Sonntag, 12. Februar 2017

Burnoutsymptome

Mein Optimismus im August 2016 war leider verfrüht... Nehmt es mir bitte nicht übel.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: es gibt so vieles, über das ich berichten möchte, weil ich innerlich fast platze und es irgendwie loswerden muss. Aber die schiere Menge an Herausforderungen (treffender: "Baustellen" im übertragenen Sinn) führt regelmässig dazu, dass ich mich wie paralysiert fühle. Ich weiss oft nicht mehr, wo ich anfangen soll. Weil alles gleichzeitig DRINGEND und WICHTIG ist. Zumindest gefühlt, aber oft auch in der Realität. Quasi eine ellenlange To-Do-Liste in der Kategorie A. Und jedes Thema für sich ist emotional hochgradig belastend. Und es sind mittlerweile Berge von ungeordnetem Papier und ein gutes Dutzend Aktenordner mit Schriftenwechseln, Mails, Beweismitteln etc. Die schiere Menge an Papier erschlägt und überfordert mich.

Diese zunehmende Überforderung äussert sich manchmal auch darin, dass man beginnt, die Wohnung zu putzen, anstatt die Belege für die Steuererklärung zusammenzusuchen, obwohl die Steuerbehörde eine ultimative Frist von 10 Tagen angesetzt hat und im Falle der Nichteinreichung der Steuererklärung eine Busse (für  meine deutsche Leserschaft: Ordnungsstrafe) in der Grössenordnung von 500 bis 1000 Franken androht. Und eine Veranlagung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse durch die Steuerbehörden. Und die fällt selten vorteilhaft aus. Vermutlich tut man das, weil man danach ein Ergebnis sieht. Weil man dabei nicht so viel denken muss. Es klingt verrückt...

Aktuell dominiert gerade wieder die Scheidung. Und deshalb will ich wieder bloggen. Ich muss das aufschreiben, damit ich es später nachlesen kann. Oder aber meine Kinder. Wenn sie in ca. dreissig Jahren selber in der Midlifecrisis stecken und ihre (verkorkste) Kindheit aufarbeiten und ich nicht mehr da sein werde. Vielleicht werden sie dann manches besser verstehen. Und vielleicht will ich es auch deshalb aufschreiben, damit ich es selber (besser) verstehen kann. Wie es soweit kommen konnte, dass ich gegenüber dem Vater meiner Kinder nur noch destruktive Gefühle empfinde und mir heimlich wünsche, er möge sich auf der Skipiste den Hals brechen, was natürlich furchtbar ist und wofür ich mich schäme. Und weshalb es so lange gedauert hat, bis sich dieses Gefühl trotz seinem schäbigen Verhalten mir gegenüber eingestellt hat und das letzte Quäntchen Loyalität verglüht ist.

Dass ich von meiner Veranlagung her so gepolt bin, dass sich gute Argumente und die richtigen Ideen immer erst dann einstellen, wenn die Deadline quasi vor der Türe steht - also buchstäblich in letzter Minute - macht die Sache nicht einfacher. Und mein verdammter Perfektionismus und die hohen Ansprüche an mich selbst führen dazu, dass ich sehr viel Zeit brauche, um eine Stellungnahme zu verfassen oder ein wichtiges Mail zu schreiben. Oder ein Post. Weil ich es x-mal umschreibe und überarbeite. Vermutlich die besten Voraussetzungen, um als Burnout-Opfer zu enden. Einige Anzeichen bzw. Warnzeichen machen sich bereits bemerkbar. Gelegentliche Blackouts. Namen und Wörter, die mir nicht mehr einfallen und die Unfähigkeit, Prioritäten zu setzen. Und dass ich falsche Wörter schreibe ("wie" anstatt "weil" etc.) und es erst beim Korrekturlesen bemerke. Es könnte aber auch mit meinen Schlafstörungen zusammenhängen. Ich liege jede Nacht wach, manchmal mehrere Stunden lang und grüble und argumentiere und versuche, meine wippenden Füsse im Zaum zu halten und den hohen Puls runterzubringen. Meistens lenke ich mich ab, indem ich auf dem iPhone Blogs und News lese oder auch Gerichtsurteile und Gesetzestexte, bis mir wieder die Augen zufallen und das Grübeln im Unterbewusstsein sich im Dämmerschlaf fortsetzt. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich des Nachts einen Entschluss gefasst habe, den ich bei Tag in die Tat umgesetzt habe und es sind mir in meinen nächtlichen Wachphasen gute Argumente eingefallen. Manchmal überwiegt aber auch nur das ohnmächtige Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein und die Angst, dass alles schief laufen könnte. Dass es mir nicht gelingen wird, den Sachverhalt vor dem Richter klar darzulegen und dass die Gegenpartei am Ende mit ihren Lügen durchkommt.

