Ihre Aussage hat mich erstaunt, denn ich hatte eigentlich den Eindruck, dass ich schon einen Schritt weiter wäre auf meinem Weg, mich selber lieben zu lernen. Die Problematik ist mir bewusst und ich arbeite daran. Ich bin inzwischen sogar überzeugt davon, dass ich erst "reif" für eine grosse Liebe bin, wenn ich mir selbst genügend Liebe entgegenbringe. Wenn ich mich und meine Bedürfnisse Ernst nehme und nicht die Bedürfnisse der andern über meine eigenen stelle. Und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Allenfalls mit einem gesunden Egoismus. Mit Verantwortung sich selbst gegenüber.
Und wenn ich soweit bin, dass ich achtsam mit mir selber umgehe und mir selbst Liebe und Wertschätzung entgegenbringe, dann kann ich durch die Welt gehen ohne die Erwartungshaltung, dass andere dafür verantwortlich sind, wie ich mich fühle! Dass mein Glück von der Liebe eines anderen Menschen abhängig ist. Dann werde ich die Liebe, die mir von anderen Menschen entgegengebracht wird, als ein Geschenk annehmen können. Ohne sie in Zweifel zu ziehen und ohne diese ganzen negativen Gefühle, die da wären:
Angst, nicht gut genug zu sein!
Ich bin eine Mogelpackung! Ich tue so, als ob ich klug wäre, dabei habe ich doch gar nicht studiert!
Angst vor Verletzung, vor Abhängigkeit!
Wenn ich ihm meine Liebe gestehe, zeige ich Schwäche! Dann werde ich verletzt! Er wird den Respekt verlieren und mir auf der Nase herumtanzen, weil er glaubt, dass ich von ihm abhängig bin! Er wird sich keine Mühe mehr geben, weil er denkt, dass er mich ja ohnehin auf "sicher" hat.
Angst, nicht attraktiv genug zu sein!
Er hält mich für hübsch! Er hat wohl noch nicht bemerkt, dass ich keine schönen Beine habe! Ich bin nicht repräsentativ genug! Er wird sich eine Frau suchen, die er in der Öffentlichkeit besser vorzeigen kann. Wenn sie schöne Beine hat, spielt es keine Rolle, ob sie hübsch ist oder nicht... Hauptsache schlank.
Angst, nicht perfekt genug zu sein!
Ich habe Fehler! Er wird mich verlassen, wenn er sie bemerkt! Er denkt, ich sei perfekt! Nur wenn man perfekt ist, kann man auch geliebt werden.
In meiner Adoleszenz konnte ich mich selbst nicht leiden. Ich war sehr hart zu mir und auch zu denjenigen, die mir nahe standen. Es ging soweit, dass ich männliche Wesen, die sich für mich interessiert haben oder mir gar ihre Liebe offenbarten, dafür verachtet habe, dass sie mich mochten. Weil ich selber mich nicht für liebenswert hielt. Ich malte Totenschädel in Tagebücher und war permanent unglücklich verliebt. Diejenigen, die ich leidenschaftlich liebte, interessierten sich nicht für mich (war ja klar!) - die andern, die mir ihre Liebe gestanden, waren Dummköpfe und interessierten mich nicht.
Und das Verrückte war, dass ich es entweder mit Männern zu tun hatte, deren Selbstwertgefühl sehr schwach war und die ebenfalls von Selbstzweifeln geplagt waren - oder aber das Gegenteil: Egozentrische Männer, die ein total aufgeblasenes Ego hatten und dieses auf meine Kosten weiter aufgebaut haben. Letztere haben leider dominiert.
Die Frau mit den besonderen Fähigkeiten hat mir geraten, meinen Job zu künden und mein Leben endlich zu geniessen. Ich hätte genug lange funktioniert! Genug gearbeitet! Ich solle endlich leben!
Mein Mann sei verpflichtet, für mich aufzukommen und genügend Geld sei ja vorhanden. Und dann solle ich die Trennung einleiten. Mich scheiden lassen. Sonst würde ich krank werden. Ich sei kein glücklicher Mensch. Mein Mann empfinde keine Liebe für mich, keine Gefühle. Dieses "so tun als ob alles in Ordnung ist", sei eine reine Machtausübung... Und wenn er ausziehen würde, hätte er in drei Wochen eine Neue! Das könne sie mir schriftlich geben.
