Mittwoch, 30. Oktober 2013

Die unheimliche Eigendynamik des G**glemonsters

Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber mir ist diese zunehmende Dominanz von G**ogle langsam aber sicher unheimlich. Einerseits finde diese ganzen G**lge-Funktionen von der Suchmaschine bis zu den Mailadressen zwar praktisch in der Anwendung und ich habe den G**gle-Blogger der Wordpress-Plattform vorgezogen, weil er so einfach bedienbar ist. Und ja - ich finde es super, dass Mail- und Postentwürfe ständig zwischengespeichert werden, so dass kein Text mehr verloren geht... Das war bei gmx anders! Aber neuerdings habe ich den Eindruck, dass nicht ICH es bin, die bestimmt, welche G**glefunktionen ich wie (be)nutze, sondern dass ich zum Spielball geworden bin und G**gle selbstherrlich das Zepter übernommen hat.  Das wäre an sich nicht ganz so tragisch, wenn ich keine anonyme Bloggerin wäre! Anonym insofern, dass nicht jede Person, die im Web über meinen Blog stolpert, gleich herausfinden kann bzw. soll, wer ich im Real Life bin, wie ich heisse, wo ich wohne und wie ich aussehe. Und umgekehrt sollen weder mein Mann noch meine Verwandtschaft und Bekanntschaft von meiner geheimen Freizeittätigkeit etwas erfahren...

Nun hat mein Mann, der bekanntlich mit den Kindern gerade in der Südtürkei im Urlaub weilt, seine Ferienföteli auf G**gle-Drive hochgeladen und mir einen Link geschickt. An meine private Mailadresse, die da lautet: VornameName(ät)gmail.com... Ihr ahnt was kommt.... Natürlich habe ich neugierig wie ich bin gleich auf diesen Link geklickt. Dummerweise war ich aber noch auf irgendeinem meiner Geräte als Rosalie eingeloggt... Und so erschien auf dem iPh*one oder auf dem kleinen Mäc - ich weiss es nicht mehr so genau - eine Mitteilung von G**gle Drive: 

You Need permission! 
Want in? Ask the owner for Access, or Switch to an account with permission. You are signed in as rosaliesblog(at)gmail.com

Request Access

Switch accounts

An sich eine ziemlich klare Message. Aber... wenn ich nun aus Versehen überhastet den blauen Button angeklickt hätte, tja... dann hätte mein Mann eine Mail von mir gekriegt mit der Mitteilung, dass rosaliesblog(ät)gmail.com gerne die Erlaubnis möchte, die Familienfotos anzuschauen!!! So einfach geht das... Ein Klick entfernt von einem kleinen privaten "Supergau"...

Ich habe geklickt. Auf den grauen Button. Möglicherweise aber auch auf den Blauen!!!! Ich kann es nicht hundertprozentig ausschliessen, dass ich auf diesen blöden blauen Button geklickt habe!!! Ich Schussel! Mein Mann hat nichts gesagt...  Das will aber noch nichts heissen! Ich habe deshalb meinen Blog in einem Anflug von Panik sofort auf "privat" geschaltet und falls er das Mail gekriegt hat und nach dieser Mailadresse gesucht hat und trotz deaktivierter G**glesuche durch Verlinkungen in anderen Blogs auf Rosalies M. C. gestossen wäre, so hätte er zumindest nichts lesen können.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen und ich denke, ich kann es nun wieder verantworten, online zu gehen. Ich hatte noch nicht die Zeit, meinen Blog zu "überarbeiten"...  Sobald die Trennungsvereinbarung steht und ich den Kopf wieder frei habe, werde ich mich darum kümmern. Steht ganz weit oben auf der
To-Do-Liste...


Was hat G**lge sich bloss dabei gedacht? Ich bin doch nicht die Einzige, die geheime Mailkonti hat? Und dann ist da noch diese Sache mit G**gle+. Ein Klick und ich bin in Kreisen von Menschen, die ich aus der virtuellen Welt kenne. Aber was, wenn ich dummerweise nicht als Rosalie eingeloggt bin sondern unter meinem richtigen Namen? Und wenn ich private Fotos in Picasa bzw. G**gle-Drive abgelegt habe? Kann die dann jeder aus meinen Kreisen sehen, weil ich vergessen habe, irgendwo in einem versteckten Untermenü ein "Häkchen" ins Feld "privat" zu setzen?

