Sonntag, 24. November 2013

Happy Patchwork (1)



Es wird langsam Zeit, dass ich mal wieder ein Lebenszeichen veröffentliche! Nun, Zeit ist leider immer noch knapp, aber ich habe gerade das Bedürfnis zu schreiben... Es gibt da etwas, was mich aktuell sehr beschäftigt und es würde mich interessieren, was die Bloggemeinschaft darüber denkt.  Aber mehr dazu später. Zunächst werde ich Euch von den aktuellen Ereignissen berichten, damit das nächste Post im richtigen Kontext steht.

Also...

Ich bin nach wie vor glücklich liiert mit meinem Berliner Schatz und wir sehen uns zwei- bis dreimal pro Monat. So eine Fernbeziehung hat Vor- und Nachteile. Es gibt Gründe, die für seinen Umzug in die Schweiz sprechen würden und solche, die eher dagegen sprechen. Das Pro- und Contra werden wir sorgfältig abwägen und es ist wichtig, dass gegenseitige Erwartungen und Vorstellungen geklärt werden, bevor eine derart lebensverändernde Entscheidung getroffen wird. Soviel für den Moment zu meinem Liebesleben, das in jeder Beziehung sehr erfüllend ist! :-)

Was die Trennung von meinem Mann angeht, so gestaltet sich der Umgang erstaunlich freundschaftlich. Dass die Leidenschaft sich vor Jahren schon aus unserer Beziehung verabschiedet hat, macht den Umgang sicher einfacher.  Er hat mir ganz offen von seiner Suche auf "Neueliebe.org" (Den Begriff habe ich bei Juliane geklaut, weil ich ihn so originell fand! Hoffe, das ist ok! ;-))  erzählt und von der Dame, die ich bei einem spontanen Besuch im Haus (zusammen mit unserer Tochter) ja schon persönlich kennengelernt hatte. Sie hat sich in der Zwischenzeit zurückgezogen, weil die beiden Kinder nicht in ihr Lebenskonzept gepasst haben. Mein Mann sucht derweil munter weiter nach einer neuen Partnerin, vorzugsweise nach einer Frau mit akademischem Hintergrund und langen blonden Haaren. Davon scheint es auf dem Portal doch etliche zu geben und darunter viele interessante Frauen meines Alters, die sich beruflich verwirklicht haben... und darunter so einige, die gerne eine eigene Familie gehabt hätten, wenn es sich denn ergeben hätte. Ich konnte mir einen kleinen Tipp in Richtung "pass bloss auf, dass Dir keine ein Kind unterjubelt!!" nicht verkneifen...


Mein Mann hat mich auch nach meiner Beziehung zu Berlin gefragt und ich habe von meinem Liebsten erzählt. Wir haben sogar über seine Berufsaussichten in der Schweiz gesprochen und er hat mir den einen oder anderen Tipp gegeben. Würde mich nicht wundern, wenn er mir irgendwann den Vorschlag machen würde, ihm einen Job zu vermitteln oder ihn gleich selbst anzustellen. Sie arbeiten in der selben Branche. Happy Patchworkfamily... ;-)

However. Mein Mann freut sich für mich und ich kann nun offen darüber sprechen, wenn ich Besuch aus Berlin erwarte oder selber nach Berlin fliege. Das  fühlt sich gut an und macht alles einfacher.  Und ich habe meinem Mann erzählt, dass die Kinder meinen Freund kennengelernt haben, und dass ich ihn als "meinen Freund aus Berlin" vorgestellt habe. Wie sich diese Freundschaft genau gestaltet, werden sie selber merken und ich gehe davon aus, dass sie Fragen stellen werden, wenn die Zeit reif ist. Ich will sie nicht überfordern und sie haben sehr gut auf meinen Schatz reagiert. Sehr offen und unvoreingenommen. Ich bin sehr erleichtert. Das war ein Meilenstein!

Überhaupt habe ich den Eindruck, dass sich die Kinder mit der neuen Situation gut arrangiert haben. Sie machen einen glücklichen Eindruck und fühlen sich in meiner Wohnung wohl. Das Verhältnis zum Vater ist seit den gemeinsamen Ferien noch enger geworden. Ich habe damit kein Problem. Im Gegenteil. Ich denke, für die Entwicklung der Kinder ist es ein grosser Vorteil, wenn sie den Vater nicht bloss als Erzeuger und Ernährer erleben und mein Sohn hat sich emotional ein bisschen von mir abgelöst und kann sich nun auf sein eigenes Leben konzentrieren. Das älteste Kind einer Familie übernimmt ja leider oft (unbewusst) die Verantwortung für einen unglücklichen Elternteil. Das war bei meinem Sohn so und ich habe es in meiner Kindheit auch so erlebt. Es geht mir heute besser denn je und das wirkt sich auch auf meinen Sohn aus.