Ob sie recht hat? Vielleicht tue ich mich deshalb so schwer damit, gute Miene zu diesem Spiel zu machen! Kann nicht über meinen Schatten springen! Weil es nicht echt ist?
Den Job werde ich eher behalten, obwohl er mir schon lange keinen Spass mehr macht. Weil es ein Stück Unabhängigkeit ist. Aber Teil zwei der Empfehlung werde ich beherzigen.
Ich arbeite wirklich daran, mich selber lieben zu lernen und meine Bedürfnisse nicht mehr länger nur dem "Familienfrieden" unterzuordnen.
Selbstliebe ist weder Egoismus noch Selbstbezogenheit. Es ist vermutlich der Schlüssel zum Glück.
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| Ich bin glücklich! Ich bin liebenswert! |

Guten Morgen liebe Rosalie
AntwortenLöschenSind das besondere Talente wenn man so mit einer Klientin spricht?
Sowas brauchst du doch gar nicht mehr. Du bist doch da jetzt raus. Musst du dir das immer wieder anhören? Für was brauchst du diese Bestätigungen von wegen fehlender Selbstliebe und das immer wieder?
Geh doch jetzt deine kleinen Schritte. Hör auf DEINE besonderen Talente. Nur so kannst du deine Vorwärtsbewegungen, deine Selbstwirksamkeit spüren.
Alles Liebe.
Eine stille Leserin.
Herzlichen Dank für Deinen Kommentar!
LöschenDiese Frau hat schon "besondere" Talente. Diplomatie gehört jedoch nicht dazu - sie spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist und sie ist sehr bodenständig und direkt.
Ich besuche sie hin und wieder, wenn ich gesundheitliche Probleme habe oder mich einfach schlecht fühle und im Kreis drehe. Sie hat mir schon oft geholfen und ihre medizinischen Diagnosen sind verblüffend. Sie hat mir auch gesagt, woran mein Vater gestorben ist und das tönt für mich sehr plausibel.
Manchmal weiss die "normale" Medizin auch nicht weiter und wozu viele Stunden Psychotherapie machen, wenn sie gleich sieht, wo der Hase im Pfeffer liegt. Und sie kennt mich schon seit 10 Jahren und ich habe mit Homoöpathie sehr gute Erfahrungen gemacht.
Sie sieht in ihrer Praxis so viele Frauen, die sich von den Männern unterdrücken lassen, und deshalb nehme ich ihr die klaren Worte nicht übel. Aber ich bin durchaus auch kritisch und sie ist nicht unfehlbar.
Aber ich muss gestehen, dass ich bei ihr auch ein wenig meinen Frust darüber "abgeladen" habe, dass sich mein Gatte gerade ein Cabrio kauft, während ich mir nicht einmal ein Macbook Air leisten kann, weil ich mein Geld für IKEA-Schranktüren, Kinderkleidung, Krankenversicherungen, Lebensmittel etc. ausgeben muss. Sie rät mir schon länger zu einer Trennung und vielleicht hat sie langsam genug davon, dass ich mich im Kreis drehe und zu keiner Entscheidung durchringen kann.
Aber letztlich muss ich selber meinen Weg finden. Der Besuch bei ihr war ein weiterer Puzzlestein, der dazu beitragen wird, die richtige Entscheidung zu treffen.
Liebe Grüsse, Rosalie
Liebe Rosalie,
Löschenauch mir wird eher mulmig zumute, wenn einem andere Menschen die Wahrheit direkt auf dem Silbertablett servieren.
Du schreibst: "...und wozu viele Stunden Psychotherapie machen, wenn sie gleich sieht, wo der Hase im Pfeffer liegt"
Meine Antwort darauf wäre: Weil es bei einer Psychotherapie nicht allein darum geht herauszufinden, wo der Hase im Pfeffer liegt. Die Erkenntnis allein genügt nicht, und ich nehme an, dass du derartige Ratschläge auch von anderer Seite schon oft gehört hast. Eine gute Psychotherapie aktiviert unsere Ressourcen, unterstützt uns in unseren Veränderungsprozessen und versetzt uns in die Lage, die notwendigen Schritte auch tatsächlich zu gehen. Und das gelingt manchmal nur, wenn die Therapeutin, selbst wenn sie womöglich am Anfang sogar eine Idee davon hat, wo der Hase im Pfeffer liegen könnte, der Klientin Zeit lässt, ihre eigenen Entdeckungen zu machen.
