Donnerstag, 27. Oktober 2011
Golf ist...
Golf ist... eine Lebensschule und kein Spiel! Schreibt mir mein SMS-Leo und tröstet mich, als ich ihm meinen Golffrust simse. Er spielt seit vielen Jahren und nimmt regelmässig an Tournieren teil.
Die ersten drei Golfstunden hatte ich das Gefühl, ein gewisses Talent für diesen Sport zu haben. Es gelang mir immer wieder, diesen kleinen weissen Ball überraschend gut in die gewünschte Richtung zu schmettern oder ins Loch zu putten und Ali, unser ägyptischer Golfpro, der mit seiner dunklen Haut, der untersetzten Statur und den fleischigen Lippen ein wenig aussieht wie einer der überzeichneten Nubier in einem Asterixband, liess dann jeweils ein zufriedenes "wonderful" verlauten. Auch Sohnemann zeigt sich talentiert, wobei ihm die (noch) nicht besonders ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit in die Quere kommt.
Und dann... am Ende der vierten Stunde geht plötzlich nichts mehr. Nach ein paar erfolgreichen Schlägen auf der Driving Range habe ich eben noch gedacht: "Wow! Ich bin richtig gut! Das ist ja gar nicht so schwierig, dieses Golfen!". Was für ein tolles Gefühl das ist, wenn der Ball richtig getroffen wird und mit einem satten "Gligg" in hohem Bogen weit in die Lagune rausfliegt...
Und dann... beim nächsten Versuch schlage ich ein dickes, hässliches Loch in den Golfrasen. Und beim übernächsten Schlag treffe ich den Ball wieder nicht und schlage schwungvoll einen Bogen durch die Luft. Und dann treffe ich wieder und der Ball rollt traurig ein paar Meter in den Sand Richtung Lagune wie eine kleine Bocciakugel. Und ich kriege Zweifel und werde wütend! Was soll das jetzt? Wieso geht das plötzlich nicht mehr? Was mache ich falsch? Verdammt!
Ali ist schon weg. Ich versuche mich zu erinnern... "Always look at the ball. Concentrate on the ball. Play soft and smooth." Vermutlich habe ich den Blick zu früh vom Ball abgewendet. Oder den Oberkörper beim Schwung nach oben bewegt. Oder mit Kraft anstatt mit Schwung gespielt... Und ich habe das Gefühl, alles vergessen zu haben...
Und der linke Mittelfinger ist wundgescheuert und blutet. Wenigstens kann ich mir jetzt gute Gewissens den schicken weissen Golfhandschuh aus weichem Leder kaufen, den sich mein Mann schon vor der ersten Golfstunde gekauft hat und den zu tragen mir als blutige Anfängerin (wie passend!) zu angeberisch vorkam. Nun ist es schlicht eine Notwendigkeit. Schliesslich musste ich mir im Golfshop schon ein weisses Callawey-Cap kaufen, das mir zugegebenerweise wirklich gut steht, mich jedoch wie eine "richtige" Golferin aussehen und entsprechende Erwartungen aufkommen lässt, die ich (noch) nicht erfüllen kann.
However. Ich glaube, ich habe mir das Golfvirus eingefangen. Ja, es gefällt mir richtig gut! Und die letzte Doppelstunde verbringen wir nicht mehr auf dem Übungsgelände, sondern auf dem Golfplatz, wo wir en famille die ersten fünf Löcher spielen und dazu natürlich viel zu viele Schläge brauchen. Aber es macht riesig Spass und die Freude ist gross, wenn ein Ball so fliegt, wie man es sich gewünscht hat! Einfach "wonderful" ;-).
Und als Sahnehäubchen obendrauf sind wir mit drei Golfcarts unterwegs. Es macht unglaublich Spass, mit diesen Elektomobilen fast lautlos über Wege und über den Rasen zu sausen und die Kinder sind begeistert, als wir ihnen kurz das Steuer überlassen. Und als die zwei Stunden um sind, ist der malerische Golfplatz und die Lagune mit ihren Brücken und die weitläufige Hotelanlage mit den hübschen zwei- und dreistöckigen Gebäuden in ein warmes Abendlicht getaucht und zum Abschluss werden uns vier Zertifikate überreicht mit unseren Namen drauf, die es uns erlauben, auf diesem Platz in El Gouna Golf spielen zu dürfen. Uns ist klar, dass wir noch weit von der "normalen" Platzreife entfernt sind, aber wir freuen uns trotzdem darüber und unsere Tochter sieht das hübsche rosa Golfset mit der Aufschrift "Golf Girl", das wir im Raum mit den vielen Golfbags gesehen haben, vor ihrem geistigen Auge schon ein bisschen in ihrem Zimmer stehen... ;-).
Und ich habe mir vorgenommen, irgendwann in der Schweiz Golfkurse zu besuchen, um die "richtige" Platzreife zu erlangen. Dieser Sport sagt mir zu und ich mag nicht zuletzt vor allem auch die damit verbundene Etikette und den klassisch eleganten sportlichen Modestil. :-)
Momentaufnahme
Es ist Freitag Abend. Ich sitze auf einer der verwaisten Holzliegen an der Lagune, einen Steinwurf von der Terrasse unseres Hotelzimmers entfernt und lese im Abendlicht in einem Buch. Die schmucken zweistöckigen Gebäude im nubischen Stil mit ihren runden und viereckigen Elementen und Fenstern leuchten ockerfarbig, siennarot und senfgelb in der Abendsonne. In wenigen Minuten wird es dunkel sein.
Die Tochter baut im Sand ein Haus und holt mit der kleinen Giesskanne Wasser aus der stillen Salzwasserlagune, die aussieht wie ein kleiner See. Wir sind zu zweit und geniessen die Ruhe. Der glatte Wasserspiegel bewegt sich jeweils in sanften Wellen, wenn das kleine Motorboot zweihundert Meter weiter oben an der Lagune Golfer und Wellnessgäste von einer Seite des Wassers auf die andere bringt. Und ein Mann mit einem kleinen Motorboot sammelt weit drüben auf der anderen Uferseite die schwimmenden Golfbälle aus der Lagune, die von der Driving Range ins Wasser geschmettert werden. Es ist eine idyllische Szenerie und ausser dem Brummen des kleinen Aussenbordmotors ist es still.
Ich lese wieder einmal mein Lieblingsbuch, das mich heute noch viel mehr berührt als vor zwanzig Jahren, weil man mit vierzig Jahren so manches mit anderen Augen sieht. Ich kann mich mit so vielem, was Benoîte schreibt, identifizieren. Ich denke, als Frau liest man dieses Buch anders als aus der Männerperspektive. Und zum ersten Mal wird mir schmerzlich bewusst, dass mir ein grosses Stück Bildung fehlt, wenn sie von den grossen französischen Schriftstellern spricht, deren Werke ich nicht kenne. Und ich fürchte mich vor den letzten Seiten in meinem Lieblingsbuch, weil es mich zu Tränen rühren wird, wenn George (die Frau, um die es geht) ihren "Kormoran" ziehen lassen muss und ich mir vorstelle, dass sie nun ihre letzten dreissig Lebensjahre ohne ihn auskommen muss. Einen Menschen zu finden, der einen bedingungslos liebt, ohne mit einem verwandt zu sein, ist ein seltenes Glück.
George wurde wohl das Glück zuteil, einen Seelenpartner oder eine Zwillingsseele zu treffen. Es soll angeblich nichts Intensiveres geben, als die körperliche Verschmelzung mit einem solchen Menschen - aber eine alltagstaugliche Liebesbeziehung kann daraus in der Regel nicht entstehen. Aber allein das Wissen, auf dieser Erde ein solches Pendant zu haben - auch wenn man es im Alltag nicht "besitzen" kann - ist ein unbezahlbares Glück, auch wenn es mit viel (Trennungs-)Schmerz verbunden ist. Die raren Momente des Glücks sind so intensiv, dass man Monate und Jahre davon zehren kann. Ich nehme mir vor, das Buch in der französischen Originalfassung zu lesen.
