Mittwoch, 28. November 2012

Herausforderungen...


Wieso passiert mir das? Wieso jetzt?

Ihr erinnert Euch vielleicht an mein Post vom 19. September 2012. Ich habe damals geschrieben, dass ich auf der Suche nach einem “Seelentröster” bin…


Ich habe auf einem Dating-Portal jemanden gesucht, der mir gut tut. Ich war auf der Suche nach Zuwendung, “Streicheleinheiten” für Köper und Seele und Leidenschaft und ich wollte (wieder) das Gefühl erleben, begehrt zu werden und einen Mann wirklich zu begehren, weil dieses Gefühl so unglaublich belebend ist und ganz viel Energie freisetzt. Was ich nicht gesucht habe, ist unverbindlicher (oberflächlicher) Sex. Das ist mir zu wenig. Ich habe das auch so deklariert und der Mann, der mein Interesse geweckt und die anderen Kandidaten aus dem Feld verdrängt hat, suchte das auch: eine Affäre mit Niveau, keinen OneNightStand.

Das erste Date ist geplatzt, weil ich mich zu spät bei ihm gemeldet hatte, um die Details unseres Treffens zu vereinbaren. Er dachte, ich würde ihn versetzen und schickte ein enttäuschtes Mail. Kein guter Start. Ich wusste instinktiv, dass es eine Warnung (des Universums) ist und dass er kein "einfacher" Mann ist. Es war mir voll bewusst, dass ich mir einmal mehr die Finger verbrennen könnte und ich habe das in einem Post (“Das volle Leben”) auch so vorweg genommen. Ich habe damals geschrieben, dass ich enttäuscht war, dass das Date geplatzt ist, aber irgendwie auch erleichtert…

Ich schrieb ihm ein paar Stunden vor dem geplanten Treffen ein ausführliches “Erklärungsmail” und hinterliess im P.S. meine  Handy-Nummer. Er hat das Mail mit einem Einzeiler beantwortet. “Es soll wohl nicht sein, zumindest nicht heute. Melde Dich einfach, wenn Du Lust hast.”  Und hinterliess seine Handynummer. Ich dachte: “Ok, das war’s dann. Schwamm drüber.”.

Am nächsten Tag schickte er mir eine WhatsApp-Nachricht. Er schrieb mir, dass er sich auf unerklärliche Weise zu mir hingezogen fühle. Dass er sich das auch nicht erklären könne. Das passiere ihm selten und normalerweise würde er sich nach diesem missglückten Start sofort zurückziehen… (!) 

Wir hatten im Vorfeld ein paar Mails ausgetauscht, ohne allzuviel von uns preiszugeben. Aber irgendwie war schnell klar, dass es passen könnte und wir uns treffen wollten. Er war einer der wenigen Männer, die mich in korrektem Deutsch und mit ansprechend formulierten Sätzen angeschrieben hatte. Mir ging es ähnlich wie ihm… Irgend etwas faszinierte mich an ihm. Ich wusste, dass er eine Herausforderung sein würde, aber das ist wohl das, was mich an ihm gereizt hat... Ich hätte mich vielleicht besser mit einem netten, lieben Mann einlassen sollen. Aber nett und lieb ist irgendwie… naja, langweilig!  Der Mann auf dem Foto hatte Charisma und wirkte auf mich selbstbewusst und sexy.

Ich merkte bald, dass er nicht 0/8/15  ist. Er ist ein Einzelkämpfer. Ein Alphatier, dessen Leben sich ausschiesslich um seine Arbeit dreht. Er lebt allein. Freunde braucht er nicht. Kollegen genügen ihm. Er vertraut seine “Probleme” in der Regel niemandem an, macht alles mit sich selbst aus. Ist äusserst diszipliniert mit sich und seinem Körper. Hat einen sehr starken Willen, ist konsequent, korrekt und direkt. Bezeichnet sich jedoch als Geniesser, liebt  guten Wein und feines Essen. Er sagt von sich, dass er sehr sensibel ist und spricht mit leiser Stimme. Manchmal verträgt er keine Leute um sich herum. Er kommuniziert lieber schriftlich als mündlich. Telefonieren ist nicht sein Ding.


Für eine richtige Beziehung hat er weder Zeit noch Lust. Auf schöne Stunden hin und wieder möchte er dennoch nicht verzichten. Sucht deshalb auf besagtem Portal eine interessante Frau mit Niveau und Intellekt.

Sie will wissen, was ihn an ihrem Profil angesprochen hat… “Die Optik in erster Linie”,  schreibt er. Und weil er glaubt, dass sie eine  empathische Frau ist. Und weil sie sich einen Nickname gegeben hat und weil ihre sexuellen Vorlieben übereinstimmen. Deshalb hat er sie angeschrieben. Und war sogleich angetan von ihrer Antwort, von ihrem Schreibstil. Dass sie verheiratet ist, stört ihn nicht. Er sucht ja keine Alltagsbeziehung.


Sie beginnen, sich längere Mails zu schreiben. Er vertraut ihr im Verlauf des Mailaustauschs persönliche Dinge an und sie denkt, dass er ihr ganz schön viel Vertrauen schenkt für einen Mann, der keine Freunde hat. Er schreibt, dass er ihre Mails liebt. Und irgendwann abends beiläufig diesen einen Satz in einem WhatsApp-Chat, der sie so berührt: “Manchmal werden Träume wahr…”. Er macht ihr Komplimente. Schreibt, dass er sie mag. Dass er sie eine tolle Frau findet. Und die WhatsApp-Nachrichten begleiten sie durch den Tag. Vom Aufstehen bis zum Einschlafen…

Doch da gibt es auch diese andere Seite von ihm… Zu viele Emotionen sind ihm suspekt. Jahrelang hat er jeden Gedanken an seine Kindheit verdrängt. Schicksalsschläge und eine lieblose Mutter liessen ihn hart werden. Er hat sich früh alleine durchs Leben gekämpft. Hat es zu etwas gebracht. Durch Fleiss und Disziplin. Braucht niemanden, der ihm Ratschläge erteilt oder Hilfe anbietet. Das kann er schlecht annehmen.


