Das kann im Alltagsleben in langjährigen Partnerschaften passieren, im Umgang mit den eigenen Kindern aber auch im schriftlichen Austausch mit Menschen, die man nur selten sieht, die einem aber sehr vertraut sind.
Kennt Ihr das auch?
Ist das eine Eigenart des Charakters, die gewisse Menschen aufweisen und andere nicht?
Oder passiert das allen Menschen?
Ist es vielleicht sogar das Geheimnis glücklicher langjähriger Lebensgemeinschaften, dass man Nähe nur partiell zulässt und sich immer eine gewisse gesunde Distanz zu seinem Gegenüber bewahrt?
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| Symbiotisch oder distanziert? |

Liebe Rosalie
AntwortenLöschen....um was geht es dir bei deinem Post? Um den "liebevollen" Umgang miteinander oder um Nähe und Distanz?
Dieses Post hat bestimmt einen klaren Hintergrund:-) Du hast sicher ein Beispiel welches du erzählen kannst, oder ?
Wenn ja, wird es für mich klarer, dir eine Antwort zu geben. Wenn nein, wird es für mich zu oberflächlich, zu allgemein, zu wenig konkret ....
oder weisst du selber noch nicht genau was du meinst? Grins
Lieben Gruss an dich und geniesse den warmen Sonntag!
Vertraute Stunden mit dir!
Isabella
Liebe Isabella
AntwortenLöschenFür einmal bleibe ich für meine Verhältnisse an der Oberfläche, ich weiss! ;-)
Ich neige manchmal dazu, Menschen, die mir sehr nahe stehen oder denen ich mich sehr nahe fühle, nicht mehr als unabhängiges Individuum zu betrachten, sondern als eine Erweiterung meiner selbst!
Und wenn ich schlechte Laune habe, brüskiere ich sie manchmal, weil ich sie "anschnauze", was mir bei einer Person, die mir weniger nah ist, nicht passieren würde.
Ich frage mich dann, ob das normal ist oder ob ich ein "Abgrenzungsproblem" habe. Ist das jetzt etwas besser verständlich? Hmm, bin mir nicht ganz sicher, ob es mir gelungen ist, meine Gedanken etwas klarer in Worte zu fassen...
Siehst Du, sowas kommt dabei raus, wenn ich versuche, ein kurzes Post zu schreiben! :-)
Herzliche Grüsse
Rosalie
Liebe Rosalie, beim letzten Posting dachte mir "da finden sich wieder zwei Co-abhängige, Mr Charming und Rosalie" und dann das heutige Posting!
AntwortenLöschenNähe-Distanz-Probleme und die unmöglichkeit gesunde Beziehungen zu führen ist verbreiteter als du vielleicht denkst. Pseudo-Nähe fühlt sich für solche Menschen (die co-abhängig sind) besonders gut an, sogar ekstatisch. Im Stau mit dem Fahrer im Nebenauto zu flirten ist so ein Klassiker: man ist sich räumlich nah, aber in sicherer Distanz. Und am meisten fährt man auf die Typen ab, die man nie bekommt und die, die einen aufrichtig lieben findet man bald sehr abstoßend, weil man damit nicht umgehen kann.
Das gute an Selbsthilfegruppen für Co-abhängige ist, sie kosten fast nix (Beitrag für Raummiete) und ersparen so manchem, der sich helfen lässt, eine ungesündere Sucht-Karriere (Abhängigkeit von Alkohol, Essstörungen etc.).
Ich klinge vielleicht missionarisch, aber wenn man das in den Griff bekommt: das Nähe-Distanz-Problem und gesunde Beziehungen führen kann, schafft man die beste Voraussetzung für ein gesundes Leben im Allgmeinen. Ich sehe in dieser "Störung" ein große Wurzel für einen Rattenschwanz anderer Probleme.
Das fällt mir zu deinem heutigen Posting ein. Bumm zack.
... Und dass ich zwischen deinen Zeilen bei dir ein schlechtes Gewissen herauslese(?).
