Ein ausgeprägter oder “negativer” Narzissmus bedeutet, dass diese Menschen vorwiegend sich selbst zugewandt sind, ein eher passives Liebesbedürfnis haben und “lieben, nur um geliebt zu werden”.
Eine Beziehung mit einem Narzissten ist geprägt vom Geben des Partners und Nehmen des Narzissten. Ein Gleichgewicht mit abwechselndem Geben und Nehmen gibt es nicht. Narzissten sind kaum oder gar nicht zu Empathie fähig (Mitgefühl mit anderen). Sie haben (fast) kein Selbstwertgefühl und sind auf ständige Bestätigung von außen angewiesen. Bleibt diese aus, kommt es zu erheblichen Problemen.
Oft neigen negativ narzisstische Menschen auch dazu, andere abzuwerten, um das eigene Ego aufzuwerten.
Diese Konstellation führt zu erheblichen zwischenmenschlichen Konflikten, insbesondere in der Partnerschaft, oft aber auch im Beruf. In der Folge kann es dann zu weiteren Erkrankungen wie z.B. Depressionen kommen.
Quelle: http://www.narzissmus.net/?page_id=32
Aha-Erlebnisse:
Es gibt also einen gesunden, sprich "positiven" Narzissmus.
Ich bin definitiv keine "negative" Narzisstin. Dafür bin ich viel zu empathisch. Irgendwie beruhigend.
Aber ich habe realisiert, dass ich mit mindestens einem "negativen" Narzissten eine längere Beziehung hatte. Ich spreche von zweieinhalb Jahren.
Später habe ich mir dann eine "abgeschwächte" Variante eines negativen Narzissten als Lebenspartner ausgesucht. Jemanden, der zwar durchaus auch empathisch sein kann, meiner subjektiven Einschätzung nach aber letztlich doch sehr auf sich selbst bezogen ist bzw. war und nur bedingt fähig, für die Partnerin tiefe (bedingungslose) Liebe zu empfinden und aus einem inneren Bedürfnis heraus "zu geben".
Stellt sich die Frage, weshalb mir das mehr als einmal passiert ist und warum ich mir solche Partner ausgesucht habe. Die Analyse geht weiter.
Nachtrag:
Ich habe mir die Freiheit genommen, das Post nachträglich zu überarbeiten bzw. zu kürzen. 26.5.2012/23.13 h
Ja!
AntwortenLöschenLiebe Rosalie
AntwortenLöschenIch staune, wie schnell du mit Diagnosen bei der Hand bist. Aber gut, waren bzw. sind deine Männer eben negative Narzissten.
Gehen wir davon aus (Achtung, wenn diese Einleitung kommt, immer gut aufpassen, ob das wirklich so ist), dass man nie eine Beziehung eingeht, ohne etwas davon zu haben. Sei das guter Sex (Huch, warum fällt mir das heute zuerst ein?), sei es Anerkennung von den Eltern oder von Freunden, sei es Geld, sei es aber auch nur das Gefühl, gebraucht zu werden, das einem auch vorgaukelt, geliebt zu werden, selbst wenn dieses Gefühl auf einen negativen Narzissten gerichtet ist.
Was immer es ist. Wenn du weiter analysieren willst (und ganz wie Herr Schott, den ich momentan lese, bin ich überzeugt, dass es richtig ist, über Gefühle nachzudenken), dann frage dich: Welchen im weitesten Sinn "Profit" hattest du, als du mit den beiden von dir erwähnten Männern eine Beziehung eingegangen bist? Anders gefragt: Was hat diese (vermuteten) negativen Narzissten für dich attraktiv gemacht?
Und vielleicht willst du die Recherche ja noch ausdehnen auf die Männer, auf die du aktuell ein Auge geworfen hast? Bist du schon aus deinem alten Muster ausgebrochen oder trittst du ein weiteres Mal wieder in die Narzisstenfalle?
Herzliche Grüsse
Dein Castorp
Lieber Castorp
Löschen„Diagnosen“ zu stellen, würde ich mir nicht anmassen. Es ist einfach meine subjektive Einschätzung aufgrund meines derzeitigen Wissensstands. Allerdings muss ich wohl meine Aussage, dass ich keine „negative“ Narzisstin bin, revidieren… Mehr dazu später.