Er ist ein Einzelkämpfer, aber kein Einzelgänger. Er unternimmt viel mit Kollegen und sie weiss, dass er nie ein Kind von Traurigkeit war, was den Umgang mit der Damenwelt angeht. Er ist ein Mann mit viel Erfahrung. Die grosse Liebe hat er nicht gefunden. Er ist ein phantasievoller Schreiber und sie steigt auf das Spiel ein und das Kopfkino setzt sich in Betrieb und dreht sich immer schneller. Die WhatsApp-Nachrichten gehen hin und her, an manchen Tagen hundert mal… Er schreibt, wie sehr er sie begehrt. Sie freuen sich auf das erste “richtige” Treffen. Sie weiss, dass er im real life kein Draufgänger ist. Sie wird das Eis brechen müssen. Sie will diesen Mann und wird über ihren Schatten springen…

Sie mag ihn. Sogar seinen Dialekt, der nicht der ihre ist und den sie normalerweise nicht besonders mag. Aus seinem Mund klingt er angenehm. Sie mag die Art wie er spricht. Den sensiblen Zug um seinen Mund. Die leise Stimme, seine Zurückhaltung. Wie er sich bewegt, die schönen Hände, die feinen Gesichtszüge, sein Lächeln, wie er sich kleidet und sie mag seine Nachrichten. Manchmal frech, manchmal fast zärtlich, manchmal cool und oft sehr explizit… Sie lässt sich auf das Spiel ein und geniesst die Aufmerksamkeit. Sie haben wenig gemeinsame Zeitfester und trinken in zwei Monaten nur dreimal zusammen Kaffee, er lässt sie niemals bezahlen. Er bedankt sich nach jedem Treffen mit einer Nachricht. Er ist ein Gentleman…

Der Gedanke an ihn bringt sie zum lächeln und löst südlich des Bauchnabels angenehme Gefühle aus... Nie hätte sie gedacht, dass ihr sowas so kurze Zeit nach dem letzten "Abenteuer" noch einmal passieren könnte und noch dazu mit einem Mann, der ungebunden ist! Ein déjà-vu der besonderen Art! Aber da ist immer auch diese warnende Stimme im Hinterkopf:  ”Nimm Dich in Acht! Es ist zuuuu perfekt!”. Sie ignoriert sie, aber sie ahnt, dass es wirklich fast zu gut ist, um wahr zu sein…

Nach anderthalb Monaten intensiver schriftlicher Kommunikation haben sie das Kopfkino in die Realität umgesetzt. Sie war sehr mutig und hat sich in die Höhle des Löwen begeben. Und ihn dort zum ersten Mal geküsst. Sie wusste, was sie wollte und sie hat den Abend nicht bereut. Ganz im Gegenteil! Hat danach tagelang gelächelt… Er hat sie nach dem Treffen spätabends zu ihrem Auto begleitet und ihr eine CD geschenkt…  Sie erinnert ihn an die Frau im Lied “Linda Paloma”.

In den letzten Wochen sprechen sie öfter über seine Arbeit. Er lässt durchblicken, dass es nicht so läuft, wie er möchte. Seine berufliche  Situation frustriert ihn. Sie treffen sich noch einmal an einem Vormittag zum Kaffee. Tauschen in den zehn Tagen nach dem abendlichen Treffen noch ein paar hundert WhatsApp-Nachrichten und malen sich aus, was sie beim nächsten “richtigen” Treffen miteinander anstellen werden…

Dann beginnt er zu verstummen… Die WhatsApp werden weniger. Sie will wissen, was los ist, verlangt eine Erklärung.

Er schreibt: “Es liegt nicht an Dir. Mein Kommunikationsbedürfnis ist im Moment mehr als nur gering. Mir fehlt jegliche Energie, ich bin demotiviert, frustriert und es ist mir alles zuviel!" 


Sie insistiert. Er schreibt ihr ein letztes Mail. Berichtet von seinem Jobärger. Von seinen Zukunftsängsten und von gesundheitlichen Problemen, die wieder aufgetreten sind und ihm das Leben zusätzlich schwer machen! Dass ihm alles zu viel wird. “Auch das mit uns”…  Bittet sie zu akzeptieren, dass er sich im Moment einfach zurückziehen muss.

Sie schreibt ihm zurück. Verständnisvoll. Dankt ihm für die schöne gemeinsame Zeit und schreibt, dass sie hofft, dass es weitergeht. Wenn es ihm wieder besser geht. Keine Antwort…

Sie schaut x-mal täglich ins WhatsApp und sieht, dass er immer wieder online ist. Schreibt ihm jeden Tag eine kurze Nachricht. Dass sie an ihn denkt. Dass sie hofft, dass es ihm besser geht… Keine Reaktion. Das Mail bleibt unbeantwortet, die WhatsApp unerwidert. Nur noch Schweigen...

Sie beginnt zu zweifeln. Fragt sich, ob das alles gewesen ist. Ob er vielleicht gar nie der Mann war, für den sie ihn gehalten hat. Ob sie auf einen “bad boy” hereingefallen ist und ob das seine “Masche” ist. Ob er schon zur nächsten Blüte geflattert ist und das Spiel mit einer anderen Frau von vorne spielt. Sie ist wütend und enttäuscht... Und dann wieder denkt sie, dass sie ihm Glauben schenken kann. Er hat einen sehr ehrlichen, authentischen Eindruck gemacht und was er ihr in seinem letzten Mail anvertraut, hat ihn sicherlich Überwindung gekostet. Und schliesslich hat er sich ja weder bedankt noch richtig verabschiedet… er hat sie genau genommen nur vertröstet. Vertröstet auf irgendwann... Oder ist das seine Art Adieu zu sagen? 

Sie hält sich fest an dem Wörtchen “Moment”.  Glaubt ihm, dass er der sensible Einzelkämpfer ist, der mit seiner Situation hadert und jetzt einfach alleine sein muss, weil ihm seine Arbeit und seine Gesundheitsprobleme gerade wieder alles abverlangen. Dann überkommt sie eine  Woge des Mitgefühls. Aber dann schaut sie wieder ins WhatsApp und ihr Magen schnürt sich zusammen, wenn sie sieht, dass er vor ein paar Minuten online war. Und dann denkt sie, dass er ein erbärmlicher Feigling ist, sich so sang- und klanglos aus ihrem Leben zu verabschieden. Dass er noch nicht mal den Anstand hat, ihre WhatsApp zu beantworten… Dass sie ihm keine zwei Minuten Zeit mehr wert ist...

“Vergiss ihn!” sagt die eine Freundin. “Der Kreis hat sich geschlossen. Er hat Dir gegeben, was Du im Moment gebraucht hast. Mehr kann er Dir nicht geben. Lass ihn los!”

“Was hast Du denn erwartet? Wieso gehen Männer wohl auf ein solches Portal…?” Er hat Dich ins Bett gekriegt und das ist alles, was ihn interessiert hat.” schreibt mir die andere…

“Wieso tun Männer sowas? Sich einfach so aus der Affäre ziehen? Männer sind Feiglinge!” sagt die dritte Freundin, die gerade  eine grosse Liebesenttäuschung erlebt hat.

