Montag, 14. Januar 2013

Life changing moments (1)

Es gibt Momente, die sich für eine lange Zeit oder vielleicht sogar für immer im Gedächtnis eines Menschen einprägen. Nie wird man vergessen, wo man sich befand und was man gefühlt hat, als man arglos den Telefonanruf entgegen nahm, der den Tod eines lieben Menschen verkündet hat. Es ist, als würden Raum und Zeit einen kurzen Moment stehen bleiben und die Szene sich in Ton und Bild ins Gedächtnis einbrennen. 

Ich weiss noch genau, dass ich am 11. September 2001 bewusst auf Radio und TV verzichtet habe, weil mein Baby so aufgedreht war und ich erinnere mich an die Szene, als ich mit dem Kinderwagen im Dorf unterwegs war und eine Frau aus der Nachbarschaft mich auf die Ereignisse in New York angesprochen hat. Auch der Moment, als ich vom Unfalltod von Lady Di erfahren habe, blieb im Gedächtnis haften. Ich sehe mich noch heute im Badezimmer in meinem Elternhaus stehen. Oder wie ich im Schlafzimmer gerade das Bett machte, als der Radiosprecher am Stefanstag 2004 von einem Tsunami im indischen Ozean sprach, der mehrere hundert Menschenleben gefordert hätte und ich instinktiv wusste, dass diese Opferbilanz noch weit höher steigen wird und dies die erste Meldung einer Katastrophe unvorstellbaren Ausmasses war, die mich (und die Medien) noch für eine sehr lange Zeit beschäftigen würde.


Und diese Woche war es an mir, meinen Lieben eine Mitteilung zu machen, die ihr Leben für immer verändern wird. Nichts Spontanes, das man gleich loswerden muss, sondern einen Entscheid, der schon vor Wochen gefällt worden und wohl überlegt ist und der bei den Empfängern der Nachricht keine Freude auslösen wird. Wie überbringt man eine solche Message und wann ist der richtige Zeitpunkt? Wahrlich eine Herausforderung! 

Der richtige Zeitpunkt liess auf sich warten bzw. kam nie wirklich und schliesslich habe ich es am Dienstag Nachmittag der Schwiegermama gesagt. Am Tag nach ihrem 70. Geburtstag. Ich mochte einfach nicht mehr länger warten. Ich habe uns einen Kaffee gemacht und sie gebeten, sich mit mir aufs Sofa zu setzen. Dann habe ich tief Luft geholt und die Hiobsbotschaft überbracht. Es war schwierig. Sie war schockiert, sass auf dem Sofa wie ein Häufchen Elend und es gab Tränen auf beiden Seiten. Aber auch ein bisschen Verständnis. Ich habe sie umarmt und mich bei ihr bedankt, für alles was sie in den letzten 11 Jahren für uns getan hat und dafür, dass sie für die Kinder eine so wunderbare Grossmutter ist und so viel Struktur und Ruhe in unseren chaotischen Haushalt bringt. Und ich habe ihr gesagt, dass sich für sie im Umgang mit den Kindern nichts ändern wird. Und dass sie sich davor hüten muss, dass ihr Sohn sie noch stärker vereinnahmt. Sie kann so schlecht nein sagen und es geht ihr nicht gut. Sie ist körperlich geschwächt und hat Symptome eines Burnouts. 

Ihre Hauptsorge gilt natürlich den Kindern. Sie befürchtet, dass die beiden sich schwer damit tun werden, drei Tage wöchentlich mit dem  Vater zu verbringen, weil sie doch so an mir hängen. Und dann sagte sie etwas, was mich erstaunt und auch ein wenig schockiert hat: "Är hett ne halt nie viel drnah gfragt.". Wie übersetzt man das am Besten? Er hat sich nie viel aus ihnen gemacht? Nein, das trifft es nicht richtig und ich empfinde es auch nicht so. Das würde ihm nicht gerecht. Was sie wohl damit aussagen wollte, war, dass ihr Sohn nicht in der Lage ist, sich so richtig in andere Menschen hineinzufühlen. Er liebt seine Kinder über alles, no doubt! Aber seine Liebe äussert sich so, dass er aus ihnen erfolgreiche und anständige Mitglieder der Gesellschaft machen will. Sie sollen es zu was bringen und einen gesunden Ehrgeiz entwickeln. Zeit mit ihnen zu verbringen heisst, gemeinsam eine DVD anzuschauen, aufs Schiff zu gehen, über Skipisten zu wedeln, ... oder einfach irgendetwas tun, das Papa gefällt oder bei dem sie etwas lernen können. Sie müssen sich seine Zuwendung gewissermassen verdienen. Was ihm ziemlich bzw. gänzlich abgeht, ist das, was man gemeinhin als Achtsamkeit oder Aufmerksamkeit bezeichnet. Ein Gespür, wie es dem Gegenüber wirklich geht. Er kann das irgendwie nicht. Bleibt immer an der Oberfläche. Er fragt "Wie geht es Dir?" und schiebt gleich ein "Geht es Dir gut?" nach und läuft davon oder spricht weiter, ohne die Antwort des Gegenübers abzuwarten. Es interessiert ihn schlicht nicht und er möchte gar nicht, dass man ehrlich antwortet. "Er ist der Ich-bezogenste Mensch, den ich kenne!" sagt meine Freundin N. 

