Donnerstag, 29. September 2011

Das Gedicht


Leise verlasse ich meine Haut,
schleiche mich davon,
ohne dass Du es bemerkst.
Träume mich weit fort
und stille meine Sehnsucht
nach mir selbst.
Irgendwann
kehre ich unbemerkt zurück,
lächele Dich gedankenverloren an
und gebe Dir
die Illusion meiner Nähe

(Beate Gellhorn)


Danke, Rostkopp!

3 Kommentare:

  1. Ein sehr schönes Gedicht, es passt zu Dir. Kennst Du vielleicht dieses Gedicht:
    http://www.anthologie.de/006.htm

    Bitte die Interpretaion auch lesen ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Eine Frage: Was wäre, wenn das lyrische Ich nicht mehr "unbemerkt zurückkehren" könnte? Wenn der Weg zurück blockiert wäre?

    AntwortenLöschen
  3. @anonym
    Nein - ich kannte es nicht. Und es passt erschreckend gut zu meiner Situation. Ich bin Dir sehr dankbar für den Hinweis. Das Gedicht und vor allem auch die Anthologie vermag das in Worte zu fassen, was ich in Bezug auf meine Ehe fühle. Ich glaube, ich werde daraus ein Post machen. Merci!

    @Castorp
    Du meinst, wenn die Tür zum goldenen Käfig verschlossen wäre?
    Ich würde darüber wohl sehr erschrecken, müsste dann allein durch unbekannte Gefielde voller Vorwürfe, Zweifel und Unsicherheiten wandern, meinen Angehörigen Sorgen bereiten, und wenn ich dieses dunkle Tal durchquert hätte, würde ich mich wahrscheinlich wie befreit fühlen. Aber ich weiss es nicht mit Sicherheit.

    AntwortenLöschen