Das muss ich wohl: ihn loslassen. Und ich habe damit aufgehört, ins WhatsApp zu schauen und unseren Chat-Verlauf zu lesen. Und ich werden damit aufhören, beim Autofahren Waggershausen zu hören... Vielleicht werde ich ihm einen Abschiedsbrief schreiben. Irgendwann im Dezember. Weil ich immer noch denke, dass er es wert ist, dass  ich mich nicht in ihm getäuscht habe. Dass er einfach so ist und dass ich das akzeptieren muss. Dass diese Radikalität seinem Charakter entspricht. Alles oder nichts. Hart zu sich selbst und hart zu seinen Mitmenschen. Es ist es nicht gewohnt, Rücksicht zu nehmen. 

Ich möchte ihn fragen, wann er (endlich) damit beginnen will, sich dem vollen Leben zu stellen, seine Vergangenheit aufzuarbeiten und sein Herz für die Liebe zu öffnen. Nicht länger vor Emotionen davonzulaufen. Er ist krank geworden, weil er sich in die Arbeit geflüchtet und diese zu seinem primären Lebensinhalt gemacht hat. Dieses Lebenskonzept hat lange Jahre ziemlich gut funktioniert. Aber es ist gefährlich, sein Glück auf einem einzigen Stützpfeiler aufzubauen… Nun realisiert er, dass  dieser Lebensplan nicht länger aufgeht und sein Körper zeigt ihm gerade wieder die rote Karte und zwingt ihn, innezuhalten...

Es trifft mich, dass er mich als eine “Belastung” ansieht. Ich hätte ja auch sein Sonnenstrahl sein können, der durch die dunklen Wolken scheint. Anderseits muss es einem Mann wie ihm ein Gräuel sein, “bedürftig” zu wirken und seine Arbeit ist ihm das Wichtigste, und wenn es in diesem Bereich Probleme gibt, kann er an nichts anderes mehr denken und das schlägt ihm auf die Gesundheit und wie ich annehme, wohl auch auf die Libido.  Und eigentlich habe ich ja schon genug eigene Baustellen und was ich im Moment nicht brauchen kann, ist noch jemand, der mir Energie abzieht. Also muss ich wohl oder übel loslassen. Für den Moment und vielleicht sogar für immer.

Ich werde mich an das Schöne zurückerinnern. Ich habe es genossen mit ihm. Es waren extrem intensive, aufregende zwei Monate. Er hat mir das gegeben, was ich gesucht habe und ich habe meine mentale Stärke wieder gefunden. Aber ich hätte mir natürlich gewünscht, dass es weitergeht. So wie wir uns das eigentlich ausgemalt hatten. Nicht mehr so intensiv. Aber hin und wieder ein Treffen, ein gemeinsames Abendessen. Einfach die Option zu haben, dass wir uns irgendwann wieder sehen. Nun lässt er mich mit meiner Sehnsucht stehen und schweigt… Von 100 auf 0. Das Handy-Display bleibt unerträglich leer… Cold turkey. Einmal mehr.  Das ist hart. Das müsste wirklich nicht sein.

Ich bin hin- und hergerissen zwischen “Lass ihm die Zeit, die er braucht und vertraue darauf, dass er sich wieder meldet” und der anderen Stimme, die sagt: “Was denkt sich der Kerl eigentlich? Sieht nur sich und sein Elend und wie es mir dabei geht, ist ihm scheissegal. So kann man mit mir nicht umspringen!  Ich werde sicher nicht auf ihn warten und sollte er sich jemals wieder melden, werde ich ihm die kalte Schulter zeigen…!”. Aber würde ich das wirklich? Ich bin mir nicht so sicher... Ich hatte den Eindruck, dass ich ihm auch nahe gekommen bin.

Meine Freundin N. hat mich immer vor diesen Portalen gewarnt und hat es vor ein paar Tagen auf den Punkt gebracht: Sie schrieb mir:  ”Ich denke einfach, dass Du auf der Suche bist nach Zuneigung, Nähe und Wärme. Und gleichzeitig nach Sex. Aber dort, wo Du danach suchst,  lässt sich das alles nicht vereinen.  Und wenn es nur ein bisschen gelingt, bewegen sich Deine Gefühle gleich in Richtung “Liebe”…  Aber es ist der falsche Ort. Du wirst das, was Du eigentlich suchst,  auf diesen Portalen nicht finden!”.


Da hat sie wohl nicht ganz unrecht. Ich will Sex mit Nähe. Das habe ich auch klar so kommuniziert. Aber auf diesen Portalen liegt natürlich trotzdem immer das C wie Casual (unverbindlich) wie ein “Damoklesschwert” in der Luft.  Bereit, jederzeit runterzusausen und einem brutal aus einer Illusion zu reissen und in die Realität zurück zu befördern, selbst dann, wenn man das Gefühl hat, dass Träume wahr werden könnten. Es ist wie ein Hinterausgang, den beide jederzeit ungestraft und ungeachtet des Schadens, den sie angerichtet haben, nehmen können. The easy way out. Man kann sich dann quasi über Nacht  aus dem Staub machen und beim davonlaufen kurz zurückblicken und mit dem unverbindlichen “C” winken… 

Ich habe mich diesmal wirklich bemüht, mich emotional nicht zu sehr reinzuhängen. Es ist mir nur bedingt gelungen. Es war einfach zu gut. Ich vermisse ihn…

Es wäre so perfekt gewesen. Alle paar Wochen ein Date. Ein Eintrag in der Agenda, auf den wir beide uns hätten freuen können. Ein gemeinsames Abendessen geniessen, guten Rotwein trinken und davor und danach... seufz... Und beide würden trotzdem weiterhin ihr eigenes Leben führen. Genau das, was ich mir gewünscht hätte. 

Es soll wohl nicht sein, jedenfalls nicht im Moment. 

Wieso passiert mir das?  Was bitte schön hat sich das Universum dabei gedacht? 

Ich hab da so einen Verdacht...  Was denkt Ihr?






P. S. Liebes Universum, lass es bitte nicht eine Illusion gewesen sein! Bitte lass ihn rasch gesund werden und lass Dir was einfallen, damit sich sein Jobdilemma in Minne auflöst. Und wenn Du schon dabei bist, sorge bitte dafür, dass er jede Nacht vor dem Einschlafen an mich denkt und Sehnsucht hat. Und lass mich in der Zwischenzeit einen guten Anwalt und eine schöne Wohnung finden. Merci!

34 Kommentare:

  1. Liebe Rosalie,

    ich fürchte, ihr habt euch zu viel geschrieben und euch zu wenig gesehen. Ich kenne solche Portale nicht, stell mir jedoch vor, dass das Ziel ist, dass man sich SIEHT, nicht SCHREIBT.

    Es ist schade, dass sich das in eine andere Richtung entwickelt hat. Ich hoffe, du bist bald darüber hinweg!