Ein bestimmter Satz ist mir bei der Lektüre ins Auge gesprungen:
"Manchmal muss man untreu sein, um sich selbst treu zu bleiben."
Die Tochter baut im Sand ein Haus und holt mit der kleinen Giesskanne Wasser aus der stillen Salzwasserlagune, die aussieht wie ein kleiner See. Wir sind zu zweit und geniessen die Ruhe. Der glatte Wasserspiegel bewegt sich jeweils in sanften Wellen, wenn das kleine Motorboot zweihundert Meter weiter oben an der Lagune Golfer und Wellnessgäste von einer Seite des Wassers auf die andere bringt. Und ein Mann mit einem kleinen Motorboot sammelt weit drüben auf der anderen Uferseite die schwimmenden Golfbälle aus der Lagune, die von der Driving Range ins Wasser geschmettert werden. Es ist eine idyllische Szenerie und ausser dem Brummen des kleinen Aussenbordmotors ist es still.
Ich lese wieder einmal mein Lieblingsbuch, das mich heute noch viel mehr berührt als vor zwanzig Jahren, weil man mit vierzig Jahren so manches mit anderen Augen sieht. Ich kann mich mit so vielem, was Benoîte schreibt, identifizieren. Ich denke, als Frau liest man dieses Buch anders als aus der Männerperspektive. Und zum ersten Mal wird mir schmerzlich bewusst, dass mir ein grosses Stück Bildung fehlt, wenn sie von den grossen französischen Schriftstellern spricht, deren Werke ich nicht kenne. Und ich fürchte mich vor den letzten Seiten in meinem Lieblingsbuch, weil es mich zu Tränen rühren wird, wenn George (die Frau, um die es geht) ihren "Kormoran" ziehen lassen muss und ich mir vorstelle, dass sie nun ihre letzten dreissig Lebensjahre ohne ihn auskommen muss. Einen Menschen zu finden, der einen bedingungslos liebt, ohne mit einem verwandt zu sein, ist ein seltenes Glück.
George wurde wohl das Glück zuteil, einen Seelenpartner oder eine Zwillingsseele zu treffen. Es soll angeblich nichts Intensiveres geben, als die körperliche Verschmelzung mit einem solchen Menschen - aber eine alltagstaugliche Liebesbeziehung kann daraus in der Regel nicht entstehen. Aber allein das Wissen, auf dieser Erde ein solches Pendant zu haben - auch wenn man es im Alltag nicht "besitzen" kann - ist ein unbezahlbares Glück, auch wenn es mit viel (Trennungs-)Schmerz verbunden ist. Die raren Momente des Glücks sind so intensiv, dass man Monate und Jahre davon zehren kann. Ich nehme mir vor, das Buch in der französischen Originalfassung zu lesen.
Ein bestimmter Satz ist mir bei der Lektüre ins Auge gesprungen:
"Manchmal muss man untreu sein, um sich selbst treu zu bleiben."
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Inschallah
... oder so ähnlich heisst mein neues Motto. Wenn nicht heute dann morgen. Oder Übermorgen. Und wozu aufregen? Allah, der liebe Gott oder wer auch immer (ich bevorzuge das Universum) wird's schon richten...
Der dritte Tag ohne meinen Koffer. Hätte nie gedacht, dass ich das so cool nehmen würde! Und die grosse Erkenntnis: Ich komme eigentlich ganz easy mit erstaunlich wenig Dingen aus!
Wer hätte das gedacht! Mein Mann ist ganz beeindruckt von meiner Contenance.
Wir haben nun auf Ferienmodus umgeschaltet und machen so verrückte Dinge wie Tuk Tuk fahren mit den Kindern... Sicherheitstechnisch komplett unvernünftig, ich weiss... Die Fahrt dauert jeweils nur fünf Minuten und ich habe den Fahrer eindringlich (mit Blick auf die Tochter) aufgefordert, anständig zu fahren (Don't drive like hell - drive SLOWLY!) und es hat einigermassen genützt. Und bei jedem Kreisel bzw. jeder Verzweigung steht zudem ein Sicherheitsmann, der per Handzeichen den Vortritt regelt.
Sicherheitsleute sieht man überall und wer die Zufahrtsstrasse zur weitläufigen Hotelanlage befahren will, muss eine Schranke passieren und vor dem Hoteleingang steht ein Metalldetektor.
Abends sitzt dort ein uniformierter, bewaffneter Mann neben dem Detektoreingang und tagsüber sitzt er 30 m entfernt im Schatten eines Baumes und plaudert mit Hotelangestellten, die in ihren Elekro-Wägelchen darauf warten, die Golfer zum Clubhouse zu fahren. Hatte ich schon erwähnt, dass wir in einem Golfhotel sind? Mehr dazu später.
Diese Sicherheitsleute geben einem das Gefühl, dass man hier einigermassen "geschützt" ist und alles eine gewisse Ordnung hat - anderseits wird man durch ihre Präsenz daran erinnert, dass eben offenbar eine gewisse Gefahr besteht... und sie vermitteln nicht unbedingt den Eindruck, dass sie im Ernstfall einen mit Sprengstoff gefüllten Wagen aufhalten könnten...
However - die Hotelangestellten sind freundlich und die Ladenbesitzer in den Shops in El Gouna sind richtig nett. Nicht aufdringlich - ganz im Gegenteil! Sie sind interessiert und wollen wissen, woher wir kommen und wenn sie es erfahren, reagieren sie erfreut. Böse Zungen würden jetzt behaupten, "und erhöhen ihre Preise gleich mal um 20 %..."! Glaub ich aber nicht. Schweizer scheinen hier sehr beliebt zu sein - vielleicht weil der Gründer von El Gouna, der schwerreiche Ägypter Sami Sawiris, eine Affinität zur Schweiz hat, vielleicht aber auch, weil wir Schweizer im Ausland in der Regel nett und freundlich sind. ;-)
Viele der Ladenbesitzer sind übrigens Kopten, was man daran erkennt, dass irgendwo im Laden mehr oder weniger dezent ein Heiligenbild mit einem Kreuz hängt.
Besonders interessant war die Ladentour, als ich mit meiner Tochter alleine unterwegs war, und Gatte und Sohnemann eine Bier- bzw. Fantapause einlegten und zur Freude des Kellners eine Runde Backgammon spielten. Der erste Ladenbesitzer erzählte mir ungefragt sein halbes Leben und zeigte mir auf seinem Macbook Fotos seiner fünfjährigen Tochter, der zweite war ein junger sympathischer Mann, der auf süsse Art scheu war und er begrüsste mich mit der Frage "Tchech Republic?" Das Feilschen mit ihm war amüsant und nach einer Weile lächelte er mich verschmitzt an und fragte mich, wieviele Kamele ich für meine Tochter haben wolle! Ich lächelte zurück und erwiderte, dass er kaum genügend Kamele habe, da der Preis nämlich unbezahlbar hoch sei und dieses schöne blonde Mädchen viel zu wertvoll und deshalb ganz und gar unverkäuflich sei. Er nickte anerkennend und wir lachten und schliesslich einigten wir uns auf einen Preis für das Kleid, das T-Shirt und den Pareo, den meine Tochter ausgesucht hatte und ich gab ihm meine letzten Euros, die nach den Frankreichferien übrig geblieben waren.
Man kann hier entweder in ägyptischen Pfund oder in Euro bezahlen. Die amerikanische Währung ist kein Thema...