Und immer geht es dabei auch um Respekt. Besser gesagt um fehlenden Respekt. Um das Gefühl, nicht respektiert worden zu sein. Hintergangen und übers Ohr gehauen worden zu sein. Nicht das erhalten zu haben, was einem nach eigenem Ermessen zugestanden hätte bzw. zusteht oder versprochen oder in Aussicht gestellt worden ist. Vom Vater meiner Kinder, von den Verkäufern meines Hauses, von meiner ehemaligen Mieterin. Und ich kämpfe wie eine Löwin dafür, mir diesen Respekt zu verschaffen und dies auch mithilfe von Anwälten. Aber bekanntlich ist man vor Gericht so ausgeliefert wie auf hoher See. Letztlich gibt es keine Garantie für Gerechtigkeit und der Anwalt kann nur gewinnen, egal wie der Prozess ausgeht. Je länger das Verfahren dauert, desto mehr verdient er daran. Am Schluss gewinnt die Partei, die finanziell stärker ist. Das alles kommt  mir zuweilen vor wie ein nicht enden wollender Albtraum an dessen Ende im schlimmsten Fall ein totales persönliches Desaster und der finanzielle Ruin steht.

27 Kommentare:

  1. Liebe Rosalie,
    Deine Gefühle kann ich gut verstehen. Es ist mir in manchen Fällen ähnlich ergangen.
    Jetzt ist ein Schlussstrich gezogen. Habe mich auch leer und ausgebrannt gefühlt. Namen merken? Ich nicht mehr, das ist die unangenehmste Nebenwirkung.
    Es wird besser, jeden Tag ein bisschen.
    Lass Dich mal drücken!

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    1. Ich danke Dir! Dass mir Wörter und Namen manchmal nicht mehr einfallen, macht mir echt Angst... Ich hoffe sehr, dass das nur eine Phase ist.

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  2. Fühl Dich gedrückt und pass auf Dich auf :-*

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  3. Was für ein ehrlicher Beitrag. Ich bewundere das. Du wirst in die Heilung kommen, Rosalie.
    Ganz liebe Grüße
    G.

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    1. Danke für Deinen Kommentar! Es gibt offenbar noch etwas, was ich in diesem Leben lernen muss und ich tue mich schwer damit. Es ist immer wieder das selbe Thema, mit dem ich konfrontiert werde und ich habe das Gefühl, mich im Kreise zu drehen. Ich hoffe, dass meine Leser mir wertvolle Denkanstösse liefern können, die mich weiterbringen. So wie das in der Vergangenheit der Fall war. LG

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  4. liebste rosalie,
    ich mach mir große sorgen um dich! ich kenne all das von mir und im nachhinein muss ich sagen: hätte ich doch früher losgelassen! manchmal muss man aufhören, um respekt von anderen zu kämpfen und sich auf den respekt für sich selbst besinnen. du kämpfst wie eine löwin und bräuchtest es so dringend, endlich zur ruhe zu kommen. fühl dich nicht für alles zuständig - du bist es nicht. und du hast auch nicht versagt, wenn du nicht ganz zu deinem recht kommst. wichtig ist es glaube ich für dich, so schnell wie möglich aus dieser ehe herauszukommen. ob mit oder ohne finanzielle einbußen ist meines erachtens zweitrangig. streif die verantwortung für andere so weit wie möglich ab, denn in wirklichkeit trägst du nur die verantwortung für dich selbst, deine kinder und eure gesundheit. nur DAS ist wichtig! das und dass du wieder zu dir selbst und zur ruhe finden kannst. deine besorgte anna

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  5. Meine liebe Anna, schön dass Du da bist und danke für Deine Worte, die mich sehr gerührt haben.