    Bei einigen Absätzen in deinem Posting dachte ich, du beschreibst deinen Ehemann! Nicht, dass du nach der Scheidung in dasselbe Muster tappst!! :-o

    PS: Ägypten hat sich seit meinem Luxor-Plan ein wenig destabilisiert. Wie gut, dass wir nicht gleich gebucht haben. Soll wohl nicht sein ...

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    1. Liebe Paula

      Es ist das Schreiben, das uns verbunden hat und uns nahe gebracht hat. Wir hatten beide nicht die Zeit, uns häufig zu sehen. Das hat ihn auch belastet, dass er mir einmal absagen musste, weil er sich nicht gut gefühlt hat. Ich habe nur einen freien Abend pro Woche... Das hat mich schon auf die Probe gestellt.

      Mein Ehemann ist ganz anders. Er spricht (zu) laut und will Mittelpunkt sein. Was mich zunehmend abstösst. Ich mag ruhige, zurückhaltende Männer. Stille Wasser mit Tiefe... ;-)

      Liebe Grüsse nach Wien!
      Rosalie

      P.S. Ja, ein Glück, dass ihr nicht gebucht habt. Wobei ihr angesichts der jüngsten Entwicklungen sicher hättet stornieren können.

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    2. Hm hmmm. Wie wäre es vielleicht mit einem Brieffreund?

      bei den Passagen bezog ich mich nicht auf die Art, wie die Männer reden, sondern was so tun! Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Top priority Arbeit.

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    3. Brieffreund? Du meinst Mailfreund? ;-)

      Wenn ich schreiben will, habe ich ja meinen Blog und meine virtuellen Kontakte und ich habe noch nicht mal genügend Zeit, meine Mails innert nützlicher Frist zu beantworten.

      Der schriftliche Austausch mit einem Mann hat den Zweck, Nähe aufzubauen und zwar im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel...

      Stimmt! Schon wieder ein Workaholic! Aber ich will ja nicht mit ihm zusammenleben, deshalb hat es mich nicht gestört.

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    4. Liebe Rosalie, genau, ein Mailfreund! Diese lange Zeit vor dem Kennenlernen: ob sich da beim Mann ein idealisiertes Bild aufbaut, dass dann in der Realität nicht eingelöst werden kann? Ich stell mir das schwierig vor.

      Ich wünsch dir so sehr, dass du das Glück bald findest. Du strengst dich so an und willst doch alles richtig machen. Ich drück dir die Daumen!

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    5. @Paula

      Nein, ich denke nicht, dass ich seinem Bild und seinen Erwartungen, das/die er sich von mir gemacht hat, nicht entsprochen habe. Den Eindruck hatte ich ganz und gar nicht... :) Ich glaube, es liegt wirklich nicht an mir und mein Selbstwertgefühl hat nicht gelitten.

      Danke fürs Daumendrücken!

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  2. Liebe Rosalie,
    diese Risiken geht man doch immer ein .. Lass ihn einfach laufen, wenn er möchte, kommt er sowieso zurück, zu viel Bedrängen wird ihn eher abschrecken.
    Versuch, die Sache einfach so zu genießen, wie sie war. Und vielleicht ist es sowieso erst mal besser, deine Dinge zuerst in Ordnung zu bringen, bevor du dich in eine neue Beziehung stürzt. Mach erst mal deinen Kopf (und dein Herz) frei, dann ist mehr Platz für Neues.

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    1. @Frau Vau
      Das habe ich mir auch gedacht. Vielleicht muss das jetzt einfach so sein, damit ich meine ganze Energie darauf verwenden kann, in meinem Leben Ordnung zu schaffen. In jeder Beziehung! Und wenn ich dann erst in der Wohnung bin, die Trennungsvereinbarung ausgehandelt ist und ich endlich meine tausend Dinge (aus)sortiert habe, dann werde ich bereit sein für etwas Neues.

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  3. Liebe Rosalie, ich lese meistens nur mit, schreibe selten.

    Im heutigen Post fühle ich jedoch Dinge, die ich schwer in Worte fassen kann, die aber sämtliche Alarmanlagen anspringen lassen.

    So "coole" Männer, die "harten", die "niemanden brauchen" scheinen eine unwahrscheinliche Anziehungskraft auf Frauen auszuüben, die aus unerklärlichen Gründen sofort denken, sie sind diejenige welche, die ihn "rettet".

    Aber das tun wir Frauen nicht. Und diese Art Männer mit der ach so verkorksten Vergangenheit sind schlicht selbst verkorkst und arbeiten nicht an sich. Verstecken sich hinter genau diesen Sätzen, die Du hier schreibst und wissen, wir Weibchen (ich übertreibe gerade *gg*) springen darauf an.

    Rosalie, von der Ferne, nur das was ich hier gelesen habe, versuche ihn zu vergessen. So wie ich Dich durch den Blog einschätze (und das ist ja doch immer sehr eindimensional), bist Du genau der Typ Frau, der auf sowas anspringt und am Ende verletzt zurückbleibt.

    ERWACHSENE Kerle gibt es leider selten, aber es gibt sie. Und Typen die sich hinter diesem "ich-brauche-keinen-und-bin-mir-selbst-genug"-Gequatsche verstecken, sind nur zu feige, sich mit sich selbst und den eigenen Leichen im Keller auseinanderzusetzen. Ganz klar. Einfacher, den großen Schweiger zu mimen, damit Frau jedes Wörtchen, dass er emotional von sich preisgibt, anbetet..frei nach dem Motto, ooooh wie toll, er hat sich geöffnet...!

    Sorry für die vermutlich unsensiblen, dreisten Worte. Genieße das was war, aber so einen Mann braucht Frau nicht. Du auch nicht!!

    Liebe Grüße,
    Nicole (heute mal echte naseweis.. aber mit zuvielen Männern dieser Sorte im Umfeld, um ruhig bleiben zu können )

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    1. Hallo Nicola, hallo Rosalie!!

      Nicole bringt es gut auf den Punkt und ich ergänze, gebetsmühlenartig, zu dem distanzierten Männern: Co-Abhängigkeit. Co-Abhängigkeit. Co-Abhängigkeit. Hier liegt die Wurzel für das Muster. Nicht-C-Abhängige Menschen suchen gesunde Beziehungen. Diese Beziehungen (mit abwesenden Männern) sind NICHT gesund.

      liebe Grüße,
      Daniela

      PS: wirklich, du hast ihm JEDEN TAG eine Nachricht geschickt? Uijeh.

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    2. Liebe Nicole

      Danke für Deine offene Meinung! Ich schätze das sehr!

