Samstag, 31. Dezember 2011

2011...

2011 war für mich ein spannendes Jahr!


Die ersten Monate waren geprägt von einem Stimmungstief und gesundheitlichen Problemen. Ich haderte mit mir und meiner Situation.



Am 1. Juni habe ich mein Schicksal in die eigenen Hände genommen und etwas "Verrücktes" getan!




Es gab viele Hochs und auch einige Tiefs - aber ich habe aufgehört zu funktionieren und begonnen, wieder RICHTIG zu leben! Und ich habe Dinge getan, die ich mir noch vor kurzem nie zugetraut hätte!



 

Ich habe mich wahrscheinlich zum ersten Mal in meinem Leben richtig getraut, meine Sinnlichkeit auszuleben.






Ich bin selbstbewusster geworden und habe an Ausstrahlung gewonnen.

Ich habe meine Lust am Schreiben entdeckt und Rosalie und diesen Blog hier zum Leben erweckt!


Ich habe neue Menschen kennengelernt, die mein Leben bereichern, obwohl ich sie noch nie gesehen habe!


Ich habe Mr. Charming wieder getroffen...


Ich habe drei ganz enge Freundinnen und einen engen Freund, denen ich ALLES erzählen kann und diese Freundschaften haben 2011 noch an Tiefe gewonnen.

Platon ist in mein Leben getreten!


Ich habe SMS-Leo nach 20 Jahren wieder getroffen und wir haben uns wieder voneinander entfernt. Und das ist ok.


Es ist ein neuer "Leo" am Horizont aufgetaucht und wir werden uns im 2012 erstmals treffen.


Anfang Dezember hatte ich eine vielversprechende Begegnung...


Ich habe in diesem Jahr sehr viel über mich gelernt und ich bin ein bisschen "erwachsener" geworden.



Rosalie, Aschenbrödels wissende Eule...



Alles in allem war das ausklingende Jahr ein gutes Jahr. Geprägt von vielen kostbaren Momenten und wertvollen Erfahrungen, die mich persönlich weitergebracht haben!

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch und viel Liebe und ein glückliches 2012!

Eure Rosalie









Freitag, 30. Dezember 2011

Der zweitletzte Tag im Jahr 2011

In den Bergen hat es heute geschneit und gestürmt. Kein Wetter zum Skifahren. Es hat einen halben Meter Neuschnee im Dorf. Mindestens.

Genau das richtige Wetter, um ein Prinzessinnenschloss zusammenzubauen, das aus schätzungsweise 300 Einzelteilen besteht. Gemäss Aufbauanleitung sollte dies ca. zweieinhalb Stunden dauern... Schön wärs!

Bedeutend weniger Zeit in Anspruch nahm das Zusammenschrauben eines kleinen Möbels namens HEMNES.

Weiter habe ich heute an einer langen Mail herumgeschrieben und mehrmals Änderungen verloren, weil ich wegswitchen musste (Gmx Mobile nervt...!) und das Mail schliesslich abgeschickt...

Am Abend gab es einen kurzen Spaziergang durch das verschneite Dorf und ein feines Abendessen im Restaurant.

Morgen möchte ich unbedingt noch ein paar Mails schreiben!

Bonne nuit!




Dienstag, 27. Dezember 2011

Einfach schön

Bilderbuchwetter, super Schnee, angenehme Temperaturen und einen "Hientschi-Salat" zum Zmittag... :-)

P.S. Wer findet die Gämsen?

Montag, 26. Dezember 2011

Weihnachtstage

Sie waren nett. Die beiden Familienabende bei den Eltern und Schwiegereltern mit Tannenbäumchen und Kerzen und zu vielen kulinarischen Köstlichkeiten, denen ich teilweise entsagt habe. Aber ich bin froh, dass sie vorbei sind. Ich stand irgendwie neben mir. Ich war anwesend und irgendwie doch nicht. Habe nicht viel geredet. Mir ist gerade nicht so nach reden. Mir ist nicht nach Gesellschaft. Ich möchte allein sein. Mir die Decke über den Kopf ziehen und nichts mehr denken und tun müssen.

