Dienstag, 23. Juli 2013

Berlin!

Der Countdown war diesmal ganz schön lang und zäh. Die Sehnsucht war gross und die Stunden wollten und wollten nicht weniger werden...  Schliesslich haben wir es doch geschafft! Umarmung in Tegel. Endlich! Vier Tage Urlaub!

Wir haben jede Minute genossen. Vorteil einer Fernbeziehung. Die Sehnsucht und das Kribbeln bleiben erhalten, wenn man sich nicht so oft sehen kann. Und man geniesst die gemeinsamen Stunden ganz bewusst und intensiv. Aber die Zeit lässt sich nun mal nicht anhalten... Und sie geht viel zu schnell vorbei. Und dann heisst es wieder warten. Das ist der Nachteil. Aber nach dem Countdown ist schliesslich vor dem Countdown! ;-)



Das war mein dritter Besuch in Berlin! Mein Erster  liegt schon ein paar Jährchen zurück... Ich war siebzehn und mit der Schule auf Diplomreise.




In Erinnerung geblieben ist mir die lange Fahrt mit dem Zug von Bern nach Berlin, die Gedächtniskirche als Mahnmal der Zerstörung durch die Bombardements  des Zweiten Weltkriegs, das ägyptische Museum und vor allem die Büste der Nofrete! Ich habe sie minutenlang und voller Ehrfurcht betrachtet und konnte es fast nicht fassen, dieses Meisterwerk im Original zu sehen. Sie ist so vollkommen und so wunderschön, dass ich jedesmal Gänsehaut kriege, wenn ich irgendwo ein Bild von ihr sehe. Und natürlich erinnere ich mich an den Besuch in Ostberlin. Das war sehr eindrücklich. Dieses Eintauchen in eine so ganz andere Welt. Es fühlte sich für mich beklemmend an, dass ich einfach so die Grenze überschreiten und nach ein paar Stunden ins "Schlaraffenland" zurückkehren durfte, während all diese Menschen, die ich beim Besuch im Osten traf, diese Wahl nicht hatten. Und ich weiss noch wie schwierig ich es fand, die zwanzig (?) Ostmark, die man als Besucher wechseln musste, irgendwie sinnvoll unter die Leute zu bringen. Ich glaube, ich bin schliesslich in einer Musikalienhandlung gelandet und habe Klaviernoten gekauft und ein paar Münzen habe ich in den Westen geschmuggelt.  

Im Mai dieses Jahres dann die zweite Reise nach Berlin. Diesmal mit dem Flieger und mit Herzklopfen, weil mein Besuch ja nicht der Stadt selber galt, sondern einem ganz bestimmten Bewohner... :-)

Ein erstes Eintauchen in das reale Leben dieses Mannes, der mir virtuell schon so vertraut war.  Die Ankunft am späten Abend, das Wiedersehen das vertraut und trotzdem ein bisschen fremd war. Zwei intensive gemeinsame Tage und ein Foto vor dem Brandenburger Tor. Am dritten Morgen musste ich schon wieder die Heimreise antreten. 


Diesmal hatte ich mehr Zeit! Fast vier Tage Urlaub. Keine Lust auf Sightseeing. Die Stadt läuft mir ja nicht davon. Ich habe die Absicht, wiederzukommen und habe eine "Miles & More"-Karte beantragt... Könnte gut sein, dass ich noch eine "Vielfliegerin" werde und mit der Zeit ganz selbstverständlich einmal im Monat eine Maschine nach Berlin besteige.


Es war schön mit ihm. So viel Nähe. So viel Begehren. Und eine immer stärker werdende Vertrautheit. Gemeinsame Ausflüge in eine Strandbar (!) mit Blick auf die Spree. Kaffee trinken mit Hans und seiner sympathischen Begleiterin im Tiergarten! :-)


Die Flugzeuge, die wir auf ihrem Landeanflug nach Tegel vom Balkon und vom Bett aus betrachten können. Das finde ich immer noch faszinierend. Er kann sie alle bestimmen und ich kann höchstens erkennen, ob es sich um eine Boeing oder um einen Airbus handelt, weil die 747 und Co. Winglets haben oder wie die Dinger heissen. Und wir freuen uns gemeinsam, wenn für einmal das Schweizer Kreuz auf einer Heckflosse prangt. Sieht man ja nicht so oft.

