Mittwoch, 21. September 2011

Gedanken über das Bloggen...

Ich stecke gerade in einer ziemlich melancholischen Gemütsverfassung und mache mir auch Gedanken über meinen Blog. Welches Bild vermittle ich hier von mir? Was denken meine Leserinnen und Leser über mich? Welchen Eindruck haben sie von mir?

Schreibe ich mir hier einfach sozusagen "therapeutisch" meinen Frust von der Seele - so wie im vorletzten Post? Sollte ich nicht besser fachliche Hilfe in Anspruch nehmen? Sollte ich das überhaupt in Erwägung ziehen? Oder bewege ich mich noch im "normalen" Bereich? 

Macht es Sinn, hier einen auf cool zu machen und selbstironisch in der dritten Person über sich selbst zu schreiben? Will das jemand lesen? Oder hält man mich einfach für eine egozentrische Teilzeithausfrau und Mutter in gut situiertem Umfeld, die auf hohem Niveau "klagt"? Oder hinterlasse ich das Bild einer doofen, übergewichtigen  Bridget Jones, die schlecht rechnen kann, den Haushalt nicht auf die Reihe kriegt, ein mieses Zeitgefühl hat und sich zuweilen ungeschickt anstellt? Oder doch eher das einer sensiblen, sympathischen Ehefrau und Mutter, die gerade eine Midlife Crisis durchmacht? Muss oder sollte es mich kümmern, was meine Leserschaft von mir denkt?

Diese Gedanken gehen mir im Moment durch den Kopf...

Ich habe im Post zum Thema Ausstrahlung und Charisma, das ich temporär entfernt habe, sehr persönlich und authentisch geschrieben. Eigentlich hätte ich das Post auch mit "Über meine Ehe" betiteln können... Eheleben und Ausstrahlung stehen bei mir in einem engen Kontext. Ich hatte das Post um Mitternacht aufgeschaltet und zwölf Stunden später beschlich mich ein ungutes Gefühl. Das Gefühl, zuviel von mir preisgegeben zu haben. Viele von Euch hatten es schon gelesen und es hat mir zwei neue Leserinnen beschert.  Ich freue mich darüber und ziehe daraus den Schluss, dass es so falsch nicht sein kann, ehrlich und offen zu schreiben. Ich werde das Post  dennoch überarbeiten und gewisse Passagen rausstreichen.

Ich werde in diesem Sinne authentisch weiterbloggen und freue mich darüber, dass sich in letzter Zeit mehrere neue Leser und Leserinnen dazu entschlossen haben, aus der Anonymität des WWW herauszutreten und sich mit ihrem Gravatar als regelmässige "Followers" meines Blogs zu bekennen. 9'004 Seitenaufrufe!! Kann das wirklich sein?? 


Danke für Euer Interesse!! :-)





5 Kommentare:

  1. Liebe Rosalie,
    ich habe nicht viel Zeit, weil ich gleich mit einer Bloggerin verabredet bin, aber trotzdem möchte ich Dir schnell sagen: Du vermittelst ein sehr menschliches Bild. Daran kann nichts falsch sein. Verbunden mit der Poesie Deiner Sprache bestimmt noch viel weniger. Zweifel und Stimmungen gehören dazu und wer von sich behaupten kann, das Bloggen diene nicht auch therapeutischen Zwecken oder dafür, sich selbst Dinge bewusst zu machen, ist bestimmt in der Minderheit ... oder weiß nicht, was er oder sie tut.

    Liebe Grüße
    Rostkopp

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  2. Hallo Rosalie,
    ich bin heute das erste Mal hier gelandet und mein Interesse ist bereits geweckt ;-D Den "verfolgen"-Button kann ich im Moment nicht finden, aber da hängt vermutlich blogspot gerade ein bisschen. Das hole ich dann nach!
    LG
    Nicole

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  3. Liebe Rosalie

    Erstmal herzlichen Glückwunsch zu den 9000 Klicks.

    Ich habe mich ja in meinem Kommentar über die zahlenunbegabte Rosalie etwas lustig darüber gemacht, dass du von dir in der dritten Person schreibst. Seit ich mich ab und zu hier herumtreibe, kann ich es einfach nicht lassen, dich hie und da etwas "anzukicken". Das letzte, was ich dabei möchte, ist, dass du dich deswegen schlecht fühlst.

    Ich hab den Post gelesen, den du wieder zurückgezogen hast. Es war dein bisher bester Post. Ich fand ihn mutig, zu mutig - nicht für mich oder andere, die hier lesen, sondern für dich selber. Darum verstehe ich auch, dass du die Reissleine gezogen hast. Ich bin gespannt auf die Neuversion.

    Soweit so gut. Doch kein Kommentar von mir ohne "Kick". Ich zitiere dich mal (auf Psychologendeutsch sagt man "spiegeln")

    "Welches Bild vermittle ich hier von mir? Was denken meine Leserinnen und Leser über mich? Welchen Eindruck haben sie von mir?"

    Wenn ich jetzt noch das Wort B i l d herausgehoben hätte, dann wüsstest du spätestens, worauf ich hinaus will? Oder etwa nicht?

    Ach ja, noch zum Bloggen allgemein. Natürlich wälzen wir Luxusprobleme, die wir selbst- und schreibtherapeutisch behandeln, wenn wir es - sagen wir es mal mit einem Extrembeispiel - mit den Problemen einer somalischen Mutter vergleichen, deren Kinder verhungern. Ich hab auf meinem Blog zumindest noch keinen Klick aus Somalia gekriegt. Das macht unsere Freuden, Sorgen, Ängste und unsere Probleme aber nicht kleiner, nicht weniger real.

    Dein zurückgezogener Post hat mich tief berührt. Und mich inspiriert für mein Geschreibsel in meinem Blog. Hab Vertrauen in deine Leserinnen und Leser, Rosalie! Wir mögen dich alle sehr!

    Herzlichst

    Castorp

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  4. Liebe Rosalie, diese Plattform ist ja kein Tribunal, sondern Dein Tagebuch. Deine Leser und Leserinnen kennen sicherlich auch diese Gefühlsschwankungen und würden Dich niemals "verurteilen". Sei bitte unbesorgt - Du brauchst definitiv keinen Psychologen ;-)

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  5. Ich danke Euch von Herzen für Euren Zuspruch und freue mich, eine neue Leserin zu begrüssen!

    Und einen neuen Leser (Monsieur Rodin)!

    Ich bin gerade auf dem Sprung in ein verlängertes Wochenende (mit Sendepause). Nächstes Mal wieder ausführlicher. Versprochen!

    Herzlichst

    Rosalie

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