      Ich habe mich auch gefragt, weshalb ich solche Männer anziehe! Die letzten drei Männer, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren mein Herz berührt haben, hatten alle eine grosse Gemeinsamkeit: Eine gestörte Beziehung zur Mutter und eine traurige bis schlimme Kindkeit. Ich habe diese Männer nicht bewusst ausgesucht. Sie haben mich ausgesucht bzw. es war Zufall (Schicksal?). Mir ist schon klar, weshalb ich auf solche Männer anziehend wirke: Ich bin sehr feminin und habe eine warme, empathische Ausstrahlung. Das zieht Männer an, die eher "cool" sind bzw. ein Problem damit haben, ihre Emotionen zu zeigen. Und umgekehrt habe ich ein Flair für solche "unnahbaren" Männer... Das sind wohl die berühmten Gegensätze, die sich anziehen.

      Was meinen lonesome Cowboy angeht, so habe ich mir natürlich (wie vermutlich alle meine Vorgängerinnen auch) eingebildet, dass ich diejenige sein werde, der es gelingt, ihn aus der Reserve zu locken und die ihn dazu bringt, sein Herz zu "öffnen"... Da hast Du natürlich voll ins Schwarze getroffen!

      Ich wollte ihn nicht ändern. Das funktioniert nicht. Aber so, wie er lebt, ist er offensichtlich nicht glücklich, sonst müsste er sich nicht dauernd zurückziehen und mit einer Krankheit kämpfen, die mit Sicherheit eine psychosomatische Komponente hat.

      Aber es war mir immer klar, dass er vermutlich die Flucht ergreift, wenn ich (zu) offen anspreche, wo meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer liegt. Aber ich habe mich nicht verbogen oder angepasst und ich sage, was ich denke. Ich bin mir selber treu geblieben.

      Er hat zweimal gesagt bzw. geschrieben, dass ihm meine Intuition Angst mache...

      Ich bin nicht erschüttert über dieses Ende. Einfach enttäuscht und traurig. Aber life will go on. Wenn er nicht gemerkt hat, was er an mir hat, dann hat er mich nicht verdient.

      Aber ich glaube fest daran, dass unsere Begegnung nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist und vielleicht habe ich ihm jetzt den Impuls gegeben, seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Ich habe ihm die Kontaktdaten von einer Frau mit speziellen Fähigkeiten übermittelt und wenn er klug (und mutig) ist, wird er sie anrufen. Mehr kann ich für ihn nicht tun. Ich will ja schliesslich seine Geliebte sein - nicht seine Mutter! ;)

      Liebe Grüsse!
      Rosalie

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    3. @Daniela

      Co-Abhängigkeit ist passé. Ich will ja keine Beziehung mit ihm führen! Ich werde nicht mit einem neuen Mann den Alltag teilen, bevor die Kinder flügge sind und das wird frühestens in zehn Jahren der Fall sein!

      Ja, ich habe ihm noch drei Tage lang vor dem einschlafen eine Nachricht geschickt und dabei ist mir kein Zacken aus der Krone gefallen! Es ist ein Jammer, dass er sich einfach so aus dem Staub gemacht hat. Er war wirklich ein begabter Liebhaber...

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    4. Liebe Daniela

      wieso immer gleich alles pathologisieren?:-)

      Jeder Stern ist doch anders.

      Liebe Grüsse / Stella Blue

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    5. Liebe Nicole

      Ich möchte hier an dieser Stelle eine kleine Lanze brechen für die Männer. Ich bin auch eine Frau und das sehr gerne. Du schreibst "ERWACHSENE Kerle gibt es leider selten, aber es gibt sie." Ich möchte dir gerne auch etwas schreiben: Erwachsene Frauen gibt es leider selten, aber es gibt sie. Ach du...wir sind doch alle oftmals kleine Kinder im grossen Mantel. Und wenn wir wieder mal das Gefühl haben wir müssten die meisten Frösche an die Wand knallen, sollten wir dafür zuerst unsere Krone vom Haupt legen. Dann....ja dann, kann vieles erreicht werden.

      Alles Liebe für dich. Es soll dir gut gehen.

      Stella Blue

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    6. Liebe Stella,

      *lach*, es geht mir gut (meistens jedenfalls) und ich werfe für gewöhnlich keine Frösche an die Wand. Und das es ebenso oft das weibliche Pendant gibt, ist völlig klar. Was ich meine ist, das stark gehäufte auftreten dieses Klientel "Mann", dass sich hinter dieser Fassade versteckt. Und wir Frauen fahren darauf ab. Da geht es nicht um "besser" oder "schlechter", sondern um Erfahrungswerte und die immer wieder erlebte Erkenntnis, dass die Herren es sich einfach bequem machen. Wir Mädels beten ja dafür jeden annährend emotionalen Satz von ihnen an, warum also anstrengen?
      Meine Krone liegt schon längst unreparabel entsorgt im Restmüll *gg*, jetzt im Winter ist mir eine Wollmütze eh lieber. Mit meinem Frosch bin ich seit fast 12 Jahren zusammen, 7 Jahre davon verheiratet, ein Kind, zwei Stiefkinder, ein Hund, den Frosch dann noch an die Wand zu werfen, wäre echt blöd.
      Aber zu sehen, was tut mir gut, oder was nicht, dass kann ich und wie ich Rosalie einschätze, braucht sie garantiert keinen so "wasch mich, aber mach mich nicht nass"-Typ. Das war alles, was ich mit meiner Antwort sagen wollte, nicht, dass ich fehlerlos durch die Welt schwebe *gg*.
      Obwohl, nette Idee ;-)
      Liebe Grüße
      Nicole

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    7. Liebe Rosalie,

      ich finde die Einstellung prima, wenn Du schreibst, Wenn er nicht gemerkt hat, was er an mir hat, dann hat er mich nicht verdient.. Genau so ist es!!!
      Es ist nicht so, dass ich dieses Muster nicht kenne (und ich habe das Gefühl, jede Menge Frauen fahren dieses Muster.. ), ich habe nur inzwischen gelernt, nicht mehr den "armen, armen Kerl" dahinter zu sehen, dem es doch nur gelingen muss, Zugang zu seinen Gefühlen zu finden, dann wird alles gut.
      Sondern auch den Mann, der sich schlicht und ergreifend weigert hinzuschauen, zu reflektieren und die Leichen im Keller anzugucken. Das könnte je evtl. weh tun, autsch, also lassen sie es lieber. DAS ist es, was mich inzwischen abschreckt und was mich nicht mehr den "Lonesome Cowboy" sehen lässt, der in den Sonnenuntergang reitet und dem man als Frau sehnsuchtsvoll hinterblickt und denkt.. "eines Tages, eines Tages steigt er vom Pferd, schließt mich in die Arme und weiß, er ist zuhause".

      Nö, der reitet lieber ein Tal weiter und hockt mit seinen Kumpels ums Feuer ;-D

      Liebe Rosalie, ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest!!