"Das hat er von seinem Vater! Der ist auch so." sagt seine Mutter resigniert. Am Vortag ist sie siebzig geworden. Von ihrem Mann hat sie auch dieses Jahr wieder nichts geschenkt gekriegt. Keine Pralinen, keine Blumen, nichts. "Ach, mittlerweile tut es nicht mehr so weh." sagt sie. Sie war 17 als sie ihn traf. Mit 18 musste sie heiraten. 52 Jahre hat sie mit ihm verbracht. "Weisst Du, ich hatte auch meine Krisen, aber wir hätten es uns schon finanziell nicht leisten können, uns zu trennen." sagt sie mir. Sie hat sich in ihr Schicksal geschickt. Obwohl sie erwerbstätig war und weitaus erfolgreicher als ihr Mann, hat sie ihn nie verlassen. Er hat ein unglaubliches Glück. Sie ist der liebste und gutmütigste Mensch, den ich kenne und sie hat sich ein Leben lang zum Wohle ihrer Familie aufgeopfert. Nun ist sie müde und ausgebrannt. Das Zusammenleben mit ihrem Mann zehrt an ihren Kräften. Noch immer mischt er sich ein und das neue Sofa ist aus Leder, obwohl sie viel lieber eines aus Stoff gekauft hätte.

Inzwischen hat sie es ihm gesagt. Er habe einen Weinkrampf erlitten und es gehe ihm nicht gut, habe ich erfahren. Er ist 86. Es tut mir leid für ihn. Aber ich kann es nicht ändern und wenn ich ehrlich bin, hat seine Präsenz in unserem Leben meinen Entscheid mit beeinflusst. Ich habe schon länger Mühe mit ihm, weil er so bestimmend ist und so wenig Feingefühl hat. Ich habe bei meinem Mann in den letzten Jahren immer mehr Parallelen zu seinem Vater entdeckt. Die Art, wie er durchs Haus "schlurft", das Lachen, die (zu) laute Stimme, die Sprüche, diese Oberflächlichkeiten. Ich ertrage sie nicht länger. 

Und gestern war der Tag, als die Kinder die Nachricht von unserer Trennung erfuhren. Er könne mir keine Empfehlung abgeben, wie man dies am besten tue, sagte mir der Psychologe am Donnerstag. Vielleicht sei es besser, wenn ich alleine mit ihnen reden würde, einzeln oder zu zweit, weil sie mir näher stehen als meinem Mann, vielleicht auch nicht. Er könne mir keinen Tipp geben, ich würde es schon richtig machen...


(Fortsetzung folgt...)

18 Kommentare:

  1. Und, wie war es mit den Kindern?

    Ein wundervoller Artikel, sehr tief und konkret genug, um mitzufühlen.

    Warum aber finden diese Männer, die zwar "lieben", aber das nicht als Aufgabe, sondern Anspruch verstehen, so lange geduldige Partnerinnen?

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    1. Danke, liebe Claudia!

      Ich werde in kürze darüber berichten, wie das Gespräch mit den Kindern gelaufen ist! Ich musste das Post aufteilen, weil es wieder viel zu lang geworden wäre.

      Die Frage, die Du aufwirfst, habe ich mir auch oft gestellt!

