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| Kleiner Nachtrag: Es war "Porgy and Bess". 1997. Knapp daneben... |
Und Freitag Abend sass ich nun also wieder einmal in einer solchen Vorstellung. Weil ich mir gedacht habe, dass es sich schon nur wegen der Musik lohnen wird. Ich mag Schweizer Mundartmusik von Polo Hofer, Züri West, Patent Ochsner, Gölä, Florian Ast und wie sie alle heissen. Und ich wollte meiner Begleitung eine Freude machen und überhaupt... schliesslich ist es DAS (einzige?) Schweizer Musical: 560'000 Zuschauer können doch wohl nicht irren (kleine Randnotiz: die Schweiz hat aktuell 7.78 Mio Einwohner...). Gut, wenn wir mal den eigenwilligen Standesbeamten XY weglassen, der mit seinen 50 Besuchen die Statistik etwas verfälscht, hätte trotzdem noch jeder 14. Schweizer das Musical schon gesehen.
Und so fuhr ich wie immer ohne grosse zeitliche Reserven in die Hauptstadt, konnte die Staus auf der Autobahn dank Verkehrsmeldungen im Radio gerade noch rechtzeitig umfahren und fand schliesslich sogar instinktiv den empfohlenen Parkplatz trotz defektem Navigationsgerät. Meine Begleitung erwartete mich gut gelaunt und freute sich sehr auf den Musicalbesuch, vor allem auf die "Lumpeliedli" und konnte die Türöffnung kaum erwarten.
Im Gegensatz zu Castorp kannte ich den Trailer nicht (seit ich blogge, ist mein TV-Konsum fast auf Null gesunken und in Fussballstadien bin ich noch seltener anzutreffen als in Musicals...) und ich hatte mich auch sonst nicht auf das Stück vorbereitet.
Während meine Begleitung schon beim ersten Lied begeistert mitzuwippen begann, blieb ich die erste halbe Stunde seltsam unbeteiligt. Irgendwie wurde ich nicht richtig warm mit der Geschichte. Die Darsteller machten ihre Sache gut, die Frauen hatten tolle Stimmen, aber ich hatte mehr erwartet. (560'000 Zuschauer = hohe Erwartungshaltung). Nach einer Stunde begann ich ein bisschen die Pause herbeizusehnen und fragte mich ernsthaft, was mit mir nicht stimmte, dass ich die Begeisterung meines Sitznachbars nicht umfassend teilen konnte. Das Bühnenbild war wirklich sehr schön gemacht und die ganze Kulisse inkl. Beleuchtung sehr gelungen. Aber die Geschichte vermochte mich einfach nicht zu fesseln. Und ich hatte im Vorfeld schon befürchtet, sentimental zu werden...
Wie dem auch sei - nach der Pause wurde es mit jeder Szene besser und besser, es gab ein paar richtig witzige und originelle Szenen und sogar einen Gänsehautmoment (beim Lied "Träne"...) und schlussendlich hatte ich dann doch das Gefühl, dass man 130 Franken (!) auch dümmer hätte ausgeben können. Nun kann ich endlich mitreden, wenn es um "Ewigi Liebi" geht...

Liebe Rosalie,
AntwortenLöschenschön, dass Dir das Musical letztendlich doch noch etwas gegeben hat.
Mamma Mia habe ich gesehen. Das im Vergleich zu anderern Musicals aus meiner Sicht piefig. Denn Musicals leben ja u.a. vom der Größe, dem Glamour und davon, dass alles etwas überzogen ist. Aber vielleicht ist genau das nicht Dein Geschmack und deswegen könnte Mamma Mia Dir erst recht gefallen.
Liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend
Rostkopp
So viel Eintritt dafür, dass man mitreden kann? Für d a s Geld geh ich fast ein Jahr lang ins Stadion! :-)
AntwortenLöschen560'000 Zuschauer schrecken mich eher ab, als dass sie eine Empfehlung sind.
Jedem das Seine! ;-)
AntwortenLöschenEs gäbe schon günstigere Tickets - wenn man es in Kauf nimmt, zweieinhalb Stunden lang schräg von ziemlich weit hinten auf die Bühne zu schauen. Und Freitag und Samstag kostet es noch 10 Franken mehr. Die meisten Tickets kosten also 119 Franken zuzüglich Gebühren! Und wenn man das Ticket zu Hause selber ausdruckt, wird einem dafür noch 1 Franken berechnet! Ziemlich unverschämt...