Trotzdem können ein paar deutliche Worte, zur rechten Zeit gesprochen, auch eine sehr heilsame Wirkung haben.
Was die Selbstliebe angeht, so würde ich das bei weitem nicht so absolut sehen. Die Vorstellung, wir müssten uns erst in vollem Umfang selbst lieben, ehe uns die "wahre" Liebe begegnen kann, halte ich für eine Mär. Selbstliebe ist etwas Wunderschönes, aber sie ist kein Eintrittsticket für das große Glück, sondern schlichtweg ein Netz zum Auffangen in allen Lebenslagen. Und ich wette, dass es auch jetzt schon Momente gibt, in denen du sehr liebevoll und selbstfürsorglich mit dir umgehst.
Liebe Grüße,
Nimien
Liebe Nimien
LöschenVielleicht hast Du recht, was die Psychotherapie angeht... Ich habe eine Adresse von einem Psychologen gekriegt und werde einen Versuch wagen. Ich war noch nie bei einem Mann und bin sehr gespannt, wie und ob das funktionieren wird. Vor Jahren habe ich eine Gesprächstherapie bei einer Psychologin gemacht. Es war an und für sich eine gute Erfahrung, ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass sie mir viel geholfen hat. Aber vielleicht habe ich das "Ergebnis" auch unterschätzt. Ich stand damals am Rande einer Erschöpfungsdepression und habe vielleicht dank der Therapie weiter funktioniert, ohne ernsthaft krank zu werden.
Was die Selbstliebe angeht, so habe ich eigentlich den Eindruck, dass ich grosse Fortschritte gemacht habe. Ich gönne mir heute einen freien Abend pro Woche für mich allein und habe deswegen kein schlechtes Gewissen. Und die Familie akzeptiert es inzwischen! Und wenn ich heute in den Spiegel schaue, beurteile ich mein Äusseres sehr viel milder und liebevoller als früher, obwohl dies objektiv gesehen eigentlich nicht nachvollziehbar ist! :-)
Liebe Grüsse,
Rosalie
Hallo Rosalie,
AntwortenLöschenauch wenn ich bisher nur still mitgelesen habe, möchte ich mich meiner Vorrednerin anschließen. Auch ich halte solche "Ratschläge" nicht für ein Zeichen besonderer Fähigkeiten.
Hör auf dich, geh deinen Weg und vor allem schau auf deine Fähigkeiten, Talente und Möglichkeiten.
Ja, die Selbstliebe, eine schwierige Sache, mir scheint besonders uns Frauen fällt das oft schwer. Aber ich denke wir finden die Selbstliebe auch nicht, wenn wir uns "zerfleischen" weil wir sie nicht haben.
Herzliche Grüße Tanja
Hallo Tanja
LöschenDas Besondere an dieser Frau ist, dass sie verblüffende spirituelle Fähigkeiten hat. Sie kann in Menschen hineinschauen und sieht, wo das Problem liegt und ob es medizinischer und/oder seelischer Natur ist und sie macht auch Aussagen über den Charakter und das Wesen von anderen Personen, wenn man sie danach fragt. Nicht jedermanns Sache, ich weiss! :-)
Sie verschreibt aber vor allem homöopathische Arzneien und Bachblüten.
Und ja, es macht wirklich keinen Sinn zu hadern, wenn es mit der Selbstliebe nicht so richtig klappt, aber ich glaube fest daran, dass Selbstliebe lernbar ist und das Wissen um ihre Wichtigkeit ist der erste Schritt auf diesem Weg.
Herzlich, Rosalie
Liebe Rosalie,
Löschenich bin der festen Überzeugung, dass es solche Menschen gibt, wie du sie beschreibst. Ich denke eben nur, dass man mit derartigen Fähigkeiten sorgsam umgehen muss und meiner Meinung nach sind "Ratschläge" meistens keine gute Idee.