Das ist im übrigen kein so abwegiges Szenario. Ich habe vor Monaten eine G**gle+ Einladung von jemandem erhalten, den ich nicht persönlich kenne. Ich habe mich gewundert, weil mir der Name nichts gesagt hat und ich den attraktiven Mann auf dem Foto noch nie vorher gesehen habe.  Ein kleines Symbolbild (Gravatar...) in seinem Profil hat dazu geführt, dass ich realisiert habe, um welchen Blogger es sich handelt. Ich denke nicht, dass dieser Mann sich wissentlich geoutet hat und ich habe den Mantel des Schweigens darüber gehüllt und die Anfrage ignoriert. Und bis heute habe ich ein tiefes Misstrauen gegenüber G**gle+ und ich hoffe, dass es mir niemand übel genommen hat, dass ich solche Anfragen aus der Bloggergemeinschaft bisher ignoriert habe. Vermutlich aus gutem Grund. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihr Leben auf FB ausbreiten. Mein Account ist schon länger verwaist und enthält nur wenige persönliche Angaben. Aber ich habe seit neustem ein LinkedIn-Profil. Allerdings habe ich es nicht wissentlich erstellt. Ich habe es entdeckt, als ich meinen Namen geg**gelt habe! Wie das kommt? Ich kann nur spekulieren. Ich habe kürzlich in Büro eine Mail-Anfrage von einem Arbeitskollegen geöffnet, der mir sein LinkedIn-Profil geschickt hat. Vermutlich hat sein Browser die Anfrage selbständig an alle seine Kontakte geschickt, denn ich habe schon seit Jahren nichts mehr von ihm gehört. Irgendwie (Stichwort: Büromailadresse...) hat LinkedIn nun herausgekriegt, wo ich arbeite und nun kann jeder, der meinen Namen g**gelt , lesen, wie mein Arbeitgeber heisst und welche Funktion ich ausübe. Ich sollte das mal löschen. Steht auf der To-Do-Liste!

Irgendwie war das Leben früher einfacher!

 

16 Kommentare:

  1. Ich bin auch tierisch vorsichtig mit meinen diversen Netzidentitäten. Ich halte meine Aktivitäten sorgfältig getrennt, logge mich auf jeder Plattform gesondert ein. Und trotzdem sind natürlich auch mir schon solche Fehltritte passiert. Die eigene Anonymität zu hüten ist im Zeitalter der Internetkommunikation einerseits verführerisch einfach und andererseits ein echtes Kunststück achtsamer Aufmerksamkeit.

    Jedenfalls freue ich mich, dass du wieder da bist! :-)

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    1. @Schattentänzerin

      Danke! :-)

      Ich habe einfach das ungute Gefühl, es nicht restlos im Griff zu haben bzw. beeinflussen zu können, was Google mit meinen Daten anstellt und wie meine Identitäten zusammengemixt werden. Anderseits ist das wohl das Los des anonymen Bloggers... Es besteht immer die Gefahr, dass man entdeckt wird, wenn man authentisch aus seinem Leben berichtet.

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  2. Vor einiger Zeit hab ich bei einem Blogger kommentiert und nicht gemerkt, dass ich noch mit dem beruflichen Blog eingeloggt war.... zum Glück hab ich den Blogger gleich per Mail erreichen können und er hat den Kommentar sofort gelöscht..... und ich hab den beruflichen Blog erst mal auf Eis gelegt. Da stehen nämlich mein richtiger Name und Adresse drin.. dumm gelaufen. Seither versuche ich, meine Bloggeschichten mit Google Chrome, meine geschäftlichen und privaten Dinge im Internet Explorer zu schreiben.
    An deiner Stelle würde ich den Blog noch eine Weile auf "privat" setzen und deine Leser per Email einzuladen.. sicher ist sicher. Und man sollte sich wirklich öfter selbst googeln...
    Schön, dass du wieder da bist!