Dieses El-Gouna kommt mir ein wenig vor wie eine orientalische Theaterkulisse. Sozusagen "Ägypten light". Eine westlich geprägte Scheinwelt mit einer Prise Orient. Und es hat sehr wenig Touristen zur Zeit. Die Shops sind auf eine eher solvente Kundschaft ausgerichtet und verkaufen fast ausschliesslich hochwertige Kopien von Burberrys, Prada, Versace... Es gibt keine aufdringlichen Händler und ohne die Souvenirshops mit den weltberühmten Kulturgütern in Kleinformat und der orientalischen Architektur würde man sich gar nicht in Ägypten wähnen.
Der Einkauf im kleinen, gut sortierten Supermarkt war auch ein Erlebnis. Ich habe mir eine Oral-B Zahnbürste gekauft! Die selbe, die ich vor der Reise in der Schweiz gekauft habe und die irgendwo zwischen Zürich und Hurghada in meinem verwaisten Koffer schlummert. Sie hat übrigens weniger gekostet als zu Hause im Grossverteiler. Die Familienpackung M&M war hingegen sehr teuer!
Am Dienstag Nachmittag war unser fehlendes Gepäck noch immer nicht da und nach einem Telefonanruf in die Schweiz erfuhren wir, dass unsere Koffer schon am Vorabend in Kairo angekommen seien. Mein Mann ging zur Hotelreception und bat den Angestellten, den lokalen Vertreter unseres Reisebüros anzurufen. Nach einem kurzen Wortwechsel auf arabisch meinte der Angestellte lässig, dass der Mann am anderen Ende des Telefons
nichts neues wüsste... Das war dann der Moment, als bei meinem Mann langsam der Geduldsfaden zu reissen begann... und plötzlich ging alles ganz schnell und nach einem weiteren Anruf hiess es, die Koffer seien in zehn Minuten da - und so war es denn auch!!
Das Wiedersehen mit unseren Koffern feierten wir dann auf unserer Terrasse mit einem Glas ägyptischem Sauvignon Blanc und die Tochter freute sich, dass sie nun kleidermässig wieder aus dem Vollen schöpfen konnte und suchte sich gleich ein Outfit für das Abendessen aus.
Ach ja - und bei unserem ersten Besuch in der Marina - wo ca. 40 riesige, blitzblank geputzte Motoryachten protzig an der Sonne glänzten, haben wir endlich eine coole Lounge mit kostenlosem W-Lan gefunden! Moods der Name. Wie passend!
Das nächste Mal werde ich ein wenig über die Hotelgäste lästern und von meinem Debut auf dem Golfplatz berichten. ;-)
Dienstag, 18. Oktober 2011
Ankunft in Egypt
Nach dreieinhalb Stunden Schlaf in einem fremden Bett quasi nahtlos im Anschluss an die Geburtstagsparty des Lieblingsschwagers sind wir frühmorgens bzw. mitten in der Nacht an den Flughafen gefahren und haben eingecheckt. Viel Bagage meinte die gutgelaunte Frau am Checkin grinsend mit Blick auf unsere zwei Trolleys... Die 80 kg auf vier Koffer zu verteilen haben wir knapp geschafft, dazu meine ziemlich grosse Handtasche, der superschwere Rucksack des Gatten mit Laptop etc. und jedes der Kinder durfte ein Handgepäck mitnehmen. Sohnemann hat in seinen Trolly nicht weniger als 5 (!) Stofftiere, ein paar Pokemonhefte und seinen DS eingepackt. Die Tochter ihre neuen Legos, eine Zeichnungsmappe und Farbstifte und das aktuelle Lieblingstier "Krokodila" musste natürlich auch mit. Das süsse blonde Mädchen mit dem grossen grünen Krokodil zog entzückte Blicke auf sich.
Der Flug verlief recht angenehm, dauerte aber länger als vorgesehen, da die griechischen Fluglotsen wieder einmal am Streiken waren und der Pilot deshalb einen Umweg via Ungarn und den Balkan fliegen musste. Die Kinder schliefen zuerst eine Stunde und freuten sich später darüber, dass der Animationsfilm Rio gezeigt wurde. Und wir Eltern freuten uns darüber, dass uns an Bord die geliebten Sonntagszeitungen druckfrisch abgegeben wurden!
Und dann Ägypten! Meine erste Reise auf den afrikanischen Kontinent. Aus dem Flugzeugfenster sieht man eine gleichfarbig braune Landschaft mit Ebenen und vielen kleinen und grossen Erhebungen und weit und breit nichts Grünes! Ein ockerfarbenes Relief so weit das Auge reicht.
Hin und wieder eine schmale, schnurgrade Strasse oder ein viereckiges Wasserreservoir. Die wenigen Häuser, die man vereinzelt aus der Luftperspektive entdecken kann, heben sich farblich kaum von der Erde ab. Schliesslich dann der Golf von Akaba. Dort wo Ägypten, Israel, Jordanien und Saudiarabien, zusammenkommen... überall das selbe Bild. Braune Erde und Sand ohne jede Vegetation - soweit das Auge reicht. Weiter über das Rote Meer, das sich wohltuend türkisfarben abhebt und schliesslich tauchten diese künstlichen Badeorte auf, inmitten von üppigem Grün und hellblauen Poollandschaften. Irgendwie seltsam verloren - like dropped down from space! Und dann betraten wir erstmals diesen staubigen geschichtsträchtigen ägyptischen Boden und begaben uns zur Passkontrolle. Dort warteten schon mind. 300 andere Touristen und es gab keine wohlgeordneten Schlangen, sondern ein unübersichtliches Gedränge. Ein Einheimscher hielt ein Kartonschild mit der Aufschrift " Ask for V.I.P. Service! No queuing on passport control!" in die Luft... Ich widerstand dem "verlockenden" Angebot und so warteten wir halt gefühlte anderthalb Stunden und ich war dankbar, das wir so tolle Kinder haben, die das alles ohne zu quengeln über sich ergehen liessen und das nach einer Nacht mit viereinhalb Stunden Schlaf! Schliesslich kriegten wir unsere Stempel in die Pässe und machten uns auf die Suche nach dem Gepäck.
Wir warteten und warteten und endlich kam die grosse Reisetasche mit den Kleidern vom Gatten und Sohnemann. Immer mehr Leute zogen mit ihrem Gepäck von dannen und wir warteten immer noch und wurden langsam ein wenig nervös... Dann stoppte das Rollband. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Es standen noch etwa fünf andere Familien dort und es herrschte eine ziemliche Anspannung. Ein grauhaariger cholerischer Italiener machte seinem Unmut Luft, seine deutlich jüngere Ehefrau wippte auf beeindruckend hohen Absätzen und verdrehte die Augen und eine junge Frau mit einem elfmonatigen Baby meinte cool "Super - beide Koffer fehlen und ich habe noch Milchpulver für 12 Stunden im Handgepäck...!". Und wir standen da mit einem von vier Koffern...! Der lokale Reiseleiter begann herumzutelefonieren und meinte dann fast triumphierend, dass das Problem (entgegen gängiger Klischees) nicht an der ägyptischen Gepäckabfertigung läge, sondern an einem Stromausfall im Zürcher Flughafen! Das fehlende Gepäck sei noch in der Schweiz!! Wie bitte? Das war doch wohl nicht zu glauben! In Zürich fällt der Strom aus und die Koffer schaffen es nicht bis ins Flugzeug?? Hallo? Haben wir etwa keine Notstromaggregate am Flughafen? In Honduras stehen die en masse auf der Strasse herum...