Gestern Nachmittag habe ich mir vor dem Besuch bei meinen Eltern eine Stunde für mich alleine ausbedungen. Ich habe das Grab meiner Grosseltern besucht, die mir sehr viel bedeutet haben. Dreissig Jahre lang haben wir den 25. Dezember zusammen in ihrem Haus gefeiert. Viele schöne Erinnerungen. Sie waren für mich die besten Grosseltern der Welt.

Die Aussicht auf zwei Wochen Ferien im Kreise der Familie belastet mich. Ich werde wenig Zeit für mich haben. Aber vielleicht komme ich an der frischen Luft in den Bergen beim Skifahren auf andere Gedanken... Ich hoffe es.



Samstag, 24. Dezember 2011

Loslassen (1)

Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende zu und ich muss in meinem Leben gewisse Dinge loslassen. Dinge und Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und eine Zeit lang Teil meines Lebens waren. Und ich muss mich von gewissen Illusionen verabschieden.


Mitte November ging nach fünfundzwanzig Jahren eine Epoche zu Ende. Der letzte Törn mit unserem Segelschiff. Vierzig Jahre hat es auf dem Buckel und seine besten Zeiten längst hinter sich. Das weisse Oberdeck ist grau und porös geworden. Die Holzteile sind grau, Log und Echolot funktionieren schon länger nicht mehr.

Der Bleikiel und der Rumpf müssen abgeschliffen und neu grundiert werden. Die schwarzen Kunstlederpolster im Innenraum sehen nicht mehr besonders einladend aus und es riecht etwas modrig und feucht. Das Holzfurnier im Schiffsinnern hat auch schon bessere Zeiten gesehen und beginnt vereinzelt abzublättern.

Es ist Zeit für eine Generalüberholung. Und für einen Eignerwechsel.

Wir haben sie eingetauscht, die alte Lady. Im April 2012 beginnt eine neue Epoche mit einem neuen Schiff.


Zurück zum letzten Törn:
Ein Sonntag Mitte November. Der weitläufige Hafen ist verwaist und es sind nur vereinzelt Menschen zu sehen. Wo sich in der warmen Jahreszeit Schiff an Schiff reiht, klaffen grosse Lücken und geben den Blick frei auf das Wasser, das so klar ist, dass man bis auf den sandigen Grund sieht. Die meisten Schiffe hat der riesige Kran beim Hafeneingang längst ans Trockene gehievt und sie stehen nun in Reih und Glied auf ihren Trailern auf dem grossen Parkplatz und verbringen dort den Winter.


Die wenigen im Wasser verliebenen Schiffe dümpelten einsam vor sich hin. Manche scheinen gänzlich verlassen. Persenning und Abdeckplanen sind mit den Exkrementen der Möwen übersät, die Reling längst von den Spinnen in Beschlag genommen. Ein trauriger Anblick, der die melancholische Stimmung noch verstärkt.




Wir gehen zum Schiffssteg und steigen an Deck. Mein Mann, die Kinder, meine Eltern und ich. Wir entfernen die Abdeckplanen und mein Vater wirft den alten Diesel an und manövriert das Schiff aus dem Liegeplatz. Wir fahren durch den Hafen hinaus auf den stillen See. Die Stimmung ist herbstlich, fast schon winterlich. Friedlich. Nur das vereinzelte Schreien der Möven durchbricht die Stille. Melancholie macht sich breit.

Ich setze mich vorn auf die Erhebung beim Vorderdeck, schaue auf den See und lasse all die Jahre Revue passieren.