      Liebe Grüße
      Nicole
      PS: Keine WhatsApp Nachrichten, keine SMS hätte vermutlich funktioniert und er wäre wieder angeritten gekommen. Könnte ich FAST drauf wetten, dass dieses alte Spiel da funktioniert ..

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    8. @Stelle Blue: da geht es nicht um krank oder nicht krank, sondern ob man/frau überhaupt in der Lage ist, gesunde Beziehungen "anzuziehen". Man selber spielt da immer einen großen Part, gleich Magneten. Nicole beschreibt das in ihrem PS sehr schön. Und wie sagen unsere Eltern immer, wenn wir das Gefühl haben, der andere ist Schuld: da gehören zwei dazu.
      "Gesunde" Männer, die ihre Gefühle offen ausdrücken, keine Spielchen spielen und sich zuwenden (!) sind immer abturnend. Das alleine verrät sehr viel über den Zustand der eigenen Beziehungs(un)fähigkeit.

      Wie sie bei den Co-dependents anonymous sagen: Die einzige Voraussetzung, um bei Meetings teilnehmen zu dürfen ist die, dass man den Wunsch in sich trägt, gesunde Beziehungen führen zu wollen. Nicht mehr.
      Ich finde das nicht sehr pathologisch sondern heilsam.

      Liebe Grüße,
      Daniela

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  4. Liebe Rosalie

    lass dich nicht beirren....du machst das gut!
    Alle Menschen bringen uns weiter. Du musst dich nicht fragen warum du an solche
    Männer kommst. Du darfst höchstens danke sagen, weil sie dich weiter bringen. Er hilft dir jetzt Muster aber auch wunderbare Schönheiten an dir zu erkennen.

    Er ist kein schlechter Mensch, ich glaube er spricht die Wahrheit. Nimm es ihm nicht übel wenn er dir schreibt du seiest eine Belastung. Das hat gar nix mit Rosalie zu tun. Diese Lieblosigkeit hat mit seiner absoluten persönlichen Überlastung zu tun. ER KANN NICHT ANDERS! Er ist blockiert. Vermutlich schreibt er nicht wenn er online ist. Er guckt nur ob du online bist, er sehnt sich. Vermutlich hat er Schuld-und Schamgefühle, aber er hat keine Worte, verstehst du?

    Ich schicke dir auf deine Mail noch einen Artikel über Arbeitssucht und den Gründen und Auswirkungen dazu.

    Alles Liebe für dich.

    Stella Blue.

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    1. @Stella Blue

      Dein Kommentar tut mir unendlich gut!

      Wenn ich auf meinen Bauch höre, weiss ich schon, dass er mir nichts vorgemacht hat. Dieser Abgang passt so gar nicht zu dem, was vorher war. Er war so korrekt und ein Gentleman.

      Er hat mir auch nicht so direkt geschrieben, dass ich eine Belastung für ihn bin. Einfach dass ihm zur Zeit ALLES zu viel ist und er kein guter Gesprächspartner ist, wenn er Sorgen hat und seine Gedanken anderswo sind. Er ist wirklich total überlastet und die Krankheit ist ganz und gar nicht harmlos. Aber ich kann nicht mehr tun, als ihm gute Gedanken schicken...

      Ich kann ihn nicht retten. Es liegt an ihm, Hilfe anzunehmen. Niemand kann sie ihm aufdrängen.

      Alles Liebe und eine herzliche Umarmung für Dich!

      Rosalie

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  5. Danke für die Umarmung. Ich drücke dich zurück.

    Ich freue mich gerade über die ersten Schneeflocken...

    Stella Blue.

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  6. @Nicole

    Lieben Dank!

    "eines Tages, eines Tages steigt er vom Pferd, schließt mich in die Arme und weiß, er ist zuhause". Hach,.... schön gesagt! :-)

    Zu Deinem P.S. Das habe ich mir natürlich auch überlegt. Aber weisst Du, was mich bewogen hat es doch zu tun? Weil ich mich nicht mehr verbiegen will! Er hat eine empathische Frau gesucht und er hat eine gekriegt! Und jetzt muss er sich damit auseinandersetzen, dass sie ihn mit Emotionen konfrontiert und nicht die beleidigte Leberwurst spielt und sich enttäuscht und wütend von ihm abwendet! Da muss er jetzt durch und ich bin ziemlich sicher, dass meine letzte Nachricht nachhallt und die lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Auch wenn mir manchmal die Finger jucken und ich ihm meinen Groll verbal entgegenschleudern möchte, wenn ich gerade wieder mal an seiner Aufrichtigkeit zweifle... Es ist eben eine Herausforderung! Über der Sache zu stehen und nicht zu zweifeln und mich nicht in Interpretationen zu verlieren! :-)

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  7. ...ich finde das schön, dass du nicht anfängst zu spielen, sondern ehrlich dich bleibst.
    Wenn es dir gut geht damit, wirst du dir gerecht, kannst persönlich wachsen und einem Menschen die Hand reichen mitzuwachsen - wenn er denn will. Schau einfach gut zu dir und fühl immer in dich hinein was du spürst. Love is guiding you. Egal in welche Richtung.

    Stella Blue.

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  8. Schon bei dem Gewese ums erste missglückte Date wäre ich SEHR kritisch geworden!

    Ich kenne das Muster zur Genüge, doch bin ich froh, es länger schon hinter mir gelassen zu haben. Der irgendwie unnahbare "Macher" (oder auch in der Variante "Geistesgröße") reizt mich nicht mehr. Als Frau möchte ich das Zusammensein mit einem Mann genießen - nicht sein Mutter-Ersatz, seine Erzieherin, Analytikerin oder Therapeutin sein.

    NÄHE ergibt sich in meinen Beziehungen nicht mehr durch tiefes Wühlen in der (immer irgendwo schadhaften) Psyche des Gegenübers, sondern aus gemeinsamen Interessen im Hier und Jetzt. Das kann Sex sein, ein gemeinsames Projekt oder Hobby, der Gleichklang der Haltungen und Meinungen bezüglich wichtiger Themen und der gewünschten Freizeitgestaltung.

    Natürlich sehe ich genau wie Du im Lauf des Austauschs und des Zusammenseins die psychischen Bedingtheiten, Knoten, Probleme etc. - aber nicht ich bin es, die ansteht, so etwas zu ändern. Entweder, er gefällt mir, WIE ER IST, oder eben nicht.

    Denn: dieses früher einmal gespürte "Abfahren" auf Männer, die erst "gerettet werden" müssen, war eine Illusion. Und zwar nicht über den jeweiligen Mann, sondern über mich selbst. Wenn ich auf Männer abfahre, die ein Problem mit Nähe haben, dann sagt das zuvorderst etwas über mich - und bedeutet auch, dass im Fall des gelingenden "Rettens" der Mann mich nicht mehr reizen würde.

