Freitag, 20. April 2012

Ausnahmezustand

Eure lieben Worte des Trosts haben mich sehr berührt und ich fühle mich stark und getragen. Im Moment geht es mir erstaunlich gut. Ich organisiere, schreibe, funktioniere. Ich kann meinen toten Vater im Aufbahrungsraum besuchen und über seinen Tod sprechen, ohne gleich zu weinen. Aber instinktiv weiss ich, dass ich lediglich funktioniere und meine Emotionen abgekapselt sind.

Wenn ich mir erlaube, einen kleinen Schritt weiter zu denken und mir die ganze Dimension dieses Verlusts und seine Auswirkungen auf unseren Alltag etwas plastischer vorzustellen, steigt ein Gefühl in mir hoch, das ich im Moment nicht auszuhalten vermag. Ich kann diese tiefen Emotionen irgendwie "ausschalten" bzw. verdrängen. Ich habe so etwas noch nie erlebt.

Ich bin Euch sehr dankbar für Euren Zuspruch und für die grosse Anteilnahme.


Alles Liebe,

Eure Rosalie




Der letzte Törn mit der alten Segeljacht. 
Das letzte Mal, dass mein Vater an der Pinne sass.  
 Ein Lebensabschnitt ist zu Ende gegangen.
Unwiderruflich und für immer.

8 Kommentare:

  1. Liebe Rosalie,
    meine Gedanken wandern zu Dir und Deinem Verlust ... würde Dir gern Trost spenden und bei Dir sein um Dich zu halten.
    Nouniouce

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  2. ich lese erst jetzt von dem riesen verlust.....mein aufrichtiges beileid!!!
    ...ich bin der festen überzeugung, daß wir unsere lieben auf jeden fall wiedertreffen werden!
    Moni

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    1. Herzlichen Dank! Ja, ich denke auch, dass wir uns irgendwann wiedersehen und ich glaube auch, dass er uns von "da oben" zusieht und mit uns weint.

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  3. Du machst es momentan genau richtig. Die Zeit der Trauer wird kommen, wenn du dazu bereit und in der Lage bist.
    Alles Liebe!

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    1. Ja. Alles zu seiner Zeit. Es ist wohl ein Selbstschutz des Körpers und der Seele. Die erste Nacht war schlimm. Ich fühlte mich wie in einem zu engen Korsett und hatte Schmerzen in der Brust. Dann setzt der Körper wohl soviel Adrenalin frei, dass man einfach primär funktioniert. Aber die Zeit der Trauer wird kommen und sie wird lange dauern. Danke für Dein Mitgefühl!

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  4. Liebe Rosalie,
    wenn man so einen Verlust erleidet, gibt es unendlich viel zu tun. Das schützt uns ein bisschen davor, dass die Gefühle uns vollkommen unvorbereitet überfluten. Später, wenn Ruhe einkehrt, wenn die Dinge geregelt sind, wird Deine Zeit der Auseinandersetzung kommen.

    Ich drücke Dich!

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    1. Danke, liebe Rostkopp!
      Meine Gedanken reichen vorerst bis zum Tag der Beerdigung. Die steht uns noch bevor. Und ich kann ihn noch bis Sonntag Abend sehen. Dann wird auch sein Körper für immer fort sein und vor diesem Moment fürchte ich mich. Es wird dann noch endgültiger. Und dann die Trauerfeier... Die nächsten beiden Meilensteine auf diesem schwierigen Weg.Ich muss stark sein. Vor allem auch für meine Kinder.

      Lieben Gruss nach Hamburg.

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