Wenn wir davon ausgehen, dass man eine Beziehung nie eingeht, ohne etwas davon zu haben – also nicht bloss aus dem einzigen Grund, dass einem das Herz vor lauter Liebe überläuft - dann stellt sich natürlich die Frage, weshalb man sich einen „negativen“ Narzissten als Partner aussucht…
Die Antwort lautet: Jeder Narzisst benötigt einen Komplementärnarzisst! Es ist eine ungesunde Symbiose zweier Menschen, die sich gegenseitig benötigen und - wie Du es bereits angetönt hast - das Gefühl des Gebrauchtwerdens irrtümlich für Liebe halten. In Tat und Wahrheit ist es eine gegenseitige Abhängigkeit, die beide davon abhält, sich als Persönlichkeiten weiterzuentwickeln und glücklich zu werden. Ich werde darüber ein Post veröffentlichen.
Deine letzte Frage bringt mich zum Schmunzeln. Die Männer, auf die ich „ein Auge geworfen“ habe? Vielleicht ist es der Plural, der mich schmunzeln lässt. Es tönt ein bisschen so, als ob ich mir aus einer Gruppe von Männern denjenigen herausevaluieren möchte, von dem ich glaube, dass er mich glücklich machen könnte… Und damit würde ich natürlich wieder voll danebengreifen, weil ich mir ein Bild dieses Menschen machen würde und dann enttäuscht wäre, wenn er dem Ideal nicht in allen Teilen entspricht…
Dabei sollte ich es doch nun besser wissen! Nur die Liebe zählt! :-)
Und ja, ich wünsche mir eine neue Liebe. Eine Liebe, die mein Leben bereichert. Sie muss es nicht ausfüllen – nur bereichern. Vorher möchte ich herausfinden, wer ich eigentlich bin, was meine Bedürfnisse sind und was ich überhaupt will…
Es gibt in meinem Leben durchaus einen Mann, der meine Seele und mein Herz berührt hat. Ob er auch narzisstische Züge aufweist?
Gut möglich! Aber welcher Mensch ist schon frei davon? Es gibt in diesem Bereich ja nicht nur schwarz und weiss, positiv und negativ. Aber es gibt durchaus Persönlichkeiten, die sehr ausgeprägte (negative oder komplementäre) narzisstische Züge zeigen. Nach allem, was ich in den letzten Monaten über mich gelernt habe, bin ich doch zuversichtlich, dass ich inskünftig nicht mehr blind in die „Narzisstenfalle“ treten werde…
Touch wood! ;-)
Herzlichst,
Deine Rosalie
Liebe Rosalie
AntwortenLöschenIch hab etwas in deinem Blog gestöbert. Dein innigster Wunsch DICH SELBST wieder zu FÜHLEN erfüllt sich nicht im Denken und Grübeln - und schon gar nicht in der rastlosen Jagd nach neuen möglichen Ursachen für dein "Leid". Er erfüllt sich auch nicht, indem Du über andere urteilst, sie gar teilweise ziemlich hart VERurteilst mit Diagnosen, die Du dir anhand von Symptomen und Verhaltenskriteria aus irgendwelchen (Sach-)Büchern erschliesst.
Ich behaupte drei Dinge:
1. Du flüchtest dich ins Denken, weil Du vor deinen Gefühlen fliehst.
2. Du suchst Bestätigung für dein Intellekt, an das Du selbst noch nicht recht zu glauben magst - und ihm auch unnötig viel Bedeutung zukommen lässt.
3. Du suchst Bestätigung dafür, dass alles andere Schuld an deiner Situation ist und Du damit keinen wirklichen Handlungszwang hast - und so die Verantwortung abschiebst.
FÜHLEN IST EIN VERB
Fühlen kann man nur, wenn man's auch tut. Auch lässt es sich durch kein anderes Verb ersetzen, wie denken oder grübeln, wie Du es gerne tust. Dein Kopf hat ausreichend bewiesen, dass Du ihn einsetzen kannst und er auch taugt. Nun darfst Du ihn gerne etwas Ruhen lassen, denn er kann dir dein Herz nicht ersetzen.
Fühlen braucht Mut, denn Du musst dich darauf einlassen. Nicht auf das laute Leiden, das von allem Anderen ablenkt, den Schmerz und die Leere, die Du so gut kennst und auch hegst und pflegst.
Es braucht Stille und Geduld, denn noch ist es bei dir ein zartes Pflänzchen, das kaum Aufmerksamkeit erhalten hat. Erst musst Du es entdecken - dann wachsen lassen. Und um es entdecken zu können, musst Du durch den Schmerz und die Leere hindurch, ohne dich dem lauten Pathos zu ergeben.