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    1. @Frau Vau

      Merci! :-)

      Ich browse wenn möglich inkognito bzw. privat ausser auf meinem ganz persönlichen Mäc, aber ein Restrisiko besteht halt immer. Irgendwie vertraue ich darauf, dass es schon gut kommt und wenn ich wirklich auffliegen sollte, dann soll es wohl so sein. Allerdings sollte ich dringend mal meine alten Posts lesen und mir überlegen, wie es sich anfühlt, wenn mein Mann sie lesen würde und je nach dem einzelne Texte vom Netz nehmen... Es ist ja nicht alles "bristant"... ;-)

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  3. Ging mir auch schon mal so!
    Finde diese "wir-wollen-google+-mit-Gewalt-in-den-Markt-drücken-Aktionen" langsam echt lästig (und daher rührt das Ganze ja).

    "Big G" sollte es schnallen, dass das gegen FB nix mehr werden wird. ;-)
    Diese Account-Verknüpferei kostet die Jungs mehr user als sie dadurch gewinnen.

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    1. @Zaubermann

      Da kann ich Dir nur beipflichten. Und über Fragen wie zum Beispiel "wie kann man mich zu Hause/im Geschäft am besten erreichen" im Gplus Profil kann ich nur den Kopf schütteln. Irgendwie befremdend die Vorstellung, so vieles über sich preiszugeben und Menschen zugänglich zu machen, die man zum Teil nicht persönlich kennt. Deshalb bin ich auch kein FB-Fan.

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  4. Wieso hast du den Blog wieder freigeschaltet?
    Hast du Gewissheit, dass dein Mann die richtige Email bekommen hat?
    Erinnerst du dich, als ich einmal meinte, dass das viel zu heiß ist - die Kinder in deiner Wohnung mit deinem Laptop, jetzt das ... mach doch einen Neuanfang als Bloggerin!

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    1. PS:oder öffne ihn nur eingeladenen Leserinnen und Lesern. ;-)

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    2. @Paula

      Aus reinem Fatalismus! Ja ich erinnere mich. Aber es widerstrebt mir irgendwie, neu anzufangen und hier alles aufzugeben. Ich möchte lieber ein Makeover machen. Aber kommt Zeit kommt Rat und Erstere fehlt mir leider aktuell gerade, deshalb ist es hier so still...

      Und ich möchte lieber nicht im stillen Kämmerlein für einen kleinen Kreis von Eingeweihten bloggen.

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  5. Es ist ja nicht Google, es sind letzlich doch WIR, wenn wir verschiedene Identitäten und Accounts betreiben und über Dinge schreiben, die wir nicht JEDEM auch genau SO ins Gesicht berichten könnten!

    Wie du sagtest: Die Botschaft vom Google war deutlich und leicht verständlich - auch total KORREKT angesichts der Sachlage. Ich bin mir nahezu sicher, dass du nicht auf den falschen Button geklickt hast!

    Was G+ angeht: es ist für mich viel übersichtlicher als FB (das ich fast nicht nutze) und die Inhalte sind interessanter, wenn man die richtigen Leute "einkreist". Dieses Einkreisen muss man selber tun, ich wüsste nicht, dass man automatisch mit Eingekreisten beglückt würde. Und bei jeder dortigen Veröffentlichung muss man angeben, AN WEN, welche Kreise, an die Öffentlichkeit und/oder welche Personen das geht - find ich gut!

    Bei der Zusammenschaltung verschiedener G-Accounts muss man halt etwas aufpassen, wenn anfänglich zur Wahl gestellt wird, ob man die dortigen Postings auch in G+ posten will..,..

    Im übrigen gehe ich davon aus, dass Google über nahezu sämtliche meiner Online-Aktivitäten Bescheid weiß. Auch wenn ich mich immer auslogge, bevor ich "rumsurfe" hab ich durchaus schon einen Cookie von G entdeckt, der da eigentlich nicht mehr hätte sein sollen. Und wenns nicht Google ist, so haben wir ja doch heute eine ganze Palette an Überwachern, die an jeder erdenklichen Stelle abzapfen.