Ich erinnere mich noch genau an dem Moment, als mein Vater mir an einem Samstag Morgen voller stolz eröffnet hat, dass wir das Segelschiff seines alten Freundes übernehmen können, das wir schon leihweise benutzen durften. Ich war damals 17 und unglaublich stolz! Ein eigenes Segelschiff dieser Grösse war damals eigentlich unerschwinglich für eine Familie wie unsere. Die meisten Schiffseigner, die wir kannten waren Zahnärzte, Anwälte, Unternehmer, höhere Beamte oder einfach gut betuchte Mitbürger. Mein Vater hatte zwar ein eigenes kleines Unternehmen, aber wir waren eine mittelständische Familie mit einem normalen Einkommen. Der frühere Eigner verband mit dem Schiff traurige Erinnerungen an eine zerbrochene Ehe und er hatte die Lust am Segeln verloren. So überliess er uns die Yacht zu einem fairen Preis mitsamt dem damals schon sehr begehrten Liegeplatz in einem schönen Hafen in der Westschweiz. Für uns begann eine neue, glückliche Epoche, die fünfundzwanzig Jahre andauern sollte.

Viele glückliche Stunden, Tage, Wochenenden und sogar Ferien haben wir auf dem Schiff verbracht. Meinen ersten Freund habe ich mit an Bord genommen, den zweiten und dritten ebenfalls. Wir haben an Regatten teilgenommen, Stürmen getrotzt. Haben das Schiff als Badeinsel genutzt und einmal sogar auf sandigen Grund gesetzt… Später bin ich mit meinem Mann alleine rausgefahren und schliesslich zusammen mit unseren Kindern.



Ich habe auf dem Schiff geschlafen, gekocht, gegessen, gelesen, geträumt, gelacht, heimlich geweint und sogar geliebt…

Und nun hiess es also Abschied nehmen. Und ich tue mich schwer mit Abschied nehmen...


Die Fahrt verlief ruhig. Zu wenig Wind, um noch ein letztes Mal die Segel zu setzen. Kurz vor dem Ziel begann der Himmel aufzureissen und die Sonne durchbrach die Wolkendecke.

Eine wunderschöne Stimmung lag über dem See.

Dann erreichten wir den fremden Hafen, vertäuten das Schiff an einem Besuchersteg und begannen, all die Dinge, die sich über die Jahre im Innern des Schiffs angesammelt haben, zusammenzuräumen und in Säcke zu packen. Es war gewissermassen eine Zeitreise. Alles mögliche kam zum Vorschein. Eine alte Kinderrettungsweste - das Mädchen, das sie einst trug, ist heute eine der bekanntesten Schweizer Politikerinnen. Eine Zeitschrift namens "Petra" aus dem Jahr 1987. Mehrere Taucherbrillen, eine Luftmatratze, ein Mastermindspiel, Tauwerk, Kissen, Küchenutensilien, Buntstifte, Werzzeug, Schäkel… und so vieles mehr.

Schliesslich haben wir sie dort zurückgelassen, unsere alte Najade. I

Ich hoffe, sie wird bald in neuem Glanz erstrahlen und neue Eigner finden, die ebensoviel Freude an ihr haben werden wie wir das all die Jahre hatten. Und ich hoffe, dass sie auf unserem See bleiben wird. Vielleicht werden wir sie dann von unserem neuen Schiff aus von weitem auf dem See erspähen, das Fernglas zücken und aufgeregt rufen: "Seht! Dort drüben auf dem See! Ist das nicht UNSERE Najade?!"



So ist das mit Segelschiffen.

Auch wenn das Schiff den Eigner wechselt… - es wird trotzdem irgendwie immer "unser" Schiff bleiben.

Au revoir!

Und danke für eine gute Zeit und viele schöne Erinnerungen!



Loslassen (1) ist weg

Ich bin untröstlich. Mein schönes Segelpost ist irgendwie in den weiten des WWW verschwunden. Wenn ich es reaktivieren kann, schalte ich es wieder auf...

Ich bin ferienreif...

Au revoir et joyeux Noël!

Ich wünsche Euch allen frohe Festtage und
einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Rosalie braucht jetzt eine Pause.

Au revoir et à bientôt!

 





P.S. Ich freue mich über drei neue Leser! :-)

Loslassen (2)

Ich habe immer gewusst, dass ich mir an ihm meine Finger verbrennen werde. Von Anfang an. Trotzdem bin ich unbeirrt diesen Weg gegangen. Bin gestolpert und wieder aufgestanden. Wollte zwischendurch aufgeben und bin trotzdem weitergegangen bis zum bitteren Ende. Weil ich an uns geglaubt habe. An unsere Insel fernab vom Alltag. 