Fühlen kann auch niemand anderes für dich. Mach also die anderen nicht dafür verantwortlich, dass Du "falsch" oder "nicht" fühlst. Nimm dein Schicksal in die Hand, sei selbst dafür verantwortlich. Du bist ja schliesslich erwachsen. Und wie das Wort schon besagt, ist die Zeit des Erwachsenseins die Zeit, in der wir den Dingen erwachsen.
"All families are dysfunctional". Die mit deinen Eltern war es und deine jetzt ist es offenbar auch. Es kommt nicht so sehr darauf an, woher wir kommen, sondern wohin wir gehen. Und das, liebe Rosalie, das kannst Du bestimmen. Du musst es nur tun.
Herzlich, Mimi
PS: Und weil Du Annett Louisan magst, empfehle ich dir "Die Lösung"
Deine Worte gehen mir gerade durch und durch, auch wenn sie nicht an mich gerichtet sind.
LöschenLiebe Mimi
LöschenDanke für Deinen Kommentar! Die Antwort findest Du im nächsten Post!
Herzliche Grüsse,
Rosalie
Was ist "fühlen" letztlich anderes als Reaktionen auf hormonelle, chemische Prozesse in unseren Drüsen, sei es im Gehirn oder anderswo im Körper. So ist das mit dem Fühlen. ;-)
Löschenliebe Grüße, Daniela
Puhhhh, das ist wahrlich ein Kommentar!
AntwortenLöschenDer Beste auf diesem Blog!!!
Bravo Mimi, Du bringst es auf den Punkt!
Kompliment!!
Boah! Du hast alle 935 Kommentare gelesen? Respekt!
Löschen@alle
AntwortenLöschenIch werde so bald als möglich auf diese konstruktiven Kommentare eingehen! Die Pflicht ruft. Bis später!
Herzlich,
Rosalie
Ich weiss, dass die Parole "Fühlen statt Denken" für viele attraktiv ist. Wir alle haben gerne das Bild von uns, dass wir bessere und glücklichere und friedlichere Menschen wären, wenn wir doch nur mehr fühlen und weniger denken würden.
AntwortenLöschenIch halte das aber für gänzlich falsch. Ich bin überzeugt: Es gibt kein Fühlen ohne Denken. Übrigens gilt das auch im Umkehrschluss: Kein Denken ohne Fühlen. Wenn wir fühlen, ohne zu denken, dann machen wir uns zum willenlosen Spielball unserer Gefühle. Und noch mehr: Wir könnten uns unserer Gefühle gar nicht klar werden, wenn wir sie nicht auch denken würden. Das Fühlen passiert nämlich am gleichen Ort wie das Denken, nämlich im Gehirn.
Deshalb ist es unsinnig, Fühlen und Denken voneinander trennen zu wollen. Für noch unsinniger halte ich es, das eine und das andere gegeneinander ausspielen, das eine für gut, das andere für schlecht erklären zu wollen. Indem wir über unsere Gefühle nachdenken, versetzen wir uns in die Lage, sie bewusst wahrzunehmen und zu benennen. Und das wiederum ermöglicht uns, anderen unsere Gefühle mitteilen zu können und umgekehrt uns - gänzlich unnarzisstisch übrigens - mit den Gefühlen anderer auseinanderzusetzen.
Das Nachdenken über Gefühle hilft uns, im Leben Entwicklungsschritte zu machen und nicht an Ort stehen zu bleiben. Und das eben nicht in einem selbstbezogenen Kreisen um mich selber und meine Gefühle, sondern im Austausch mit anderen Menschen. Letztlich ist dies - für mich zumindest - ein Lebens- und Liebeselixier, auf das ich nicht verzichten könnte.
In diesem Sinne, liebe Rosalie: Schäme dich nicht für deine Gedanken, so wie du dich nicht für deine Gefühle schämen sollst!
Herzlichst
Dein Castorp
Castorp,
Löschendass wir unsere besondere Hirnleistung auch brauchen, um dem Ausdruck geben zu können, was in uns geschieht, das streite ich nicht ab.
Nur weil man sich aufs Fühlen einlässt, ist man noch lange nicht willenlos. Wer seiner wahren Gefühle bewusst ist und sie kennt hat ganz andere Möglichkeiten, auch im Austausch mit anderen Menschen.