    Anonymität ist mehr und mehr ein frommer Wunsch. Was uns aber nicht davon abhalten sollte, gegen alle Formen der "Abschaffung der Privatheit" anzugehen!

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    1. @ClaudiaBerlin

      Google weiss mehr, als uns allen lieb ist. Ich finde es beängstigend, wenn mir als Rosalie auf G+ vorgeschlagen wird, doch Herrn B. als Privatmann(!) zu meinen Kreisen hinzuzufügen und mein Schatz im Gegenzug als privater G+ Nutzer den Vorschlag kriegt, Rosalie zu seinen privaten Kreisen hinzuzufügen. Das alles, weil ich ihm vermutlich einmal eine Mail via Blogadresse an seine private Mailadresse geschickt habe...

      Als Rosalie G+ werden mir Kontakte vorgeschlagen, die eindeutig der Bloggerszene zuzuordnen sind, die jedoch teilweise unter ihrem privaten Namen auftreten. Ich stelle mir dann die Frage, ob mein privater G+Account, der aus meinem Vor- und Nachnamen besteht, andern Bloggern auch vorgeschlagen wird? Ein paar Klicks via google würden genügen und aus und vorbei wäre es mit der Anonymität.

      Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass ich das irgendwie beeinflussen kann, ausser ich lösche meine private gmail-Adresse und den dazugehörigen G+-Account.

      Davor scheue ich im Moment noch zurück, weil das mit viel Aufwand verbunden wäre.

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  6. Liebe Rosalie, selbst wenn ich Deinen Namen Googeln wollte, könnte ich es nicht tun, weil ich nicht weiss wie du wirklich heisst, ich denke ja Rosalie ist ein Pseudonym und der nachname ist auch nicht angegeben.
    im übrigen finde ich Wordpress.com viel viel einfacher als Blogger, also ich komme damit überhaupt nicht zurecht. ueberhaut nicht. Ich bin bei Facebook auch, allerdings gebe ich keine privatinfos frei, sowieso nicht,
    Aber man kann mich finden Weil ich auf wordpress.com eine Domain habe und noch eine bei einer privaten Webseite. Aber das ist mir eigentlich egal. Man muss ja seinen namen angeben wenn man eine domain will. so ist es eben. wir sind eine gläserne gesellschaft geworden.
    ich bin ja auch bei googlemail, das hat sich so ergeben.

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    1. @Marie

      Das Unberechenbare ist ja, dass Google alle Daten in einen Topf schmeisst und wenn man unter einem Alias-Namen schreibt, riskiert man, dass die echte Identität plötzlich in G+ Kreisen als Vorschlag auftaucht.

      Ich spiele manchmal auch mit dem Gedanken, einen Blog zu eröffnen, auf dem ich mit meiner echten Identität und mit Foto auftreten kann - aber ich könnte dann nicht mehr so frei von der Leber weg schreiben bzw. könnte nicht mehr über Menschen in meinem Umfeld schreiben und über die Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen. Im Moment ziehe ich das anonyme Bloggen vor.

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  7. Guten Morgen Rosalie, Ich hatte die Freude, heute gestern Abend und heute Morgen deinen ganzen Blog zu lesen.
    Einige Stellen kommen mir so was von bekannt vor. (Besonders am Anfang)
    Ich glaube, ja ich weiss, das wir, mein Göttergatte und ich, es geschafft haben. Aber ich werde mich jetzt zu deinen Lesern hinzuzählen!
    Noch einen schönen tag!

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    1. @NadineNicole

      Herzlich Willkommen auf meinem Blog! :-)

      Du hast meinen ganzen Blog gelesen?! Ich bin gerührt! ^^

      Ich freue mich für Dich, dass Du und Dein Göttergatte es geschafft haben! Bei uns war das Fundament leider nicht stabil genug und ich denke, dass die Trennung der richtige Schritt war.

      Liebe Grüsse nach Belgien!
      Rosalie

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    2. Es war sehr interessant deinen Blog zu lesen! Wenn ich einmal drin bin, dann kann mich nichts aufhalten, meistens mach ich das nachts.

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