Ich sitze alleine in der warmen Abendsonne auf einer Bank. Eine Amsel trällert, Rotschwänze zilpen und eine Vielzahl von Grillen sorgen für einen dichten Klangteppich im Hintergrund. Ich blicke über die Felder zum See hinunter. Dahinter liegt ein bewaldeter Hügel. Dunkel- und hellgrünes Laub bis zum Horizont. Rapsfelder leuchten schon gelb. Der schmale See ist ganz glatt, Schwäne gleiten über das Wasser und zwischendurch meldet sich ein Blesshuhn. Die hellen Schilfgürtel sehen richtig flauschig aus. Ein Traktor fährt über die alte malerische Brücke. Und hie und da ruft der Kuckuck aus dem nahen Wald. Die Stimmung ist ganz friedlich.
Ich erspähe ein Fischerboot. Es zerreisst mir fast das Herz. Die Landschaft sieht so wunderschön aus in der Abendsonne. Aus der Ferne hört man Stimmen von Menschen, vereinzelt Verkehrslärm und immer wieder die Wasservögel. Das Leben nimmt seinen Lauf.
Aber es ist nicht mehr das selbe. Wird nie mehr so sein wie es war. Mein Herz ist schwer. Heute Abend bin ich wieder mal so richtig traurig.
Die Kirchenglocke schlägt. Zum vierten Mal. Eine Stunde ist vergangen, seit ich hier sitze. Nun fahre ich nach Hause. Meine Kinder brauchen mich. Das Leben geht weiter.


Der Tod des ersten Elternteils ist wirklich eine schmerzliche Erfahrung. Für mich war es der definitive Abschied von der Kindheit.
AntwortenLöschenJa, genauso fühlt es sich an. Das Ende der Kindheit. Mein Vater war eine starke Persönlichkeit. Meine Mutter empfinde ich hingegen als schwach und undezidiert. Ich fühle mich verantwortlich für sie. Nicht für ihr Lebensglück, das nicht. Aber ich werde mich nun um wirtschaftliche Dinge kümmern müssen. Dinge, die bisher mein Vater geregelt hat und die ich meiner Mutter nicht zutraue. Dinge, mit denen ich mich bisher auch noch nie befassen musste. Und ich möchte auch nicht, dass sie es irgendwem delegiert. Es geht beispielsweise darum, wie das Alterskapital angelegt worden ist.
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