Es gibt Tage, da fahre ich über die Autobahn und auf der Höhe des grossen Viadukts überlege ich mir manchmal, ob die Leitplanke wohl standhalten würde, wenn ich mit 120 km/h Gas geben, das Steuer herumreissen und meinen schweren Wagen Richtung Abgrund lenken würde.
Manchmal wird mir alles zu viel. Das Leben, die Verantwortung, die Einsamkeit.
Das war schon vor dem Tod meines Vaters so. Nun fehlt der stabilste Stützpfeiler in meinem Leben.
Aber da ist mein Sohn, der mich so dringend braucht. Der nicht ohne mich einschlafen kann. Der abends im Bett weint und Angst hat, mich zu verlieren.
Ach, mein liebes Kind... Ich werde Dich nie verlassen. Werde für Dich da sein, solange es mir vergönnt ist. Sei unbesorgt.

Um Himmels Willen, Rosalie!!! Dein Post ist absolut schockierend! Deine Suizidgedanken sind erschreckend konkret und grausam radikal. Such dir professionelle Hilfe! Ich bitte dich!
AntwortenLöschenIch umarme dich
Castorp
Es tut mir leid, dass ich Dich erschreckt habe! Mach Dir keine Sorgen. Ich hege keine Suizidgedanken, auch wenn ich manchmal genug von allem habe. Das würde ich meiner Familie nie antun. Und die Leitplanken auf dem Viadukt sehen sehr stabil aus! Don't worry! Morgen ziehe ich wieder meine rosa Brille an. Hatte sie heute verlegt!
LöschenHerzlich,
Rosalie
Ja, ich kenne das Gefühl, deshalb bin ich auch nicht entsetzt.
AntwortenLöschenKetzt kommt langsam die Trauer hoch...
Man darf solche Gedanken haben, aber nur, um sich dann einen Ruck zu geben und sich zu sagen: "Kikerikiii, etwas besseres als den Tod findest du überall....."
Sei herzlich umarmt...
Ist es nicht einfach auch normal, wenn einem solche Gedanken in den Sinn kommen in gewissen Phasen des Lebens? Aber ich bin weit davon entfernt, den Notausgang zu nehmen.
LöschenDas käme mir feige vor und ich befürchte, dass ich dann in einem nächsten Leben noch einmal von vorn beginnen müsste mit dem Lernprozess. Und womöglich würde ich als Mädchen in Afghanistan oder Somalia geboren...
Es ist einfach eine Lebenskrise. Ich habe zu viele Baustellen und sehe keine Lösungen. Aber das wird schon wieder.
Alles Liebe,
Rosalie
Ich habe meine Familie selbst "aufgegeben" - das ist ein Gedanke der mir auch schon im Zusammenhang mit an- die-Wand-fahren in den Sinn gekommen ist.
AntwortenLöschenGestern war ich das erste Mal bei einer Therapie, ich habe mich geärgert dass ich das nicht früher gemacht habe. Lass Dir helfen, nicht wegen den Leitplanken. Lass Dir helfen um Strategien zu entwickeln, wie Du wieder Dein Leben gestalten kannst.
Dass Du Deine Familie verlassen hast, muss nicht a priori etwas Negatives sein. Du musstest diesen schwierigen Schritt tun, um Dich weiterentwickeln zu können und vielleicht werden Deine Familienangehörigen in 10 Jahren sagen, dass es gut war, dass es so gekommen ist. Hoffen wir's! Wärst Du geblieben und aus Resignation krank geworden, wäre auch niemandem gedient gewesen. Vielleicht ist dies auch für Deine Frau eine neue Chance, auch wenn sie das jetzt wohl nicht so sieht. Und "aufgegeben" hast Du Deine Familie ja nicht wirklich.
AntwortenLöschenDu siehst, bei andern Menschen fällt es mir leicht, eine solche Entscheidung zu billigen und nachzuvollziehen - aber selber diesen Schritt zu wagen, davon bin ich noch weit entfernt...
Was Du über die Therapie schreibst, tönt hoffnungsvoll. Ich denke auch darüber nach.
Herzlich,
Rosalie