Was die Selbstliebe angeht, ich stimme dir zu, sie ist sehr wichtig und sie ist sicher lernbar. Den Weg versuche ich auch gerade zu gehen :)
Liebe Grüße Tanja
Liebe Rosalie,
AntwortenLöschenich denke, dass einem die Menschen, bei denen man Rat sucht [z.B. Therapeuten o.ä.], niemals mit einer vorgefertigten Lösung kommen und die Hilfesuchenden mit so einer Kamikazelösung konfrontieren. Das klingt für mich hochgradig unsersiös. Vertrauenswürdig ist es in meinen Augen, wenn dich die "besondere" Person an die Hand nimmt und dir bei der Entscheidungsfindung hilft. Das allerdings, ohne dir die Entscheidungen abzunehmen, geschweige denn, dir eine vermeintliche Lösung zu präsentieren. Sorry, aber das geht gar nicht.
Ich denke ja, dass du insgeheim eigentlich schon längst weißt, wie die "richtige" Entscheidung für dich aussieht... ;)
Und die Selbstliebe? Glaube ich Louise Hay & Kollegen, dann ist das eines der Hauptprobleme, mit denen sich 99,9% aller Menschen rumplagen. Also: Du bist nicht alleine. ;)
Liebe Anna
AntwortenLöschenIch seh schon, meine Fachfrau mit den "besonderen" Fähigkeiten polarisiert! :-)
Du spürst es schon richtig... Eigentlich weiss ich schon, was ich will. Oder besser gesagt: Ich weiss, was ich nicht mehr will. Aber das ganze drum herum steckt noch in einer nebligen Wolke. Soll ich auf das Haus verzichten und es einer Nachfolgerin überlassen (Herzblut! Autsch...) oder soll ich mit den Kindern bleiben und er muss gehen? Auch schwierig... Ich tue mich so wahnsinnig schwer mit einer Entscheidung.
Zum Thema Selbstliebe werde ich noch weitere Posts aufschalten. Ein spannendes Thema! Vielleicht die grösste Herausforderung im Leben? ;-)
Liebe Grüsse,
Rosalie
Liebe Rosalie,
AntwortenLöschennach meiner jüngsten Enttäuschung beschäftige ich mich auch gerade sehr mit dem Thema Selbstliebe. Und ich glaube ebenfalls, dass nur darin der Schlüssel zum Glücklichsein liegt. Man muss mit sich selbst im Reinen sein und vor allem sich selbst glücklich machen können, erst dann hört man auf, dies von anderen zu erwarten bzw. zu erhoffen.
Niemand anders ist verantwortlich für die eigene Zufriedenheit und das eigene Glück. nur man selbst. Und genau so muss man eben handeln.
Leicht gesagt, schwer zu tun, ich weiß...... aber wenn man es erst einmal begriffen hat, wird die Umsetzung vielleicht immer leichter.
Liebe Grüße,
Träumerin
Liebe Träumerin
LöschenDas unterschreibe ich right away! :-)
Man muss wirklich damit aufhören, Erwartungen an einen Partner zu stellen und seine Befindlichkeit und sein Selbstwertgefühl von der Aufmerksamkeit eines Gegenübers abhängig zu machen. Man macht sich damit unglücklich und überfordert sein Gegenüber. Keine gute Basis für eine erfüllende Beziehung.
Liebe Grüsse,
Rosalie
Liebe Rosalie
AntwortenLöschenZur Frau mit den "besonderen" Fähigkeiten.... Solche Gestalten sind das Produkt eines Zeitgeistes, der "Fähigkeiten" gerne vom Himmel fallen sieht. Ich bin hingegen überzeugt: Wer andere Leute professionell berät, braucht immer noch Talent, Fleiss und Erfahrung.
Und ein bisschen commom sense, welcher deiner Beraterin offensichtlich abgeht. Schon im normalen Gespräch unter Freunden sagt man ja nicht "Du musst unbedingt..." oder "Du solltest..." So spricht man allenfalls mit kleinen Kindern und auch mit denen heutzutage handelt man aus und erklärt - sofern die Geduld und die Energie dafür vorhanden sind. Ratschläge - so habe ich das mal gelernt - sind auch Schläge.
In einem Punkt gebe ich dieser Frau aber Recht: Mit jemandem verheiratet zu sein, den man nicht (mehr) liebt, ist auf Dauer eine grosse Belastung. Ich frage mich, warum dein Mann so tut, als ob nichts wäre. Machtausübung? Ich spüre dahinter mehr Angst und Unsicherheit, wie so oft, wenn jemand die Realität verdrängt.