      Was hat diese Frau bewogen, ihrem Mann so lange die Stange zu halten? Er konnte ihr so wenig bieten - vor allem auch in emotionaler Hinsicht. Sie ist einfach unglaublich gutmütig. Sie hatte eine himmeltraurige Jugend und eine böse, lieblose Mutter, die natürlich steinalt geworden ist. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die pflichtbewusste Tochter sie bis zuletzt mindestens einmal die Woche besucht (je eine Autostunde pro Weg) und ihr die Wohnung geputzt hat, obwohl sie sich jedes mal noch Vorwürfe anhören musste.

      Tja, und was hat mich bewogen, so lange auszuharren? Ich habe es nie anders erlebt! Ich war zwar nicht glücklich und fühlte mich allein - hatte aber trotzdem nicht den Mut zu gehen. Und dann hatte ich dieses Erlebnis mit Mr. Charming, das mich aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat:
      http://rosaliesmidlifecrisis.blogspot.ch/2011/06/eine-schicksalshafte-reise-2.html#comment-form

      Heute weiss ich, dass es da wohl noch etwas geben muss. Es ist diese Sehnsucht nach einer tiefen, erfüllenden Liebe und nach emotionaler Nähe, die dazu geführt hat, dass mir meine Ehe immer unerträglicher geworden ist. Vielleicht bin ich erst heute dazu bereit, mich auf eine solche Liebe einzulassen. Und bis ich sie finde, bleibe ich lieber allein.

      Ohne meine Schwiegermama hätte ich es nie so lange in dieser Ehe ausgehalten. Sie hat vieles wett gemacht. Und meine Kinder, die sie seit dem Babyalter zwei Tage die Woche betreut, sind der grösste Lichtblick in ihrem Leben.

      P.S. Der Schwiegervater ist zwar ein lausiger Ehemann und war auch kein besonders guter Vater - aber er ist ein toller Grossvater! Die Kinder lieben ihn.

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  2. Du hast jetzt noch einmal schwierige Gespräche zu führen. Das was ich eben lesen konnte zeigt mir, dass Du gefestigt genug bist und Du hast mit Deiner Schwiegermutter eine wunderbare Erfahrung gemacht. Ich bin fast etwas neidisch - freue mich aber, dass Du solche Erlebnisse machen darfst.
    Ich bin sehr gespannt was Du über die Gespräche mit den Kindern berichtest.
    Wünsche, dass die Kinder Deine Entscheidung begreifen und unter der Trennung nicht zu sehr leiden. Wünsche, dass Dein Mann sie nicht zwischen Euch zerreibt.
    Ich stelle mir selbst immer wieder die Frage nach dem richtigen Maß...

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    1. Ja, das Wort gefestigt trifft es ganz gut. Ich spüre eine innere Stärke, eine innere Überzeugung, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

      Meine Schwiegermutter hat sich nie eingemischt und das rechne ich ihr hoch an. Sie war es auch, die mir immer geraten hat, meinen Job niemals aufzugeben! Sich immer ein Stückchen Unabhängigkeit zu bewahren. Sie hat sich anerboten, die Kinder zu hüten, lange bevor wir geheiratet haben. Als ich dann schwanger wurde, hat sie ihren Wohnsitz in unsere Gemeinde verlegt! Und ich habe mein Arbeitspensum reduziert und konnte meine Stelle behalten. Natürlich wird sie jetzt primär für ihren Sohn da sein, aber das liegt in der Natur der Sache. Aber sie wird kaum schlecht über mich reden. Und mein Mann auch nicht. Der gegenseitige Respekt war immer da und ich bin zuversichtlich, dass das so bleibt.

      Mein Schwiegervater gehört zu den Menschen, deren Leben von Konventionen bestimmt werden. "Das tut man nicht" und "Das gehört sich nicht" sind Eckpfeiler seiner Lebensphilosophie. Er war immer ein Duckmäuser. Er wird meine Entscheidung nie verstehen. Aber damit kann ich leben.

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  3. Da hast du schon mal eine große Hürde geschafft!
    Step by step ... eins nach dem anderen.
    Deine Schwiegermutter gehört der Generation an, die alles schluckt und erträgt und ich höre trotz ihrer Traurigkeit über deine Entscheidung doch heraus, dass sie auf ihre zurückhaltende Art und im Rahmen ihrer Möglichkeiten hinter dir steht ... und wahrscheinlich beneidet sie dich auch für deinen Entschluss und den Mut ihn in die Tat umzusetzen.