    Ich bin einfach noch nicht so weit, kampflos aufzugeben. Auch wenn das ein Zeichen von Stärke wäre. Aber es geht um so viel... Ich tue es auch für meine Kinder. Mein Ex gibt Zehntausende von Franken für seine Neue aus. Er muss sich diese "Liebe" offenbar teuer erkaufen. Es ist nicht nur mein Geld, das er verschleudert, es ist auch das Geld meiner Kinder. Und letztlich geht es auch um meine Zukunft und ob ich mir das Haus hier auf Dauer werde leisten können. Es ist mir bewusst, dass viel auf dem Spiel steht. Meine Gesundheit... Dieser ganze emotionale Stress ist so destruktiv. Aber ich muss da irgendwie durch... ich will es so. Der Gedanke, dass er damit durchkommt und es ihm einmal mehr gelingt, mich finanziell zu hintergehen, ist einfach unerträglich. Noch kann ich nicht drüber stehen und einen Schlussstrich ziehen und noch kann ich nicht loslassen...

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  6. Liebe Rosali,
    mir kommt das alles sehr bekannt vor, nicht inhaltlich, aber die Gefühlswelt.
    Ich kenne das Gefühl der Ohnmacht und falsch ehandelt worden zu sein.
    Ich lerne gerade umzudenken und zu verzeihen. Es ist nicht einfach, wenn man in seinen Gedanken verhaftet ist, aber wenn man immer und stetig versucht, sich zu sagen: "Ich fühle mich dir ungerecht ehandelt, aber ich akzeptiere Deine Fehler und lasse das nicht mehr an mich heran." Dann wirkt das irgendwann. Die Macht der Gedanken.
    Klingt zugegebenermaßen ziemlich spirituell, aber mir hilft es. Nicht immer, aber immer öfters...

    Ich wünsche dir weiterhin alles gute...

    Die Lady

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  7. Liebe Lady,
    Ich danke Dir! Ich bin sehr offen in Bezug auf Spiritualität. Das Mantra sollte ich mir merken... Vom Verstand her glaube ich zu wissen, was abgeht und wieso er sich so verhält, aber emotional kann ich damit noch nicht richtig umgehen. Ich habe sämtliche Gefühle durchlaufen von Mitleid (mit dem Ex) über Trauer bis hin zu Wut. Er schafft es immer wieder, vermeintliche Tiefpunkte noch zu unterbieten und immer noch eins draufzusetzen. Das hätte ich mir vor der Trennung nicht träumen lassen. Das Gefühl, dass es so enden könnte, war zwar latent vorhanden, aber ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es tatsächlich soweit kommt. Vielleicht war es letztlich sowas wie eine selbst erfüllende Prophezeiung. Und da ist auch noch diese Wut und Verachtung für seine Partnerin, die sich so schamlos bereichert. Es wäre nie soweit gekommen, wenn er eine "normale" Frau getroffen hätte anstatt diese essgestörte "Madame Tessier" ...

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  8. Liebe Rosalie, du bist reich! Dein Traum ist in Erfüllung gegangen.

    Der Gesundheit ist wichtiger als ein Betrag X auf dem Konto.

    Eine Erfahrungsgeschichte: In Österreich haben Frauen in größeren Betrieben das Recht auf Unkündbarkeit nach der Kinderpause bis das Kind in der Volksschule ist.
    Eine Bekannte wusste, dass sie die Firma nicht kündigen kann. Sie ging trotzdem nicht zurück, weil sie wusste, dass sie nicht mehr willkommen war, dass sie geschnitten worden wäre und man ihr das Leben in der Arbeit zur Hölle gemacht hätte.
    Sie hat auf viel verzichtet. Und noch viel mehr gewonnen. Wer letztlich Recht hat? Wozu ist das wichtig?

    Das sind keine Spielchen, das sind hochriskante Machtspiele, wo die eigene Gesundheit am Spiel steht.
    Wenn du die Wahl hast: guten Schlaf oder ein paar tausend Franken mehr am Konto ...

    Ich finde leider nicht die warmherzigen Worte, die Anna wählt. Ich empfinde aber ähnlich: dass dein Antrieb, wofür du dich so einsetzt, beunruhigend ist.