Ach ja... "Selbstachtung" klingt in meinen Ohren irgendwie besser als "Selbstliebe". Schon sprachlich scheint mir der Schritt zur "Selbstverliebtheit" kürzer. Aber wie du das, was du für dich anstrebst, auch immer nennen magst: Selbstliebe oder Selbstachtung kann ich mir nicht vorstellen ohne Liebe oder Achtung den anderen Menschen gegenüber. Für mich unteilbar.
Liebe Grüsse
Castorp
Lieber Castorp
LöschenDiese Frau kennt mich ja schon seit 10 Jahren und wir haben schon oft über meine Situation gesprochen. Früher war sie zurückhaltend und hat mir nicht zur Trennung geraten, heute macht sie keinen Hehl mehr daraus, dass sie der Ansicht ist, dass ich in dieser Ehe nicht mehr glücklich werden kann. Und ich weiss es ja eigentlich selber.
Insofern kann ich gut mit ihren Ratschlägen umgehen und ich bin auch nicht kritiklos ihr gegenüber. Ihre Aussagen sind für mich wichtige Denkanstösse.
Insbesondere die angebliche Machtausübung meines Gatten gibt mir schon sehr zu denken. Ich bin nicht überzeugt davon, dass sie recht hat. Aber so ganz von der Hand zu weisen ist ihre Einschätzung auch nicht. Aber Verlustangst und Unsicherheit spielen sicher auch eine Rolle. Ich glaube, mein Mann könnte es sich auch nicht vorstellen, Haus und Garten alleine zu bewirtschaften. Wenn ich mich allerdings von ihm trennen würde, ist er der Typ Mann, der knallhart einen Schlussstrich ziehen und sich neu orientieren wird. Es würde vermutlich wirklich nicht allzu lange dauern, bis eine Nachfolgerin meinen Platz einnehmen würde. Und weisst Du was? Ich würde es ihm gönnen, dass er eine neue Liebe findet und glücklich wird. Ich wünsche ihm ja nichts Böses.
Selbstliebe geht in meinen Augen noch einen Schritt weiter als Selbstachtung. Sich etwas Gutes tun, ohne schlechtes Gewissen. Sich ebenso liebevoll behandeln, wie man andere behandelt. Oft ist man ja mit andern Menschen viel nachsichtiger und toleranter als mit sich selber.
Liebe Grüsse,
Rosalie
Eins noch: Solche Ängste, wie du sie beschreibst, sind mir wohlvertraut. So sehr ich sie durch liebevolle Selbstzuwendung und ermutigende Selbstgespräche auch einzudämmen und punktuell gar in ihr Gegenteil zu verkehren vermag, so verlässlich kriechen sie doch jedes Mal aus den Ritzen meiner Seele, wenn ich mich traurig, schwach und verletzlich fühle.
AntwortenLöschenDas hast Du schön gesagt! Ich empfinde das auch so. Manchmal braucht es so wenig... Erwartungen, die vermeintlich nicht erfüllt werden, obwohl man sich doch vorgenommen hat, keine Erwartungen mehr zu hegen, und schon sind sie wieder da, diese unsäglichen negativen Glaubenssätze, die das mühsam aufgebaute Selbstwertgefühl untergraben.
LöschenOMG!
AntwortenLöschenLiebe Rosalie,
ich habe das Posting heute quer gelesen - zuerst den Titel, dann das Ende, dann das Foto genossem und dann alles gelesen.
Selbstliebe: Ja, ganz wichtig.
Job kündigen und das Leben genießen? Hilfe! Hast du denn so einen schrecklichen Job, wo du am Montag nach einem langen Wochenende gar nicht gern hingehst? Ich liebe die Arbeit, das nichts-tun wäre deprimierend für mich. So ohne Aufgabe zu sein, ohne KollegInnen, auch ohne Routinen.
Ich schätze dich als sehr aktive, tatkräftige Frau ein. Was machst du dann mit deiner Bereitschaft, dich einzusetzen?
So einfach kann man nicht in den "ich lasse jetzt die Seele baumeln" - Modus switchen, wenn man anders gestrickt ist.
Natürlich könntest du mit Mittelchen versuchen, dahin zu kommen. Besser fände ich eine solide Therapie. Will heißen mit jemand qualifizierten, der dir nicht Handlungsanweisungen hinschiebt, weil das finde ich nicht qualifiziert.
Also, langer Rede ... Selbstliebe: ja, ja, Ja! Das ist eine heiße Spurt für dich und uns alle.
Das mit dem Job: ganz heikel!!!