Ich habe ein paar glückliche Momente und Selbstbestätigung erfahren. Aber es war auch eine Achterbahn der Gefühle und ich habe (zu) viele Tränen vergossen.

Aber ich bereue es nicht. Wir haben beide viel gelernt. Über das Leben und über uns selbst. 

Letztlich habe ich mich wohl einer Illusion hingegeben. Sie loszulassen benötigt Zeit. 

Den Glauben an die Insel habe ich nicht verloren. Ich bin sicher, dass es funktionieren kann. Wenn es passt.

Meine Freundin M. vertritt die Meinung, dass es die schmerzhaften Erfahrungen sind, die uns in der Persönlichkeitsentwicklung weiterbringen.


Ich denke, sie hat recht.




Mittwoch, 21. Dezember 2011

Short Messages mit Folgen

Leo ist im Stress. Er hat mich angerufen und wir haben eine Weile zusammen geredet. Er arbeitet wie verrückt und hat deshalb wohl keine Zeit mehr für originelle WhatsApp-Nachrichten... Ist ja auch wirklich zeitaufwändig, ein paar Sätze ins Handy zu tippen…

Wobei man sich immer bewusst sein muss, was diese Short Messages unter Umständen beim Empfänger auslösen können. Wenn sie zum Beispiel spät in der Nacht von einem Hotelzimmer zum andern geschickt und von einsamen Herzen gelesen werden. Oder versteckte Liebesgeständnisse enthalten. Oder Missverständnisse auslösen.

Gestern Abend hat mich so ein kleines SMS aus der Fassung gebracht. Vermutlich einfach so dahingeschrieben, ins Handy getippt im Stress, ohne böse Absicht oder Hintergedanken. Ein kleiner Satz, der bei mir zum falschen Zeitpunkt angekommen ist und sehr viel ausgelöst hat. Es ist ein déjà-vu. Eine Gefühlsachterbahn.

"Ich will Dich. Ich will Dich nicht. Ich will Dich. Ich will Dich nicht. Ich will Dich... Und jetzt, wo DU mich auch wieder willst, will ich DICH doch nicht mehr. Ich kann mir schon vorstellen, dass Du mich brauchst. Aber ich brauch Dich nicht. Ich hab ja meine Frau."

So ähnlich ist die Botschaft bei mir angekommen, obwohl der Text gänzlich anders lautet. Ich weiss, dass er es nicht so gemeint hat. Weh tut es trotzdem. Manchmal braucht es so wenig, um mein labiles seelisches Gleichgewicht aus der Balance zu bringen.


Montag, 19. Dezember 2011

Auszeichnung


Mein Blog hat einen Award gekriegt! Und ich habe mich ehrlich darüber gefreut! :-)) 


wunderland - awards

Er wurde mir verliehen von einem Mann, der sich erst kürzlich als regelmässiger Leser geoutet hat. Er verfolgt meinen Blog aber schon länger und  hat sich die Mühe gemacht, meine Geschichte von hinten nach vorn aufzurollen und nimmt jetzt Anteil an meiner Midlife Crisis.

Ich finde seinen Gravatar so cool und so passend zu seinem eleganten Nickname, dass ich nicht widerstehen kann, das Bild hier zu veröffentlichen. (Diese Mischung aus Winnetou und Rockstar ist einfach oberheiss - und bitte Nouniouce, lass mich in dem Glauben, dass Du TATSÄCHLICH so aussiehst! ;-))
Avatar
Nouniouce
Nouniouce nennt in seinem Blog gewisse Dinge unverblümt beim Namen, die ich hier bloss zwischen den Zeilen andeute. Wenn überhaupt. Und seine Bilder sind eindeutig zweideutig aber stets geschmackvoll. Aber was erzähle ich denn hier. Die meisten von Euch haben vermutlich schon mal (heimlich...) bei ihm reingeschaut und ich muss hier auch keine Reklame für seinen Blog machen. Er hat schon sehr viele Leserinnen und Leser und es werden täglich mehr. 