    Viel Kraft für das Gespräch mit deinen Kindern.

    Denk dran: Schritt für Schritt.

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    1. Danke, Lilly!

      Sie tut mir leid, meine Schwiegermutter. Ihr Leben lang hat sie sich für alle aufgeopfert und trotzdem läuft alles aus dem Ruder. Die Ehen der Söhne sind gescheitert und die beginnende Altersdemenz (und Altersbosheit...) ihres Mannes macht ihr zu schaffen. Sie ist ausgebrannt und manchmal habe ich Angst, dass sie plötzlich noch vor ihm stirbt, obwohl sie 17 Jahre jünger ist. Ich denke, sie wird mir nicht vorwerfen, dass ich nicht in der Ehe ausgeharrt habe und im Nachhinein würde sie vielleicht auch anders handeln.

      Das Gespräch mit den Kindern hat stattgefunden und ich werde in kürze darüber berichten!

      Step by step! Genau. Wir packen das! Daumen hoch! :-)

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  4. Liebe Rosalie,

    was haben deine Kinder gesagt, wie haben sie reagiert?
    Du weisst ja, dass ich ähnliches auch schon erleben musste mit dem Unterschied, dass meine Kinder älter waren.
    Ich will damit sagen, ich weiss genau, was du durch gemacht hast, ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen.
    Noch etwas, du schreibst, dass deine Kinder 2 Tage die Woche von deiner Schwiegermutter betreut werden und bei deinem Mann sollen sie 3 Tage verbringen, dann blieben ja nur noch 2 Tage für dich übrig....das finde ich angesichts der Tatsache, dass deine Kinder so an dir hängen viel zu wenig Zeit.....aber vielleicht habe ich das auch falsch interpretiert.
    Bitte berichte uns möglichst zeitnah, wie es jetzt deinen Kindern geht....deine Schwiegermutter in allen Ehren, aber wie deine Kinder das verarbeiten ist m.E. ungleich wichtiger....
    fühl dich mal virtuell von mir gedrückt.

    liebe Grüße
    Marylou

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    1. Liebe Marylou

      Ich hoffe, dass Teil zwei des Posts heute Abend fertig wird! Soviel schon mal vorweg: die Kinder haben ganz unterschiedlich reagiert!

      Die Aufteilung der Obhut der Kinder macht mir auch noch ein wenig Kopfzerbrechen. Aber geplant ist, dass sie immer von Sonntag Abend bis Mittwoch morgen bei mir sind und jedes zweite Wochenende schon ab Samstag morgen.

      Schwiegermama betreut sie am Mittwoch Nachmittag und Donnerstag Mittag und Donnerstag nach der Schule, bis Papa von der Arbeit nach Hause kommt. Am Freitag ist er dann zuständig. Und an den Wochenenden wechseln wir uns ab oder die Kinder können wählen. Sie haben ja jeden Tag Schule und nur am Mittwoch Nachmittag frei. Zudem werden wir nur 1 km voneinander entfernt wohnen und wenn sie krank sind, bin ich zuständig. Da wäre mein Mann überfordert und die Kinder würden eh nach mir verlangen.

      Ich werde also dreieinhalb - vier Tage für sie da sein. Und wenn Sohnemann es nachts nicht ohne mich aushält, schläft er eben bei mir. Wir werden sehen. Und sonst gibt es Gutenachtgrüsse via Skype!

      Danke für Deinen Drücker! Ganz liebe Grüsse!

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  5. Du/Sie scheinst/scheinen eine starke Frau mit einer starken Persönlichkeit zu sein. Ich fühle tiefen Respekt vor dieser schweren Entscheidung. Geh und suche nach Deiner Zwillingsseele! :-)
    Die Kinder verkraften es normalerweise ganz gut, sie richten sich danach, wie Du Dich selbst fühlst. Bist Du glücklich, sind sie es auch, egal wie die Umstände sind (das ist meine Erfahrung).
    Ich finde es sehr mutig, über ein so sensibles persönliches Thema so offen zu schreiben - es ist befreiend für einen selbst - und mit Sicherheit auch für einige andere, die vielleicht nur mitlesen, und sich aber auch dadurch schon geholfen fühlen. Danke, ich auch.
    Alles Gute, unbekannterweise, Sathiya

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    1. Liebe Sathiya

      Schön, dass Du meinen Blog gefunden hast und danke für diesen wertschätzenden Kommentar! :-)

      Ich freue mich, wenn sich neue oder bis anhin stille LeserInnen zu Wort melden und es motiviert mich, weiter zu schreiben. Manchmal beschleichen mich Zweifel, weil ich so offen schreibe und viel von mir preisgebe, aber letztlich ist es auch genau das, was mich an anderen Blogs am meisten anspricht und auch weiterbringt: authentische persönliche Erfahrungsberichte.