Ein etwas begriffsstutziger Ägypter ("Suitcase is olive color? But olive and green is the same, olive is green... " - ich versuchte ihm vergeblich klarzumachen, dass wir einen froschgrünen und einen olivfarbigen Koffer hätten...) füllte umständlich ein Formular aus - in arabischer Schrift - und wir mussten dann unterzeichnen. Hoffe mal, dass es keine Verzichtserklärung ist, die wir unterschrieben haben... und Kopie kriegten wir auch keine. Schliesslich sassen wir dann mit ziemlich wenig Gepäck in einem Minibus, der uns zum Hotel fuhr. Und auf dieser Fahrt auf der Autobahn, die nach Kairo führt, wurde mir etwas so richtig bewusst: Die Gefahr in Ägypten einem Verkehrsunfall zum Opfer zu fallen ist exorbitant höher als Opfer eines Attentats zu werden... Unser Kleinbus wurde abwechslungsweise von links und rechts von einem alten Lastwagen mit Anhänger überholt, dessen Chauffeur gerade in ein Telefongespräch vertieft war und da unser Chauffeur seinerseits es nicht toll fand, von einem Ladtwagenzug überholt zu werden, endete das Spielchen erst, als endlich die rettende Abzweigung nach El Gouna kam... Natürlich gab es keine Sicherheitsgurte und Kindersitze sowieso nicht... Zu Hause würde ich ohne Sitzerhöher mit meinen Kindern keine 500 m weit mit dem Auto fahren... In den Ferien tickt der Mensch offensichtlich anders - crazy!
Ich war gespannt auf das Hotel mit 5 Sternen. Eine weitere Première. Ein Angestellter bestand darauf, uns mitsamt Gepäck mit einem Elektromobil durch die weitläufige Hotelanlage mit den vielen zweistöckigen Gebäuden zu fahren. Nach 200 m (!) hielt er an und zeigte uns das Zimmer! Es ist riesig und hat eine eigene Terrasse mit Blick auf die Lagune. Wenn es hier etwas im Überfluss gibt, ist es Platz! Fünf Sterne in Ägypten entsprechen einem Viersternhotel in der Schweiz, nur dass alles weniger perfekt und etwas schmuddliger ist. Kein Wunder - es gibt hier keine Zimmermädchen! Es sind Männer, die hier arbeiten und die sind offenbar weniger pingelig... ;-) Aber das Zimmer ist absolut ok - obwohl ich schon ein wenig mehr erwartet hätte. Dafür gibt es zwei Flatscreens im selben Raum im Abstand von 2 Metern... aber dafür keinen Wäscheständer, um die feuchte Badekleidung auf der Terrasse zu trocknen.
A propos Badekleidung... Ich habe wohl eine Ahnung gehabt... jedenfalls habe ich mein Lieblingsbadeoutfit, eine Garnitur Ersatzwäsche, eine Sommerhose und eine weisse Kurzarmbluse in meine "Handtasche" gepackt! Aus diesem Grund blieb ich erstaunlich gelassen ob der Tatsache, dass mein Koffer mit den fünf Paar Schuhen, sämtlichen Kleidern, den Toilettensachen, Medis etc. irgendwo weit weg von mir herumlag... Als erstes kauften wir im Hotelshop Flipflops und ein Badekleid für die Tochter, die es ebenfalls erstaunlich cool nahm, dass ihre Kleider nicht angekommen waren. So weihten wir den riesigen Hotelpool ein und später "stürmten" wir das grosszügige Abendbuffet und gingen etwas übersättigt früh schlafen! Soweit unsere Eindrücke vom ersten Tag in Ägypten!
Der Flug verlief recht angenehm, dauerte aber länger als vorgesehen, da die griechischen Fluglotsen wieder einmal am Streiken waren und der Pilot deshalb einen Umweg via Ungarn und den Balkan fliegen musste. Die Kinder schliefen zuerst eine Stunde und freuten sich später darüber, dass der Animationsfilm Rio gezeigt wurde. Und wir Eltern freuten uns darüber, dass uns an Bord die geliebten Sonntagszeitungen druckfrisch abgegeben wurden!
Und dann Ägypten! Meine erste Reise auf den afrikanischen Kontinent. Aus dem Flugzeugfenster sieht man eine gleichfarbig braune Landschaft mit Ebenen und vielen kleinen und grossen Erhebungen und weit und breit nichts Grünes! Ein ockerfarbenes Relief so weit das Auge reicht.
Hin und wieder eine schmale, schnurgrade Strasse oder ein viereckiges Wasserreservoir. Die wenigen Häuser, die man vereinzelt aus der Luftperspektive entdecken kann, heben sich farblich kaum von der Erde ab. Schliesslich dann der Golf von Akaba. Dort wo Ägypten, Israel, Jordanien und Saudiarabien, zusammenkommen... überall das selbe Bild. Braune Erde und Sand ohne jede Vegetation - soweit das Auge reicht. Weiter über das Rote Meer, das sich wohltuend türkisfarben abhebt und schliesslich tauchten diese künstlichen Badeorte auf, inmitten von üppigem Grün und hellblauen Poollandschaften. Irgendwie seltsam verloren - like dropped down from space! Und dann betraten wir erstmals diesen staubigen geschichtsträchtigen ägyptischen Boden und begaben uns zur Passkontrolle. Dort warteten schon mind. 300 andere Touristen und es gab keine wohlgeordneten Schlangen, sondern ein unübersichtliches Gedränge. Ein Einheimscher hielt ein Kartonschild mit der Aufschrift " Ask for V.I.P. Service! No queuing on passport control!" in die Luft... Ich widerstand dem "verlockenden" Angebot und so warteten wir halt gefühlte anderthalb Stunden und ich war dankbar, das wir so tolle Kinder haben, die das alles ohne zu quengeln über sich ergehen liessen und das nach einer Nacht mit viereinhalb Stunden Schlaf! Schliesslich kriegten wir unsere Stempel in die Pässe und machten uns auf die Suche nach dem Gepäck.
Wir warteten und warteten und endlich kam die grosse Reisetasche mit den Kleidern vom Gatten und Sohnemann. Immer mehr Leute zogen mit ihrem Gepäck von dannen und wir warteten immer noch und wurden langsam ein wenig nervös... Dann stoppte das Rollband. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Es standen noch etwa fünf andere Familien dort und es herrschte eine ziemliche Anspannung. Ein grauhaariger cholerischer Italiener machte seinem Unmut Luft, seine deutlich jüngere Ehefrau wippte auf beeindruckend hohen Absätzen und verdrehte die Augen und eine junge Frau mit einem elfmonatigen Baby meinte cool "Super - beide Koffer fehlen und ich habe noch Milchpulver für 12 Stunden im Handgepäck...!". Und wir standen da mit einem von vier Koffern...! Der lokale Reiseleiter begann herumzutelefonieren und meinte dann fast triumphierend, dass das Problem (entgegen gängiger Klischees) nicht an der ägyptischen Gepäckabfertigung läge, sondern an einem Stromausfall im Zürcher Flughafen! Das fehlende Gepäck sei noch in der Schweiz!! Wie bitte? Das war doch wohl nicht zu glauben! In Zürich fällt der Strom aus und die Koffer schaffen es nicht bis ins Flugzeug?? Hallo? Haben wir etwa keine Notstromaggregate am Flughafen? In Honduras stehen die en masse auf der Strasse herum...
Ein etwas begriffsstutziger Ägypter ("Suitcase is olive color? But olive and green is the same, olive is green... " - ich versuchte ihm vergeblich klarzumachen, dass wir einen froschgrünen und einen olivfarbigen Koffer hätten...) füllte umständlich ein Formular aus - in arabischer Schrift - und wir mussten dann unterzeichnen. Hoffe mal, dass es keine Verzichtserklärung ist, die wir unterschrieben haben... und Kopie kriegten wir auch keine. Schliesslich sassen wir dann mit ziemlich wenig Gepäck in einem Minibus, der uns zum Hotel fuhr. Und auf dieser Fahrt auf der Autobahn, die nach Kairo führt, wurde mir etwas so richtig bewusst: Die Gefahr in Ägypten einem Verkehrsunfall zum Opfer zu fallen ist exorbitant höher als Opfer eines Attentats zu werden... Unser Kleinbus wurde abwechslungsweise von links und rechts von einem alten Lastwagen mit Anhänger überholt, dessen Chauffeur gerade in ein Telefongespräch vertieft war und da unser Chauffeur seinerseits es nicht toll fand, von einem Ladtwagenzug überholt zu werden, endete das Spielchen erst, als endlich die rettende Abzweigung nach El Gouna kam... Natürlich gab es keine Sicherheitsgurte und Kindersitze sowieso nicht... Zu Hause würde ich ohne Sitzerhöher mit meinen Kindern keine 500 m weit mit dem Auto fahren... In den Ferien tickt der Mensch offensichtlich anders - crazy!