    Der Ex ist wichtig, die neue Partnerin vom Ex ist wichtig. Oh je!
    Wende dich bald ab von ihnen. Du hast einen neuen Lebensmittelpunkt, dort bist du gut aufgehoben.
    Das Wesentliche befindet dort, wo kein Platz für deinen Ex und seine neue ist.
    Da draußen, wo es dich schleudert, fliegst du am Ende noch aus der Kurve. Der Preis, den du für das Geld zahlen musst, ist offenbar viel zu hoch. :-(((

    Keiner sagt, dass du das alleine bewältigen musst, das loslassen.
    Die Bekannte hat sich übrigens coachen lassen. Nur so konnte sie ganz ehrlich zu sich sein, worum es ihr wirklich ging. Bei ihr war es der Triumph und nur das.
    Das Geld war ein Vorwand für Entscheidungen.
    In Wirklichkeit fiel es ihr schwer, dem Gegener den (vermeintlichen) Triumph zu überlassen. Weil das Recht war ja auf ihrer Seite. Aber die Lebensqualität hatte NICHTS mit dem Recht zu tun.
    Ich fürchte, wir sind da nicht unähnlich: solche Ungerechtigkeiten können uns verrückt machen, richtig?

    Ich wünsche dir ganz aufrichtig, dass es dir gelingt, die emotionalen Verstrickungen endgültig zu kappen.

    liebe Grüße,
    Paula

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  9. Liebe Paula,

    Ich kann Dir in vielem beipflichten und natürlich geht es auch darum, dass der Gedanke, dass der Ex mit seinen fiesen Spielchen durchkommt bzw. am Ende triumphiert, unerträglich ist, weil es so ungerecht wäre.

    Wenn es nur um ein paar Tausend Franken ginge, würde ich dem Beispiel Deiner Bekannten folgen. Dieses unsägliche Trauerspiel kostet mich so viel wertvolle Lebenszeit. Unzählige Stunden, die ich mit Schreiben und dem Kopieren und Analysieren von Beweismitteln verbringen muss, um schwarz auf weiss beweisen zu können, was offensichtlich ist und dennoch vom Ex abgestritten wird. Ich würde viel lieber mit meinen Liebsten das Leben geniessen und endlich mal wieder im Garten werkeln. Es belastet mich auch, dass die Kinder zu kurz kommen, weil ich so viel Zeit vor dem Computer verbringen muss. Das Risiko eines Herzinfarkts ist sicher vorhanden. Ich habe mir vorgenommen, in den nächsten Wochen meinen Hausarzt aufzusuchen.

    Wir streiten nicht um Gegenstände und dergleichen. Es geht inzwischen um eine beträchtliche sechsstellige Summe, die er seit der Trennung verjubelt hat und die er mir nun auch noch als Schulden unterjubeln will, die ich mittragen soll...

    Während ich im Freundeskreis ein Darlehen aufnehmen musste, um meine Anwaltsrechnungen bezahlen zu können, macht er mit seiner Patchworkfamily Urlaub in Hawaii und verjubelt in drei Wochen schnell mal 40'000 Franken. So sieht's aus....

    Und er hat immer noch das Gefühl, dass er im Recht ist und ihm das alles zusteht, da er ja viel mehr verdient (hat) als ich...

    Ich muss unbedingt darüber berichten. Es ist unglaublich, was seit meinem Auszug alles passiert ist. Das macht es so schwierig, sich emotional abzugrenzen.

    Natürlich bin ich sehr dankbar, dass ich diesen wunderbaren Mann an meiner Seite habe und wir nun jeden Tag zusammen verbringen können und dass meine Kinder gesund sind.

    Es geht aber letztlich auch darum, ob wir unser Zuhause werden behalten können. Es bleiben nicht mehr so viele Jahre, um die Hypothekarschuld zu reduzieren und 200'000 Franken mehr oder weniger sind entscheidend. Wenn das allerdings noch lange so weiter geht, wird ein Grossteil des Vermögens in den Taschen der beiden Anwälte enden...

    Ich hoffe immer noch, dass der Ex irgendwann zur Besinnung kommt und einlenkt, da er selber stark unter dieser Situation leidet und deswegen gesundheitliche Probleme hat. Aber leider sind wir weiter denn je von einer Einigung entfernt. To be continued ...

    LG, Rosalie

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  10. Ach..Rosalie
    das tut mir wirklich sehr leid für dich.
    Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen....lass los !
    Auch wenn es um sehr viel Geld und Besitz geht,wir nehmen alle nichts mit. Denk an deine Gesundheit und deinen Seelenfrieden..
    Ich habe heute ein friedliches Verhältnis zu meinem Ex-Mann, weil ich ihm damals fast alles überlassen habe. Unsere Kinder sind inzwischen erwachsen und wir haben harmonisch die Hochzeit meines Ältesten feiern können ....Das war soviel mehr wert. Und ich kann dir sagen,das Leben hat mir alles, worauf ich damals schweren Herzens verzichtet habe zurück gegeben....Auch finanziell.
    Ich hoffe, dass ich dich mit diesen Zeilen etwas ermutigen konnte.
    Ganz liebe Grüße
    Marylou

