Sonntag, 10. Juli 2011

Spiel mit dem Feuer

Zwei Menschen auf der Suche. Eingebunden in ein komplexes Lebens- und Familiengefüge. Wollen oder können ihren wohlgeregelten Alltag nicht verlassen. Aber da ist dieses Gefühl... eine unerklärliche Sehnsucht. Und eine gewisse Abenteuerlust, die sie treibt. Die Angst, etwas verpasst zu haben - Angst, etwas zu verpassen.

Das Schicksal hat sie zusammengeführt. Sie ticken ähnlich und sind trotzdem verschieden. Leben in zwei unterschiedlichen Welten. Es verbindet sie der Wunsch, sich hin und wieder auf eine kleine Insel zurückzuziehen, den täglichen Alltagspflichten für kurze Zeit zu entfliehen, gemeinsam etwas zu erleben, etwas zu teilen, das nur ihnen alleine gehört. 

Sich nahe kommen  - aber nicht zu nahe. Die Seelen haben sich schon berührt. Noch zögern sie, den nächsten Schritt zu tun. Sie geniessen das Spiel mit dem Feuer - und denken, dass sie alles im Griff haben. Sich die Finger nicht verbrennen werden...

8 Kommentare:

  1. Woran sollen sie sich denn die Finger verbrennen? Wenn zwei dasselbe wollen, kann es nicht falsch sein. Lieber doch leiden? Weil man verheiratet ist? Wo beginnt der Seitensprung?

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  2. An der Liebe...
    Sie könnten sich verlieben - obwohl das überhaupt nicht so vorgesehen ist. Oder schlimmer noch - sich einseitig verlieben. Was -wenn aus Lust und Leidenschaft plötzlich mehr wird? Und beide doch nicht frei sind? Einer von beiden ganz sicher und unter allen Umständen an seiner Ehe festhalten will und wird?

    Ein gewisses Mass an Herzschmerz gehört wohl einfach dazu, wenn man nicht ganz einfach gestrickt ist. Leiden aufgrund von Verzicht (Vernunft) oder eben an den Folgen der Unvernunft... Wobei ich Letzterem den Vorzug geben würde ;-)

    Wo der Seitensprung beginnt? Im Kopf? Im Mailaustausch? Oder erst im Bett? Jeder empfindet das wohl anders.

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  3. Sehr eindrucksvoll beschrieben, die Angst davor, sich die Finger zu verbrennen. Solange beide das gleiche wollen und können, ist alles gut, aber wehedem...

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  4. Seitensprung ist rein körperlicher Natur, ohne tiefes Gefühl, der Begriff birgt einen schalen Beigeschmack. Von Schuld, Scham und Schande, ganz so, wie es die Kirche den Menschen predigt, damit sie nur schön fleissig arbeiten und nicht rumvögeln. Es könnte ja Anarchie ausbrechen. Ja, die Kirche, der verlängerte Arm der Herrschenden. Verliebt sein kann sich viel früher einstellen, ohne direkten Kontakt.

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  5. Grandios in Wort und Stil, bemerkenswert und mehr als das.

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  6. @vanilla

    Herzlich willkommen auf meinem Blog und vielen Dank für das Kompliment! :-))).

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  7. @notos
    Von religiös motivierten Konventionen halten sie beide wenig bzw. nichts. Aber es bliebe ein Seitensprung - oder (beschönigend) zumindest ein "Casual Date". Er sagt "Sex ohne Nähe ist nichts als Reibung... aber Sex kann unendlich viel mehr sein...". Also mit Berührung der Seelen. Aber verliebt man sich dann nicht unweigerlich? Er meint nein - wenn man es nicht will und dafür nicht offen ist. Kann das funktionieren? Ich habe meine Zweifel...

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  8. Es funktioniert. Es kann funktionieren. Sex ohne Berührung ist nichts. Es muss berühren. Befreit euch von den bedenken und lebt. Das bedeutet nicht das Ende der Ehe mit euren Partnern. Es gibt einen Grund fürs Zusammenleben mit ihnen. Da niemand 100% perfekt ist, auch nicht der Geliebte, die Affäre, gibt es gar keinen Grund sich zu trennen.
    Und nicht ihr seid das Problem, sondern die Gesellschaft, die heuchlerisch Probleme hat oder Partner die eine offene Beziehung nicht akzeptieren.
    Liebe Grüße
    Julian

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