Ich war gespannt auf das Hotel mit 5 Sternen. Eine weitere Première. Ein Angestellter bestand darauf, uns mitsamt Gepäck mit einem Elektromobil durch die weitläufige Hotelanlage mit den vielen zweistöckigen Gebäuden zu fahren. Nach 200 m (!) hielt er an und zeigte uns das Zimmer! Es ist riesig und hat eine eigene Terrasse mit Blick auf die Lagune. Wenn es hier etwas im Überfluss gibt, ist es Platz! Fünf Sterne in Ägypten entsprechen einem Viersternhotel in der Schweiz, nur dass alles weniger perfekt und etwas schmuddliger ist. Kein Wunder - es gibt hier keine Zimmermädchen! Es sind Männer, die hier arbeiten und die sind offenbar weniger pingelig... ;-) Aber das Zimmer ist absolut ok - obwohl ich schon ein wenig mehr erwartet hätte. Dafür gibt es zwei Flatscreens im selben Raum im Abstand von 2 Metern... aber dafür keinen Wäscheständer, um die feuchte Badekleidung auf der Terrasse zu trocknen.
A propos Badekleidung... Ich habe wohl eine Ahnung gehabt... jedenfalls habe ich mein Lieblingsbadeoutfit, eine Garnitur Ersatzwäsche, eine Sommerhose und eine weisse Kurzarmbluse in meine "Handtasche" gepackt! Aus diesem Grund blieb ich erstaunlich gelassen ob der Tatsache, dass mein Koffer mit den fünf Paar Schuhen, sämtlichen Kleidern, den Toilettensachen, Medis etc. irgendwo weit weg von mir herumlag... Als erstes kauften wir im Hotelshop Flipflops und ein Badekleid für die Tochter, die es ebenfalls erstaunlich cool nahm, dass ihre Kleider nicht angekommen waren. So weihten wir den riesigen Hotelpool ein und später "stürmten" wir das grosszügige Abendbuffet und gingen etwas übersättigt früh schlafen! Soweit unsere Eindrücke vom ersten Tag in Ägypten!
Freitag, 14. Oktober 2011
Kofferpacken & Lastminuteaktivitäten
Kofferpacken finde ich stressig, weil ich kein entscheidungsfreudiger Mensch bin. Und weil ich mich nicht zwischen A und B entscheiden kann, packe ich dann in der Regel A+B in den Koffer. Dasselbe bei den Schuhen. Tennisschuhe, Schuhe die golfplatztauglich sind, weil sie aussehen wie Golfschuhe aber eigentlich keine sind (falls ich einen Anfängerkurs besuche), geschlossene Riemchenpumps, bequeme Sandalen mit mittleren und etwas höheren Absätzen, die goldfarbenen mit den hohen Absätzen (wenn ich sie diesmal nicht tragen kann - wann dann??), strassentaugliche Flipflops (hellblau oder schwarz oder beide?) und dann noch die Schuhe mit Mesh, die wassertauglich sind... Schluss, das reicht!
Und das selbe für zwei Kinder! Wenigstens haben die nicht so viele Schuhe wie die Mama. Aber das Kofferpacken mit Tochter (8) ist auch nicht ohne, weil sie klare Vorstellungen davon hat, was sie mitnehmen möchte. Nämlich am liebsten alles... und sie hat einen ziemlich grossen, ziemlich vollen Kleiderschrank. Und dann noch die Spielsachen: Die neuen kleinen rosa, hellblau, hellgrün, orange und weissen Legoteilchen mitsamt der blauen Legobodenplatte müssen auch mit. Und die eine oder andere Barbie. Sohnemann (10) ist zum Glück weit weniger anspruchsvoll. Welche Kleider ich für ihn einpacke, interessiert ihn nicht die Bohne - und mitnehmen will er nur seine elektronischen Gadgets...
Aber Supermama wird noch das kleine Fischernetz vom Goldfischaquarium einpacken, einen kleinen Plastikeimer, zwei kleine Schaufeln... weil sie genau weiss, dass die Kinder immer noch sehr gerne im Sand rumwühlen und Burgen bauen (und sie keine Lust hat, zum x-ten mal ein neues überteuertes Strandbuddelset zu kaufen...). Und dann noch die Tennisrackets, die Schnorchelausrüstungen, etc... und das alles sollte in vier Koffer à max. 20 kg passen...
Das Kapitel über die Kosmetikartikel erspar ich Euch... Jedenfalls waren Flugreisen früher weit weniger umständlich, als Frau die ganzen Fläschen und Tiegel noch tel quel in Originalgrösse vom Badezimmerschränkchen in ein Beautycase umpacken und als Handgepäck mitnehmen durfte...
Meine Mutter pflegte jeweils am Vorabend einer Reise meinen Vater an den Rande des Nervenzusammenbruchs zu bringen, weil sie immer kurz vor der Abreise noch das dringende Bedürfnis verspürte, ihre Reisegarderobe mit einem neuen selbstgenähten Teil zu komplettieren... Sie sass dann jeweils bis weit nach Mitternacht noch an der Nähmaschine... Ich denke, sie tut das heute noch und hoffe, mein Vater hat sich inzwischen daran gewöhnt. ;-)
Ich habe gewisse Veranlagungen mütterlicherseits geerbt... aber ich beschränke mich darauf, am Vorabend der Reise Hosenbeine, die ich bis dato hochgekrempelt habe, noch schnell mit Saumfix zum Aufbügeln einzukürzen und Blogposts zu schreiben, obwohl ich dafür überhaupt keine Zeit hätte.
Und wenn ich jetzt noch das Ladekabel der kleinen S*ony-Kompaktkamera finden würde...
Und ich muss unbedingt noch die Wahlunterlagen ausfüllen und vorher wollte ich eigentlich noch Smartvote ausprobieren...
Und dann sollte ich vielleicht wieder einmal ein Backup von meinem Lieblingsspielzeug machen. Das Update auf das neue Betriebssystem verschiebe ich auf jeden Fall bis nach den Ferien. Diese Cloudgeschichte ist mir nicht ganz geheuer... Es gibt da nämlich gewisse Fotos auf meinem Eifon, die ich jeweils in einem geheimen Notizbüchlein abspeichere (Psst! Nicht weitersagen!) und es wäre suboptimal, wenn diese SMS-Gesprächsfotos dann kurz bevor ich sie wieder aus dem Fotoalbum lösche wie von Zauberhand über diese Cloud auf das Familien-Eipäd-Fotoalbum transferiert würden. Ich habe das dumpfe Gefühl, diese Datenwolke hat ihre Tücken und bringt ganz neue Probleme mit sich...
Montag, 10. Oktober 2011
Reiseunlust
Nächste Woche beginnen bei uns die Herbstschulferien. Wir konnten uns lange nicht entscheiden, ob wir wegfahren wollen und wenn ja, wohin.
O-Ton Sohnemann heute Mittag beim Essen: "Müssen wir wirklich nach Ägypten? Dann habe ich ja gar keine Ferien!"...