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    1. Liebe Marylou

      Ich danke Dir sehr für diesen Kommentar! Er ist in der Tat sehr ermutigend und dass Dir das Leben alles zurückgegeben hat, worauf Du schweren Herzens verzichtet hast, lässt hoffen,dass es irgendwo doch so etwas wie Gerechtigkeit gibt... Mit dem Loslassen tue ich mich sehr schwer. In allen Lebensbereichen. Das ist wahrscheinlich eine der Lektionen, die ich noch lernen muss... Es ist in diesem Fall besonders schwierig, zu verzichten, weil die Umstände wirklich anspruchsvoll sind. Das hat mit seiner neuen Partnerin zu tun. Ich werde darüber berichten.

      Herzliche Grüsse!

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  11. Liebe Rosalie, entschuldige bitte, dass ich jetzt erst kommentiere, ich habe deinen Beitrag schon vor einigen Tagen gelesen, war aber nur mit dem Handy unterwegs.
    Das ist eine Phase, an die ich mich bei meiner Scheidung auch nicht zurückerinnern mag. Zum Glück sind inzwischen einige Jahre vergangen und auch wenn ich ab und zu noch einen Anflug von Bitterkeit verspüre, bin ich doch im Großen und Ganzen darüber hinweg. Mein Fazit ist jedenfalls, dass wir Frauen offenbar leichter mit Trennungen jeder Art zurecht kommen und uns die Männer das irgendwie "vergelten" wollen.
    Versuch bitte, das Ganze mit Würde und Anstand hinter dich zu bekommen, dann kommt die Ruhe ganz von alleine. Und natürlich sollst du dich nicht übervorteilen lassen!
    Ich wünsche dir viel Kraft und schicke dir ganz liebe Grüße (und ich vergesse momentan auch Namen, Orte, Titel... schrecklich! Vielleicht ist das der Winter?), alles Liebe, deine Frau Vau!

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    1. Liebe Frau Vau

      Mach Dir keine Gedanken, ich kenne das doch auch zur Genüge und kommentiere viel zu selten bei Euch allen. Umso mehr freue ich mich jetzt über Deinen Kommentar. :-)

      Ich kann mich daran erinnern, dass Du bei Deiner Scheidung auf vieles verzichten musstest, was Dir zugestanden hätte und es ist besonders bitter, wenn der stets geizige Ex plötzlich mit dem Geld nur so um sich wirft und die Nachfolgerin vergoldet und das mit Mitteln aus der gemeinsamen (noch ungeteilten) ehelichen Errungenschaft. Es hat mit Demütigung, Respekt(losigkeit) und Vergeltung zu tun. Besonders Männer der Kategorie Alphamännchen, die ihr geringes Selbstwertgefühl mit Statussymbolen kompensieren müssen (mein Haus, meine Yacht, mein Cabrio, meine "Trophywife"...), tun alles, um nicht teilen zu müssen.

      Das mit Würde und Anstand durchzustehen ist eine echte Herausforderung. Es ist nicht schön, heimlich Beweismittel zu kopieren. Aber ohne Beweismittel kann man vor Gericht nichts erwirken. Und im Keller des Hauses, das mir immer noch zur Hälfte gehört, stundenlang die Order der Geschäftsbuchhaltung kopieren zu müssen, während die Kinder im Haus sind und die Türe zum Keller im Innern des Hauses abschliessen müssen, damit Mama nicht ins Haus rein kann, nachdem der Ex in seine Ferienwohnung gefahren ist, ist entwürdigend. Der Richer hatte die Akteneinsicht angeordnet, aber der Ex hat sich geweigert, die Geschäftsordner aus dem Haus zu lassen und den Kopierer mit allen Ordnern in den Keller gestellt. So habe ich Akten kopiert zwischen all den Fitnessgeräten, die der Ex für seine Neue angeschafft hat, damit sie hie und da bei ihm übernachtet... Sie muss jeden Tag mind. 2 Stunden Workout machen, ist aber keine Leistungssportlerin... Das Papier für den Kopierer musste ich selber mitbringen.

      Nun werde ich unzählige Stunden damit verbringen, ca. 2000 Seiten Beweismittel zu sichten und zu analysieren und Excel-Tabellen zu erstellen und das Ergebnis anschliessend so in Worte zu fassen und mit Beweismitteln zu hinterlegen, dass der Richter begreift, was Sache ist.