      Denkst Du, dass man seine Zwillingsseele (aktiv) suchen kann? Es wäre schön, jemanden zu finden, der mich so liebt wie ich bin bzw. weil ich so bin wie ich bin. Bisher bin ich meistens an Männer geraten, die mich irgendwie nach ihrem Gusto umformen wollten. Das wird mir nicht mehr passieren, weil ich jetzt besser weiss, wer ich bin und was ich (nicht) will.

      Liebe Grüsse!
      Rosalie

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    2. Liebe Rosalie,
      schön, von Dir zu hören. Hat mich sehr gefreut, Deine Erwiderung zu lesen.

      Ja, ich glaube, daß man seine Zwillingsseele suchen kann. Esoterischer Murks, mag jetzt manch einer denken. Aber: wenn man tief in sich hineinhört und sich weit für das öffnet, was das Leben für einen bereit hält - dann wird man einen Weg zu ihr finden. Oder sie zu einem. Und es ist nicht gesagt, daß sie ein Mann ist... oder überhaupt ein Mensch. ;-) Scherz beiseite - das meine ich ernst. Offen sein und das Leben lieben - das wirkt anziehend.

      Und ich - träume immer von ihr. Ich weiß nicht, wie sie aussieht, wie alt sie ist und wo sie lebt - aber ihre bloße Existenz beruhigt mich und die Gewißheit, daß wir uns begegnen werden, wenn es an der Zeit ist.
      *lach* noch mehr esoterischer Psychoquark... aber das hat mir durch sehr schwere Zeiten geholfen, als mir jeder Atemzug schwerfiel.

      Alles Liebe, Sathiya

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    3. Liebe Sathiya

      Der Gedanke, dass es irgendwo da draussen eine Zwillingsseele oden einen Seelenverwandten gibt, ist schön, aber leider fehlt mir Deine Gewissheit bzw. die Zuversicht, dass sie mich oder ich sie eines Tages finde. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt...

      Einstweilen konzentriere ich mich darauf, mir selbst genug zu sein und mein neues Zuhause einzurichten. Und dann darf sie kommen, die verwandte Seele! :-)

      Liebe Grüsse,
      Rosalie

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  6. Ich beneide Dich darum, so liebevoll über Deine Schwiegermutter sprechen zu können.

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    1. Das ist ein eher seltenes Privileg, ich weiss... :)

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  7. "Zeit mit ihnen zu verbringen heisst, gemeinsam eine DVD anzuschauen, aufs Schiff zu gehen, über Skipisten zu wedeln, ... oder einfach irgendetwas tun, das Papa gefällt oder bei dem sie etwas lernen können. Sie müssen sich seine Zuwendung gewissermassen verdienen. Was ihm ziemlich bzw. gänzlich abgeht, ist das, was man gemeinhin als Achtsamkeit oder Aufmerksamkeit bezeichnet. Ein Gespür, wie es dem Gegenüber wirklich geht. Er kann das irgendwie nicht. Bleibt immer an der Oberfläche."
    Diese Beschreibung weckt die Erinnerung an einen Teilnehmer bei einer Familienaufstellung, der unter der Lieblosigkeit seines Vaters litt.

    Alles was sein Vater zuwegebrachte war, ihm statt einer Umarmung in heranzuhiehen und jovial auf die Schulter zu klopfen. Der Sohn wollte aber gehalten werden, Liebe und Nähe spüren.

    Es dauerte nicht lange, da verstand der Teilnehmer im Kopf und mit dem Herzen, dass eben dieses Schulterklopfen der Ausdruck der Liebe des Vaters zu ihm war, der gemeinsame Moment, wo sie sich nahe kamen. Dadurch, dass der Sohn immer etwas anderes wollte, lehnte er am Ende alles ab, auch das Schulterklopfen.

    Jeder kann nur wie er kann.