Seine Eltern haben nach längerem hin und her vor einer Woche etwas undezidiert und ziemlich unüberlegt zwei Wochen Badeurlaub am Roten Meer gebucht. Flugtechnisch mussten wir nehmen, was blieb. Zwar eine durchaus vertrauenswürdige Schweizer Charterfluggesellschaft, aber etwas unchristliche Flugzeiten. Abflug nächsten Sonntag frühmorgens und Rückflug bzw. Ankunft am übernächsten Sonntag drei Stunden vor Mitternacht... Suboptimale Reisezeiten für eine Familie mit Kindern, die 200 km vom Flugplatz entfernt wohnt. Also Sonntag - Sonntag. Und so bleibt keine Zeit, um einen oder mehrere Tage zu Hause rumzuhängen, etwas, was unser Junior gerne tut und sich für ihn erst richtig wie "Ferien" anfühlt.
Während er letzte Woche noch meinte, dass eine Reise nach Ägypten ohne Besuch der Pyramiden so ähnlich sei, wie wenn man eine Burg besuchen und sich bloss den Souvenirshop ansehen würde, ist seine Begeisterung für die Reise in das Land am Nil inzwischen gänzlich verflogen. Sohnemann hat in der Nachrichtensendung des Schweizer Fernsehens die Ausschreitungen in der ägyptischen Hauptstadt mitgekriegt und macht sich Sorgen. Wir Eltern natürlich ebenfalls. Was haben wir uns nur dabei gedacht! Die Kanaren waren ausgebucht - und wir haben uns leichtsinnigerweise vom Reisebüro einen Ägyptenurlaub aufschwatzen lassen. Dabei bin ich doch so ängstlich und vorsichtig in dieser Hinsicht und wollte deshalb nie an das Land am Nil reisen, obwohl mich die Kultur sehr interessiert und ich extrem gerne einmal einen Tag im Museum in Kairo verbringen würde.
Nach den Geschehnissen zu Jahresbeginn hat man in letzter Zeit in den Medien nicht mehr viel über die politische Situation gehört und wir hatten angenommen, dass sich die Lage entspannt hat. Und ich habe mir noch nicht einmal die Mühe gemacht, mich mit der aktuellen politischen Situation auseinanderzusetzen und deshalb war mir nicht bewusst, dass das Land unmittelbar vor den ersten demokratischen Wahlen seit dem Abgang von Mubarak steht. Dass es diesbezüglich "Komplikationen" geben würde, war eigentlich abzusehen. Aber wir haben dem Reisebüro vertraut und ich hatte den Kopf einfach nicht frei, um mich auch noch um die Ferienplanung zu kümmern. Kaum haben wir die Reise bezahlt, haben die Ausschreitungen begonnen. Verflixt!!
Auch wenn der Ort am Roten Meer eine vermeintlich "sichere" Oase ist und mit dem übrigen Ägypten eigentlich wenig zu tun hat, bleibt ein ungutes Gefühl. Das idyllische Ferienresort bzw. dieser völkerverbindende Ort ist eine "künstliche" Welt und wurde von einem koptischen Geschäftsmann erschaffen... und das ist schon mal ein Gedanke, den ich lieber nicht weiterspinnen möchte. Die Lust auf eine Reise nach Ägypten ist mir gründlich vergangen.
Sohnemann legte heute Abend noch einen drauf: "Können wir diesen Ägyptenurlaub nicht sein lassen? Also wenn man bedenkt, dass der Rückflug am Sonntag vielleicht Verspätung hat und wir dann erst deutlich nach Mitternacht zu Hause ankommen würden und um sieben Uhr schon wieder aufstehen und uns für die Schule parat machen müssen... findet Ihr nicht, dass das etwas "übertrieben" ist für zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren?" und schaut seine Eltern aus grossen, altklugen blauen Augen fragend an. Ein kleiner Erwachsener im schmächtigen Körper eines 10jährigen Kindes....
Wir (die Eltern) schauen uns an, halten uns die Hand vor den Mund und verbeissen uns das Lachen. Irgendwas läuft hier falsch... jemand hat die Rollen vertauscht!
Aber Junior hat natürlich recht. Was haben wir uns bloss dabei gedacht? Diese Reise zu buchen war eine spontane unvernünftige Kurzschlussaktion, vermutlich ausgelöst vom ersten herbstlichen Morgennebel und der Sehnsucht, den Sommer noch ein wenig zu verlängern. Dabei ist es zu Hause doch eigentlich auch ganz schön und ich hätte soviel zu erledigen. Die ganze Packerei, die mich jedesmal extrem stresst und die Nachtruhe vor der Abreise kostet, würde dahin fallen, die mühsame Reiserei ebenfalls und mit dem eingesparten Geld könnten wir ganz viele schöne Dinge kaufen.
Was tun? Fraglich, ob wir die Reise aufgrund der aktuellen Entwicklungen einfach so annullieren können. Ich konsultiere die Reiseempfehlungen des Eidgenössisches Departements für auswärtige Angelegenheiten und stelle fest, dass die letzte Lagebeurteilung 10 Tage alt ist!
Ich klicke auf das Kontaktformular und informiere den Bürgerservice des EDA per Email, dass in einigen westschweizer Kantonen die Schulferien vor der Tür stehen und viele Familien ihre Herbstferien am Roten Meer verbringen, weil wir ja so sauspät Schulferien haben, dass südeuropäische Feriendestinationen bereits Saisonschluss haben. Die für die Lagebeurteilung zuständige Person beim EDA soll dochgefälligst bitte umgehend die Reiseempfehlung für Ägypten überarbeiten, damit wir unsere Reise noch stornieren können und die Versicherung die Kosten übernimmt!
Die aktuellen Bilder aus Kairo lassen erahnen, dass die Unruhen so bald nicht zu Ende sein werden und das Wort "Bürgerkrieg" ist vereinzelt schon gefallen! Ich habe überhaupt keine Lust, den Urlaub nach wenigen Tagen abbrechen zu müssen und zwangsevakuiert zu werden, was stundenlanges Warten auf einem überfüllten Flughafen zur Folge hätte. Das möchte ich uns und den Kindern wirklich ersparen! Verflixt!!!
Sehe ich das zu dramatisch? Was würdet Ihr an unserer Stelle tun? Reisen oder notfalls das Geld abschreiben?
O-Ton Sohnemann heute Mittag beim Essen: "Müssen wir wirklich nach Ägypten? Dann habe ich ja gar keine Ferien!"...
Seine Eltern haben nach längerem hin und her vor einer Woche etwas undezidiert und ziemlich unüberlegt zwei Wochen Badeurlaub am Roten Meer gebucht. Flugtechnisch mussten wir nehmen, was blieb. Zwar eine durchaus vertrauenswürdige Schweizer Charterfluggesellschaft, aber etwas unchristliche Flugzeiten. Abflug nächsten Sonntag frühmorgens und Rückflug bzw. Ankunft am übernächsten Sonntag drei Stunden vor Mitternacht... Suboptimale Reisezeiten für eine Familie mit Kindern, die 200 km vom Flugplatz entfernt wohnt. Also Sonntag - Sonntag. Und so bleibt keine Zeit, um einen oder mehrere Tage zu Hause rumzuhängen, etwas, was unser Junior gerne tut und sich für ihn erst richtig wie "Ferien" anfühlt.
Während er letzte Woche noch meinte, dass eine Reise nach Ägypten ohne Besuch der Pyramiden so ähnlich sei, wie wenn man eine Burg besuchen und sich bloss den Souvenirshop ansehen würde, ist seine Begeisterung für die Reise in das Land am Nil inzwischen gänzlich verflogen. Sohnemann hat in der Nachrichtensendung des Schweizer Fernsehens die Ausschreitungen in der ägyptischen Hauptstadt mitgekriegt und macht sich Sorgen. Wir Eltern natürlich ebenfalls. Was haben wir uns nur dabei gedacht! Die Kanaren waren ausgebucht - und wir haben uns leichtsinnigerweise vom Reisebüro einen Ägyptenurlaub aufschwatzen lassen. Dabei bin ich doch so ängstlich und vorsichtig in dieser Hinsicht und wollte deshalb nie an das Land am Nil reisen, obwohl mich die Kultur sehr interessiert und ich extrem gerne einmal einen Tag im Museum in Kairo verbringen würde.