Die Spielregeln besagen, dass man den Award an fünf weitere Blogs weiterreichen soll. Finde ich irgendwie unlogisch.  Einen "Liebster Blog" kann es meiner bescheidenen Meinung nach nämlich nur einen geben. Sonst müsste der Award umgetauft werden in "Liebste Blogs". Und Lieblingsblogs habe ich viel mehr als fünf...

Ich breche also wieder mal die Regeln und werde vermutlich nie wieder einen Award kriegen und werde diesen Award nur an EINEN Blog weiterreichen. An meine liebste Bloggerin oder an meinen liebsten Blogger. Sie oder er weiss Bescheid und soll selbst entscheiden, was sie oder er damit anfängt. Der Name des Blogs bleibt mein Geheimnis...

Lieben Dank, Nounious! I'm flattered!


Sonntag, 18. Dezember 2011

Wieder einmal Sonntagsblues

Melancholische Grundstimmung schon den ganzen Tag. Ein Blick aus dem grossen Fenster gen Westen verstärkt das Gefühl beträchtlich.  Dort wo das Auge heute eine idyllische Landschaft erblickt, werden in einem Jahr wohl zwei Häuser stehen. In zwanzig Meter Entfernung zwar aber dennoch… es ist einfach schade. Sehr, sehr schade. Es ist zum Heulen. Dreizehn Jahre haben wir sie genossen, diese wunderschöne Aussicht. Natürlich war uns bewusst, dass das Land irgendwann einmal verkauft werden könnte, aber wir haben den Gedanken daran immer verdrängt. Und unser Interesse signalisiert, falls der Besitzer es dereinst verkaufen will. Gestern nun erwähnt die Nachbarin (burschikose Natur mit nicht besonders ausgeprägter Sensibilität in gewissen Angelegenheiten) beim Apéro beiläufig, ob wir schon wüssten, dass wir neue Nachbarn bekommen würden…

Ich hab mich fast am Sauvignon Blanc verschluckt und mein Herz ist augenblicklich einen Stock tiefer gesunken. Betretener Blickwechsel mit meinem Mann. „Was? Wie bitte? Ist aber nicht wahr, oder!? Und wieso hat uns das niemand gesagt, dass das Land verkauft werden soll?“…

Weil der Landbesitzer wegen Demenz ins Altersheim gekommen ist und sein Sohn ein verkorkster komischer Eigenbrötler ist, der uns noch nie besonders gut leiden konnte. Wie es scheint, ist das Land schon verschrieben. Für eine Intervention ist es also zu spät. Realistisch gesehen hätten wir es uns nicht leisten können, es zu kaufen, um den Garten zu erweitern. Auf jeden Fall wäre dies hochgradig unvernünftig gewesen. Anderseits…andere Leute kaufen teure Sportwagen. Das finde ich persönlich viel unvernünftiger. Der Verkorkste hätte uns  wenigstens eine faire Chance einräumen können, uns ernsthaft mit dem Gedanken auseinanderzusetzen. Wir sind enttäuscht. Und traurig. Wieder eine Epoche, die zu Ende geht…

Es ist mir schon bewusst, dass es ein „Luxusproblem“ ist, das ich gerade beklage. Andere Leute haben Geldsorgen, müssen sich mit Krebsdiagnosen und Arbeitslosigkeit auseinandersetzen. Das  relativiert unser „Problem“ ein wenig. Aber ich bin trotzdem traurig.