Es macht einfach Spass mit ihm und wir geniessen diese unbeschwerte Zeit. Für mich ist es Urlaub und für ihn fühlt es sich auch ein wenig so an, obwohl es sein Zuhause und seine Stadt ist.

Die Fahrten mit der U-Bahn mag ich auch. Für mich ist das immer wieder was Besonderes. Dieses Sammelsurium von Leuten, die ständig einsteigen und wieder aussteigen... Ich könnte stundlang nur Leute gucken und staunen. Diese verschiedenen Gesichter, auf denen sich oft die Lebensgeschichten spiegeln. Diese Geräusche, die Geschwindigkeit, die Ansagen, bevor die Türen sich schliessen... Die seltsamen Namen der verschiedenen Stationen.
U-Bahnen haben mich schon immer fasziniert und wecken in mir Erinnerungen an frühere Reisen in die Grosstädte dieser Welt. Paris, London, Mexico City, ... und eben Berlin! 


Und dann die Strassen in den einzelnen Bezirken mit den vielen Bäumen links und rechts. Berlin ist ja unglaublich grün! Überall gibt's Bäume und Sträucher und man hört Vogelgezwitscher! In seinem Quartier sieht man sogar Karnickel rumhoppeln! :-) Und das mitten in einer Grossstadt! 

Und all diese "nostalgischen" Schilder mit den Strassennamen aus der ganzen Welt! Amazing! Es gibt ein englisches Viertel mit Strassen, die an Londonder Stadtbezirke erinnern und ein Quartier, dessen Strassen und Wege nach Orten in der Schweiz benannt sind! Da gibt's die Gotthardstrasse, die Genfer Strasse, die Bieler Strasse, die Aaroser Allee und sogar einen Grindelwaldweg! 

Und dann gibt's da noch die U-Bahn-Station "Afrikanische Strasse", die ich immer "Afrikanischer Bahnhof" nenne,  um meinen Liebsten zum Lachen zu bringen. Ich mag die weissen und blauen Schilder mit diesem seltsamen "ß"  im Wort Strasse. Diesen komischen Doppelbuchstaben (er nennt ihn "sz"), den es in der Schweiz und auf unseren Tastaturen nicht gibt. 

Ich mag Berlin. Ich fühle mich wohl in der Stadt. Ich komme wieder! Ich habe einen sehr guten Grund! Den Besten, den ich mir vorstellen kann! :-)







13 Kommentare:

  1. Obacht!
    Wollte 2-3 Jahre bleiben....das war vor 23 Jahren. Ich find den Ausgang nicht mehr....
    Obacht!

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  2. @Hans

    Kann ich gut verstehen! Werde mich in Acht nehmen vor dem Berliner Virus und lasse mich höchstens auf Zweitwohnsitz ein! ;-)

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  3. Zweitwohnsitz in Potsdam - ja.
    In Berlin - niemals, viel zu oberflächlich!

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  4. Also, meine helvetische Tastatur kriegt das hin ;-) Achtung: ßßßßßßßßßßßßßßßßß

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    1. Welche TASTE???? Geht doch nur mit copy & paste aus dem Web!!

      Gib's zu - Du hast Deinen Compi in Deutschland gekauft! ;-)

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  5. Ach Frau rosalie , ihren Blog verfolge ich seit einiger zeit.Auszug (Trennung) und alles drum herum. Heute,nach fast einem jahr lese ich von neuem freund. das hätte ich ihnen damals schon sagen können. und ich halte sie für ziemlich egoistisch,allem voran ihren kindern gegenüber. bei meinen eltern war es ähnlich. und deshalb verabschiede ich mich hier auch und werde ihren blog nicht mehr lesen. eine hoffentlich irgendwann mal einsichtige zeit wünsche ich ihnen. sabine zeh

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    1. Wie soll ich das verstehen? Erwarten Sie, dass Rosalie bis ans Ende ihrer Tage nun Single bleibt? Hätten Sie sich das wirklich von Ihren Eltern gewünscht?
      Was ist verwerflich oder egoistisch daran, die Tage, in denen die Kinder planmäßig bei ihrem Vater sind, für ein neues Glück zu nutzen? Soll sie stattdessen nur noch zu Hause sitzen, an die Decke starren, die Wohnung in Schuss halten und sich mal mit einer Freundin treffen, bis die Kinder in 10 Jahren aus dem Haus sind?
      Egoistisch wäre es aus meiner Sicht, die Kinder dem Freund zuliebe abzuschieben, ihnen einfach einen neuen Mann vor die Nase zu setzen oder womöglich auch noch wegzuziehen. Nichts davon passiert hier, ganz im Gegenteil. Die Kinder stehen immer an erster Stelle. Den Egoismus darin mag ich wahrlich nicht erkennen.