    Der Sohn verließ das Seminar mit der Vorfreude, von seinem Vater demnächst wieder auf die Schultern geklopft zu werden und diese Liebe annehmen zu können.

    Die Zeit, die der Vater deiner Kinder mit ihnen offenbar gerne verbringt scheint nicht gewürdigt worden zu sein, weil es eine Art des Miteinanderseins war, die dir nicht genügte. Einem Vater Unternehmungslust vorzuhalten -
    da tu ich mir schwer, wieder mal, deine Sicht zu verstehen.

    Ich wäre als Kind sehr glücklich mit so einem Vater gewesen, der gerne was mit dem Kindern unternimmt.

    Nicht glücklich finde ich, dass du und nicht dein Mann mit der Schwiegermutter gesprochen hat. Ich meine Hallo, er ist ihr Sohn!
    Na ja ... :-/

    Es ist verhext, warum nur finde ich deinen Mann hier so oft als den schwächeren, den, der nicht genügt ...
    Jeder liest hier vermutlich etwas anderes in den Zeilen und zwischen den Zeilen.

    So wie du das Treffen beschreibst, scheint es versöhnlich verlaufen zu sein, also dass sie dir keinen Vorwurf machte.
    Das ist auch viel wert.

    lieeb Grüße,
    Daniela

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    1. Liebe Daniela

      Natürlich bin ich froh, dass mein Mann überhaupt etwas mit den Kindern unternimmt. Was mich nervt, ist der Leistungsdruck, den er immer verbreitet. Wenn Junior sich zwei Tage lang nicht getraut, eine missratene Klassenarbeit aus der Schultasche zu nehmen und sie mir dann am Montag Morgen im letzten Moment zur Unterschrift vorlegt und fragt, ob wir ihn trotzdem noch lieb haben (die Note war 3.5, also knapp ungenügend), dann wirft das schon Fragen auf. Und es ist pädagogisch auch nicht das Gelbe vom Ei, einem Sechsjährigen zu sagen, dass er sich mal anstrengen und endlich mehr französisch sprechen soll, weil seine Eltern sonst das Haus verkaufen und in die Deutschschweiz ziehen müssen. Es hat Junior nicht wirklich geholfen, die Französisch-Blockade loszuwerden... Eine Blockade nota bene, die er nie aufgebaut hätte, wenn Gatte nicht schon früh so ein Brimborium darum gemacht hätte.

      Und man(n) kann halt auch nicht erwarten, dass der eher intellektuell als sportlich begabte Sohn freiwillig in den Fussballclub geht, wenn man am TV die Bundesligaspiele lieber allein (sprich ungestört!) angeschaut hat, als das Kind noch jünger war und im Garten nur mit ihm Fussball gespielt hat, wenn andere Kinder zu Besuch waren. Und als Papa aufgegeben und nicht länger Druck ausgeübt hat, äusserte Junior mit neun Jahren von sich aus den Wunsch, in den Fussballclub zu gehen! Und was macht sein Vater? Bringt ihn Samstags zum Fussballmatch und fährt wieder nach Hause, weil er Wichtigeres zu erledigen hat. Da bin ich kurz ausgerastet... Seither schaut er sich die Matchs an und Junior freut sich darüber.

      Das ist es, was mich stört! Verstehst Du, was ich meine? Sich mit den Kindern abzugeben ist mehr Pflicht als Kür. Aber letztlich bin ich froh für die Kinder, dass er sich überhaupt Zeit für sie nimmt (das war nicht immer so) und die Kinder lieben ihn so wie er ist - so wie alle Kinder ihren Vater lieben. Und ich streue auch Asche auf mein Haupt - ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich leidenschaftlich gerne Monopoly mit meinem Sohn spiele...

      Es war mein ausdrücklicher Wunsch, zuerst mit der Schwiegermama zu sprechen. Schliesslich bin ich diejenige, die die Trennung will. Und es war mir ein Anliegen, dass sie meine Motivation versteht.

      Liebe Grüsse,
      Rosalie

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    2. "die Note war 3.5, also knapp ungenügend"

      gehen die Noten bei Euch nicht bis 6? (4 ist hierzulande noch "ausreichend")

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    3. @Claudia Berlin

      Die höchste Note ist die 6.

      Note 4 ist bei uns auch genügend bzw. ausreichend. Wenn man allerdings eine höhere Schule avisiert, ist alles unter 5 nicht gut genug...

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