Und auch sonst gibt es heute nichts Erfreuliches zu berichten. Schon der 4. Advent und so wenig Weihnachtsstimmung wie seit Jahren nicht mehr. Ich habe gestern realisiert, dass ich die künstliche Tannengirlande mit den elektrischen Lämpchen, die ich jedes Jahr beim Eingang zum Wohnzimmer aufhänge, dieses Jahr schlicht vergessen habe. Und die übrigen Familienmitglieder haben es anscheinend auch nicht bemerkt. Ob ich sie noch aus dem Keller holen soll? Schliesslich werden wir dieses Jahr auch keinen Indoor-Weihnachtsbaum haben. Im Garten draussen steht die geschmückte kleine Tanne im Topf, die jeweils nach Einbruch der Dunkelheit zu leuchten beginnt. Aber die hat auch schon bessere Zeiten gesehen…

Blöder Tag. Und das Wetter passt auch dazu. Es kann sich nicht entscheiden, ob es schneien oder regnen soll. Und zu allem "Elend" habe ich heute noch keine einzige SMS gekriegt! Nicht eine! Und auch kein neues Mail. Nun gut, das könnte auch daran liegen, dass ich noch drei Mails beantworten muss. Aber trotzdem.

Dass ich heute schon eine ganze Wochenration Schokolade gegessen habe und mindestens zwei Raffaellokugeln, hilft auch nicht gerade, meine Stimmung zu heben. Ich traue mich schon gar nicht mehr auf die Waage.

Der Kuschelponcho allein reicht im Moment überhaupt nicht aus als Seelentröster.

Nächstes Jahr wird alles besser. Hoffentlich…



Taugt auch nur bedingt als Seelentröster...

Samstag, 17. Dezember 2011

Meine Woche

Nein, meine Lieben. Ich bin nicht in den Bergen eingeschneit worden. Und Sturmtief  Joachim hat mich auch nicht weggefegt. Ich habe diese Woche vier Tage ausser Haus gearbeitet und finde einfach kaum mehr Zeit, mich meinem Blog zu widmen.  Das kommt davon, wenn man munter sieben Wochen Ferien bezieht, obwohl man bloss fünf Wochen Ferien hat. Tja. Das führt dann Ende Jahr zu einem gewissen Druck, der sich jeweils am Morgen beim Einstempeln im Büro bemerkbar macht, wenn der Gleitzeitsaldo minus 20 Stunden anzeigt. Also rund zweieinhalb Arbeitstage im Minus. Dumm gelaufen. Und in der Altjahreswoche möchte ich gerne Skifahren gehen.  Die ganze Woche in den Bergen verbringen. Wären also nochmal zwei Tage, die ich vorholen müsste. Keine Ahnung, wie ich das noch hinkriegen soll.

Aber das hat mich nicht davon abgehalten, diese Woche den Dienstag Nachmittag frei zu nehmen und mit einem lieben Freund Essen zu gehen und drei Stunden sitzen zu bleiben und ohne Punkt und Komma zu reden. Naja, fast ohne Punkt und Komma. Er ist ein sehr guter Zuhörer. Auf meine spätere Nachfrage hin hat er mir bestätigt, dass er (noch) keine Überdosis Rosalie gekriegt hat! Dass er von Rosalie nicht genug kriegen kann. Hach..."lächel". Und am Abend haben wir das Gespräch noch im Chat fortgesetzt.  Also bitte, wann soll ich denn noch Zeit für meinen Blog finden? ;-)




Und Dienstag Abend hatte ich noch einen Termin in einem Institut, das sich "Wax In" nennt. Davon muss ich ein andermal berichten. Das Thema schreit nach einem eigenen Post...

Tja, und nun sollte ich noch Tausend Dinge erledigen. In einer guten Stunde kommen liebe Nachbarn zum Apéro. Und das Wohnzimmer sieht aus wie der Bastelraum einer Grundschule (kreative Kinder...), mal abgesehen von den Zeitungsstapeln und all dem übrigen Kram, der überall noch irgendwie herumsteht und von dem ich nicht genau weiss, wohin damit.

Und dann das Aquarium.... schon wieder drei Wochen her seit der letzten Reinigungsaktion und die Goldies schwimmen im Trüben. Morgen Jungs... Versprochen!

Und bald kommt mein Mann mit Junior vom Einkauf zurück und ich sollte schauen, dass ich hier zu einem Ende komme, bevor er entdeckt, dass ich schon wieder am Computer bin, anstatt mich um den Haushalt zu kümmern...

Desperate housewife. Und ständig im Internet! Geht gar nicht!





Sonntag, 11. Dezember 2011

Sonntagmorgen in den Bergen (2)

Room with a view.