      Sich von einem Geschäfstsmann mit eigener Firma scheiden zu lassen, der so tickt wie mein Ex, toppt alles... Da wird getrickst, was das Zeug hält.

      Liebe Grüsse!

      Deine Rosalie

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    2. Ach du Sch*****.... das ist ja noch eine ganze Klasse höher als das Theater mit meinem Ex.
      Wenn das, was du im Kommentar unten beschreibst zutriffst, wäre das meiner Meinung nach eine Sache für den Staatsanwalt und die Steuerbehörde. Eine Firma, die sich in Liquidation befindet, kann doch keine Darlehen geben?
      Die Art und Weise, in der er mit dir umgeht, wird irgendwann auf ihn zurückfallen. Sehr traurig!
      Trotzdem wünsche ich dir Kraft und Mut, du schaffst das! Deine Kinder und dein Partner sind auf deiner Seite. Und dass dein Exmann sein Geld jetzt dafür einsetzten muss, um eine Frau an sich zu binden ist doch eigentlich ein Armutszeugnis.... Was ich besonders traurig finde, ist, dass man einen Menschen offenbar erst dann richtig kennen lernt, wenn man sich von ihm trennt.
      Alles Liebe!

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    3. @Frau Vau

      Mein Anwalt hat ihm schon mit der Steuerbehörde gedroht, wenn er seine finanzielle Situation nicht offenlegt, aber mein Ex scheint fest davon überzeugt zu sein, dass alles seine Richtigkeit hat. Er hat dem Richter versucht zu erklären, was ein Familienurlaub in Thailand mit der Firma zu tun hat... und er hat irgendwas geschwafelt, dass IT-Firmen manchmal ihre Mitarbeiter bei gutem Geschäftsgang mit Urlaub belohnen würden... und das erkläre, weshalb der Urlaub von der Firma bezahlt worden sei... Die Frage des Richters, ob denn die beiden Kinder Informatiker seien, konnte er allerdings auch nicht beantworten... Die Neue ist übrigens alleine mit ihrer Tochter nach Thailand geflogen, da die Schulferien nicht gleichzeitig stattfinden. Mein Ex hat ihr grosszügigerweise das Hotel und die Flüge bezahlt.

      Hatte ich im Blog schon erwähnt, dass wir im Herbst 2010 mit dem Wohnmobil meiner Eltern in die Ferien gefahren sind, weil er möglichst wenig Geld ausgeben wollte? Im Oktober, als die Saison schon zu Ende war und in ganz Südfrankreich noch zwei Campingplätze geöffnet hatten?

      Seit ich ausgezogen bin, spielt Geld keine Rolle mehr. Er gibt es mit beiden Händen aus. Das macht es schwierig... Alles, was er angeschafft hat, gehört angeglich der Firma. Der neue TV, die neue Stereoanlage, die iPhones, die er für seine Neue und die Kinder gekauft hat, die Fitnessgeräte, und wenn er mit der Neuen für vier Tage nach Mallorca ins Golfhotel fliegt, ist das selbstverständlich ein Firmenausflug.

      Es geht nicht mal in erster Linie um das verdammte Geld, das er vernichtet, sondern um Respekt und Wertschätzung. Er baut das Haus um, das uns noch immer gemeinsam gehört, ohne mich darüber zu informieren, geschweige denn mich zu fragen, ob ich damit einverstanden sei. Es ist ja schliesslich sein Geld...

      Und ja, Du hast recht, er muss sich seine neue Liebe teuer erkaufen. Sehr teuer, und das macht es für mich noch schwieriger, weil ich das auch erbärmlich finde. Und ich finde die Neue erbärmlich, weil sie sich so schamlos aushalten lässt. Es ist auch schwierig, über der Sache zu stehen, weil er mir gegenüber immer so geizig war. Letzlich zeigt es mir überdeutlich, dass ich das einzig Richtige getan habe, als ich ihn verlassen habe. Es waren viel zu viele Jahre, die ich an ihn verschwendet habe.

      Leider manipuliert er die Kinder und versucht, sie mir abspenstig zu machen und das setzt mir enorm zu.

      Herzlich, Deine Rosalie



      , wenn derder Urlaub in Thailand für die Familie und für die Neue von der Firma bezahlt wird...

