Irgendwie fand ich mein Post plötzlich zu wirr und ich habe den Absatz über "meine" Männer rausgekippt. Ich sollte vielleicht einmal ein paar klärende Worte darüber schreiben, weil ich befürchte, dass meine geschätzte Leserschaft etwas den Faden verloren hat... Oder vielleicht sollte ich einen geheimen Zweitblog für registrierte LeserInnen eröffnen, um etwas detaillierter darüber schreiben zu können? Ich denke noch darüber nach.
However. Ich blicke zurück auf zwei intensive Wochen. Ich habe viel erlebt und lebe gerade ein wenig auf der Überholspur und muss Acht geben, dass mich die vielen Eindrücke und Erlebnisse nicht überfordern. Ich habe "verrückte" Dinge getan, neue Erkenntnisse über mich gewonnen und neue Erfahrungen gesammelt. Habe gelacht, geweint, genossen, mich geärgert, mitgelitten, Herzklopfen gehabt...
Und ich bin ein Jahr älter geworden. Es war ein spezieller Geburtstag. Der Erste ohne meinen Vater. Ein seltsames Gefühl. Manchmal wird mir der Verlust ganz plötzlich schmerzlich bewusst und manchmal habe ich das Gefühl, als ob er ganz weit weg wäre. Einfach entschwunden in den Weiten des Universums. Wie ist es möglich, dass ein Mensch, der fast 43 Jahre lang in meinem Leben präsent war, plötzlich einfach so "entschwindet"? Auch gedanklich! Ich habe kein Bedürfnis danach, auf den Friedhof zu gehen. Dort, wo seine Asche begraben ist, fühlt es sich fremd an. Aber vielleicht verdränge ich immer noch? Wieso habe ich es noch nicht fertig gebracht, seine Handynummer von meinem iPhone zu löschen? Manchmal erschreckt es mich, wie das Leben einfach so weiter geht, obwohl jemand fehlt, der so selbstverständlich zum Leben gehört hat. Es geht einfach weiter... Nicht gerade so, als ob nichts passiert wäre, aber irgendwie doch erschreckend normal. Ich habe kein Foto von meinem Vater aufgestellt. Auch keins von meinen Grosseltern mütterlicherseits, die mir sehr viel bedeutet haben. Mein Grossvater ist erst vor drei Jahren gestorben. Manche Menschen haben das Bedürfnis, gleich nach dem Tod ein Foto von der verstorbenen Person aufzustellen und eine Kerze anzuzünden. Bei uns tut das niemand. Es gibt keinen Altar. Keine Gedenkstätte. Und wenn ich die Verknüpfung seines Portraits auf meinem Desktop anklicke, kommen mir gleich die Tränen. Ja, es ist wohl so: Ich verdränge und ich möchte nicht jeden Tag ständig daran erinnert werden.
Mein Sohn verarbeitet den Verlust auf seine Weise. Er hat in seiner virtuellen Minecraft-Welt ein Grabmal gebaut. Als er es mir gezeigt hat und ich den Namen meines Vaters auf dem Monument gelesen habe, verlor ich kurz die Fassung. Wir haben zusammen geweint und er hat mich getröstet! Sollte es nicht umgekehrt sein? Auch die Tochter zeigt sich erstaunlich abgeklärt und mitfühlend mit der Mutter. Verkehrte Welt.
Und da sind da noch die beiden Männer, die ich weder aus dem Kopf noch aus dem Herz kriege und die mich emotional auf Trab halten. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Darüber werde ich einmal in einem separaten Post berichten...
Und ich hatte meinen ersten Termin mit meinem "Bauleiter"! Der Mann, der mir helfen soll, Herrin über meine vielen Baustellen zu werden und etwas Ordnung in mein Leben zu bringen. Der erste Termin verlief vielversprechend. Er will es mit mir "probieren". Und er ist sehr sympathisch. Ein Mann in meinem Alter, geschieden.
Ich habe mich immer gefragt, ob es nicht "gefährlich" ist, wenn man als Frau einen männlichen Psychotherapeuten hat (oder umgekehrt), weil man sich in der Therapie doch so nahe kommt, dass die Gefahr besteht, dass man sich ineinander verlieben könnte? Ich denke, diese Frage hat durchaus ihre Berechtigung! Er hat mir Hausaufgaben aufgegeben und wir werden uns Anfang Juli wieder sehen. Mehr dazu später!
Und last but not least habe ich meine Liebsten gewohnt kurzfristig zum Geburtstagsapéro ins Rosenpavillon eingeladen. Meine engsten Freundinnen mit Anhang, meine Mutter, meine Schwester und die Schwiegereltern. Letztere konnten nicht teilnehmen und ich muss gestehen, dass ich darüber nicht traurig war. Nicht wegen ihr - wir verstehen uns sehr gut...