Kennt jemand zufällig diesen Berg?

Kleiner Tipp: Er ist ziemlich bekannt. Menschen reisen um den halben Erdball, um ihn von nah zu sehen oder ihn zu bezwingen. Unzählige sind schon an ihm gescheitert. Ein schicksalhafter Berg.

Und etwas fehlt auf dem Foto! Etwas, was es normalerweise um diese Jahreszeit zur Genüge haben sollte: Weisse Skipisten...

Das erklärt auch, weshalb wir hier einen lazy Sunday verbringen...

Sonntagmorgen in den Bergen

Heute lazy Sunday in den Bergen. Kinder switchen durch die TV-Kanäle und dann... oh! Diese Musik kennen wir doch! Nanananana 

Rosalie: "Oh! Unser aller Lieblingsfilm!"

Gatte (Homeoffice im Nebenzimmer):
"Star Wars?"

Rosalie: "Knapp daneben!" ;-)



Freitag, 9. Dezember 2011

Stylefragen und Kaffeepreise


Heute morgen um 07.10 Uhr erwacht und realisiert, dass die Kinder, die links und rechts von mir im Bett noch im Tiefschlaf liegen, in 55 Minuten im Schulzimmer an ihren Pulten sitzen und das Freitagsdiktat schreiben werden. Trotzdem noch fünf Minuten länger im warmen Bett liegen geblieben...

(Symbolbild. Meine Kinder machen's besser ;-))

Die Kinder geweckt, Kleider rausgesucht, mit der Tochter diskutiert, was sie anziehen WILL (entspricht nicht dem was sie anziehen SOLL...). Mich (pragmatisch wie ich bin) von der achtjährigen Tochter überzeugen lassen, dass das knallgelbe Hello Kitty T-Shirt aus elastischem Stoff ÜBER anstatt UNTER dem Rollkragenpulli getragen wird, weil das in ihrem Augen viel stylischer ist. Sie wusste schon mit drei Jahren besser als ihre Mutter, welches Jäckchen ihren Look ideal ergänzt... und hat schon damals ihren Kopf durchgesetzt. Und sie kann richtig stur sein. Ich lass mich nicht mehr auf Diskussionen ein. Hauptsache, sie ist warm genug angezogen, so dass sie sich draussen keine Erklältung holt. Sie spricht ständig von Mode, zeichnet Kleider und hat ihre ganz eigenen Vorstellungen von "Style". Keine Ahnung, woher sie das hat. Ich bin jedenfalls eher der klassische Typ und kein Fashion Victim.

Originalentwurf Tochter
(so DARF sie aber nicht rumlaufen. Noch nicht...)



Natürlich blieb nach dem Frühstücksmüesli und dem Zusammensuchen der Schul- und Turnsachen keine Zeit mehr, um den Schulweg zu Fuss zurückzulegen und so kam heute wieder einmal das Mamataxi zum Einsatz. Und Mama hatte natürlich keine Zeit mehr, die Haarbürste zu benutzen geschweige denn Makeup aufzulegen. Sieht mich ja keiner von nah, wenn ich im Auto sitze und ausserdem hat der Volvo leicht getönte Scheiben. Es wird mir ja wohl nicht ausgerechnet an diesem Morgen passieren, dass ich Leo auf der Strasse kreuze...  Seit einer guten Woche herrscht Funkstille. Ich scheine ihn ja nachhaltig beeindruckt zu haben... Wie auch immer. Ich mach mir keine Gedanken darüber. Er wird schon seine Gründe haben. Und positive Feedbacks habe ich in letzter Zeit viele gekriegt. Es kann also nicht an mir liegen... ;-))

Und dann habe ich etwas getan, was ich sehr selten tue... Ich bin ungeschminkt im Tilda Swinton Look in den Dorfladen gegangen, um frische Brötchen zu holen.