Im Sinne einer Schulung beider Fähigkeiten, dem Fühlen und dem Denken, muss man ab und zu das eine etwas zurückstellen, um das andere besser zu erfahren. Es geht darum, dass wer Fühlen lernen will, sich auf dessen "Natur" einlassen muss. Und die ist nicht primär "erdacht".
Du schreibst: "Schäme dich nicht"? Castorp, dir scheint Rosalie sehr am Herzen zu liegen, denn Du verteidigst, wo kein Angriff ist: ich habe weder Rosalies Gedanken noch Gefühle minder geschätzt. Lediglich auf einen anderen Weg hingewiesen, wenn auch im Imperativ.
Gruss, Mimi
Mimi,
LöschenIch bin skeptisch, was deine Didaktik der Gefühle und des Denkens angeht. Unser Denken soll also besser trainiert werden, wenn wir unsere Gefühle zurückhalten? Und umgekehrt: Unsere seelische Empfindungsfähigkeit soll gesteigert sein, wenn wir etwas weniger denken? Bizarr!
Nein: Fühlen und Denken sind nicht zwei Pole, die einander ausschliessend gegenüberstehen. Sie sind komplementär. Will heissen: Sie gehören zusammen wie Vorder- und Rückseite eines Blattes. Und bitte frag mich jetzt nicht, welches denn die Vorder- und welches die Rückseite sein soll.
Noch zwei persönliche Bemerkungen:
1. Ich beobachte an mir, dass ich besser denke, wenn ich mehr fühle. Und umgekehrt. Wenn ich gefühlsmässig abgestumpft bin, denke ich auch träge.
2. Ja, Rosalie liegt mir sehr am Herzen.
Gruss, Castorp
Ach, Castorp...
LöschenMeine Worte... Danke!!
Deine Rosalie
Castorp,
AntwortenLöschenDu darfst gerne skeptisch sein. Ich versteh deine Sicht der Dinge. Und ich sage nicht, dass Du nicht auch recht hast, schliesslich habe ich keinen Anspruch auf die letzte Wahrheit.
Nun lass ich diese Konversation aber mal so im Raum stehen.
Gruss, Mimi
Ich möchte an dieser Stelle kurz anmerken, dass es gar nicht so sehr die Vorrangstellung des Fühlens war, die mich weiter oben so sehr angesprochen hat. Ich gebe dir vollkommen recht, Castorp, dass das Denken und das Fühlen nah verwandt und eng miteinander verwoben sind. Durch die Art meines Denkens kann ich meine Gefühle beeinflussen und mein Fühlen wiederum färbt das Denken. Das eine ist ohne das andere gar nicht möglich.
AntwortenLöschenEin Aspekt allerdings wohnt dem Fühlen inne, das dem Denken versagt bleibt: der Impuls zur Handlung. Unsere Gefühle, nicht unsere Gedanken sind es, die uns zu Handlungen motivieren, und tatsächlich kann das ständige Nachdenken, Analysieren, Grübeln und Sich-im-Kreis drehen ein Weg sein, genau jene Gefühle zu vermeiden, die uns zum Handeln bewegen würden.
Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass jene Gefühle, die tatsächlich grundlegende Veränderungen in unserem Leben einleiten können, oftmals lange in uns reifen müssen, bis sie endlich die Kraft haben, uns aus den liebgewonnenen Bahnen ausbrechen zu lassen. Unter dieser Prämisse erlebe ich das gedankliche Kreisen um immer wieder dieselben Themen wie die Wehen eines langen und anhaltenden Geburtsprozesses. Die Gedanken schleifen mit der Zeit alles ab, was nicht zum Kern der Dinge gehört, und am Ende bleibt nichts mehr anderes übrig als die Klarheit - auch wenn es vielleicht Monate oder gar Jahre braucht, bis wir an diesem Punkt angekommen sind.
Herzliche Grüße,
Schattentänzerin
Liebe Schattentänzerin
LöschenDas ist eine schöne Metapher, dass die Gedanken sich beim Kreisen abschleifen, bis nur noch die Essenz, die Klarheit übrig bleibt. Meine Gedanken kreisen inzwischen seit zwei Jahren und ich habe schon ziemlich viel Staub aufgewirbelt. Die Klarheit lässt trotzdem noch auf sich warten. Aber gut Ding will wohl einfach Weile haben.
Liebe Grüsse,
Rosalie