    Befasst Frau sich mit Bemühungen, den Mann zu verändern, ihm aufzuzeigen, wie er glücklicher, emotionaler, lebendiger leben könnte, heißt das auch, dass eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe gar nicht existiert. Als Frau fühlt man sich dabei als die Überlegene, die bereits "Geheiltere" - und der Mann ist quasi der Klient mit verschiedensten Verdrängungen und Renitenzen, der noch nicht soweit ist.

    Bin froh, aus dieser Art Beziehungsdrama ausgestiegen zu sein - erst Mitte 40 hat sich das so richtig gezeigt. Und seitdem sind meine Beziehungen glücklich und lustvoll - ganz ohne Drama, das ich auch kein bisschen vermisse.

    Was vielen Männern fehlt, ist ihre eigene Emanzipation (von Mutti, von Rollenerwartungen etc.) Dabei kann ihnen frau aber nicht helfen, das müssen sie schon selber leisten!

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    1. Liebe Claudia,

      du beschreibst sehr gut das, was mir durch den Kopf geht, was ich aber nicht so rüberbringen konnte. Ich meinte was du schreibst, darum Danke für deinen Beitrag! :-)

      Liebe Grüße,
      Daniela

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    2. @Claudia

      Dein Kommentar ist einmal mehr sehr wertvoll und hilfreich! :-)

      Das "Gewese" um das geplatzte Date war in der Tat ein Hinweis darauf, dass ich es mit einer speziellen Persönlichkeit zu tun habe! Er hatte mir geschrieben, dass es der Anstand gebieten würde, abzusagen, wenn man das Interesse verliert. Und ich habe ihm dann erklärt, dass ich weder das Interesse verloren noch ihn versetzen wollte und habe ihm MEINE Wahrnehmung der Dinge beschrieben. Später habe ich ihn gefragt, weshalb er denn vom worst case ausgegangen sei, ohne vorher noch einmal nachzufragen! Er entgegnete unter anderem, dass sich auf C-Date viele Frauen tummeln würden, die es nicht ernst meinen und deshalb habe er angenommen, dass ich ihn versetzen würde, obwohl er mich anders eingeschätzt hatte...

      Und dann schrieb er, dass er ein zwiespältiges Verhältnis zu dieser Seite habe! Einerseits sei es gut, dass es sowas gäbe, für Menschen, die wenig Zeit hätten, im real life jemanden kennenzulernen. ABER ES GEHE IHM JA NICHT NUR UM SEX, SONDERN AUCH UM DIE GEISTIGE HERAUSFORDERUNG UND KONFRONTATION!!

      Das habe ich jetzt gerade wieder nachgelesen!!

      Dann muss es ihm wirklich beschissen gehen, wenn er sich gar nicht mehr meldet...
      Oder aber ich habe ihn zu sehr herausgefordert! Ich weiss wirklch nicht mehr, was ich denken soll!

      Was mir nach der Lektüre Deines Kommentars einmal mehr klar geworden ist: Wenn ich mich mit einem Mann einlasse, will ich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen müssen, weil ich sonst befürchten muss, dass er sich zurückzieht. Ich will frei sagen, was ich denke und das hat nichts damit zu tun, dass ich das Gegenüber verändern will. Für oberflächlichen Smalltalk ist mir meine Zeit zu schade.

      Und ich bin auch überhaupt nicht epicht darauf, einen Mann zu finden, den ich retten muss. Wirklich nicht! Ich habe schon genug mit mir selbst zu tun! Alles, was ich möchte ist einfach eine unkomplizierte, bereichernde Affäre. Nicht mehr und nicht weniger. Es muss nicht die grosse Liebe sein. Dafür bin ich noch nicht bereit. Erst muss ich Ordnung in mein Leben bringen!

      Dieses Schweigen passt irgendwie überhaupt nicht zu alldem, was vorher war. Er könnte wenigstens antworten, dass er noch Zeit braucht oder dass ich ihn vergessen soll. Klipp und klar. Ich kann dieses Verhalten einfach überhaupt nicht verstehen! Ich würde ein WhatsApp noch beantworten, wenn ich 40 Grad Fieber hätte! Er liegt ja nicht im Sterben! Ist das denn wirklch zu viel verlangt? Ich verliere wirklich langsam die Geduld! Und wenn das Schweigen noch lange dauert, bald auch das Interesse...

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  9. Meine Liebe, ich schreibe hier zum erstenmal was rein, Alle Alarmglocken läuten auch bei mir, Du bist einem aufgesessen, der mal eine Frau gesucht hat für eine nacht, und du bist ihm wie Fallobst in den Schoß gefallen, Und jetzt wunderst du dich, daß er sich nicht mehr meldet.
    Wundere dich nicht, die meisten sind so. die haben doch keine interesse an einer echten Bindung. vergiss ihn, mehr kann und will ich dazu nicht sagen. Ich kenne diese Sorte Mann, hab es auch erlebt. in ähnlicher Form. das ist kein Einzelkämpfer sondern ein Einzelgänger. Glaube mir, kich hab lang gebraucht, es zu kapieren, nicht nur 2 Monate, sondern eine längere zeit.

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    1. @Maja

      Herzlich willkommen und schön, dass Du Dich zu Wort meldest!
      Weisst Du, das glaube ich eben nicht, dass es ihm nur um Sex bzw. nur um einen Onenightstand ging. Sonst wäre es schon nach dem ersten "richtigen" Treffen zu Ende gewesen. Aber wir haben uns ja noch zwei Wochen rege ausgetauscht und uns aufs nächste Treffen gefreut.

      Ich denke manchmal, dass ich ihm vielleicht zu nahe gekommen bin. Er hat mir ja auch geschrieben, dass er mich mag und oft auch Emojis mit Herzchen verschickt. Vielleicht hat er sich deshalb zurückgezogen, ohne sich definitiv zu verabschieden. Wahrscheintlich traut er sich unseren Umgang im Moment einfach nicht zu, weil es ihm körperlich und seelisch nicht gut geht. Aber vielleicht rede ich mir auch einfach etwas schön!!

      Auf jeden Fall geht es mir gut. Zwar bin ich hin und wieder traurig, aber ich bin nicht am Boden zerstört und mein Selbstwertgefühl hat nicht gelitten. Und ich werde darüber hinwegkommen und es waren trotz allem zwei schöne Monate.

      Liebe Grüsse, Rosalie

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  10. Liebe Rosalie,

    als ich deinen Post gelesen habe konnte ich fühlen wie du dich fühlst. Denn genau das habe ich auch durch. Zu häufig im letzten Jahr.