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  12. Das geht? Dem Anderen Schulden unterjubeln, die erst NACH der Trennung gemacht wurden?
    Ich fasse es nicht!

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    1. Das geht, indem man sich von seiner Firma Darlehen geben lässt, anstatt sich das Geld als Lohn auszubezahlen. Man tut dies, um die Einkommenssteuer zu umgehen und das Gehalt möglichst niedrig zu halten, damit man nicht höhere Unterhaltsbeiträge an die Ex und die Kinder bezahlen muss. Die Darlehen werden verwendet um den verschwenderischen Lebensstil zu bestreiten. Ein Teil wird in Aktien investiert. Mit den Aktiengewinnen werden die Darlehen zurückbezahlt, wenn es denn Gewinne gibt... Und dann wird behauptet, dass man sich so hoch habe verschulden müssen, um der Ex das Eigenkapital zum Erwerb ihrer Liegenschaft vorschiessen zu können. In der Güterrechtstabelle werden aber nur die Darlehensschulden aufgelistet, während der Firmenwert mit Null angegeben wird, da sich die Firma angeblich in Liquidation befindet. Das Eigenkapital, das in Rosalies Liegenschaft steckt, ist noch vorhanden und wird als Teil der gemeinsamen Errungenschaft aufgelistet. Das verschwendete Geld ist weg und wird statt als Vorbezug des Ehemanns als Darlehensschuld aufgelistet. Solche Tricksereien werden von der Gegenpartei so lange vehement vertreten, bis Rosalie und ihr Anwalt beweisen können, dass es anders ist. Die Beweismittel sind vorhanden. Nun gilt es, diese so aufzubereiten, dass der Richter das auch versteht... Das kostet enorm viel Zeit und ich möchte so viel wie möglich selber machen und schreiben. Mein Anwalt kostet 330 Franken die Stunde! Zuzüglich Mehrwertsteuer.

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    2. Au weh!!
      "damit man nicht höhere Unterhaltsbeiträge an die Ex und die Kinder bezahlen muss."

      Beim Durchlesen denke ich mir fast, dass das alles gar nicht so deutlich gesagt werden sollte, sonst kommen noch mehr Menschen auf die Idee, den anderen zu schädigen, zu demütigen ...
      Ich kannte bislang den Begriff "kriminelle Energie". Für diese Form einer - nun ja, "kreativen miesen Energie" fehlen mir die Worte.
      :-(

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    3. @Paula

      Mein Anwalt meint, dass Scheidungen von Geschäftsmännern öfter so ablaufen... Am Schluss "gewinnt" der finanziell Stärkere und das ist in der Regel der Mann... Glücklicherweise habe ich eine Freundin, die sehr gut betucht ist und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat... Sie hat mir ohne schriftlichen Vertrag eine fünfstellige Summe überwiesen, damit ich prozessieren kann... Man darf gar nicht darüber nachdenken, dass man mit so einem Menschen 19 Jahre seines Lebens geteilt hat, sonst wird man verbittert und das lohnt sich nicht.

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  13. @Juliane
    Welcome back! Ich freu mich, dass Du wieder mitliest!

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  14. Hallo Rosalie!
    Schön, dass du wieder blogst, wenn auch zu einem unschönen Thema.
    Wenn ich das so lese, bin ich direkt froh, nur mit einem "armen" Mann verheiratet gewesen zu sein.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und pass gut auf dich auf :-)

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    1. @Juliane
      Ich danke Dir!
      Oh ja, wenn der Ex ein normaler Angestellter ist (whatever that means... ;-)) und ein fixes Einkommen hat, macht das die Sache wesentlich einfacher, zumindest was die Finanzen angeht.

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  15. Oh, diesen Beitrag hab ich ja völlig verpasst!

    Liebe Rosalie, ich kann alles so gut nachvollziehen, was Du schreibst... Und du HAST aber was durchgemacht, mann mann mann... Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du endlich deinen Frieden findest, mit diesem Thema und wünsche Dir ganz viel Kraft. Aber Du hast Deinen Schatz bei Dir, das ist sooooooo viel Wert:)

    LG
    Ayse

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    1. @EQ
      Danke, liebste Ayse

      Ich hoffe sehr, dass bis Ende Jahr alles überstanden ist! Oh ja, ich bin so dankbar, dass ich meinen Schatz habe! Er gibt mir so viel Kraft! Er ist mein Seelenpartner. :)

      Liebe Grüsse!

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