Ein "Entschuldigung" oder "es tut mir wirklich leid" wenn es dir leid tut, kann viel richten!
liebe Grüße,
Daniela
Liebe Daniela
AntwortenLöschenHerzlichen Dank für diesen hochinteressanten Kommentar!
Langsam habe ich das Gefühl, dass ich an die Essenz meines "Problems" vordringe. Ein weiteres wichtiges Puzzleteilchen. Ich habe dieses Post über Nähe und Distanz ganz spontan aus einer Eingebung heraus geschrieben. Und so wie es aussieht, hat es Dich auf die richtige Spur gebracht.
Ich habe den Begriff "Co-abhängig" natürlich gleich gegoogelt und er hat mich zum Begriff (weiblicher) Narzissmus geführt und zu Dr. Bärbel Wardetzki, eine Psychotherapeutin und Autorin, die sich mit dem Thema befasst.
http://www.baerbel-wardetzki.de/buecher/baerbel_wardetzki_artikel.htm
Ich bin auf einen Text gestossen, mit dem ich mich beängstigend gut identifizieren kann. Ich werde ihn gleich in meinem nächsten Post zitieren bzw. darauf verweisen.
Ich bin Dir wirklich dankbar für diesen aufschlussreichen Kommentar!
Herzliche Grüsse
Rosalie
P.S. Ich verstehe der Spur nach wie co-abhängige Beziehungen funktionieren. Aber nur oberflächlich. Ich muss mich zuerst eingehender mit der Materie befassen. Es würde mich jedoch sehr interessieren, was genau Dich bei der Lektüre des Posts, in welchem ich von dem Pseudotreffen mit Mr. Charming berichte, gleich auf die Spur gebracht hat, dass er auch co-abhängig funktioniert?
Liebe Rosalie, Danke, dass du mir meine ungefilterte "Bumm-zack"-Art meiner Kommentare nicht übel nimmst. Mit groß aufgerissenen Augen sitze ich da uns sehe, dass meine Gedanken bei dir voll angekommen sind!
AntwortenLöschenMich hat lange von "den Co-abhängigen" abgehalten, dass ich ja keinen Alkoholismus in der Familie habe/hatte und ich immer dachte, man braucht einen Alkoholiker, um co-abhängig zu sein. Tatsächlich braucht man nur das Verlangen, gesunde Beziehungen führen zu können. Das alleine genügt, um in Therapie/Selbsthilfegruppe zu gehen.
Meine Exfreunde und ich, wir haben einander immer gegenseitig Öl ins Feuer gegossen, so viele verzweifelte Versuche, es miteinander auszuhalten. Ich erinnere mich noch an einen Tiefpunkt in einer Beziehung, wo mein damaliger Freund meinte, ob wir wieder eine Pause einlegen sollen. Und ich sagte "Nein, ich brauche Hilfe". Ich bin damals in Tränen ausgebrochen und musste das Gespräch abbrechen. Einfach weil ich es laut gesagt habe: Ich brauche keine Pause, ich brauche Hilfe!
Eines führte zum anderen, eine Freundin empfahl mir das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" und das aha-Erlebnis war kurz darauf ein Mann, der mich aufrichtig liebte, sozusagen "gesund" war, ich aber - aus den gestörten drama-beziehungen kommend damit nichts anzufangen wusste und ihn ekelig fand, so wie er mit liebte, wollte und vor allem: GUT BEHANDELTE!! Dem zuvorgegangen war eine heiße Flirt-Zeit mit vielen SMS und Emails. (jep, die Distanz!).
Bevor das hier zu lang wird mach ich jetzt lieber Schluss.
liebe Grüße, ich wünsche dir einen schönen Tag!
