen
und löschen Sie auch
(Ja Rosalie, oft heute geschrieben
gestern gelöscht)
wir sehen uns bald
Ich bin derzeit in einem Land, das den Polarkreis berührt
den Arsch der Welt, wie wir sagen auf Französisch
Ich werde bald zurück sein
können wir die Texte lesen ...
ps: excellente Foto von Vanessa Paradis ... )
Lieber Paul
LöschenDas Übersetzungsprogramm von Google ist mit Deinen Texten offensichtlich hoffnungslos überfordert! :-))
Kann man Poesie überhaupt in eine andere Sprache übersetzen? Ich zweifle... Es wird immer etwas anderes daraus entstehen. Und so hat auch diese Google-Übersetzung ihren ganz eigenen Reiz.... :-)
Wie würdest Du den Titel Deines Textes auf Deutsch übersetzen?
T'effacer...
Dich auslöschen (tönt auf deutsch ein wenig nach töten...)
Dich ausradieren (dito)
Die Gedanken an Dich verblassen lassen (nicht wirklich das Gelbe vom Ei...)
Dich aus meinen Gedanken streichen (dito)
Dich vergessen... (trifft es wohl am Ehesten)
Ich freu mich darauf, mit Dir Deine Texte zu lesen. A bientôt!
Rosalie
(désolé pour mon allemand lamentable)
AntwortenLöschenC'est charmant! ;-)
Löschen@an meine Leserschaft
AntwortenLöschenPaul ist einer der wenigen Menschen aus meinem realen Leben, die meinen Blog kennen. Ausser meiner Freundin N. (2 Kommentare) und Castorp hat niemand aus meinem (realen) Freundeskreis meine Posts kommentiert.