Tilda verzichtet konsequent auf Augenmakeup

Es ist zwar ein winziger Laden und ich hab mich vorher umgeschaut, ob jemand dort ist, den ich kenne... will ja niemanden "erschrecken" am Morgen früh.  (Blaue Augen kommen mit dunkel getuschten Wimpern einfach viel besser zur Geltung als so in natura mit blonden Wimperchen und mit einer getönten Tagescrème sieht der Teint einfach gleich viel frischer aus...). Nach drei Minuten sass ich wieder im Auto. Und was der Wirt des beliebtesten Ausflugsrestaurants der Gegend von mir denkt, ist mir sowas von egal...

Und beim Rausgehen ist mir diese Zeitungsaffiche ins Auge gestochen und ich musste spontan an Lady Crooks denken. Das Leben in der Provinz hat einfach wirklich viele Vorteile. Zum Beispiel vernünftige Kaffeepreise...


Donnerstag, 1. Dezember 2011

Erkenntnisse (2)

Gestern war ein erkenntnisreicher Tag. Eine meiner besten Freundinnen hat mir eine Frau empfohlen, die sich mit Familienstellen nach Hellinger auskennt und mit eher unkonventionellen Methoden arbeitet und meinte, dass sie mir vielleicht helfen könnte, meine aktuelle Situation ein wenig zu entwirren. Gestern bin ich nun zu dieser Frau gegangen und habe mein ganzes Gefühlschaos dort abgeladen. Habe ihr meine verworrene Situation erklärt und von meinen ablehnenden Gefühlen meinem Gatten gegenüber berichtet, die sich im selben Masse verstärken, wie er sich an mich klammert und sich "Mühe" gibt und nett zu mir ist. Und er gibt sich extrem "Mühe" im Moment...


Und ich habe ihr von Mr. Charming erzählt und den übrigen männlichen Protagonisten in meinem Paralleluniversum, auf die ich mehr oder weniger aktiv meine Sehnsüchte projiziere und sie auf die eine oder andere Weise auch auslebe. Sie hat gleich erfasst, was sich in meinem Leben seit der Begegnung mit Mr. Charming verändert hat. Um es auf den Punkt zu bringen:


Ich bin wieder LEBENDIG! Ich fühle mich lebendig! Ich lebe wieder! Ich kann wieder lachen! Richtig herzhaft lachen ohne gleich weinen zu müssen. Ich kann mich wieder über Dinge freuen! Richtig freuen! Und ich kann endlich meine Sinnlichkeit ausleben.  


Natürlich zehrt das Doppelleben an den Kräften. Aber es aufzugeben hiesse, wieder in den grauen Funktionsmodus einzutauchen und früher oder später (wieder) in einen depressiven Zustand zu verfallen.


Sie sieht auch mein grosses Dilemma: Die Kinder haben ein ideales Umfeld und fühlen sich sicher und aufgehoben. Den Kindern zuliebe müsste ich in meiner Ehe ausharren. Da gibt es nichts schön zu reden. Auf die Erfüllung meiner Sehnsüchte verzichten. Mich selbst zurücknehmen zum Wohle der Familie.  Aber welchen Preis muss ich dafür bezahlen? Ich würde wohl meine Lebendigkeit wieder verlieren. Ich würde womöglich krank werden. Richtig ernsthaft krank.


Dass mein Gatte ein netter, anständiger Mann ist und seine Familie über alles liebt, macht die Sache nicht einfacher. Aber gestern ist mir bewusst geworden, dass er wohl eine Art von Liebe und Zuwendung sucht, die ich ihm nicht geben kann. Ich vermute, er sieht in mir (unbewusst) die Mutter und sehnt sich nach Streicheleinheiten und Geborgenheit. Ich hingegen möchte begehrt werden, Lust und Leidenschaft spüren. Kann es sein, dass unsere Ehe letztlich nur daran scheitert?

 

Sie hat mir für das nächste Treffen Hausaufgaben auferlegt: Ich soll zehn Gründe nennen, weshalb ich bis jetzt bei meinem Mann geblieben bin. Mir fallen zwanzig Gründe ein. Mindestens.

Wäre alles in Ordnung, würde ein einziger Grund eigentlich ausreichen. Ich würde schreiben: Aus Liebe...