Nach den Geschehnissen zu Jahresbeginn hat man in letzter Zeit in den Medien nicht mehr viel über die politische Situation gehört und wir hatten angenommen, dass sich die Lage entspannt hat. Und ich habe mir noch nicht einmal die Mühe gemacht, mich mit der aktuellen politischen Situation auseinanderzusetzen und deshalb war mir nicht bewusst, dass das Land unmittelbar vor den ersten demokratischen Wahlen seit dem Abgang von Mubarak steht. Dass es diesbezüglich "Komplikationen" geben würde, war eigentlich abzusehen. Aber wir haben dem Reisebüro vertraut und ich hatte den Kopf einfach nicht frei, um mich auch noch um die Ferienplanung zu kümmern. Kaum haben wir die Reise bezahlt, haben die Ausschreitungen begonnen. Verflixt!!
Auch wenn der Ort am Roten Meer eine vermeintlich "sichere" Oase ist und mit dem übrigen Ägypten eigentlich wenig zu tun hat, bleibt ein ungutes Gefühl. Das idyllische Ferienresort bzw. dieser völkerverbindende Ort ist eine "künstliche" Welt und wurde von einem koptischen Geschäftsmann erschaffen... und das ist schon mal ein Gedanke, den ich lieber nicht weiterspinnen möchte. Die Lust auf eine Reise nach Ägypten ist mir gründlich vergangen.
Sohnemann legte heute Abend noch einen drauf: "Können wir diesen Ägyptenurlaub nicht sein lassen? Also wenn man bedenkt, dass der Rückflug am Sonntag vielleicht Verspätung hat und wir dann erst deutlich nach Mitternacht zu Hause ankommen würden und um sieben Uhr schon wieder aufstehen und uns für die Schule parat machen müssen... findet Ihr nicht, dass das etwas "übertrieben" ist für zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren?" und schaut seine Eltern aus grossen, altklugen blauen Augen fragend an. Ein kleiner Erwachsener im schmächtigen Körper eines 10jährigen Kindes....
Wir (die Eltern) schauen uns an, halten uns die Hand vor den Mund und verbeissen uns das Lachen. Irgendwas läuft hier falsch... jemand hat die Rollen vertauscht!
Aber Junior hat natürlich recht. Was haben wir uns bloss dabei gedacht? Diese Reise zu buchen war eine spontane unvernünftige Kurzschlussaktion, vermutlich ausgelöst vom ersten herbstlichen Morgennebel und der Sehnsucht, den Sommer noch ein wenig zu verlängern. Dabei ist es zu Hause doch eigentlich auch ganz schön und ich hätte soviel zu erledigen. Die ganze Packerei, die mich jedesmal extrem stresst und die Nachtruhe vor der Abreise kostet, würde dahin fallen, die mühsame Reiserei ebenfalls und mit dem eingesparten Geld könnten wir ganz viele schöne Dinge kaufen.
Was tun? Fraglich, ob wir die Reise aufgrund der aktuellen Entwicklungen einfach so annullieren können. Ich konsultiere die Reiseempfehlungen des Eidgenössisches Departements für auswärtige Angelegenheiten und stelle fest, dass die letzte Lagebeurteilung 10 Tage alt ist!
Ich klicke auf das Kontaktformular und informiere den Bürgerservice des EDA per Email, dass in einigen westschweizer Kantonen die Schulferien vor der Tür stehen und viele Familien ihre Herbstferien am Roten Meer verbringen, weil wir ja so sauspät Schulferien haben, dass südeuropäische Feriendestinationen bereits Saisonschluss haben. Die für die Lagebeurteilung zuständige Person beim EDA soll doch
Die aktuellen Bilder aus Kairo lassen erahnen, dass die Unruhen so bald nicht zu Ende sein werden und das Wort "Bürgerkrieg" ist vereinzelt schon gefallen! Ich habe überhaupt keine Lust, den Urlaub nach wenigen Tagen abbrechen zu müssen und zwangsevakuiert zu werden, was stundenlanges Warten auf einem überfüllten Flughafen zur Folge hätte. Das möchte ich uns und den Kindern wirklich ersparen! Verflixt!!!
Sehe ich das zu dramatisch? Was würdet Ihr an unserer Stelle tun? Reisen oder notfalls das Geld abschreiben?
Sonntag, 9. Oktober 2011
Musicals...
... sind wie gesagt, meine Sache nicht. Vor gefühlten 20 Jahren habe ich eines auf der Seebühne in Bregenz gesehen. Was war das noch mal? West Side Story glaube ich. Ich kann mich noch vage an die Vorführung erinnern, an eine Truppe von jungen Leuten, die irgendwo in Amerika auf einem Schrottplatz herumgetanzt und gesungen hat. Geblieben ist mir vor allem das imposante Bühnenbild und die schöne Ambiance am Bodensee an einem eher kühlen Sommerabend.
Das Musical von Mamma Mia würde ich mir sicher auch anschauen. Den Film fand ich sehr gelungen und bei der Musik meiner schwedischen Lieblingsband kann ohnehin nichts schiefgehen.
Und Freitag Abend sass ich nun also wieder einmal in einer solchen Vorstellung. Weil ich mir gedacht habe, dass es sich schon nur wegen der Musik lohnen wird. Ich mag Schweizer Mundartmusik von Polo Hofer, Züri West, Patent Ochsner, Gölä, Florian Ast und wie sie alle heissen. Und ich wollte meiner Begleitung eine Freude machen und überhaupt... schliesslich ist es DAS (einzige?) Schweizer Musical: 560'000 Zuschauer können doch wohl nicht irren (kleine Randnotiz: die Schweiz hat aktuell 7.78 Mio Einwohner...). Gut, wenn wir mal den eigenwilligen Standesbeamten XY weglassen, der mit seinen 50 Besuchen die Statistik etwas verfälscht, hätte trotzdem noch jeder 14. Schweizer das Musical schon gesehen.
Und so fuhr ich wie immer ohne grosse zeitliche Reserven in die Hauptstadt, konnte die Staus auf der Autobahn dank Verkehrsmeldungen im Radio gerade noch rechtzeitig umfahren und fand schliesslich sogar instinktiv den empfohlenen Parkplatz trotz defektem Navigationsgerät. Meine Begleitung erwartete mich gut gelaunt und freute sich sehr auf den Musicalbesuch, vor allem auf die "Lumpeliedli" und konnte die Türöffnung kaum erwarten.
Im Gegensatz zu Castorp kannte ich den Trailer nicht (seit ich blogge, ist mein TV-Konsum fast auf Null gesunken und in Fussballstadien bin ich noch seltener anzutreffen als in Musicals...) und ich hatte mich auch sonst nicht auf das Stück vorbereitet.
Während meine Begleitung schon beim ersten Lied begeistert mitzuwippen begann, blieb ich die erste halbe Stunde seltsam unbeteiligt. Irgendwie wurde ich nicht richtig warm mit der Geschichte. Die Darsteller machten ihre Sache gut, die Frauen hatten tolle Stimmen, aber ich hatte mehr erwartet. (560'000 Zuschauer = hohe Erwartungshaltung). Nach einer Stunde begann ich ein bisschen die Pause herbeizusehnen und fragte mich ernsthaft, was mit mir nicht stimmte, dass ich die Begeisterung meines Sitznachbars nicht umfassend teilen konnte. Das Bühnenbild war wirklich sehr schön gemacht und die ganze Kulisse inkl. Beleuchtung sehr gelungen. Aber die Geschichte vermochte mich einfach nicht zu fesseln. Und ich hatte im Vorfeld schon befürchtet, sentimental zu werden...