Jeder Mensch ist anders gestrickt. Das was den einen zufrieden machen kann, kann den andern unglücklich machen. Nach all deinen Postings, rund um den Bauplatz nebenan, die Vorbereitungen beim Begräbnis deines Vaters ... du lebst dann auf, wenn das Leben was von dir verlangt. Das ist nicht gut in Übereinstimmung zu bringen mit "Seele baumeln lassen und genießen". Ja, es gibt Menschen, die genießen es, wenn sie nicht auf der Insel aussteigen. Ich würde dich zu denen zählen. Ich zähle definitiv zu denen und irgendwie habe ich das Gefühl, sind wir uns soooo unähnlich nicht.
Ich kenne nur eine Art von Leuten, die den Job hingeschmissen haben und nachher nicht arbeiten wollten: die twens, die dann auf Weltreise gingen.
ganz liebe Grüße!
Daniela
PS: du merkst, auf Scheidung und so gehe ich hier gar nicht erst ein, weil für mich beim Job-hinschmeißen schon Schluss war. ;-)
Hallo Daniela!
LöschenSchön, dass Du wieder da bist! Hatte schon befürchtet, dass ich Dich "vergrault" habe, weil ich nichts Witziges zu berichten weiss!
Weisst Du, ich könnte mich gut beschäftigen, wenn ich keinen Job mehr hätte. Endlich einmal die mind. 30'000 Fotos auf der Festplatte sortieren, Fotobücher für die Kinder machen, bevor sie erwachsen sind,... Meinen Blog unterhalten, kommentieren, mehr Zeit in den Garten investieren.
Anderseits ist der Gedanke, dann noch mehr von meinem Mann abhängig zu sein, ein Graus! Eigentlich will ich ja meine Unabhängigkeit in jeder Beziehung!
Das Problem mit meinem Job ist Folgendes: Die Arbeit langweilt mich. Ich habe das Interesse daran verloren. Ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit der selben Thematik und ich habe resigniert. Ich arbeite in einem Bereich, der die Gemüter der Menschen erhitzt. Zu Hause kann ich nicht über meine Arbeit reden, weil mein Mann sich dann gleich nervt. Es ist so ähnlich, wie wenn man bei der Polizei oder auf einem Gericht arbeitet. Es gibt nur wenig Positives zu berichten.
Mein Chef und meine ArbeitskollegInnen sind hingegen sehr nett und die Bezahlung ist überdurchschnittlich hoch. Deswegen mache ich das jetzt schon so lange. Aber ich komme jeden Morgen zu spät zur Arbeit, weil ich nicht wirklich motiviert bin, hinzufahren.
Aber auch hier "klage" ich wohl auf hohem Niveau. Andere sind froh, überhaupt einen Job zu haben und wenn er noch gut bezahlt ist, umso besser. Letztlich sind die Menschen, die ihre Arbeit lieben und sich dabei selber verwirklichen können, sicher in der Minderheit.
Ich beginne mich nun mit dem Thema Weiterbildung zu befassen. Ich weiss einfach nicht, was ich gerne machen würde. Wenn mich etwas wirklich interessiert, wenn ich etwas wirklich will und ein Zeitlimit, eine Deadline, respektieren muss, kann ich Höchstleistungen erbringen. Wenn ich mich jedoch mit Akten rumschlagen muss, die mich langweilen, bin ich ineffizient und das stresst mich. Ich habe dann Mühe, wirklich dran zu bleiben und lasse mich gerne von unwichtigen Dingen ablenken...
So ähnlich ergeht es mir auch mit der Hausarbeit... Job hinschmeissen ist also auch keine Option, solange mir kein fetter Lottogewinn ins Haus flattert! ;-)
Ich bin ein schwieriger Fall!
Liebe Grüsse,
Rosalie
Liebe Rosalie,
AntwortenLöschender Gedanke "Weiterbildung", Um/NeuOrientierung kam mir nach den ersten Zeilen deiner Antwort ... und dann schreibst du genau das. :-)
Danke für deine Antwort!
Ich war viel unterwegs und zwischendurch dann auch noch Hochzeiten und Firmungen fotografieren, neben meinem Brotjob. Da bleibt so wenig Zeit für die Muse-Zeit im Internet, leider!
Ich schau wieder öfter vorbei, ich lese ja gerne was du schreibst!
liebe Grüße,
Daniela