Donnerstag, 4. April 2013

Zügelstress

Der Zügelstress (für meine deutschen Leser: "Umzugsstress") fordert seinen Tribut. Ich bin erschöpft. Auch emotional. Es ist unglaublich anstrengend im Moment. Ich bin in den letzten zehn Tagen ungefähr 1000 Autokilometer gefahren (zweimal Ferienwohnung retour), habe Stunden in Möbelhäusern verbracht, neue Möbel gekauft und zusammengeschraubt, alte ab- und wieder aufgebaut, unzählige Kisten und Kartons ins Auto geladen und am neuen Ort wieder ausgeladen  (Treppchen rauf, Treppchen runter)  und das alles zu einem Grossteil im Alleingang und mit einem lädierten Kniegelenk, das bei jedem Schritt schmerzt und abends gefühlt doppelt so dick ist wie morgens nach dem Aufstehen.


Ich habe realisiert, dass ich viel zu viel Habe besitze und mir den Kopf darüber zerbrochen, wie und wo  ich das alles unterbringen soll. Ich muss ausmisten. Radikal.


Immerhin ist die Ferienwohnung geräumt und abgegeben und ich habe fürs Wohnzimmer passende Möbel gefunden, die mir sehr gut gefallen!


Im übrigen zerbreche ich mir immer noch den Kopf über einzelne Punkte der Trennungsvereinbarung, die nach wie vor nicht unterzeichnet ist und es kostet Energie, meinem Mann die Stirn zu bieten. Einiges ist noch unklar und ich muss mich davor hüten, mündlich irgendwelche Zugeständnisse zu machen, die mir dann als Versprechen ausgelegt werden, obwohl sie als Diskussionsgrundlage gedacht waren. Abweichende Wahrnehmungen sind einmal mehr ein Problem. Die Anwältin ist seit dem Gespräch mit meinem Mann befangen und ich habe nun eine neue Adresse und werde gleich einen Termin vereinbaren. Suboptimal, aber leider unumgänglich.


Mein Mann macht noch immer Druck und will, dass ich vorwärts mache. Das erste Etappenziel (1. April)  habe ich erreicht, das nächste gilt es zu erfüllen. Bis Mitte April möchte ich alle meine persönlichen Gegenstände in der Wohnung haben. Mein Mann will das Haus umgestalten und hat sich gerade eine Sofalandschaft samt "Chefsessel" liefern lassen, die sich (was die Ausmasse und das Erscheinungsbild betrifft) in der Lobby einer grossen Anwaltkanzlei gut machen würde und ungefähr so viel gekostet hat wie meine gesamte Wohnungseinrichtung. 

Ein geplantes bzw. gebuchtes Treffen mit meinem männlichen Pendant musste ich kurzfristig absagen, weil der Druck einfach zu gross geworden ist. Es ist mir schwer gefallen, ihn so zu enttäuschen. 

Das alles geht mir emotional an die Substanz und ich habe das Gefühl, dass die Kinder im Moment zu kurz kommen. Sie brauchen mich gerade sehr und ihr Wohl steht an erster Stelle. 

Dieser Neuanfang fordert mir wirklich alles ab.



13 Kommentare:

  1. Du arme... aber ich glaub, dein Pendant ist jetzt da ;-) geniesse es!

    Oh ja, die Kinder kommen natürlich zuerst - das klar und auch wichtig.

    Aber du schaffst das schon!

    Je t'embrasse ;-)
    boelleli

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    1. Du hast Insiderinfos! ;-)

      Das war ein spontaner Blitzbesuch! Kurz aber intensiv...

      Bisous! :-)

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  2. Schliesse mich meiner Vorrednerin an , du schaffst das und grüße an dein Pendant.

    LG

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    1. Lieben Dank! Er hat's gelesen und gelächelt. :-)

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  3. aber wenn es dann vorbei ist wirst du aufatmen

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    1. Ja, ganz bestimmt! Ich werde froh sein, wenn sich der neue Alltag eingependelt hat und ich endlich etwas zur Ruhe komme.

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  4. Liebe Rosalie,
    ich denke auch, dass Deine Kinder Dich im Moment gerade sehr brauchen.
    Aber Du gibst immer Dein Bestes, Rosalie; Vergiss das nie und sei milde mit Dir.
    LG

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    1. Danke!!

      LG an Monsieur oder Madame anonym

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    2. Liebe Rosalie,
      wenn einem alles zu viel wird, man sogar seine Kinder lieber wegschieben möchte als in den Arm zu nehmen, woraus sich ergibt, dass sie noch anhänglicher werden und noch mehr Deine Nähe suchen. Wenn Du Dich am liebsten alleine auf eine einsame Insel wünschst um nur einmal Ruhe zu finden, ist das nur ein Zeichen dafür, dass Du von Deinen Reserven lebst.
      Brauchst Du jemanden zum Zuhören? Du kannst mir jederzeit privat und anonym schreiben, wenn Du das möchtest:
      vimea@t-online.de

      LG

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    3. @Anonym

      Herzlichen Dank für Dein Angebot!

      Ja, ich bin schon ziemlich am Limit und vielleicht zehre ich schon von meinen Reserven. Ich bin stark aber manchmal wird es auch mir zu viel und ich möchte dann am liebsten die Decke über den Kopf ziehen, das Handy ausschalten und einfach nur noch meine Ruhe haben.

      Liebe Grüsse nach Deutschland!

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  5. tja er ist wohl auch nicht das richtige pendant, für die eigenen kinder und den wahren freund und Lover ist man erst in hundert jahren zumüde und das weisst du auch. das macht dir jetzt wieder zu schaffen, habe ich recht und du erträgst ihn schon jetzt nicht mehr, zu viel fürsorge, nicht gewohnt.....

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    1. @Sabrina

      Es gibt einfach im Leben manchmal Momente, in denen einem ALLES zu viel wird, sogar die eigenen Kinder, obwohl man sie über alles liebt, und das gilt auch für den wahren Freund oder Lover.

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  6. Liebe Rosalie, man sagt, dass Umzug eine der stressigsten Angelegenheiten in diesem unserem menschlichen Leben ist, und das stimmt wohl auch...sowie sonst jede grosse Veränderung (auch wenn es eine ist, die man sich gewünscht hat)...
    Bon courage,
    Jan S. Kern

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