Wie dem auch sei - nach der Pause wurde es mit jeder Szene besser und besser, es gab ein paar richtig witzige und originelle Szenen und sogar einen Gänsehautmoment (beim Lied "Träne"...) und schlussendlich hatte ich dann doch das Gefühl, dass man 130 Franken (!) auch dümmer hätte ausgeben können. Nun kann ich endlich mitreden, wenn es um "Ewigi Liebi" geht...
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| Kleiner Nachtrag: Es war "Porgy and Bess". 1997. Knapp daneben... |
Und Freitag Abend sass ich nun also wieder einmal in einer solchen Vorstellung. Weil ich mir gedacht habe, dass es sich schon nur wegen der Musik lohnen wird. Ich mag Schweizer Mundartmusik von Polo Hofer, Züri West, Patent Ochsner, Gölä, Florian Ast und wie sie alle heissen. Und ich wollte meiner Begleitung eine Freude machen und überhaupt... schliesslich ist es DAS (einzige?) Schweizer Musical: 560'000 Zuschauer können doch wohl nicht irren (kleine Randnotiz: die Schweiz hat aktuell 7.78 Mio Einwohner...). Gut, wenn wir mal den eigenwilligen Standesbeamten XY weglassen, der mit seinen 50 Besuchen die Statistik etwas verfälscht, hätte trotzdem noch jeder 14. Schweizer das Musical schon gesehen.
Und so fuhr ich wie immer ohne grosse zeitliche Reserven in die Hauptstadt, konnte die Staus auf der Autobahn dank Verkehrsmeldungen im Radio gerade noch rechtzeitig umfahren und fand schliesslich sogar instinktiv den empfohlenen Parkplatz trotz defektem Navigationsgerät. Meine Begleitung erwartete mich gut gelaunt und freute sich sehr auf den Musicalbesuch, vor allem auf die "Lumpeliedli" und konnte die Türöffnung kaum erwarten.
Im Gegensatz zu Castorp kannte ich den Trailer nicht (seit ich blogge, ist mein TV-Konsum fast auf Null gesunken und in Fussballstadien bin ich noch seltener anzutreffen als in Musicals...) und ich hatte mich auch sonst nicht auf das Stück vorbereitet.
Während meine Begleitung schon beim ersten Lied begeistert mitzuwippen begann, blieb ich die erste halbe Stunde seltsam unbeteiligt. Irgendwie wurde ich nicht richtig warm mit der Geschichte. Die Darsteller machten ihre Sache gut, die Frauen hatten tolle Stimmen, aber ich hatte mehr erwartet. (560'000 Zuschauer = hohe Erwartungshaltung). Nach einer Stunde begann ich ein bisschen die Pause herbeizusehnen und fragte mich ernsthaft, was mit mir nicht stimmte, dass ich die Begeisterung meines Sitznachbars nicht umfassend teilen konnte. Das Bühnenbild war wirklich sehr schön gemacht und die ganze Kulisse inkl. Beleuchtung sehr gelungen. Aber die Geschichte vermochte mich einfach nicht zu fesseln. Und ich hatte im Vorfeld schon befürchtet, sentimental zu werden...
Wie dem auch sei - nach der Pause wurde es mit jeder Szene besser und besser, es gab ein paar richtig witzige und originelle Szenen und sogar einen Gänsehautmoment (beim Lied "Träne"...) und schlussendlich hatte ich dann doch das Gefühl, dass man 130 Franken (!) auch dümmer hätte ausgeben können. Nun kann ich endlich mitreden, wenn es um "Ewigi Liebi" geht...
Freitag, 7. Oktober 2011
Ein Freitagabend für mich
Morgen Abend gehe ich ins Musical. In DAS Schweizer Musical. Angeblich haben das hierzulande vor mir schon 560'000 (!) andere Personen getan! Und angeblich sind die meisten von ihnen begeistert von der Liedershow. Ich hab's ehrlich gesagt nicht so mit Musicals. Aber wenn soooo viele Menschen das schon gesehen haben (und so ein Musicalabend ist kein Low-Budget-Ausflug), dann muss wirklich etwas dran sein! Und Rosalie möchte ja gerne mitreden können. Und schliesslich kommen viele schöne Schweizer Mundartlieder darin vor. Und es geht um eine ganz spezielle Liebesgeschichte - um die erste Liebe und um eine schicksalhafte Begegnung. Also ganz mein Thema. Und bei den Liedern kommen sicher viele Jugenderinnerungen auf. Hoffentlich werde ich nicht sentimental...
Und nein - ich gehe nicht mit meinem Mann ins Musical. Der hat es nämlich schon letztes Jahr im Rahmen eines Firmenevents gesehen. Wobei, die Person, die mich gefragt hat, ob ich sie begleiten würde, hat's auch schon einmal gesehen. Und hat es soooo schön gefunden, dass sie es gerne noch einmal sehen möchte. Mit mir. :-)
Bin sehr gespannt, was mich dort erwarten wird!
Und nein - ich gehe nicht mit meinem Mann ins Musical. Der hat es nämlich schon letztes Jahr im Rahmen eines Firmenevents gesehen. Wobei, die Person, die mich gefragt hat, ob ich sie begleiten würde, hat's auch schon einmal gesehen. Und hat es soooo schön gefunden, dass sie es gerne noch einmal sehen möchte. Mit mir. :-)
Bin sehr gespannt, was mich dort erwarten wird!
Sonntag, 2. Oktober 2011
Eins mit vier Nullen
Als ich gestern am späteren Nachmittag im Garten die letzten Lavendelstauden zurückgeschnitten habe, vibrierte mein Handy kurz in der Hosentasche und ein lieber Freund informierte mich per SMS darüber, dass die 10'000er Marke auf meinem Blog jetzt wohl überschritten sei...
Ich lächelte und freute mich.
Wenn ich könnte, wie ich möchte, würde ich heute den ganzen Tag vor meinem Notebook sitzen und Kommentare beantworten, den längst überfälligen Teil 8 meiner schicksalshaften Reise schreiben und in anderen Blogs lesen und kommentieren.
Aber da ich hier ein Doppelleben führe, kann ich nur schreiben, wenn mein Gatte entweder an der Arbeit ist, schon im Bett ist oder noch schläft wie gerade jetzt oder in seinem eigenen Büro beschäftigt ist. Wobei dann immer die Gefahr besteht, dass er plötzlich in mein Zimmer kommt und mich sicher fragen würde, was ich schreibe oder an wen, falls ich nicht rechtzeitig die Site wechseln kann.
Ich werde Eure wertvollen Kommentare so bald als möglich beantworten.
Wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!
Alles Liebe, Rosalie
Ich lächelte und freute mich.
Wenn ich könnte, wie ich möchte, würde ich heute den ganzen Tag vor meinem Notebook sitzen und Kommentare beantworten, den längst überfälligen Teil 8 meiner schicksalshaften Reise schreiben und in anderen Blogs lesen und kommentieren.
Aber da ich hier ein Doppelleben führe, kann ich nur schreiben, wenn mein Gatte entweder an der Arbeit ist, schon im Bett ist oder noch schläft wie gerade jetzt oder in seinem eigenen Büro beschäftigt ist. Wobei dann immer die Gefahr besteht, dass er plötzlich in mein Zimmer kommt und mich sicher fragen würde, was ich schreibe oder an wen, falls ich nicht rechtzeitig die Site wechseln kann.
Ich werde Eure wertvollen Kommentare so bald als möglich beantworten.
Wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!
Alles Liebe, Rosalie
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