    Chatbekanntschaften, die einem durch das Schreiben nahe kommen und die man durch Worte idealisiert. Bedenke dabei das diese Männer nur deshalb unser Herz so berühren, weil wir ebenfalls schreiben und dadurch die Schönheit in dem miteinander schreiben wiederfinden. Dadurch entsteht eine unglaubliche 'Nähe', die wir als noch besser empfinden, weil man sich eben nicht so oft sieht, sondern durch den Tag und die Nacht schreibt. Dadurch fühlt es sich 'besonders' an.

    Es ist der Nervenkitzel wenn man eine neue Nachricht bekommt und die Sehnsucht bis zur nächsten. Das macht das Ganze natürlich äußerst interessant.

    In dem Moment verwechselt man oft das Bedürfnis nach Nähe mit echter Nähe. Ich nenne das verliebt sein in den Gedanken verliebt zu sein. Nachdem man eine lange Zeit in einer Beziehung verbracht hat, die einen nicht erfüllt und einem nicht das geben konnte was man gebraucht hätte dürstet man nach dem Verlieben, der Nähe, dem Gefühl endlich wieder zu leben.

    Es wird vermutlich noch ein paar Männer geben, mit denen du genau das Gleiche erleben wirst. Viel Gefühl, kurze Nähe und ein aprubtes Ende. Weil das vermutlich genau das ist was du momentan brauchst. So lange, bis du den Schmerz der vergangenen Liebe überwunden hast und bereit bist für die nächste. Wenn Narben auf dem Herzen heilen, sollte niemand neues dieses berühren, zumindest nicht so das eine neue Narbe entstehen könnte.

    Versuch es mehr zu genießen und weniger zu 'leiden', damit es dich noch mehr erfüllt.

    Liebste Grüße

    xpentesilea

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    1. @xpentesilea

      Danke für diesen wertvollen Kommentar! Ich habe in letzter Zeit auch ein paarmal an Dich und Dein Erlebnis mit dem Freund von Deinem jetzigen Freund gedacht! Da gibt es Parallelen. Und ich habe mich sehr gefreut, dass Dir das Liebesglück jetzt endlich hold ist!

      Als ich Deinen Kommentar gelesen hatte, musste ich lächeln! Das ist einer der Gründe, weshalb ich diesen Blog hier schreibe! Dieser Erfahrungsaustausch ist so wertvoll und ich bin wirklich sehr, sehr dankbar, dass sich so viele "fremde" Menschen die Zeit nehmen, sich mit meinen Texten auseinanderzusetzen und ihre Meinung einzubringen! :-)

      Es ist interessant, was Du schreibst. Dieses "dürsten nach dem Verlieben", nach dem Gefühl des Verliebtseins! Und dieses Glücksgefühl, wenn es sich nur ein bisschen so anfühlt, als ob man sich verliebt hätte und dieses Gefühl erwidert würde! Danach kann man süchtig werden...

      Und das mit der langen unerfüllten Beziehung und dem Herz, das zuerst heilen muss, tönt irgendwie auch einleuchtend! Ja, diese Männergeschichten sind wohl wirklich das, was ich im Moment brauche! Ich habe ja viel nachzuholen und möche einfach meine Leidenschaft ausleben und das Leben geniessen! Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass dies nicht meine letze Affäre war, wobei ich jetzt erst einmal etwas durchatmen muss. Es stehen ja gerade wichtige Veränderungen an!

      Ich habe durch diese Männerbekanntschaften sehr viel über mich gelernt. Und ich werde dadurch immer stärker und weiss auch besser, was ich will bzw. nicht mehr will. Aus Erfahrung wird man klug! :-)

      Ganz liebe Grüsse, Rosalie

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    2. Liebe Rosalie,

      aus der Ferne liest es sich so, als würdest du dich mit jeder Affaire ein Stück mehr verletzen und durch die Narben stärker werden, weil dort, wo Narbengewebe ist, man weniger empfindsam reagiert. Aus Erfahrung wird man härter?

      Ich misstraue diesen "Befreiungsschlägen" in Form von Affairen, ich orte da eine masochistische Tendenz. Insbesondere wenn du schreibst, dass diese Männergeschichten das sind, was du brauchst und die letzte Männergeschichte hat dich abgrundtief verletzt.
      Das macht doch nicht wirklich Sinn? Was ist das für ein Nachholbedarf?

      Als ich deinen Blog fand, spürte ich, dass das, was hier beschrieben wird, aus einer Welt kommt, die meiner sehr fremd ist.

      Dann gab es zwischenzeitlich Annäherungen und jetzt fühlt sich das alles wieder sehr fremd an, irgendwie auch bedrückend.

      Zusammengefasst kann ich es so ausdrücken: liebevoller Umgang mit einem selber sieht in meinen Augen anders aus.

      liebe Grüße,
      Daniela

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    3. @Daniela

      Nein, liebe Daniela, Dein Eindruck täuscht! Ich habe viel gelernt und das Ende der zweiten Affäre hat mich nicht verletzt! Weil ich weiss, dass es nicht an mir liegt! Das war eine gute Übung für mein Selbstwertgefühl!

      Bei meiner vorherigen Erfahrung hat das nicht so geklappt, obwohl ich auch damals vom Verstand her wusste, dass die Entwicklung, die zum Ende der Affäre geführt hat, nichts mit mir als Frau zu tun hatte.

      Ich gehe gestärkt aus beiden Affären hervor und nehme das Positive mit! Die Komplimente, die mir der Mann, der nun schweigt, gemacht hat, haben mir gut getan und ich weiss, dass sie ehrlich gemeint waren. Wenn man jahrelang das Gefühl vermittelt bekommt, dass man eigentlich nicht genügt, nagt das am Selbstwertgefühl. Deshalb geniesse ich diese Affären und ich lerne dabei auch viel über Männer und letztlich über Menschen und Beziehungen.

      Und ich lasse mich ja auch nicht mit irgendwem ein. Mein Herz erkennt schon, ob es ein Mann wert ist oder nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Männern etwas geben konnte, was sie in ihrem Leben weiterbringt und ich selbst bin an diesen Begegnungen auch gewachsen.

      Liebe Grüsse
      Rosalie

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  11. Sehr, sehr wertschätzend geschrieben liebe xpentesilea.

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  12. ja ich hab ja auch meinen Verdacht, das weißt du ja alles selbst. brauch ich ja eigentlich nichts dazu zu sagen.
    Du bist zu naiv. Hast du echt gemeint, der meint es ernst ? der ist weder krank noch sonstwas. Er hat sein Ziel erreicht und gut ists für ihn.

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    1. @Cora

      Ja, vielleicht bin ich naiv. Aber eigentlich glaube ich das nicht. Ich zweifle nicht daran, dass er krank ist.

      Dein Kommentar hat mich zum nachfolgenden Post inspiriert! :-)

      Liebe Grüsse
      Rosalie

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