Dienstag, 26. Juni 2012

Stippvisite im Brockenhaus



Brockenstuben ziehen mich magisch an. Und meistens lande ich dann in der Bücherabteilung. Ich stöbere durch die Titel und stelle mir vor, wem die Bücher wohl gehört haben mögen und weshalb sie nun im Brockenhaus gelandet sind. Ich persönlich tue mich sehr schwer damit, Bücher wegzugeben. Ich kaufe lieber ein neues Regal  und so lange noch Platz vorhanden ist, trenne ich mich ungern von meinen Büchern.

Sie widerspiegeln auch gewisse Lebensphasen. Ich besitze mehr Sachbücher und Ratgeber als Belletristik und Romane. Als Kind bin ich regelmässig mit meiner Mutter in die Volksbibliothek gefahren und jedesmal mit mindestens zehn Büchern nach Hause gekommen.


Mit neun Jahren begann ich mich für die alten Aegypter zu interessieren. Damals gab es (im Gegensatz zu heute!) noch nicht so viele Bildbände und Sachbücher zum Thema und ich las die "Erwachsenenbücher". Ich war fasziniert von Echnaton und natürlich von den Mumien... Später hatte ich eine Phase, in der ich mich intensiv für Parapsychologie interessiert habe. Ich verschlang Bücher über Spukphänomene, Telepathie und Astralreisen und konnte  Nachts manchmal schlecht schlafen... Und ich las Detektivgeschichten. Es gab da so eine dänische Serie um den Schülerdetektiv Jan.

Jugenderinnerungen...
Und natürlich die drei Fragezeichen. Ich war ein Riesenfan von Alfred Hitchcock und war untröstlich, als er 1980 gestorben ist. Ich hatte ein Bild von ihm an die Wand gepinnt. Ich wollte ihm nämlich schreiben und ihn fragen, ob es die drei Detektive wirklich gibt und wo genau in Rocky Beach sie leben und zudem hätte ich gerne eine Autogrammkarte von Hitchcock gehabt.


Damals glaubte ich noch daran, dass er tatsächlich etwas mit der Bücherserie um die drei Detektive (???) zu tun gehabt hat.
Heute weiss ich es besser. Es kommen laufend neue Bücher von den drei ??? heraus und mein Sohn verschlingt die Geschichten eine um die andere. Leider nicht in Buchform. Er mag's lieber akustisch. Interessanterweise hat er meine Leidenschaft für die alten Aegypter geerbt.


Natürlich habe ich auch Mädchenbücher gelesen. Diese Internatsgeschichten um Hanni und Nanni. Und die Jugendromane von Federica de Cesco habe ich geliebt.


Als junge Frau kam eine Phase, in der ich mich mich dem Sinn des Lebens beschäftigt habe. Dale Carnegie (Sorge Dich nicht - Lebe!) und Konsorten fanden den Weg in mein Regal. Und Bücher über Angststörungen. Später dann begann ich Gartenbücher und Gartenliteratur  zu kaufen. Als die Kinder kamen, folgten Bücher über Schwangerschaft, pränatale Diagnostik, über die Entwicklung von Kleinkindern, über das Stillen, Erziehungsratgeber, Kindermedizin etc. Von den Babypflege- und Stillbüchern habe ich mich wieder getrennt. Das Thema hat sich erledigt. ;-)


Und in den letzten Jahren habe ich mich auch intensiv mit Homöopathie befasst und einige Standardwerke angeschafft.


Und dann gibt es natürlich die Bücher von meiner Lieblingsschriftstellerin Benoîte Groult und viele Frauenbücher. Darunter auch leichte Kost à la "Bridget Jones"... 


Und der Stapel der ungelesenen Bücher wird immer grösser. Ich schätze ihre Zahl auf 20. Mindestens. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich in diesem Leben noch die Zeit finden werde, diese Bücher auch tatsächlich alle zu lesen. Irgendwann. Nun ja, manche eignen sich ja auch ganz gut zum  "querlesen" oder man kann nach Lust und Laune einzelne Kapitel rauspicken...


Jetzt bin ich doch ziemlich vom Titelthema abgeschweift. Eigentlich wollte ich doch nur ein kurzes Post über meine kürzliche Stippvisite im lokalen "Hiob" schreiben und ein Foto mit den gekauften Büchern posten. Sechs Bücher für zwölf Franken. Und teilweise sind sie wie neu! Bestimmt nicht meine letzte Visite in besagter Brockenstube. Ich habe noch so vieles gesehen, was mich interessiert hätte... ;-)



Trouvaillen aus dem Brockenhaus!



4 Kommentare:

  1. Ich kann Deine Lesefaszination verstehen. Geht mir auch so. Wobei ich inzwischen auf E-Books stehe, die leider den Nachteil (oder Vorteil) haben, dass meine Regale nicht voller werden. Aber ich habe alle aktuellen Bücher immer dabei. Das ist cool. Andererseits stöbere ich auch gerne in Bücherläden und lasse mich durch "Augenblicke" verleiden Bücher zu kaufen. Viel Spaß beim Lesen Rosalie.

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  3. Brockenhaus - danach musste ich erstmal googeln. ;D

    Kann ich verstehen, dass dich das magisch anzieht, ginge mir nicht anders. Mich zieht es auch überall dorthin, wo es Bücher gibt. Und ebenso wie bei dir ist mein Fundus an Sach- und Ratgeberbüchern wesentlich größer. Die Belletristikecke wächst erst jetzt nach und nach. ;)

    Bücher, die ich wirklich mag, kann ich auch nicht abgeben. Die sind mir zu sehr ans Herz gewachsen. ;D

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  4. Brockenhaus oder Brockenstube scheint ein Helvetismus zu sein. Das war mir nicht bewusst. Ich hab's jetzt auch gegoogelt! ;-)

    Gibt's das in Deutschland auch? Hilfswerke, die einen Laden mit gebrauchten Artikeln führen (alles Spenden - Queerbeet von Küchenartikeln über Möbel, Kleidung, Bücher, Nippes etc.), deren Erlös dem Hilfswerk zu Gute kommt. Das gibt's in der Schweiz in jeder Stadt. :)

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