Daniela
PS: zu Mr Charming: ich kann mir nicht vorstellen, dass es so unbedarft ist und halt einfach so zu spät an dich eine Nachricht schickt, wann er wo ist. Ich glaube schon, dass er aus dem heraus einen Kick für sich bezieht, er hat die Kontrolle, er bestimmt wie was wann passiert, und wirklich nahe kommt ihr auch dabei nicht. So führt man doch keine gesunde Beziehung mit jemandem den man liebt? (achtung, all das kommt wirklich aus der Hüfte geschossen, ich habe erst wenig über Mr Charming gelesen. Ist er am der Bus-Chauffeur? Dann stehe ich voll zu dem was ich hier sage ;-))
Liebe Daniela
LöschenIch bin Dir für Deinen Bumm-Zack-Kommentar wirklich zu Dank verpflichtet! Das war ein sehr wertvolles Puzzleteilchen. Vielleicht sogar mehr als ein Teilchen. Das halbe Puzzle? :)
Was Du beschreibst, habe ich alles auch erlebt. Eine fatale, destruktive Beziehung mit einem Co-Abhängigen, die mich letztlich krank gemacht hat... Irgendwann während dieser Beziehung habe ich mich in seinen Freund verliebt - aus sicherer Distanz... Und er sich in mich. Ein lieber, guter Mann. Er wurde MEIN bester (platonischer) Freund. Als wir dann endlich beide "frei" waren, war es ein unglaubliches Gefühl. Vielleicht die glücklichsten WOCHEN meines bisherigen Liebeslebens. Aber nach wenigen Monaten habe ich es beendet... Ein zweites Revival führte ebenfalls in eine Sackgasse. Dabei war er vermutlich der einzige Mann, den ich wirklich geliebt habe und mit dem sich auch tatsächlich eine Beziehung ergeben hat. Es tut mir heute noch leid, dass ich ihn "verheizt" habe. Ich habe ihm sehr weh getan...
Zum P.S.: Ich weiss, was diese Berufsgattung für einen zweifelhaften Ruf geniesst! ;)
Aber in diesem Fall bin ich mir sehr sicher, dass ich die Einzige bin, die ihn vom Pfad der Tugend (Treuegelübde...) abzubringen droht... Er spielt auch gern mit dem Feuer - das ist ok. Aber diese "Spielchen" muss ich nicht mehr haben. Das werde ich ihm auch so kommunizieren. Die nächste Reise werde ich ganz entspannt antreten. Ohne jede Erwartung!
Lieben Gruss,
Rosalie
Meine Frau und ich waren uns wahrscheinlich nie wirklich sehr nahe. Was Nähe bedeuten kann, wie schön sie ist, lernte ich jüngst ahnen. Der Wunsch, auch diese Nähe mit meiner Frau zu erreichen, scheitert. Sie will es nicht, ich komme ihr damit zu nahe. Dann ging ich fremd. Nun hat sie allen Grund, mir die Nähe zu versagen. Ich bin in der Falle.
AntwortenLöschenUnsere Ehe hielt sicherlich auch deshalb so lange, weil wir uns in Ruhe gelassen haben, weil aber auch unsere Beziehung symbiotisch ist, wir brauchen einander. Können nicht zueinander, loslassen jedoch ebenfalls nicht. Ein Dilemma, ein Elend, in dem wir stecken.
Meine "Schuld", warum lasse ich nicht alles, wie es sich bewährte. Nun leckte ich am Honig und will den süßen Geschmack nicht mehr missen.
Dein Beitrag war sehr treffend, liebe Rosalie.
Lieben Gruß
Notos
Lieber Notos
AntwortenLöschenIch werde in kürze einen Beitrag posten, der Dich vielleicht weiterbringen wird! Ich schicke Dir den Link, sobald ich das Post fertig habe!
Und Du solltest Dich nicht schuldig fühlen! Niemand hat schuld. Vergiss nicht, dass Du ja vorher mit der "bewährten" Situation auch nicht mehr glücklich warst! Sonst wäre das alles ja gar nie passiert! Vorwürfe und Schuldzuweisungen bringen nichts. Es gehören immer zwei dazu, wenn eine Ehe nicht mehr funktioniert.
Lieben Gruss und alles Gute,
Rosalie