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    2. @Sabine Zeh

      Ist es EGOISMUS, wenn man sich in einer unglücklichen Ehe nicht durchbeisst und seine eigenen Interessen nicht länger hinten anstellt?

      Wer seine eigenen Bedürfnisse unterdrückt und sich für seine Familie "aufopfert", wird irgendwann krank oder zumindest frustriert und unglücklich. Und damit ist niemandem geholfen und es wird sich in der Regel auch niemand für dieses "Opfer" bedanken...

      Seine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie nicht jahrelang zu unterdrücken aus falsch verstandenem Pflichtbewusstsein, das ist meines Erachtens SELBSTLIEBE.

      Aber die Grenzen zwischen Egoismus und Selbstliebe sind sicher fliessend und liegen im Auge des Betrachters.

      Meine Kinder haben jetzt eine Mutter, die wieder strahlt und glücklich ist und einen Vater, der sich Zeit für sie nimmt. Sie werden geliebt und wissen, dass beide Eltern immer für sie da sind. Manchmal sogar gleichzeitig - so wie dieses Wochenende.

      Ich wünsche Ihnen alles Gute und eine gesunde Portion Selbstliebe.

      Rosalie



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  6. @Anonym

    Danke! :-) So sehe ich das auch!

    Ich musste mich zuerst daran gewöhnen, mein neues Glück ohne "schlechtes Gewissen" zu geniessen. Eigentlich absurd.

    Wieso sollte es meinen Kindern besser gehen, wenn ich mich einer neuen Liebe verschliesse? Dieser Mann tut mir sooo gut und er gibt mir ganz viel positive Energie.

    Was meine Kinder brauchen, ist eine glückliche, gesunde Mutter. Und einen ebensolchen Vater. Und ganz viel Liebe. Ob mein Mann glücklich ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber letztlich ist jeder seines Glücks eigener Schmied.

    Meinen Kindern fehlt es an nichts. Ich habe wirklich nicht den Eindruck, dass es Ihnen schlechter geht als vorher. Im Gegenteil. Mein Sohn scheint jetzt unbeschwerter und die Tochter ist noch selbstbewusster geworden.

    Und mit geht es so gut wie schon lange nicht mehr und ich mag mir mein Glück nicht madig machen lassen. Ich habe die neue Liebe schliesslich nicht gesucht - sie hat mich gefunden! :-)

    Liebe Grüsse,
    Rosalie




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  7. hallo rosalie, was masst sich diese sabine zeh eigentlich an, ist sie hellseherin, ich schreibe jetzt absichtlich klein, ich bins so gewöhnt eigentlich und gross und kleinschreibung nervt mich sowieso. ist sie vielleicht neidisch auf dich ? lass dich nur nicht durch blöde kommentare verunsichern. "sie hätte es gleich sagen können" so eine blöde aussage ist mir selten vorgekommen.
    grüsse marie

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    1. @Marie

      Ich weiss es nicht... Ich kenne sie nicht und die Frage kann wohl nur sie selber beantworten. Diese Reaktion hat vermutlich mehr mit ihr zu tun als mit mir...

      Getreu nach meinem Motto "Leben und leben lassen" gehe ich weiter meinen Weg und versuche, möglichst allen Ansprüchen und Erwartungen gerecht zu werden - aber ohne meine eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken oder zu verleugnen.

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  8. Liebe Rosalie,
    ich freue mich für Dich, ich kann gar nicht sagen, wie sehr.
    Alles Gute Euch allen!
    Eine strahlende, vor Glück singende Frau (und Mutter) zu sein und Dein neues Leben mit allen Sinnen zu leben, ist für Dich (und die Kinder, den Noch-Mann und den neuen Mann an Deiner Seite) das Beste, was Dir/ihnen passieren kann.
    Alles wird gut, ich wußte es. ;-)

    Liebe Grüße, Sathiya

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    1. @Sathiya

      Vielen herzlichen Dank für diese positiven Zeilen!

      :-)))

      Liebe Grüsse nach Wiesbaden!
      Rosalie

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