Meine Schwester schenkte mir die Bodylotion zu meinem aktuellen Lieblingsparfum. Von Schwiegermama kriegte ich einen Blumenstrauss und ein "Insektenhotel", das ich selbst ausgesucht habe. Und Rosalie hat sich ein Collier aus Aquamarin, Bergkristall und dunklen Perlen geleistet. Und einen neuen Fotoapparat. Eine Reisezoom-Kamera von Sony, die ich auf meiner Gartenreise eingeweiht habe. Ach ja, und von meinem besten Freund habe ich eine Fahrkarte gekriegt! Für einen gemeinsamen Tagesausflug! :-)
Es ist ein Geschenk von meinem Mann. Wobei das Wort "Geschenk" den Kern der Sache nicht ganz trifft... Eigentlich habe ich es ihm abgenötigt. Ja, ich muss gestehen, dass ich die unzufriedene Ehefrau gegeben habe und ihm vorgehalten habe, dass ich es nicht ok finde, wenn er sich ein (total überflüssiges) Cabrio als Zweitwagen zulegt und seine Frau sich nicht einmal ein kleines 11" Macbook Air leisten kann. (1 Cabrio = ca. 35 MacBooks...). Er meinte dann schliesslich zähneknirschend
(Replik Rosalie: "Stimmt! Aber das ist gleichzeitig der Familiencomputer! Die Kinder spielen Minecraft darauf..." Ich habe mich in das kleine MacBook verliebt und ich möchte es einfach haben, weil es mir extrem gut gefällt und einfach weil es mir Freude macht - auch wenn es nicht unbedingt "nötig" ist...)
Und dann meinte er, dass dieses grosszügige Geschenk es dann aber für eine Weile "tue"... Was er damit sagen wollte: das Geschenk zählt für Weihnachten 2012, Ostern 2013, Muttertag 2013-15 und für den nächsten und übernächsten Geburtstag - mindestens!
Was soll's. Ich mache das sonst nie. Bin zu stolz, um die Rolle der nörgelnden Ehefrau zu spielen. Aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel. Nun kann ich endlich auch unterwegs mal bloggen oder heimlich zu Hause im Schlafzimmer Blogs lesen und chatten, während mein Mann einen Stock tiefer vor dem Fernseher sitzt und Fussball schaut!
... Und ein wunderbar riechendes Körperöl "Ingwer Limette" war doch da auch noch?!... ;-) Oder hast du das ganze Fläschchen etwa schon "aufgebraucht"?!... No comment!...
AntwortenLöschenAch, wie konnte ich das vergessen! Mein allererstes Geburtstagsgeschenk in diesem Jahr! Vermutlich, weil ich es schon ein paar Tage früher auf meiner Reise gekriegt habe! Ich hab's schon "ausprobiert"! I love it! Mehr dazu mündlich! ;-)
LöschenGlG,
Rosalie
*like* ... mehr brauche ich nicht dazu zu sagen ;)
AntwortenLöschen*smile*... ;)
LöschenHallo meine Liebe, nachträglich alles Liebe zum Geburtstag....
AntwortenLöschenAch das mit der nörgelnden Ehefrau...Manchmal heiligt der Zweck die Mittel...Viel Spaß mit dem "Kleinen"....
Ganz liebe Grüße
Lieben Dank! :)
LöschenDu sagst es. Ich freue mich jedenfalls (trotz allem) über den Kleinen - auch wenn ich ihn noch nicht so ganz im Griff habe...
Herzliche Grüsse
Rosalie
Auch von mir ganz herzliche Glückwünsche nachträglich. ;)
AntwortenLöschenUnd nur, weil du nicht ans Grab deines Vaters möchtest heißt das doch nicht, dass er gedanklich entschwindet. ;) Ich hatte auch nie das Bedürfnis, ans Grab zu gehen, weil es sich irgendwie... "falsch" angefühlt hat. Aber im Geist war er immer da und er ist auch nach 20 Jahren nicht entschwunden. Geliebte Menschen entschwinden nicht so einfach. ;)
Danke! :)
LöschenIch weiss auch nicht... ich fühle mich einfach irgendwie allein. Am Anfang war es anders. So als ob seine Seele wieder abberufen worden wäre zu einem neuen Einsatz auf Erden. Strange, ich weiss... ;-)
Vielleicht kommt es auch daher, dass ich mich im Moment selber nicht richtig spüre. Ich bin überhaupt nicht geerdet. Fühle mich getrieben und gestresst. Morgen gehe ich zu einer Frau, die mit mir eine Meditation machen wird. Es ist dringend nötig, dass ich mich wieder einmal entspannen kann. Die Reise liegt ja schon zwei Wochen zurück... ;)