Wenn ich mir vorstelle, was alles passiert ist in den letzten Monaten! Unglaublich, wie sich mein Leben zum Positiven verändert hat! Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich das Inserat meiner Wohnung im Internet entdeckt - und heute lebe ich darin und schaue jeden Morgen nach dem Erwachen aus dem Fenster und freue mich über diese Aussicht (Foto) und bin froh,  dass ich so mutig war, den Schritt zu wagen und dankbar, dass sich alles so gut entwickelt hat! 

 



Nun gilt es noch eine letzte Hürde zu nehmen. Ein weiterer Meilenstein ist in Griffnähe! Ich werde demnächst etwas abschliessen können, was mich seit Monaten belastet. Es war eine Zangengeburt! Nachdem ich das Vertrauen in meine Anwältin verloren hatte, blieb die Angelegenheit ein paar Monate in der Luft hängen. Aber nun ist Bewegung in die Sache gekommen. Ich habe einen neuen Anwalt gefunden und der macht seine Sache ausgezeichnet. Ich bin sehr zuversichtlich, dass er meine Interessen gut vertritt und dass wir eine faire Einigung finden werden. Wenn alles klappt wie vorgesehen, werden wir in den nächsten zwei Wochen die Trennungsvereinbarung unterzeichnen! 

Ich will es nicht verschreien... - aber mein Anwalt hat gesagt, dass er in dreissig Jahren Berufspraxis noch kein Paar erlebt hätte, das nach der Trennung so freundschaftlich bzw. anständig miteinander habe umgehen können. Das scheint genauso exotisch zu sein, wie ein geteiltes Obhutsrecht für die Kinder! Wobei ein respektvoller Umgang der getrennt lebenden Eltern untereinander ein solches ja eben erst möglich macht. 

Er meinte, wir sollten unbedingt versuchen,  diesen Umgang weiterhin beizubehalten. Dieses Statement meines Anwalts hat mich sehr gefreut. Mein Mann hat in letzter Zeit wiederholt betont, dass er sich nie vorhalten lassen möchte, mir Geld und Güter vorenthalten zu haben. Er wolle eine faire Regelung. Ich hatte bekanntlich meine Zweifel... Aber ich habe  beschlossen, ihm zu glauben und meinem Anwalt zu vertrauen. 

In kürze wird sich zeigen, ob er es damit wirklich ernst meint. Nächste Woche wird er nämlich voraussichtlich die Höhe der berechneten Unterhaltszahlungen erfahren... Es ist eine transparente Rechnung. Die Einkommen werden zusammengelegt, die laufenden Kosten beiderseits abgezogen, der Überschuss geteilt. Wir sind in der komfortablen Situation, dass die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, so dass wir beide unseren Lebensstandard mit geringfügigen Abstrichen werden weiterführen können.  

Ich bin zuversichtlich, dass wir uns einigen können und dass der Umgang freundschaftlich bleibt, so lange wir uns selber treu bleiben...

Wobei der Einfluss neuer Lebenspartner ein Umstand ist, der nur schwer einzuschätzen ist. Das führt mich zum nächsten Post! 

Stay tuned... ;-)





8 Kommentare:

  1. freue mich sehr für dich.... liebe Rosalie

    liebe Grüße
    Marylou

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  2. @Marylou

    Ich danke Dir! :-)

    Liebe Grüsse,
    Rosalie

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  3. Das klingt wunderbar. Und ich drücke dir die Daumen, das es so bleibt :)

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  4. Is' ok ;-)

    Das klingt alle so guuut!
    Ich freue mich für Dich und Euch:-)))

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  5. Freut mich für euch alle, dass das so reibungslos abläuft..
    ist wirklich eine Ausnahme. Wenn es ums Geld geht, hören irgendwie fast alle Freundschaften auf. Gut, mal ein Gegenbeispiel zu sehen!

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  6. Ich drück dir beide Daumen, dass er die transparente Rechnung akzeptiert, wenn er sie schwarz auf weiß sieht. Es klingt ein wenig so, als würde er nicht ahnen, was ihn erwartet bzw. hätte eure "gemeinsame" Anwältin für ihn ursprünglich einen bessere "Deal" herausgeholt.
    Toi toi toi, dass er begreift, was alles am Spiel steht, jetzt, wo es so gut läuft.

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  7. @all

    Ich danke Euch für die guten Wünsche und fürs Daumen drücken!

    Touch Wood! Ich hoffe wirklich, dass sich alles so gut weiterentwickelt und wir Freunde werden bzw. bleiben können!

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